50 Jahre Landesverteidigungsakademie


Wien, 15. November 2017  - Am Mittwoch stand die Landesverteidigungsakademie ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zu ihrem fünfzigjährigen Bestehen. Der Festakt wurde durch das Antreten einer Kompanie der Garde mit der Gardemusik im Innenhof des Amtsgebäudes Stiftgasse eingeleitet. Der Kommandant der Akademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, konnte anschließend mehr als 250 hochrangige Gäste aus dem Bereich der Wissenschaft sowie des gesamten Österreichischen Bundesheeres zu einem Festakt in der "Sala Terrena" begrüßen.

Die Bedeutung der Landesverteidigungsakademie

Der Leiter der Einsatz-Sektion im Verteidigungsministerium, Generalleutnant Karl Schmidseder, würdigte die Verdienste der Akademie als moderne Ausbildungsstätte für militärische und zivile Führungskräfte. Zudem strich er in seiner Ansprache die Bedeutung der Landesverteidigungsakademie als oberste Lehr- und Forschungsstätte des Ressorts heraus. Weiters ging er auf die, sich immer rascher verändernden Herausforderungen ein, mit denen Armeen heute weltweit konfrontiert sind.

Bildung und Militär im 21. Jahrhundert

Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Festvortrag des Philosophen Jürgen Mittelstraß von der Universität Konstanz zu diesem Thema. Die Wissenschaftstheorie nimmt einen zentralen Punkt in den Forschungen des ehemaligen Vorsitzenden des österreichischen Wissenschaftsrates ein. Er betonte in seinem Festvortrag, dass "der Begriff des Krieges in unserer modernen komplexen, hybriden Welt einem Wandel unterworfen wäre und dass die Führungsausbildung diesem zu entsprechen hätte".

Generalleutnant Csitkovits und Generalleutnant Schmidseder beim Abschreiten der Ehrenformation.

Erwin A. Schmidl bei der Buchvorstellung.

Die Geschichte der Akademie

Historiker Erwin A. Schmidl, Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik an der Akademie, stellte den Jubiläumsband  "Viribus Unitis - 50 Jahre Landesverteidigungsakademie" vor und bot eine Einführung in die Geschichte dieser traditionsreichen Institution.

Das Areal in der Stiftgasse beherbergt seit drei Jahrhunderten zahlreiche militärische Bildungs- und später auch Forschungseinrichtungen. War es 1717 die Einrichtung der Ingenieursakademie auf Vorschlag des Prinzen Eugen, folgte später die Savoyische Adelige Ritterakademie und 1797 die k.k. Ingenieursakademie, später die k.k. Technische Militärakademie.

1859 wurde die k.k. Kriegsschule in die Stiftskaserne verlegt. Sie gilt als eigentlicher Vorläufer der heutigen Landesverteidigungsakademie. Mit 1. Jänner 1967 wurde die damalige Stabsakademie des Österreichischen Bundesheeres in Landesverteidigungsakademie umbenannt und damit ein neues Kapitel in der militärischen Bildungslandschaft in Österreich aufgeschlagen. Seit nunmehr fünf Jahrzehnten steht diese Bildungseinrichtung für verteidigungs- und militärwissenschaftliche Forschung sowie akademische Bildung für militärische und zivile Führungskräfte des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport und der Streitkräfte.

Moderne Militärhochschule

Heute ist die Landesverteidigungsakademie "Leitakademie" im Rahmen des "Wirkungsverbundes Militärhochschule" und bildet das Zentrum der militärwissenschaftlichen Forschung und Bildung im Österreichischen Bundesheer, zusammen mit der Theresianischen Militärakademie sowie der Heeresunteroffiziersakademie. Diese Aufgabe nimmt sie im Netzwerk mit zahlreichen universitären Forschungs- und Bildungseinrichtungen im In- und Ausland wahr.

Jürgen Mittelstraß von der Universität Konstanz.