"Coping with Culture": Tagung an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 16. November 2018  - Von 13. bis 16 November fand zum mittlerweile achten Mal die internationale Konferenz "Coping with Culture" der deutschen Bundeswehr statt. Die Landesverteidigungsakademie in Wien fungierte dabei nach 2014 zum zweiten Mal als Gastgeber. Die Teilnehmer der Tagung kamen aus den USA, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Polen, Deutschland und Österreich. 

"Coping with Culture"

"Coping with Culture" ist essenziell für die Auftragserfüllung. Zur Verbesserung der Führungskultur gehört auch der Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt und die Nutzung dieser Vielfalt für die Streitkräfte. Der Umgang mit diversen Kulturen bedarf einer sorgfältigen Ausbildung, die sich nicht in einer einmaligen Sensibilisierung erschöpfen darf. Die kontinuierliche Weiterbildung während der gesamten Dienstzeit von Soldaten und Bediensteten ist unerlässlich. Der Erwerb interkultureller Kompetenz, der Respekt vor anderen Lebensentwürfen und ideellen wie materiellen Werten ergänzt die militärischen Grundfertigkeiten wie Beherrschung der Waffen, Selbst- und Kameradenhilfe oder Gefechtstechnik.

Brigadier René Segur-Cabanac von der Landesverteidigungsakademie hielt die Eröffnungsrede.


Die Teilnehmer der Konferenz folgten interessiert den Vorträgen.

Workshops und Diskussionsrunden

In mehreren Workshops wurden Themen wie die interkulturelle Zusammenarbeit in Einsätzen, der Schutz von Kulturgütern und die Gefahr der Radikalisierung behandelt. Zum Aspekt der Radikalisierung stellte die Arbeitsgruppe fest, dass Vorgesetzte in ihren Einheiten Diskriminierungs- und Radikalisierungstendenzen frühzeitig erkennen und entsprechend handeln müssen. Hierbei wurde davon ausgegangen, dass Radikalisierung besonders dann passiert, wenn die eigene Identität instabil ist. Wie etwa in  der Jugend oder durch einschneidende Lebenssituationen. Ein frühzeitiges Entgegenwirken durch Bildung, entsprechende Führung und die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen sollen eine Radikalisierung verhindern bzw. minimieren, so das Ergebnis der Workshop-Gruppe. Oberstleutnant Uwe Ulrich von der Führungsakademie der Bundeswehr brachte es auf den Punkt: "Eine erfolgreiche Bildungspolitik ist eine erfolgreiche Sicherheitspolitik."