Der wachsende Einfluss des militanten Islam und von Al Qaida in Afrika

Youssouf Diallo/Hans Krech

 

Die Entwicklung des Islam in den großen muslimischen Regionen Afrikas - Nord- und Westafrika, oberes Niltal (Sudan), Horn von Afrika (Somalia) und Ostafrika (Swahili-Region) - zeichnet sich durch unterschiedliche historische Erfahrungen aus. Der Islam konnte bis zu diesen Regionen von Arabien und aus dem Nordosten (Ägypten) auf dem Landweg durch die Sahara und das Niltal (Sudan) und vom Osten her auf dem Seeweg über das Rote Meer und den Indischen Ozean nach Afrika vordringen.

Die Ausbreitung des Islam in Westafrika, d.h. der Region von Senegal über die Sahel-Zone bis zum Tschad, begann etwa im 9. Jahrhundert, als arabische Reisende, Religionsgelehrte und Berber-Händler von den Maghreb-Ländern aus kommend sich in den Regionen um das heutige Mauretanien und die Senegal-Mündung herum aufhielten. Mit ihnen kam der Islam in die mittelalterlichen Königreiche des westlichen Sudan (Tākrur, Ghana, Mali). Der Islam breitete sich aber nur langsam aus.1)

Eine zweite Phase der Islamisierung wurde in der Mitte des 11. Jahrhunderts durch muslimische Berber (Almoraviden) eingeleitet, die die lokale Bevölkerung mit ihrer Kavallerie unterwarfen.2) Die Gelehrtentradition, die den Islam im westlichen Sudan bis zum 15. Jahrhundert prägte, beschränkte sich auf die urbanen Zentren und Sitze islamischer Gelehrsamkeit wie Djenné, Timbuktu und Gao. Dennoch breitete sich der Islam immer noch weiter langsam durch die Savanne Westafrikas durch die Wanderungen der Rindernomaden der Fulbe3) (engl.: Fulani) und die Weiterentwicklung des Fernhandels aus.

Eine dritte Islamisierungswelle fand im 18./19. Jahrhundert durch die muslimischen Führer der Fulbe statt und nahm die Form militanter Reformbewegungen an.4) Die tiefgreifenden religiös-politischen Bewegungen (Dschihad) zerstörten die bis dahin friedliche Koexistenz der Muslime und Nicht-Muslime und setzten sich z.T. gegen die europäische Eroberung zur Wehr.5) Eine der Reformbewegungen, die größte Veränderungen nach sich zog, war die von Usman dan Fodio (1752-1817) in Nordnigeria. Fodio führte 1804 Sozialreformen durch und gründete das Sokoto-Kalifat. Er etablierte den Islam als Herrschaftsideologie und Prinzip der gesellschaftlichen und politischen Organisation. Die meisten islamischen Reformbewegungen wurden durch die europäischen kolonialen Eroberungen Ende des 19. Jahrhunderts niedergeschlagen.

 

„Schwarzer Islam“ und Kolonialpolitik

Die Islampolitik der europäischen Kolonialherren war durch Kooperation und Konflikt gekennzeichnet.6) Der militante Islam des 19. Jahrhunderts in Westafrika war für die Europäer ein räumlich und ideologisch abgrenzbares Phänomen. Louis Faidherbe, der erste französische Gouverneur in Senegal von 1854 bis 1863, war an einem Ausgleich mit dem Islam und mit lokalen Kulturen interessiert. Im Rahmen seiner politique d’association kooperierte er mit einflussreichen Religionsgelehrten, finanzierte ihnen Pilgerreisen nach Mekka und ließ islamische Gerichtshöfe einrichten. Die von Generalgouverneur Ernest Roume initiierte Islampolitik versuchte ab 1905 zwischen strenggläubigen und loyalen Muslimen zu unterscheiden und die Kooperation mit Letzteren zu fördern. Roumes Nachfolger William Ponty befürwortete 1909 eine Art politique des races (Rassenpolitik) und plädierte ebenfalls für eine Unterscheidung nach Ethnien sowie für eine differenzierte Anerkennung und Stärkung der Macht loyaler Herrscher.7) Die Theorie der Rassenpolitik wurde allerdings nicht weiter ausgearbeitet. Es handelte sich im Wesentlichen um eine Trennung der Stammesgruppen und ihre Befreiung von der Unterdrückung durch ortsfremde muslimische Herrscher. Pontys Nachfolger François Closel setzte dann 1916 die so genannte Rassenpolitik mit seiner Bekämpfung der militanten Wanderprediger und dem Ringen um die Loyalität der einheimischen Bevölkerung fort.

Die Pilgerfahrt nach Mekka hatte Einfluss auf die Aktivitäten einiger Muslime und deren Vorstellungen vom Islam. Die afrikanischen Religionsgelehrten, die in Saudi-Arabien mit dem wahhabitisch-salafistischen Islam in Berührung kamen, wollten nach ihrer Rückkehr von der Hadsch die bislang praktizierte Form des Islam in Westafrika von Abweichungen reinigen. Um Informationen über solche Religionsgelehrte, Wanderprediger und die Sufi-Bruderschaften sammeln zu können, errichtete Roume 1906 ein Büro für islamische Angelegenheiten.

Dieses Büro für islamische Angelegenheiten unterschied zwischen „schwarzem Islam“ und „arabischem Islam“. Praktiken und Riten der Sufi-Bruderschaften wie das Gebet an den Gräbern der Verstorbenen oder die Pilgerfahrten zu den Heiligengräbern galten als typisch für den „schwarzen Islam“. Nach der Auffassung der Kolonialverwaltung hatte der „schwarze Islam“ lokal-religiöse Partikularismen,8) die sich in der Vielzahl von Sufi-Bruderschaften widerspiegelten. Im Gegensatz zum „arabischen Islam“ war der „schwarze Islam“ von lokalen Traditionen beeinflusst und nicht strenggläubig. Deshalb versuchten die Franzosen Verbindungen der Muslime nach Ägypten und Saudi-Arabien zu verhindern. Zwischen 1907 und 1911 wurden die Mobilität der Wanderprediger und die Pilgerfahrt nach Mekka erschwert oder sogar verboten. Trotz der restriktiven Islam-Politik der Kolonialmacht Frankreich unternahmen Westafrikaner Pilgerreisen nach Mekka auch ohne offizielle Genehmigung.

Die Briten sahen ebenfalls den Islam v.a. in Nordnigeria als ein geographisch abgrenzbares kulturelles sowie religiös-politisches System. James Coleman schrieb in seiner Untersuchung über die Entstehungsgeschichte des Nationalismus in Nigeria: „The most important single feature of British policy was the effort made to preserve the Muslim North in its pristine Islamic purity by excluding Christian missionaries and limiting Western education, by denying northern leaders representation in the central Nigerian Legislative Council during the period 1923-1947, and by minimizing the contact between the northern peoples and the more sophisticated and nationally-minded southerners temporarily resident in the north. All these aspects of British policy, and others, tended to perpetuate the individuality and separateness of the north.“ 9)

Es lag im Interesse der Briten, die Stellung der muslimischen Herrscher im Rahmen der indirekten Verwaltung religiös und institutionell abzusichern. Sie behielten die Macht der Emire bei und erkannten mit Ausnahme des Scharia-Strafrechts das islamische Personenstandsrecht als Gewohnheitsrecht (native law and custom) der Muslime Nordnigerias offiziell an. Um die ethnischen Spannungen und die Machtkämpfe zwischen prominenten Politikern zu beenden, teilten sie Nigeria in Nord-, Südost- und Südwestnigeria. Die drei Landesteile wurden den drei dominanten Ethnien (Hausa-Fulani, Ibo, Yoruba) zugesprochen. So wurde mit der ethnisch-politischen Grenzziehung Nordnigeria ab 1916 eine geschlossene Einheit gegenüber dem stark ethnisch gemischten südlichen Teil der Kolonie.10) Beispielsweise durften christliche Missionsschulen nur in nicht-muslimischen Gebieten Nordnigerias gegründet werden. In den Schulen für die Hausa-Aristokratie wurden die jungen Männer als muslimische „Gentlemen“ erzogen. Die Verrichtung der Gebete war sogar ein obligatorischer Teil des Lehrplans in der Schule von Sokoto.11)

 

Entwicklungstrends und Herausforderungen

In den muslimischen Regionen Afrikas bietet der Islam ein vielfältiges Bild. Das religiös-politische Bewusstsein der Muslime, die Ausdrucksformen ihrer Religiosität und die Erfahrungen, die sie mit Andersgläubigen machen, sind sehr unterschiedlich.

Nehmen wir Westafrika, eine der Regionen, die am stärksten vom politischen Islam geprägt wird. Die meisten Länder dieser Region haben ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum infolge der Zuwanderung und einer rasanten Urbanisierung. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des gesamten Kontinents ist unter 18 Jahre alt. In Mauretanien, Senegal, Burkina Faso, Mali, Niger, Guinea und Nigeria bilden die Muslime eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung. In einigen Küstenländern dagegen - der Elfenbeinküste, in Benin, Togo und Ghana - konnte sich der Islam nur teilweise etablieren. Aber auch das Christentum erreicht nicht die Mehrheit der Bevölkerung, die traditionellen Naturkulten anhängt. In all diesen Ländern ist die Entwicklung des Islam durch eine Anpassung an lokale Lebensformen gekennzeichnet.

Die Frage, warum die Beziehungen zwischen dem Staat und islamischen Bewegungen in einigen Ländern friedlich sind, während es in anderen Ländern zu Konflikten und religiös motivierter Gewalt kommt, ist auf politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungsunterschiede in den betroffenen Staaten zurückzuführen. Die Entwicklung radikaler islamischer Bewegungen, die zunehmende Grenzkriminalität und der Terrorismus in der Sahel-Zone sind zunächst die Folgen einer tief greifenden Staatskrise (wie in Nigeria) und des Phänomens des Staatsverfalls in der Folge von Bürgerkriegen (Somalia, Mali), wo sich der schwache Staat auf einen kleinen Teil des nationalen Territoriums zurückzog.

Die Entstehung des neuen politischen Islam in Mali geht auf die 1990er-Jahre zurück, als das Land, wie andere afrikanische Länder auch, einen Prozess der Demokratisierung einleitete, der auch den politischen Freiraum für Islamisten mit sich brachte.12) Hinzu kommt die aktuelle politische Entwicklung mit der Rebellion der Tuareg. Diese ist keine neue Erscheinung. Wiederkehrende Dürren und Hungersnöte suchen oft weite Teile der Sahel-Länder heim. Die im Norden von Mali und Niger nomadisierenden Tuareg-Gruppen sind am stärksten von der Desertifikation betroffen. Seit 1960 fühlen sie sich von den neuen Dienstleistungen der unabhängigen Staaten (v.a. im Bildungs- und Gesundheitswesen) ausgeschlossen oder diskriminiert. Deshalb versuchten die Tuareg seit langen Jahren einen eigenen Azawad-Staat zu gründen.

In Nordnigeria wurde in den Jahren 2000 und 2001 das Scharia-Strafrecht in einigen Bundesstaaten eingeführt. Hingegen sind die Staatsverfassungen der meisten afrikanischen Länder von einem säkularen Staatskonzept geprägt. Dass die Länder über säkulare und demokratische Staatsverfassungen verfügen, bedeutet aber nicht eine Beschränkung der Religion auf den privaten Bereich. Die Politik kann die wichtigen religiösen Führer nicht ignorieren. In Senegal, wo die Sufi-Bruderschaften Einfluss auf potenzielle Wähler haben, pflegt der Staat Kontakte zu Religionsgelehrten, insbesondere zum Kalifen der Muridiya, die nicht nur bei den Wolof - der politisch dominanten Ethnie -, sondern auch in der gesamten Bevölkerung stark vertreten ist. Auch hier finden die religiösen Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und islamischen Gruppierungen auf einer politischen Ebene statt. Loimeier merkt zu Recht an, dass im Senegal islamistische Kritik am Staat friedlich geäußert wird.13)

Auf der anderen Seite gibt es in fast allen Ländern neben einem modernen Zivilrecht ein islamisches Recht und eine ganze Reihe nicht-islamischer Rechtspraktiken. Reformen des Familienrechts, die diese verschiedenen Rechtsquellen miteinander kombinieren, wurden insbesondere in Mali und Senegal unternommen, um die rechtliche Stellung der Frau zu verbessern.14)

Der Konflikt zwischen Islam und Modernität wird dagegen in Nordnigeria eher militant ausgetragen. Die gesellschaftliche Kritik der nigerianischen Islamisten richtet sich nicht nur an die Oberschicht und die Bruderschaften, sie geht auch mit der Äußerung offener Feindschaft gegen die Christen und die „westliche“ Ideologie einher. Die Radikalisierung der Jugendlichen, die Ablehnung des Westens und die Verdammung eines modernen säkularen Bildungssystems durch die nigerianische Sekte Boko Haram sind besondere Merkmale des Islam in Nigeria.

Bereits Anfang der 1950er-Jahre gab es in Kano - dem religiösen Zentrum der Tijānīya-Bruderschaft - einen religiösen Disput über die Rolle der Medien, insbesondere des Radios, in der Koranexegese. Die Frage war, ob die Koranrezitation im Radio zulässig oder unislamisch sei. Auf Anfrage des Führers der Tijānīya von Kano wurde die Angelegenheit durch eine Fatwa von Ibrahim Niass entschieden und der Einsatz des Radios für islamische Predigten und Propaganda erlaubt.15) Heute verbreiten die Islamisten in Nigeria ganz selbstverständlich ihre Propaganda auf Tonbandkassetten und im Radio.

Nigerianische Muslime und islamische Gruppierungen sind heute Teil eines global-islamischen Netzwerkes und unterhalten seit geraumer Zeit religiös-politische Beziehungen zu den großen muslimischen Regionen der Welt: zum oberen Niltal (Sudan), zum Maghreb (Marokko, Libyen), zum Nahen Osten (Ägypten, Irak, Saudi-Arabien, Kuwait) bis zu Iran und Pakistan.16)

In Nordnigeria sind die Beziehungen zwischen den Qādirīya- und Tijānīya-Bruderschaften durch Konflikte gekennzeichnet, die durch Wettbewerb um die Anhängerschaft und Rituale wie die Armhaltung beim Gebet ausgelöst wurden. Die in Nordnigeria propagierte Version der Tijānīya wurde von Niass (1900-1975) aus dem Senegal begründet, dem prominenten Führer der Bruderschaft für Westafrika. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten seine Anhänger aus Mauretanien, Nigeria, Niger, Gambia und Nordghana die Jamiyyat Ansar al-Din (Gesellschaft der Helfer des Glaubens).17)

Ab Ende der 1940er-Jahre, in der Gründungsperiode der Parteien und islamischen Kulturvereine, intensivierten nigerianische Religionsgelehrte ihre Beziehungen zu islamischen Gruppierungen in anderen Ländern und bauten in Nigeria Moscheen und Schulen nach ägyptischem Vorbild auf. Die islamische Jugendorganisation und Bildungsbewegung Ansār ad-Dīn, Youth Association of Nigeria, (1963 gegründet) baute moderne Moscheen.18) Die Muslime in Nigeria erhielten dabei auch finanzielle Unterstützung aus der islamischen Welt.

Nach der Unabhängigkeit begann Ahmadu Bello (1909-1966), der damalige Ministerpräsident von Nordnigeria, die religiös-politischen Interessen der Muslime zu verteidigen. In der gleichen Zeit versuchte er die Idee einer notwendigen Einigung der Muslime zu verankern. 1962 wurde die Vereinigung zur Förderung des Islam (Gamā’at Nasr al-Islām) unter seiner Führung gegründet. Seine Reformen riefen bei den Christen Misstrauen hervor und beschleunigten den Machtkampf zwischen muslimischen und christlichen Politikern um Schlüsselpositionen in der Regierung. In letzter Konsequenz wurden im Januar 1966 Bello und der muslimische Premierminister Tafawa Balewa in Folge eines Militärputsches ermordet. Die islamische Reform war somit blockiert.

1976 gründeten die Christen die Christian Association of Nigeria als Gegengewicht zur Vereinigung der Muslime. Wegen der laufenden Strukturreform des staatlichen Rechtssystems und der eventuellen Ernennung eines Muftis (Gutachter im islamischen Recht) rückten die Muslime und die Christen weiter auseinander.

Kano ist der Schauplatz der meisten gewalttätigen religiösen Auseinandersetzungen. Die Hausa-Aristokratie, die Kolonialverwaltung und die Religionsgelehrten prägten die urbane und administrative Entwicklung dieser Stadt. Mit der kolonialen Erschließung und der zunehmenden Urbanisierung vergrößerte sich der ökonomische Spielraum der Hausa-Händler. Danach haben sie ihre kommerziellen Netzwerke auf Saudi-Arabien und Dubai erweitert. Sie repräsentieren eine konservative Unternehmerschicht und bilden seit den 1950er-Jahren Allianzen mit Parteien aus dem Norden. Sie und die traditionelle Aristokratie reagieren oft mit Zurückhaltung auf die islamische Gewalt.

Die islamische Kritik an reichen Händlern und am Staat sowie die Entstehung der fundamentalistischen Bewegungen und die religiösen Unruhen sind mit der Unzufriedenheit der restlichen muslimischen Bevölkerung eng verbunden. Sie profitiert wenig von den Einkünften aus Exportprodukten (Öl, Kakao) und ist seit den 1970er-Jahren mit den Problemen wachsender Arbeitslosigkeit und des mangelnden Zugangs zu staatlichen Dienstleistungen konfrontiert.

Die Maitatsine-Sekte, eine heterogen zusammengesetzte Gruppe von analphabetischen Hausa und Arbeitsmigranten aus Tschad, Niger und Kamerun, ist in diesem Zusammenhang entstanden.19) Der Begründer der Bewegung selbst, Malam Muhammad Marwa, stammte aus Kamerun. Die Maitatsine-Anhänger (Leute des Verfluchens) lehnten das moderne Leben ab, verfluchten den Gebrauch westlicher Konsumgüter (Autos, Uhren, Fahrräder), also die Symbole des Reichtums der Hausa-Händler, und organisierten Aufstände in ganz Nordnigeria. Ihre Protestaktionen wurden 1980 durch nigerianische Sicherheitskräfte blutig niedergeschlagen.20)

Religiös motivierte Gewalt ist nicht nur die Sache der arbeitslosen Jugend, sondern auch der Anhänger der Sufi-Bruderschaften und Studentenorganisationen wie der Muslim Students’ Society, die 1954 gegründet wurde. Auf die Schriften und die Reformbewegung von dan Fodio berufen sich radikale Intellektuelle und Studenten. Auch die Sufi-Bruderschaften waren Ziele der Attacken der jungen Fundamentalisten.

Die Vereinigung zur Errichtung der Sunna (in Hausa: Yan Izala), die 1978 gegründet wurde, war im Gegensatz zur Maitatsine-Sekte auch eine Reform- und Emanzipationsbewegung, deren Mitgliedschaft sich aus der lokalen Hausa-Bevölkerung und Arbeitern in der Verwaltung zusammensetzte. Das erklärte Ziel der Yan Izala war die Rückkehr zum „wahren Islam“. Sie lehnte die von den beiden Sufi-Bruderschaften Tijaniya und Qadiriya praktizierten Abweichungen von der prophetischen Tradition ab. Gleichzeitig trug die Yan Izala mit der Unterstützung Abubakar Gumis (1922-1992), ihres spirituellen Oberhaupts und Grand Kadi der Nordregion, zum Aufbau eines modernen islamischen Bildungssystems bei, in dem Mädchen und Frauen in ihre Schulen aufgenommen wurden.21)

Muslime in Afrika haben ihre jeweiligen Positionen in verschiedenen Kontexten entwickelt und legitimieren ihre Standpunkte auf religiös-politischen Grundlagen. „Der Islamismus als Bewegung von unten“ 22) hat eine lange Tradition in Westafrika. Darauf basiert der wachsende Einfluss von Al Qaida in Afrika, der die lokalen und regionalen Konflikte der afrikanischen islamistischen Muslime zum Teil des globalen Dschihad gegen die USA und die westlichen Demokratien macht.

 

Erste Al Qaida-Zellen in Ostafrika

Ostafrika war die Kinderstube der am 18. August 1988 in Peshawar im Haus von Osama bin Laden gegründeten salafistischen Terrororganisation Al Qaida, die 15 Gründungsmitglieder hatte und sich das Ziel setzte, innerhalb von sechs Monaten 314 Kämpfer auszubilden.23)

Al Qaida war eine kleine salafistische Terrorgruppe unter Hunderten ähnlicher islamistischer Terrorgruppen. Was sie auszeichnete, war die enge Anbindung an die saudische Untergrundopposition, die Ikhwan, die seit 1929 die saudische Dynastie bekämpfte. Ihr Führer war Osama bin Laden, dessen Persönlichkeit beim Aufstieg von Al Qaida eine entscheidende Rolle spielen sollte. Er entstammte einer der reichsten arabischen Familien, hatte eine elitäre Ausbildung erhalten, verfügte über langjährige Kampferfahrungen in Afghanistan und hatte zudem mit vielen Geheimdiensten kooperiert - dem Auslandsgeheimdienst Saudi-Arabiens, der CIA und dem ISI - und dabei sein Grundwissen über den konspirativen Aufbau einer Terrorgruppe erlernt. Zudem konnte Osama bin Laden in der Anfangsphase von Al Qaida über überdurchschnittlich hohe Geldmittel verfügen, die er einsetzte, um andere kleine salafistische Terrorgruppen zu fördern. Im September 2001 verfügte Al Qaida immerhin über etwa 30 Mio. USD.24)

Von 1991 bis zum 18. Mai 1996 war Osama bin Laden dann in Begleitung von einem Teil der Al Qaida-Mitglieder im Exil im Sudan. Manchmal traf er sich mehrmals in der Woche mit den Führern anderer Terrorgruppen und versuchte sie vergeblich zum Beitritt zu Al Qaida zu bewegen. Keine einzige islamistische Terrorgruppe schloss sich ihm an. Lediglich der Linksterrorist Carlos äußerste seine Begeisterung für Osama bin Laden.25) Damals war Khartum eine Art Mekka für Terroristen aller Couleur aus aller Welt, die mehr oder weniger von der sudanesischen Regierung geduldet wurden.

Doch von Khartum aus begann Osama bin Laden Boten in die anderen ostafrikanischen Staaten zu entsenden, die in Kenia und Somalia Kontakte zu salafistischen Gruppierungen herstellten. In Somalia übernahmen einige Al Qaida-Ausbilder die militärische Ausbildung der im Entstehen befindlichen kleinen salafistischen Gruppierungen. Es entstanden erste Zellen von Al Qaida in Ostafrika, die ersten Al Qaida-Strukturen auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Der Beitritt des Ägyptischen Islamischen Dschihad 1998

Doch es sollte noch Jahre dauern, bis die erste afrikanische Terrorgruppe Al Qaida offiziell beitrat. Dies war der Ägyptische Islamische Dschihad (EIJ), der 1980 gegründet wurde und seit 1991 unter der Führung von Ayman as-Zawahiri stand.

Der EIJ verfügte über etwa 1.000 Kämpfer im Großraum Kairo. 1991 bis 1996 hielten sich ein Großteil der Kämpfer und ihr Führer ebenfalls im Sudan auf. Seit etwa 1994 finanzierte Osama bin Laden den EIJ, der dann am 23. Februar 1998 als erste salafistische Terrorgruppe Al Qaida beitrat. Erst ab 1998 begann Al Qaida mit Aufsehen erregenden Anschlägen aktiv zu werden, erst ab 1998 begann sich Al Qaida aus dem Sumpf der kleinen islamistischen Terrorgruppen zu erheben und zur heutigen ersten globalen, nicht-staatlichen Terrororganisation heranzureifen.

Drei Führer des EIJ haben seither entscheidend die strategische Ausrichtung von Al Qaida mitgeprägt. Alle drei galten oder gelten auch als mögliche Kandidaten für die Nr. 1 von Al Qaida: Ayman as-Zawahiri, Mustafa Abu al-Yazid und Saif al-Adel, d.h. traditionell war der Einfluss der Ägypter in der strategischen und der operativen Führungsebene nach dem Einfluss der Saudis und Jemeniten besonders stark.

Ayman as-Zawahiri war seit 1998 der Stellvertreter von Osama bin Laden, also die Nr. 2 von Al Qaida. Er entwarf 2006 die neue Al Qaida-Struktur, die seit Anfang 2007 umgesetzt wurde. Es war der Übergang von der lockeren Zellenstruktur mit einer Brigade, der Brigade 055, zur ersten nicht-staatlichen globalen Terrororganisation mit Zellen in 70 Ländern auf fünf Kontinenten mit mehreren zehntausend Kämpfern (2012). 2009-2012 gab es Al Qaida-Operationen in 53 Staaten und Gebieten. Die Operative Führungsebene hat sechs Spezialorganisationen: die Frauenorganisation, die Kinderorganisation Tuyur al-Jannah, die mobile Medieneinheit As-Sahab, die Zentrale Forschungszelle „Schmutzige radioaktive IEDs“, die Cyberwar-Spezialeinheit Al-Ansar Mobile Team und nicht zuletzt die Armee von Al Qaida mit etwa 4.400 Kämpfern. Dazu kamen 14 Regionalorganisationen. Seit 2009 wurden auch erste Regionalkommandeure ernannt, wie etwa ein Regionalkommandeur für Ostafrika.

Die Struktur der globalen Terrororganisation ist das Werk von Ayman as-Zawahiri. Er nahm Osama bin Laden dessen Allmacht und reduzierte ihn zur sich in Abbottabad versteckenden Nr. 1, die zwar die strategischen Entscheidungen fällte, aber nicht mehr selbst Anschläge und Operationen plante, wie das 1988 bis 2006 üblich gewesen war.26) Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es eine derartige globale Terrorgruppe mit festen Strukturen, die nach einem Strategieplan27) operierend zentral geführt wurde. Jedoch galt Ayman as-Zawahiri nicht automatisch als Nachfolger von Osama bin Laden bei dessen Festnahme oder Tod. Der ägyptische Unfallarzt hatte nie mit der Waffe in der Hand gekämpft, er war kein ausgebildeter Imam und kann deshalb keine Fatwas erlassen, und ihm fehlten im Gegensatz zu Osama bin Laden Charisma und Redekunst. Doch bei seinen ausgedehnten Reisen vor 9/11 hatte Ayman as-Zawahiri viele der Führer der salafistischen Terrorgruppen, die nach 2006 Al Qaida beitraten, persönlich kennengelernt. So wurde mit der Einnahme der neuen Struktur ab 2007 Ayman as-Zawahiri die Klammer zwischen der Vielzahl von Mitgliedsorganisationen in aller Welt. Er war es, der mit diesen Organisationen die Beitrittsbedingungen aushandelte, der ihnen Angebote unterbreitete, der sie zu überzeugen versuchte, während Osama bin Laden in Abbottabad nicht einmal aus dem Fenster zu schauen wagte.

Bis zu seinem Tod am 21. Mai 2010 bei einem US-Drohnenangriff galt der Ägypter Mustafa Abu al-Yazid (Deckname: Sheikh Said al-Masri) als der mögliche Nachfolger von Osama bin Laden, denn er war ein Imam und auch erfahrener Kommandeur einer Regionalorganisation. Said al-Masri war bis 2001 Mitglied des Finanzkomitees und von Mai 2007 bis zum April 2009 der Führer von Al Qaida in Afghanistan/Pakistan (auch Al-Qaeda Central oder Al-Qaeda Core genannt). Er war 2009 zur Nr. 3 von Al Qaida aufgestiegen.28)

Der dritte Ägypter mit dem Potenzial zur Nr. 1 ist schließlich Saif al-Adel (Klarname: Mohammed Ibrahim Makkawi), die Nr. 3 von Al Qaida. Er ist ein früherer Oberst der ägyptischen Special Forces. Saif al-Adel hat ein weit gefächertes Netzwerk,29) was seine Stärke ist, und er ist nicht nur der Militärkommandeur von Al Qaida, sondern seit 2011 auch der wichtigste programmatische Vordenker. Er setzte gegen den Widerstand von Osama bin Laden die programmatische Öffnung von Al Qaida für alle sunnitischen und schiitischen islamistischen Gruppierungen durch. Osama bin Laden hatte bis dahin darauf bestanden, dass nur salafistische Gruppierungen Mitglied von Al Qaida werden durften. Da Salafisten aber nur etwa 0,1% aller Muslime stellen, blieb der Einfluss von Al Qaida gering. Die Terrororganisation konnte so erwartungsgemäß nicht die jugendlichen Demonstranten des Arabischen Frühlings erreichen. Das ändert sich nun.30) Vom 17. Mai 2011 bis zum 16. Juni 2011 war Saif al-Adel dann der Übergangsführer von Al Qaida.

 

Der EIJ baute auch die erste Al Qaida-Regionalorganisation in der EU auf. 1998 wurden sieben Ägypter in die EU geschickt, die dort mit dem konspirativen Aufbau von Al Qaida in Europa begannen. Unterorganisationen von Al Qaida in Europa sind etwa Al Qaida in Albanien, Al Qaida in der Ägäis und die Abu Hafs al-Masri-Brigaden in Großbritannien. Al Qaida in Europa war für die Anschläge in Madrid 2004 und in London 2005 verantwortlich.31) Bis zum heutigen Tag haben bei Al Qaida in Europa Ägypter noch Führungspositionen inne. So wurde am 19. Juli 2011 Abu Rabih al-Masri (Klarname: Muhammad Mohsen Youssef Faramawi) verhaftet, der Führer von Al Qaida in Albanien.32)

 

Nach 9/11 waren mehrere Hundert Kämpfer und Führer des EIJ in Iran festgenommen und interniert worden. Im Mai 2011 reiste deshalb Al Qaida-Führer Sheikh Attiyatallah, ein Libyer, nach Teheran, um mit dem iranischen Geheimdienst die Bedingungen für die Freilassung der Ägypter auszuhandeln. Diesen Deal hatte vermutlich Saif al-Adel eingefädelt, der über gute Beziehungen zum Geheimdienst Irans verfügt. Al Qaida bezahlte dem Geheimdienst ein Kopfgeld für die Freilassung der EIJ-Kämpfer und für die Ausstellung gefälschter Reisepässe für die Rückkehr nach Ägypten. Seit etwa Mitte 2011 baut der EIJ in Ägypten seine Zellen neu auf.33)

2012 hatte der EIJ noch zwei Unterorganisationen: 1. Al Qaida in Ägypten, eine Abspaltung von der ägyptischen islamistischen Terrorgruppe al Gamaa al Islamiyya,34) und 2. Al Qaida auf der Halbinsel Sinai, die im Frühjahr 2011 gegründet wurde. Die Al Qaida-Gruppierung soll etwa 5.000 bis 6.000 bewaffnete Anhänger haben. Ihre Hochburgen befinden sich in den Städten Rafah, Sheikh Zuweid und Al-Arish,35) die Bewaffnung stammt aus geplünderten libyschen Waffenlagern. Für 10.000 USD/Stück kaufte Al Qaida auf der Halbinsel Sinai auch tragbare Luftabwehrraketen MANPAD Strela 7 aus ehemaligen libyschen Beständen, um vom Sinai aus israelische Verkehrsflugzeuge abschießen zu können.36) Mit 14 Sprengstoffanschlägen auf die Erdgaspipeline unterbrach Al Qaida auf der Halbinsel Sinai die Erdgaslieferungen nach Israel. Im April 2012 kündigte dann Ägypten den Vertrag über die Erdgaslieferungen an Israel.37)

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der EIJ in der Folge der Revolution des Arabischen Frühlings nach Ägypten zurückgekehrt ist und seine Strukturen neu aufgebaut hat. Die Mitgliederzahl des EIJ konnte 2011/2012 auf das Sechsfache gesteigert werden. Anfang 2011 hatte der EIJ etwa 1.000 Kämpfer, im Sommer 2012 waren es möglicherweise mehr als 6.000 Kämpfer in Ägypten. Nicht eingerechnet sind die Führer und Kämpfer des EIJ in anderen Regionen, insbesondere in Afghanistan/ Pakistan.

 

Al Qaida des islamischen Maghreb

Ayman as-Zawahiri verhandelte seit 2006 mit der Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat (GSPC) in Algerien, die dann am 25. Januar 2007 Al Qaida des islamischen Maghreb (AQIM) bildete und Al Qaida beitrat.

Die Gruppe hatte damals etwa 800 Kämpfer. Salafistische Gruppierungen in Marokko, Mauretanien, Niger und Mali wurden bei der Gründung integriert und bildeten Unterorganisationen. Das Kampfgebiet von AQIM ist größer als das Gebiet der EU.

Emir Abdel-Malek Drudkal ließ in der Anfangsphase von AQIM zahlreiche Ziele in Algerien und anderen Maghreb-Staaten angreifen. Doch dann konzentrierte sich AQIM auf Geiselnahmen, bei denen bis 2012 etwa 98 Mio. EUR Lösegelder erpresst werden konnten. Mehrere Geiseln wurden bei gescheiterten Befreiungsversuchen auch getötet.

Ein von den Boko Haram Ende Januar 2012 in Kano in Nigeria entführter deutscher Ingenieur wurde an AQIM abgegeben und von den Terroristen am 31. Mai 2012 bei einem gescheiterten Befreiungsversuch durch nigerianische Sicherheitskräfte ermordet.38) Die für AQIM wertvollsten Geiseln sind derzeit fünf am 15. September 2010 bei einem Uran-Bergwerk nahe Arlit in Niger entführte französische Ingenieure. Für ihre Freilassung verlangt AQIM ein Lösegeld von 70 Mio. USD und den Abzug der französischen Truppen aus Afghanistan.39)

Seit etwa Ende 2007 boten sich AQIM zunehmend bessere Bedingungen für die Geldbeschaffung, wo seitdem eindeutig der Operationsschwerpunkt von AQIM lag. AQIM stieg zur reichsten Al Qaida-Regionalorganisation auf. Der Hintergrund war ein Strategiewechsel der Kokain-Kartelle 2005 wegen der Übersättigung des nordamerikanischen Marktes. Die Kokain-Kartelle starteten eine Offensive zur besseren Erschließung des Rauschgift-Marktes der EU. Seitdem wird das in den Herrschaftsgebieten der kolumbianischen kommunistischen Guerillaorganisation FARC produzierte Kokain über das Sinaloa-Kartell in Mexiko nach Liberia transportiert, wo es von AQIM übernommen wird, die das Kokain durch die Sahel-Sahara-Region bis nach Spanien transportiert. Der Preis von AQIM für ein Kilogramm Kokain, das in Spanien an das Sinaloa-Kartell übergeben wird, beträgt 2.000 USD.40)

Wegen der Auseinandersetzung um die Schwerpunktsetzung der Operationen kam es zu einem Machtkampf zwischen Mokhtar Belmokhtar, dem Führer von Al Qaida im Sudan, und Emir Drudkal um die Macht. Belmokhtar und dessen Anhänger verlangen eine stärkere Konzentration auf die militärischen Kampfziele, denn AQIM ist de facto seit einigen Jahren Teil des mexikanischen Sinaloa-Kokain-Kartells geworden.

In der Folge der Revolution in Libyen 2011 konnte AQIM dann beträchtliche Mengen moderner Waffen aus geplünderten libyschen Waffenlagern erwerben, darunter viele MANPADS Strela.41)

Anfang 2012 konnten in Mali bedeutende Geländegewinne durch AQIM erzielt werden. Aus Libyen zurückgekehrte Tuareg-Söldner gingen in den offenen Aufstand, der von AQIM unterstützt wird. Dadurch war die militärische Schlagkraft der Aufständischen entschieden größer als die der nur 6.000 Soldaten umfassenden Armee Malis. Am 6. April 2012 rief die säkulare Nationale Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) im Norden Malis in einem Gebiet von der doppelten Größe Deutschlands den Azawad-Staat aus. Allerdings verlor die MNLA dann den Machtkampf gegen AQIM und die Al Qaida-Unterorganisation Ansar Dine, die aus islamistischen ehemaligen Tuareg-Söldnern besteht, und musste in Gao am 26. Mai 2012 ein Versöhnungsabkommen unterzeichnen. Der Azawad-Staat soll nun ein islamistischer Staat mit der Rechtsprechung nach der Scharia werden.42)

Neben Ansar Dine wurde Ende 2011/Anfang 2012 noch die islamistische regionale Dachorganisation Bewegung für Einheit und Heiligen Krieg in Westafrika (MUJAO) durch AQIM gebildet.

Es bleibt festzustellen, dass AQIM 2012 zu einer der mächtigsten Al Qaida-Regionalorganisationen aufgestiegen ist. Die Terrorgruppe kontrolliert die größte zusammenhängende Fläche, die unter Kontrolle von Al Qaida ist. Auf Platz 2 liegen die al-Shabaab in Somalia und auf Platz 3 Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), die im Frühjahr 2012 die gesamte Provinz Abyan im südlichen Jemen erobern konnte.

Die Libysch-Islamische Kampfgruppe

Die Libysch-Islamische Kampfgruppe (LIFG) wurde 1988/89 geheim aus in Afghanistan kämpfenden Libyern gegründet und trat am 3. November 2007 Al Qaida bei.43)

Die LIFG gehörte zu den einflussreichsten Al Qaida-Regionalorganisationen, weil sie nach jenen aus Saudi-Arabien die größte Anzahl Kämpfer stellte. Die Mehrzahl dieser Kämpfer stammte von den Stämmen aus der Region Bengasi im Osten Libyens, die vom Ghadafi-Regime brutal unterdrückt worden waren. Generationen junger Männer gingen gegen Ghadafi in den Widerstand und landeten zumeist bei der LIFG, die in Afghanistan und in Libyen kämpfte. Im Juni 1996 ließ Ghadafi im berüchtigten Foltergefängnis Abu Salim in Tripolis 1.200 Gefangene massakrieren. Die Mehrzahl von ihnen waren gefangen genommene LIFG-Kämpfer.

Aus einer Demonstration der Angehörigen der 1996 in Abu Salim ermordeten Gefangenen in Bengasi Anfang Februar 2011 erwuchs die Revolution.44) Nach ihrem offenen Ausbruch setzten sich etwa 800 LIFG-Kämpfer aus der FATA in Pakistan in ihr Heimatland ab und kämpften dort in mehreren Brigaden gegen das Ghadafi-Regime. In Libyen bildete die LIFG den schlagkräftigen Kern der Rebellenstreitkräfte.

Ihr wichtigster Führer war Abdelhakim Belhadsch, der frühere Emir der LIFG in Bengasi. Er führte dann beim Sturm auf die Ghadafi-Festung Abd al-Assisija am 23. August 2011 in Tripolis die Rebellenstreitkräfte an und distanzierte sich im September 2011 öffentlich von Al Qaida.

Ein Teil der LIFG-Kämpfer legte die Waffen nieder und ging ins Zivilleben, ein anderer schloss sich den neuen Streitkräften Libyens an, die 25.000 ehemalige Rebellen aufnahmen. Ehemalige LIFG-Kämpfer, die Teil des politischen Prozesses in Libyen werden wollen, sammelten sich in den beiden in der ersten Jahreshälfte 2012 neu gegründeten Parteien Al-Ummahal-Wasat (Führer: der frühere LIFG-Imam Sami al-Sa’idi, Mitglied ist auch Idris, der Bruder von Abu Yahya al-Libi) und Al-Watan (Partei von Anhängern von Abdelhakim Belhadsch).45)

Der größere Teil der LIFG-Kämpfer folgte jedoch Abdelhakim Belhadsch in die Provinz Hatay in der Türkei, wo Belhadsch mit der Unterstützung Qatars und der Türkei Kommandeur der Jihadist Foreign Legion wurde, die etwa 2.500 Kämpfer umfasst und aus drei Brigaden besteht: der Libyschen Brigade (1.000 LIFG-Kämpfer), der Irakischen Brigade (1.000 Kämpfer aus dem Irak) und der Logistik-Brigade (500 Kämpfer aus arabischen Golfstaaten und nordafrikanischen Staaten). Die Legion wurde in direkter Konkurrenz zur säkularen Freien Armee Syriens seit dem Dezember 2011 aufgestellt und soll in Syrien gegen das Assad-Regime kämpfen.46)

Al-Shabaab bei Al Qaida

Die al-Shabaab entstanden 2004/ 2005 im Camp Al-Huda in der Bakool-Region in Somalia inmitten eines seit Jahren im Strudel des Bürgerkrieges zerfallenden Landes. Clan gegen Clan, Nomaden gegen Bauern, warlord gegen warlord - und alle (manchmal) zusammen gegen Äthiopien. Der auswärtige Todfeind ist das einzige Einende.

Die Islamisten um Sheikh Sharif Sheikh Ahmed versuchten den sicheren Untergang des Landes zu verhindern, indem sie die Union der Islamischen Gerichtshöfe bildeten, eine islamistische Vereinigung, die im Gegensatz zu allen anderen Bewegungen, Parteien und Milizen nicht auf Clan-Basis organisiert war, sondern einen nationalen Charakter hatte. Der Islam sollte das verbindende Element zwischen den vielen verfeindeten Clans sein und die Scharia Ordnung schaffen. Die stärkste Miliz der Union der Islamischen Gerichtshöfe waren die al-Shabaab.

Die Regierung Bush war nicht gut beraten, als sie den äthiopischen Einmarsch am 24. Dezember 2006 in Somalia initiierte, um Sheikh Sharif Sheikh Ahmed zu stürzen, bei dem Sympathien zu Al Qaida vermutet wurden. Der gemäßigte Islamist Sheikh Sharif Sheikh Ahmed - der heute das Rest-Somalia in Mogadischu als Übergangspräsident führt, der von AMISOM, der EU und den USA massiv unterstützt wird - wurde 2006 gestürzt. Der Stabilisierungsprozess brach ab. Erwartungsgemäß begannen sich die miteinander eifersüchtig bekämpfenden Clans und ihre Milizen um die stärkste anti-äthiopische Kraft im Untergrund zu versammeln - die al-Shabaab.

Die gut militärisch ausgebildete und motivierte Miliz nahm den Kampf gegen die äthiopischen Besatzungstruppen mit Selbstmordanschlägen und Hinterhalten auf. Seit 2008 sind die al-Shabaab in der Offensive. 2008/2009 konnte fast der gesamte Süden von der Grenze Kenias bis zur Hauptstadt Mogadischu erobert werden. Wegen persönlicher Rivalitäten, die viele Jahre zuvor begonnen hatten, konnte der Übergangspräsident Sheikh Sharif Sheikh Ahmed die al-Shabaab nicht mit in den politischen Prozess einbinden. Persönlicher Hass zwischen den Führern war die Triebkraft des Machtkampfes.

Die al-Shabaab erwiesen sich als die stärkste islamistische Miliz und konnten 2010 auch die Hizbul Islam integrieren, die zweitstärkste islamistische Miliz. Seitdem wuchs die Mannschaftsstärke der al-Shabaab auf 14.000 uniformierte Kämpfer an, wozu noch 1.200 ausländische Kämpfer kommen, darunter auch zwölf US-Bürger und Söldner. Am 1. Februar 2010 erklärten die al-Shabaab-Führer selbstbewusst ihren Beitritt zu Al Qaida.47) Im Schulterschluss mit den benachbarten Al Qaida-Regionalorganisationen AQIM und AQAP versuchten die al-Shabaab bis zum Juli/ August 2011 in der Hauptstadt Mogadischu mit einer ihrer fünf Kampfgruppen die Übergangsregierung zu stürzen. Doch AMISOM hielt tapfer dagegen und konnte die Erstürmung des Präsidentenpalastes immer wieder verhindern. Jede Offensive der al-Shabaab in Mogadischu brachte nur wenig Raum, aber hohe Verluste.

Daraufhin änderten die al-Shabaab im Sommer 2011 ihre Strategie. Sie zogen in der Nacht vom 5./6. August 2011 innerhalb von drei Stunden überraschend ihre Kampfgruppe aus Mogadischu ab, beobachtet von amerikanischen Aufklärungsdrohnen, und gingen in der Hauptstadt zur Stadtguerilla-Kriegführung mit kleinen Kampfzellen über. Jedoch von den US-Drohnen und Satelliten unbemerkt, war eine neu aufgestellte Kampfgruppe unter Führung des Emirs Sheikh Ibrahim al-Afghani in Richtung Norden marschiert, um in den Galgala-Bergen in der Region Sanaag in Somaliland eine neue Front zu eröffnen. Die al-Shabaab wollen jetzt zuerst ganz Somalia erobern und Mogadischu zuletzt erstürmen.48)

Al Qaida unterstützt den Versuch der al-Shabaab mit allen Kräften: Seit Anfang 2012 werden alle Rekruten von Al Qaida nicht mehr in den 150 Ausbildungscamps in Pakistan ausgebildet, sondern zu den al-Shabaab geschickt. Kämpfer der Boko Haram, von AQAP und AQIM kämpfen in den Reihen der al-Shabaab, die einen Al Qaida-Staat in ganz Somalia gründen wollen. Seit dem Sommer 2011 haben die al-Shabaab, die ihren Kämpfern auch einen Sold bezahlen, jedem ihrer Kämpfer als Teil des Soldes ein unbegrenztes Vergewaltigungsrecht eingeräumt. Die al-Shabaab sind seit etwa 2010 keine große Miliz mit einer Guerillakampftaktik, sondern eine gut ausgebildete, gut bewaffnete und gut marschierende Armee mit einer konventionellen Kriegstaktik. Es ist der offene Aufstand, wie auch in Mali und in der Provinz Abyan im südlichen Jemen.

Dass es den al-Shabaab bisher nicht gelang, ganz Somalia zu erobern, lag am unerwartet tüchtigen Kampf von AMISOM und dem Vorstoß der kenianischen Armee in den Süden Somalias am 16. Oktober 2011. Vom 22.-25. Mai 2012 gelang AMISOM sogar erstmals der Ausbruch aus dem belagerten Mogadischu nach Afgoye, das zurückerobert werden konnte.49)

 

Boko Haram

Die 2002 in Nigeria gegründete Boko Haram (Jama’ atu Ahlis Sunna Lidda’ awati wal-Jihad) ist eine salafistische, extrem militante Gruppierung, die auch Unterstützung von einigen muslimischen Politikern aus den nördlichen Bundesstaaten erhält. Im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Machtkampf des unterwickelten islamischen Nordens gegen den reicheren christlichen Süden des Vielvölkerstaates sind die Boko Haram der verdeckte militärische Arm des Nordens gegen den Süden. Eine Eskalation dieser Entwicklungen kann in einen Bürgerkrieg münden.

Ende Januar 2011 schrieb der Emir von AQIM, Abdel-Malek Drudkal, den Boko Haram einen offenen Brief, in dem er die Unterstützung von Al Qaida anbot.50) Die Boko Haram, die im ersten Halbjahr 2011 noch teilweise mit Pfeil und Bogen vom Motorrad aus kämpften, nahmen an. Sie schickten Kämpfer zur militärischen Ausbildung zu AQIM in die Sahel-Region und in die Ausbildungscamps der al-Shabaab nach Somalia. Außerdem erhielten sie über AQIM aus den geplünderten libyschen Waffenlagern moderne Waffen.

Am 17. Juni 2011 verübten sie den ersten Selbstmordanschlag in der Geschichte Nigerias. Ein Selbstmordattentäter der Boko Haram sprengte sich vor dem Hauptquartier der Polizei in Abuja in die Luft. Am 26. August 2011 folgte der Selbstmordanschlag mit einer Autobombe auf das regionale UNO-Hauptquartier in Abuja. 23 Menschen starben, darunter 15 UNO-Mitarbeiter.51) In der zweiten Jahreshälfte 2011 erfolgte der Beitritt zu Al Qaida.52) Die Boko Haram wurden die Al Qaida-Regionalorganisation Nr. 14.

 

Einfluss afrikanischer Al Qaida-Führer nach dem Tod von Osama bin Laden gestiegen

Nach dem Tod von Osama bin Laden hat es eine Machtverschiebung von AQAP hin zum EIJ gegeben. Bis zum Tod von Abu Yahya al-Libi am 4. Juni 2012 (?) bestand die neue strategische Führungsebene aus drei afrikanischen Al Qaida-Führern. In Afrika wächst Al Qaida 2012 erheblich stärker als in den anderen Operationsgebieten und ist in Mali und in Somalia in den offenen Aufstand übergegangen. In Libyen stand die LIFG an der Spitze der Revolution. Der EIJ ist 2011 mit iranischer Unterstützung nach Ägypten zurückgekehrt. In Nigeria konnten die Boko Haram als neues Mitglied gewonnen werden. Ansar Dine und die MUJAO wurden als neue Unterorganisationen von AQIM 2011 gegründet. In Algerien ist in absehbarer Zeit mit einem Aufstand nach dem Vorbild des Arabischen Frühlings zu rechnen, an dessen Spitze AQIM stehen könnte.

 


ANMERKUNGEN:

1) Vgl. Rüdiger Seesemann: Ahmadu Bamba und die Entstehung der Muridiya, Berlin 1993.

2) Vgl. Gerhard Endreß: Der Islam: Eine Einführung in seine Geschichte, München 1997, S.205 (3. Auflage).

3) Vgl. Ulrich Braukämper: Migration und ethnischer Wandel. Untersuchungen aus der östlichen Sudanzone, Stuttgart 1992.

4) Vgl. Murray Last: Reform in West Africa: The jihād movements of the nineteenth century. In: J. F. A. Ajayi, M.Crowder (Ed.): History of West Africa, London 1974, S.1-30.

5) Vgl. David Robinson: La guerre sainte d’al-Hajj Umar. Le Soudan occidental au milieu du XIXe siècle, Paris 1988.

6) Vgl. Donald Cruise O’Brien: Towards an „Islamic Policy“ in French West Africa, 1854-1914. In: Journal of African History, 2/1967, S.303-316.

7) Vgl. ebenda, S.314.

8) Vgl. Rüdiger Seesemann: African Islam or Islam in Africa? Evidence from Kenya. In: R. Loimeier, R. Seeseman (Ed): The Global Worlds of the Swahili. Interfaces of Islam, Identity and Space in 19th and 20th-Century East Africa, Berlin 2006, S.229-233.

9) James Coleman: Nigeria. Background to Nationalism, Berkeley/Los Angeles 1966, S.322.

10) Vgl. ebenda.

11) Vgl. Jamil Abun-Nasr: Muslime im Nationalstaat Nigeria. In: J. Abun-Nasr, (Hrsg.): Muslime in Nigeria. Religion und Gesellschaft im politischen Wandel seit den 50er-Jahren, Münster 1993, S.7.

12) Vgl. Carsten Hock: Fliegen die Seelen der Heiligen? Muslimische Reform und staatliche Autorität in der Republik Mali seit 1960, Berlin 1999, S.134-143.

13) Vgl. Roman Loimeier: Säkularer Staat und islamische Gesellschaft, Münster 2001, S.235-256.

14) Vgl. Hock, a.a.O., S.55-60.

15) Vgl. Sylvanus I Udoidem: Religion in the Political Life of Nigeria: A Survey of Religious-Related Crises since Independence. In: F.U. Okafor (Ed.): New Strategies for curbing ethnic and religious conflicts in Nigeria, Enugu 1997, S.165.

16) Vgl. Roman Loimeier: Auseinandersetzungen im islamischen Lager. In: J. Abun-Nasr (Hrsg.): Muslime in Nigeria. Religion und Gesellschaft im politischen Wandel seit den 50er-Jahren, Münster 1993, S.127-164; Roman Loimeier: Die radikale islamische Opposition in Nordnigeria. In: Afrika Spektrum, 1/1997, S.5-23.

17) Vgl. Jamil Abun-Nasr: The Tijaniyya. A Sufi Order in the Modern World, London 1965, S.146.

18) Vgl. James Coleman: Nigeria. Background to Nationalism, Berkeley/Los Angeles 1966, S.216.

19) Vgl. Loimeier: Auseinandersetzungen im islamischen Lager, a.a.O., S.149-152.

20) Vgl. Udoidem, a.a.O., S.164-167.

21) Vgl. Loimeier: Auseinandersetzungen im islamischen Lager, a.a.O., S.145-149.

22) Andreas Meyer: Der politische Auftrag des Islam. Programme und Kritik zwischen Fundamentalismus und Reformen. Originalstimmen aus der islamischen Welt, Wuppertal 1994, S.171.

23) Vgl. Peter Bergen, Paul Cruickshank: Revisiting the Early Al-Qaeda: An Updated Account of its Formative Years. In: Studies in Conflict & Terrorism, 1/2012, S.3f.

24) Vgl. Bruce Riedel: The search for Al Qaeda, Washington, D.C. 2008. (Kapitel: The Knight: Osama); Michael Scheuer: Osama bin Laden, New York 2011; Ali H. Soufan: The Black Banners. The Inside Story of 9/11 and the War against al-Qaeda, New York/London 2011.

25) Vgl. N24, 23.11.2010.

26) Vgl. Hans Krech: Al Qaeda in Autumn 2011: Facts and Figures. In: Orient. German Journal for Politics, Economics and Culture of the Middle East, IV/2011, S.6-12.

27) Vgl. Al-Qaeda State in 2016: The stages include provoking the US. In: Al-Watan (Saudi-Arabien), 6.10.2009.

28) Vgl. Guido Steinberg: Towards collective leadership. The role of Egyptians in Al-Qaeda. In: Jane’s intelligence review, 11/2009. Sonderheft: Al-Qaeda’s Senior Leadership (AQSL), S.9,11.

29) Zum Netzwerk von Saif al-Adel vgl. Hans Krech: Sind wir in einer Falle von Al Qaida? Die strategische Planung der ersten globalen nicht-staatlichen Terrororganisation. In: ÖMZ, 2/2012, S.187.

30) Vgl. Yossef Bodansky: Saif al-Adel, Al Qaida’s „Caretaker“ Leader. In: Defense & Foreign Affairs Strategic Policy, 5/2011, S.11/12.

31) Vgl. Seven Egyptians leading Al-Qa’idah in Europe. In: Al-Jarida (Kuwait), 1.12.2010; Mohammad-Mahmoud Ould Mohamedou: Understanding Al Qaeda. Changing War and Global Politics, London 2011 (2. Aufl.), S.71.

32) Vgl. Egypt arrests leader of Al-Qa’idah in Basra while coming from Jordan. In: Al-Jarida (Kuwait), 20.7.2011.

33) Vgl. Qa’idah back in Egypt under Iranian cover. In: Asharq al-Awsat, 3.11.2011.

34) Vgl. Barak Mendelsohn: Al-Qaeda’s franchising strategy. In: Survival: the IISS quarterly, 3/2011, S.34.

35) Vgl. Salafi group in Sinai establishing committees to resolve conflicts. In: Al-Masry al-Yawm, 10.8.2011.

36) Vgl. 20,000 shoulder-fired missiles smuggled to some Bedouin tribes. In: Rose al-Youssef weekly, 8.12.2011; Suspicions of Iranian funding of smuggling Libyan weapons to Sinai. In: Asharq al-Awsat, 8.5.2012.

37) Vgl. The gas or Sinai? In: An-Nahar (Libanon), 24.4.2012.

38) Vgl. Al Jazeera TV, 31.5.2012; Deutscher von Kidnappern getötet. In: Hamburger Abendblatt, 1.6.2012, S.4.

39) Vgl. Arne Perras: Die Wüste bebt. In: Süddeutsche Zeitung, 29.5.2012, S.3; Al Qaida veröffentlicht Lebenszeichen von Geiseln. In: Hamburger Abendblatt, 28.4.2011, S.6.

40) Vgl. Douglas Farah: Terrorist-Criminal Pipelines and Criminalized States. In: Prism. A Journal of the Center for Complex Operations, 3/2011, S.15, 25f.; Wolfram Lacher: Organisierte Kriminalität und Terrorismus im Sahel: Ursachen, Akteure, Handlungsmöglichkeiten, Berlin 2011. (Stiftung Wissenschaft und Politik SWP-aktuell, 1/2011).

41) Vgl. Hans Krech: The Growing Influence of Al-Qaeda on the African Continent. In: Africa Spectrum, 2/2011, S.127f.

42) Vgl. Al Jazeera TV, 27.5.2012.

43) Vgl. Michael Knights: Baby boomer: a new generation of Libyan jihadists. In: Jane’s intelligence review, 3/2008, S.22-25.

44) Vgl. Jeremy Binnie, Ezzeldeen Khalil, Scott Johnson: In the wings. Al-Qaeda and Middle East uprising. In: Jane’s intelligence review, 4/2011, S.17.

45) Vgl. Libyan Jihadis move into political action, and enter the elections. In: Al-Hayat, 3.6.2012.

46) Vgl. Yossef Bodansky: The Release of Abu-Musab al-Suri. In: Defense & Foreign Affairs Strategic Policy, 1/2012, S.13.

47) Vgl. Hans Krech: Die neue Front gegen Al Qaida am Horn von Afrika: die Al-Shabab wollen 2011 die Übergangsregierung in Somalia stürzen. In: Der Mittler-Brief. Informationsdienst zur Sicherheitspolitik, 2/2011.

48) Vgl. Salafist Terrorism Goes African. In: Defense & Foreign Affairs Strategic Policy, 6-7/2011, S.3.

49) Vgl. Al Jazeera TV, 25.5.2012; Al Jazeera TV, 1.6.2012.

50) Vgl. On Cue, IED and Insurgent Violence Follow Nigerian Elections. In: Defense & Foreign Affairs Strategic Policy, 5/2011, S.14.

51) Vgl. Sebastian Boe: Nigerian police hunt Al-Qaeda-linked suspect in UN attack. In: Jane’s intelligence review, 10/2011, S.6.

52) Vgl. „Wir müssen als Erste rein“ Der neue BND-Präsident Gerhard Schindler, 59, über bürokratische Agenten und den wachsenden Einfluss von Al Qaida in Nordafrika. In: Der Spiegel, 16/2012, S.43.