Forum zum Thema „Energielenkung, Staatliche Krisenvorsorge“

 

Das zuletzt am 17. Mai 2018 abgehaltene Forum zum Thema „Energielenkung, Staatliche Krisenvorsorge“ wurde in Form einer Vortragsreihe zu relevanten energiewirtschaftlichen Themenbereichen an der LVAk sowie an der E-Control Austria abgehalten. Sie wurde von Dr. Günther TRISCHAK organisiert, selbst Verbindungsoffizier in diesem Forum und Mitarbeiter der SALZBURG AG.

Der Auftakt des Forum I – VeO fand an der LVAk statt. Die LVAk zeichnet sich hierbei als ein langjähriger und zuverlässiger Partner aus. Der Fokus lag an diesem Vormittag bei der Energielenkung, geregelt durch das Energielenkungsgesetz 2012 – jenem rechtlichen Regelwerk, welches in Krisenfällen in Kraft tritt. Dessen Anordnungen ziehen weitreichende energiewirtschaftliche Folgen nach sich, über deren Ablauf und Auswirkungen Dr. Günther TRISCHAK referierte: Die wesentlichen Elemente der Energieversorgung sind einerseits die Kraftwerke, und andererseits das Netz zur Verteilung der elektrischen Energie. Kommt es hierbei zu Ausfällen, beispielsweise durch einschneidende Naturereignisse oder gezielte terroristische Anschläge, sind Überlastungen die unmittelbare Folge. Um das Netz vor einem Totalausfall zu schützen, werden große Energieverbraucher bzw. Konsumenten vom Netz genommen. Über das Instrument der Energielenkung kommt es solange zu einer Kontingentierung in der Energieversorgung, bis die Schäden an der Infrastruktur behoben sind und der Markt wieder in der Lage ist, eine flächendeckende Energieversorgung sicherzustellen. Weiters berichtete er über die Ergebnisse und Erfahrungen der Energielenkungsübung 2012. Mitwirkende der Übung waren BMWFJ, E-Control, Salzburger Landesregierung, APG, AGGM, Salzburg AG und Salzburg Netz GmbH.

Da ein Netzwiederaufbau nach einem Blackout am „physischem Netz“ nicht simuliert werden kann, werden solche Szenarien beim Simulatortraining „DUtrain“ in Duisburg geübt. Fast alle europäischen Energieversorgungsunternehmen nehmen an solchen Trainings teil. Dipl.-Ing. Walter SCHAFFER von der SALZBURG Netz GmbH referierte über seine Erfahrungen beim Simulatortraining in Duisburg.

Standortwechsel zu E-Control Austria. Die Anwesenheit der beiden Vorstände – Dipl.-Ing. Andreas EIGENBAUER und Dr. Wolfgang URBANTSCHITSCH – verlieh dieser Veranstaltung ein besonderes Gewicht.

Am Beginn des Nachmittags stand eine Präsentation des Aufgabenspektrums der E-Control Austria von Frau Dr. Christine MATERAZZI-WAGNER, Leiterin der Abteilung Strom auf dem Programm. Das Augenmerk lag hierbei auf der Versorgungssicherheit mit dem Fokus zur Energielenkung. Im anschließenden Vortrag von Frau Dipl.-Ing. Katharina BAUER wurden die aktuellen Erfahrungen zur Energielenkungsübung 2018 präsentiert. Das Szenario war für ganz Europa und ganz Österreich angenommen, aus Gründen der Komplexitätsreduktion wurde als aktives Übungsfeld das Bundesland Wien gewählt. Erstmals waren hier rund 60 Teilnehmer und Beobachter, darunter auch die Europäische Kommission und der ORF, beteiligt.

Über die rechtlichen Rahmenbedingungen im Energielenkungsfall, die bei einer Störung der Energieversorgung Österreichs zur Anwendung gelangen, referierte Dr. Florian HAAS. Zum Abschluss zeigte Mag. Johannes MAYER in einem Monitoringbericht den derzeitigen Stand der Versorgungssicherheit in Österreich. Demnach ist die heimische Erzeugung von elektrischem Strom stark von Wetter und Klima abhängig, so der Experte. Deutlich sprechen hier die Zahlen bei den in Österreich weit verbreiteten Wasserkraftwerken: hier schwanken die Energieausbeuten in den Wintermonaten zwischen 40% und 100%! Maßnahmen werden daher insbesondere bei der Diversifizierung der Stromerzeugung gesetzt.

Das Resümee an diesem Forumstag fiel sehr positiv aus: Brigadier Dipl.-Ing. Gernot HATZENBICHLER, MBA, Leiter der Plattform, zeigte sich sehr erfreut über die inhaltsreichen Vorträge auf sehr hohem Niveau. Ergebnis des Tages war ein vertiefter Einblick über das Regelwerk der staatlichen Energielenkung im Krisenfall. Man darf auf die weiteren in diesem Jahr stattfindenden Foren gespannt sein, sowie auf das Highlight im Jubiläumsjahr: eine geplante Audienz beim Bundespräsidenten im November 2018.