Geheime Planungen der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik in den 1980er-Jahren

Siegfried Lautsch

 

Im letzten Jahrzehnt des Kalten Krieges haben westliche Fachleute die Kampfkraft der Warschauer Vertragsorganisation (WVO), v.a. die der Nationalen Volksarmee (NVA), unterschiedlich bewertet. Einerseits wurde die Ausbildung, Gefechts- und Mobilmachungsbereitschaft anerkannt, andererseits die Kampftechnik, Bewaffnung und Ausrüstung geringschätzend wahrgenommen. Auch heute noch scheint die NVA für den interessierten Leser ein Mysterium zu sein. Ignoranz, Missverständnisse und Fehleinschätzungen bestimmen bis in die Gegenwart hinein die Meinung über die Leistungsfähigkeit der NVA im Zusammenwirken mit den sowjetischen Armeen der 1. Front. Der nachfolgende Beitrag gewährt einen Einblick in den Wandel der evidenten Kriegsplanungen der 1980er-Jahre am Beispiel der 5. Armee und verdeutlicht, was im Ost-West-Konflikt für den westlichen, aber auch den östlichen Leser verborgen geblieben ist.

 

Im Kalten Krieg standen sich NATO und WVO als zwei feindlich gesinnte Machtblöcke gegenüber, die die Welt mehr als vier Jahrzehnte lang in Atem hielten. Der Ost-West-Konflikt, der bis Ende der 1980er-Jahre mit exorbitanten Arsenalen an konventionellen und Massenvernichtungswaffen das Gleichgewicht des Schreckens garantierte, schien vorbei zu sein. Heute gibt es allerdings Befürchtungen, dass in Anbetracht der Weiterentwicklung der Streitkräfte in Ost und West, der möglichen Kombination effektiver konventioneller und Atomwaffen, militärische Konflikte erneut möglich werden können.

Trotz der offiziellen Erklärungen der NATO, dass es keine Rückkehr zum Kalten Krieg geben würde, ist ein „Comeback“ nicht ausgeschlossen. Die Dimensionen der Konfrontation zwischen NATO und Russland, freilich auch zwischen der NATO und anderen Ländern außerhalb Europas, werden sich auf qualitativ anderem Niveau entwickeln. Dennoch hilft ein Blick auf die letzte Dekade des Kalten Krieges, die weit mehr als nur ein Säbelrasseln war und in der Wahrnehmung heutiger Divergenzen zwischen NATO und Russland bisweilen der damaligen Situation ähnelt.

Die Rückbesinnung auf die Kriegsplanungen des Ostblocks im Kalten Krieg ist nicht typisch für gegenwärtige Debatten im NATO-Hauptquartier in Brüssel oder anderen Kommandobehörden der NATO-Bündnispartner. Dessen ungeachtet sind die damaligen Kriegsplanungen ernüchternd und sollten dazu beitragen, die bisweilen dramatische politische und militärische Zuspitzung der Lage vorurteilsfrei zu bewerten, und die beteiligten Protagonisten zur Übernahme besonderer Verantwortung auffordern.

Während des Ost-West-Konflikts befürchteten beide Kontrahenten von der jeweils anderen Seite angegriffen zu werden. Nach den analysierten „General Defense Plans/GDP“ mehrerer NATO-Korps, der Kenntnis der Absichten der Oberkommandierenden der 1. Front und meiner Teilnahme an der detaillierten operativen Planung der 5. Armee in den 1980er-Jahren waren diese Perzeptionen unbegründet. Freilich ist diese Einsicht diskutabel. Sie wird v.a. denjenigen schwer fallen, die sich von ihrem im Kalten Krieg gebildeten Urteil trennen sollten.

Logisch urteilend ist das Kredo der Absichten beider Machtblöcke während des Ost-West-Konflikts folgendes: Da keine wirklichen Angriffsabsichten bestanden, waren auch keine wirklichen militärischen Gegenaktionen notwendig geworden. Auch wenn sich brandgefährliche Situationen ergaben, „blieb das Pulver trocken“.

Als Offizier habe ich das Innenleben in den Streitkräften der NATO und jenes in der WVO kennengelernt. Es kommt nicht allein darauf an, wie Politiker und Militärs denken, sondern wie sie von der gegnerischen Seite wahrgenommen werden. Gelegentlich muss man auch den Mut haben, Klartext zu reden, sich auseinanderzusetzen und diejenigen zu ermutigen, die sich trauen, das, was sie denken und nach intensiver Beschäftigung mit der Thematik für richtig befunden haben, öffentlich zu erklären.

In meiner Einschätzung beabsichtige ich die Wahrnehmung damaliger politischer Prozesse in Ostdeutschland und im Ostblock aufzuzeigen sowie die Logik des sowjetischen militärischen Denkens jener Zeit aus meiner Sicht zu erläutern. Nur im Dialog, im Austausch von Meinungen und Standpunkten können wir die Position des Anderen verstehen, auch wenn man sie nicht teilt.

Meine Ausführungen schildern Ausschnitte aus den drei letzten operativen Planungen der 1. Front auf dem Territorium der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die aus den Verbänden der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und der NVA in den 1980er-Jahren gebildet werden sollte. Der Ausschnitt aus der Gesamtplanung betrifft die 5. Armee der NVA, eine der sieben Armeen der Landstreitkräfte der 1. Front, die auf dem Westlichen Kriegsschauplatz gegenüber den NATO-Streitkräften im Krieg zum Einsatz kommen sollte.

In der Nordatlantischen Allianz entsprach die „Operative Planung“ der WVO allgemein den „General Defense Plans“, die auch als Operationspläne bezeichnet wurden. Die folgende Darstellung basiert auf meiner Mitarbeit an den Ausarbeitungen der Einsatzpläne für den Kriegsfall, in der originären Funktion als Leiter der operativen Abteilung1) des Militärbezirks V2) (5. Armee) mit dem Stab in Neubrandenburg im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

 

Überlegungen zur Nachkriegsentwicklung und zu den Grundsätzen der militärischen Konzeptionen in den 1980er-Jahren

Die sowjetischen Militärdoktrinen nach dem Zweiten Weltkrieg können nicht losgelöst von den historischen Erfahrungen beurteilt werden. Sie waren sowohl eine Folge des Überfalls des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 als auch der Veränderungen auf dem Gebiet der Militär- und Sicherheitspolitik der NATO und der WVO in Europa. Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion war von Anbeginn als Vernichtungskrieg geplant. Er unterschied sich grundsätzlich von den damaligen Feldzügen gegen die Westmächte, da Vernichtung und Ausrottung als Leitmotiv für eine expansionistische Kriegführung galten.

Zudem zeigte der Krieg, dass nicht nur die Anfangsperiode, sondern auch der „Erstschlag“ des Gegners eine größere Bedeutung für den Kriegsverlauf erlangte. Das war für die Sowjetunion und für den Generalstab in Moskau eine bittere Erfahrung des Jahres 1941.3)

Das Ergebnis des Vernichtungskrieges des nationalsozialistischen Deutschlands war der zeitweilige Verlust fast des gesamten europäischen Teils der Sowjetunion. Die durch die Kampfhandlungen der deutschen Wehrmacht getöteten sowjetischen Menschen werden allgemein mit 27 Millionen angegeben, davon 14 Millionen zivile Bürger. Deutschland verlor etwa 6,5 Millionen Menschen, annähernd 1,2 Millionen waren Zivilisten. Wenn wir die Verbrechen und die Kriegsfolgen des Zweiten Weltkriegs einbeziehen, reichen die gesamten Kriegstoten weltweit bis zu 80 Millionen.4)

„So etwas darf sich niemals wiederholen!“ Das waren die Worte meines Dozenten im Fach „Geschichte der Kriegskunst“ an der Frunse-Akademie in Moskau, Oberst Dr. Zygankov, als wir die Schlacht um Stalingrad, das heutige Wolgograd, aus militärhistorischer Sicht analysiert haben. Diese Worte eines Offiziers, der selbst in Stalingrad gegen die Deutschen kämpfte und sich uns gegenüber wie ein väterlicher Freund verhielt, haben mich in meiner Arbeit und in meinem Verständnis für die Sowjetunion und für die heutige Russische Föderation geprägt.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges sah der Generalstab der Streitkräfte der UdSSR in den vom Verteidigungscharakter geleiteten sowjetischen Militärdoktrinen die Notwendigkeit vor, einen vermeintlichen Angriff des Gegners zu vereiteln und alles zu unternehmen, um nicht wieder überrascht zu werden.

Bis zum Ende des Kalten Krieges bestand das Ziel der strategischen Planungen des sowjetischen Generalstabes darin, einen Krieg mit der NATO zu verhindern. Bis etwa Mitte der 1980er-Jahre sollte im Falle einer Aggression der Gegner durch offensive Kampfhandlungen der Vereinten Streitkräfte (VSK) der WVO auf seinem Territorium vernichtend geschlagen werden.

Nach dem Verständnis der VSK handelte es sich trotz des vermeintlichen Angriffs um eine defensive Planung. Dem Potsdamer Historiker im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft (ZMSBw),5) Oliver Bange, ist daher zuzustimmen: „Die Offensivstrategie des Warschauer Paktes war aus sowjetischer Sicht eine Verteidigungsstrategie. Sie sei keineswegs in einem gesellschaftlichen Expansionsdrang des Sozialismus begründet gewesen. Eher sei die Lage anders herum: Der sowjetischen Ideologie lag die Annahme zugrunde, dass der Kapitalismus mit seinen Märkten ein aggressives System ist. Deshalb erwartete der Ostblock einen Angriff, und zwar von Westdeutschland aus - mit dem Ziel der Wiedervereinigung. Diese fand sich als erklärtes Ziel im Grundgesetz für die [Bundesrepublik Deutschland],6) was die Sowjets als offen revanchistisch werteten, […]. Bei den Ost-Militärs galt immer das Dogma, der Westen werde angreifen“.7)

Nach den Abermillionen Toten in der Sowjetunion, dem mehr als 22-Fachen der Toten verglichen mit den westlichen Alliierten, und der verbrannten Erde im Zweiten Weltkrieg beabsichtigte das sowjetische Militär, um jeden Preis zu vermeiden, dass Osteuropa erneut zum Schlachtfeld wird. Deshalb sollte der Kampf mit einem Vorstoß auf die Bundesrepublik Deutschland verlagert werden.

Die etwaigen Kampfhandlungen der VSK waren bis zum Ende des Ost-West-Konflikts für die NATO kalkulierbar, waren sie doch in den Militärdoktrinen der WVO formuliert und in Vorschriften dokumentiert sowie in der Ausbildung und bei Übungen geübt worden. Wenn auch die Meinungen in den operativen und strategischen Führungsebenen der WVO bis zur Mitte der 1980er-Jahre über den Einsatz der VSK nicht immer übereinstimmten, so waren die operativen Planungen und damit die Einsatzpläne für den Krieg nach Vorgaben des sowjetischen Generalstabes und des Oberkommandierenden der 1. Front gewissenhaft und allseitig vorbereitet worden. Das bedeutet, dass die strategischen Absichten darin bestanden, eine Verteidigung zu gewährleisten, die alle Eventualitäten eines Krieges hinlänglich einschloss, nämlich die Abwehr, den Angriff und den vernichtenden Gegenschlag.

Dabei wären bis zur Mitte der 1980er-Jahre konventionelle und nukleare Waffensysteme zum Einsatz gekommen mit dem Ziel, den Gegner entschlossen, mit hohem Tempo und in strategischer Tiefe anzugreifen, um ihn vollständig zu zerschlagen.8) Alle Nuklearziele wurden „doppelt vergeben“: einerseits als Ziel zur Bekämpfung mit Atomwaffen, andererseits mit konventionellen Waffen, sodass je nach der Lageentwicklung immer beide Optionen möglich gewesen wären.

Ab 1985 - also schon vor der neuen Militärdoktrin der WVO von 1987 - sollten die Kampfhandlungen mit begrenztem Ziel durchgeführt werden. Das Überwinden der deutsch-deutschen Grenze war nicht mehr Gegenstand dieser operativen Planung. Alle Eventualplanungen der 1. Front basierten auf der Annahme, dass die NATO den Krieg beginnen würde. Ein abenteuerlicher Präventivkrieg, also ein Angriff „aus heiterem Himmel heraus“, war nicht beabsichtigt. Er widersprach auch jeder militärischen Logik.

Die immer wieder ins Kalkül gezogene Überraschung9) hat nichts mit einer überraschenden Kriegseröffnung gemein. Sie ist ein wichtiges Prinzip des bewaffneten Kampfes sowohl der sowjetischen als auch der US-Kriegskunst,10) war aber für die Eröffnung militärischer Kampfhandlungen zwischen den Koalitionen irrelevant.

 

Aspekte der operativen Planung der 1. Front, dabei die Einsatzplanung am Beispiel der 5. Armee der NVA in den Jahren 1983, 1985 und 1988

In der gebotenen Kürze wird der Wandel im Denken über die Entwicklung der operativ-strategischen Kampfhandlungen der 1. Front auf dem westlichen Kriegsschauplatz geschildert.

 

Dazu sind zunächst einige Erklärungen dienlich. Die Front war die höchste Gliederungsform der sozialistischen Koalitionsstreitkräfte. Unter Front verstand die sowjetische Militärwissenschaft eine operativ-strategische Vereinigung von Teilstreitkräften, die mit Übergang vom Friedens- in den Kriegszustand gebildet und zur Erfüllung operativ-strategischer Aufgaben bestimmt wurde. Insofern kann die Front nach westlicher Begriffsbestimmung mit einer Armee- bzw. Heeresgruppe der NATO verglichen werden.11)

Dem Oberkommandierenden der 1. Front, einem russischen Armeegeneral,12) wären im Kriegszustand Kräfte und Mittel unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Teilstreitkraft oder Nationalität unterstellt worden. Im Kriegszustand sollte aus dem Bestand der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD),13) mit dem Hauptquartier in Wünsdorf14) bei Zossen, ca. 45 km südlich von Berlin, und aus den Verbänden der NVA der DDR die 1. Front gebildet werden.

Zum Bestand der 1. Front gehörten sechs sowjetische Armeen, darunter eine Luftarmee sowie zwei aus den ostdeutschen Streitkräften gebildete Armeen der NVA. Insgesamt verfügte die 1. Front über einen Kampfbestand von 30 Divisionen, davon 19 sowjetische und elf Divisionen der NVA sowie über eine sowjetische Artilleriedivision. Außerdem wurden der 1. Front sieben Fliegerdivisionen unterstellt, davon zwei der NVA.

Obwohl der Umfang der Streitkräfte auf dem Territorium der DDR während des Kalten Krieges variierte, kann mit der Verteidigungsplanung des Jahres 1988, nach Abschluss der Mobilmachung15) der Streitkräfte der DDR, folgender Kampfbestand angegeben werden:

Kampfbestand 1. Front

- 1.000 000 Soldaten,

- 10.000 Kampfpanzer,

- 150.000 gepanzerte Fahrzeuge,

- 216 Raketen operativ-taktischer und taktischer Bestimmung,

- 6.350 Artilleriesysteme über 100 mm,

- 850 Kampfflugzeuge,

- 900 Hubschrauber,

- 230.000 Kraftfahrzeuge,

- hinzu kamen einige Millionen Tonnen Munition.16)

 

Lassen Sie mich nun zu den geheimen Kriegsplanungen der WVO gegen die NATO kommen. Dabei handelt es sich, wie zuvor genannt, um einen Teilbereich, und zwar um den geplanten Einsatz der 5. Armee der NVA in Norddeutschland im letzten Jahrzehnt des Ost-West-Konflikts. In meiner Funktion als Leiter der operativen Abteilung im Kommando des Militärbezirks V im Frieden und als 1. Gehilfe des Befehlshabers der 5. Armee im Krieg gehörte ich zu dem vom sowjetischen Generalstab befohlenen Personenkreis, der für die reale Kriegsplanung an höchster Stelle mitverantwortlich war.17)

Im Weiteren konzentriere ich mich ausschließlich auf die 1980er-Jahre, weil sich in diesem Jahrzehnt ein grundlegender Wandel im operativ-strategischen Denken des sowjetischen Generalstabes und in den Stäben der Mitgliedstaaten der WVO vollzogen hat, der in der NATO offensichtlich bis heute nicht wahrgenommen wurde.

 

Bis Anfang der 1980er-Jahre gingen die Kriegsplanungen der WVO davon aus, dass einer angenommenen Aggression der NATO mit einer offensiven militärischen Strategie begegnet werden müsse. Dabei war beabsichtigt, möglichst schnell die militärische Initiative durch Angriffsoperationen der Armeen der 1. Front zu ergreifen, durch die der vermeintliche Aggressor auf seinem Territorium vernichtend geschlagen werden sollte.

Die Androhung einer „vernichtenden Abfuhr“ durch die Streitkräfte der WVO wurde im Westen als aggressive Absicht wahrgenommen und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen beantwortet. Dazu gehörten in den 1980er-Jahren u.a. die militärischen Konzeptionen AirLand Battle (ALB) aus dem Jahr 198218) und Follow on Forces Attack (FOFA) von 1984.19)

Lassen Sie mich nun an den drei operativen Szenarien der operativen Planungen der 1980er-Jahre die Veränderungen im operativ-strategischen Denken der WVO erläutern.

 

Zum Einsatz der 5. Armee im Rahmen der operativen Planung im Jahre 1983

Zum Beginn der 1983er-Planung mussten sich die mit der Planung beauftragten Generäle und Offiziere, dazu gehörten die Befehlshaber, Chefs der Stäbe und die Leiter der Operativen Abteilungen der beiden NVA-Armeen im Norden und im Süden der 1. Front, zur absoluten Verschwiegenheit gegenüber jedermann schriftlich verpflichten.

Die Planung verlief unter dem Status „Geheime Kommandosache“, das war der höchste Geheimhaltungsgrad im Ostblock und damit ein Staatsgeheimnis. Sogar Ausbildungs- und Übungsvorhaben mussten so geplant werden, dass Übereinstimmungen mit authentischen Planungen ausgeschlossen werden konnten. Das bedeutete, dass Übungen zwar dem Wesen des militärischen Denkens entsprachen, aber mit den tatsächlichen Planungen nicht übereinstimmten.

Zeitgeschichtlich eingeordnet erfolgte diese Planung in der Phase der Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Europa. Außerdem gab die U.S. Army am 20. August 1982 eine neue Heeresdienstvorschrift (FM 100-5) heraus. Hier wurde im Kapitel 2 die grundlegende Einsatzkonzeption des Heeres „AirLand Battle“ genannt, die eine dreidimensionale Kriegführung20) einschloss.

Ronald Reagan ordnete am 23. März 1983 offiziell die Strategische Verteidigungsinitiative (Strategic Defense Initiative/SDI) zum Aufbau eines Abwehrschirms gegen die sowjetischen Interkontinentalraketen an und forderte als amerikanischer Präsident Unnachgiebigkeit gegenüber der Sowjetunion, die er das „Reich des Bösen“ nannte. Zudem erlebten die Streitkräfte der NATO einen Modernisierungsschub, der einen Verzicht auf taktische Nuklearwaffen in greifbare Nähe rücken ließ.

Neue Artillerie- und Minenverlegesysteme LARS 1 und 2 (Leichte Artillerieraketensysteme), Panzerabwehrmittel (Milan, TOW, HOT), Panzer und Schützenpanzer (Leopard 2, Marder), Flugzeuge (F-4F Phantom und Tornado) sowie andere moderne Systeme wurden in die NATO-Streitkräfte eingeführt. Mit über 5.000 Kampfpanzern, 2.000 Schützenpanzern und rund 1.000 Artilleriesystemen war das westdeutsche Heer der Eckpfeiler der NATO-Vorneverteidigung in Mitteleuropa.21) Die Bundesrepublik Deutschland stellte 50% der NATO-Landstreitkräfte, dazu 50% der bodengebundenen Luftverteidigung, 30% der Kampfflugzeuge und den Hauptteil der westlichen Verteidigungskräfte in der Ostsee.22)

Die Gliederung der Streitkräfte, die Struktur, Bewaffnung und Ausrüstung der alliierten Korps, v.a. aber die „Atomic Strike Plans“ der alliierten Luftflotten, ließen eine offensive Kriegführung der NATO erwarten. Mit anderen Worten, die Planungen des Pentagons für den Atomkrieg (SIOP-5) aus dem Jahr 1982 enthielten mehr als 40.000 Nuklearziele23) bis weit in das Territorium der Sowjetunion hinein. Berechnungsgrundlage dafür war, dass für Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern ein Atomsprengkopf bereitgestellt wurde, folglich für Moskau eine Vielzahl.

 

Idee des Befehlshabers der 5. Armee der NVA für die Angriffsoperation aus dem Jahr 1983

Die WVO sah in der verstärkten Aufrüstung des Westens eine massive Bedrohung, auf die reagiert werden musste. Die Streitkräfte der WVO waren entsprechend der 1983er-Planung bereit, die Schläge des Gegners abzuwehren, vernichtende Gegenschläge zu führen und mit sofort folgenden Kampfhandlungen den Gegner auf seinem Territorium zu zerschlagen. Die offensive und defensive Planung der 1. Front basierte bis zur Mitte der 1980er-Jahre auf dieser strategischen Idee des Generalstabes der UdSSR und entsprach damit der zu diesem Zeitpunkt gültigen sowjetischen Militärdoktrin.

Demgemäß wurde die strategische Verteidigung so geplant, dass aus den gleichen Räumen im Verteidigungsstreifen der Armeen sowohl die Verteidigungs- als auch die Angriffsoperation durchführbar gewesen wäre. Bei Vorliegen zuverlässiger Erkenntnisse über tatsächliche Angriffsabsichten des Gegners, also in der Erwartung eines ohnehin unvermeidlichen Krieges, hielten die Planer auch präventive Offensivhandlungen für möglich.

Zielsetzung dieser „Zwei-Varianten-Planung“ war es, die Absichten des Gegners zu vereiteln, die Initiative zu erringen und die Kampfhandlungen schnell auf sein Territorium zu verlegen, um eigene Verluste an Kräften und Mitteln sowie Schäden zu begrenzen. Die Angriffsoperation hatte zum Ziel, durch starke Schläge die Gefechtsordnung des I. Niederländischen Korps aufzubrechen und nach Teilen zu zerschlagen, durch ständige Bekämpfung seiner Gruppierungen durch Feuer und Bewegungen (Manöver) der Truppen Niedersachsen einzunehmen und den Rhein zu erreichen. Mit dieser Option sollte der Nachschub aus Westeuropa, den USA und Kanada unterbrochen und damit günstige Voraussetzungen für die südlich der 5. Armee handelnden Hauptkräfte der 1. Front geschaffen werden. Bemerkenswert ist, dass seitens des sowjetischen Generalstabes und des Oberkommandierenden der 1. Front das direkte Zusammentreffen von ostdeutschen und westdeutschen Truppen zumindest zu Beginn des Krieges vermieden werden sollte.

Ziel der Angriffsoperation war

- die Vernichtung von Vorrangzielen, so genannter erstrangiger Objekte,24)

- das schnelle Überwinden (Forcieren)25) von Wasserhindernissen unter Einsatz von Luftlandungen,

- der Durchbruch der gegnerischen Verteidigung,

- das aufeinanderfolgende Bekämpfen seiner Truppen durch Feuer zu Lande und aus der Luft,

- der entschlossene Angriff der Verbände und Truppenteile im Zusammenwirken mit taktischen Luftlandungen und operativen Luftsturmtruppen in den befohlenen Streifen sowie

- die Einnahme der festgelegten Abschnitte und Räume.

Das Wesen der Angriffsoperation bestand darin,

- die gegnerische Verteidigung in ihrer gesamten Tiefe gleichzeitig durch das Feuer aller Waffen niederzuhalten,

- die taktische und operative Zone in ausgewählten Richtungen mit starken Stoßgruppierungen zu durchbrechen und

- den Erfolg mit Panzer- und motorisierten Verbänden im Zusammenwirken mit Luftlandungen, im Rücken des Gegners eingesetzt, zügig zu nutzen.

In der Angriffsoperation hatte die 5. Armee außerdem den Auftrag, die Einführung der 1. Polnischen Armee26) in die Jütländische Operationsrichtung zu gewährleisten. Im Rahmen der Gesamtoperation verfolgte die 5. Armee die Aufgabe, an der rechten Flanke der 1. Front einen Nebenstoß zum Flankenschutz der im Schwerpunkt eingesetzten sowjetischen 2. und 3. Armee zu führen. Als Angriffsziel der 5. Armee war ihr die Einnahme des Raumes Nordhorn - nördlich Bocholt und Steinfurt an der deutsch-niederländischen Grenze innerhalb von fünf bis sieben Tagen befohlen. Der vorgegebene Angriffstreifen der Armee war durchschnittlich 55 km breit und bis zu 350 km tief.

Als vermutlicher Gegner konzentrierten sich im Verteidigungsstreifen der 5. Armee das deutsch-dänische Jütländische Armeekorps (Jütl. AK) und das I. Niederländische Armeekorps I. AK (NL),27) einschließlich der Reservedivisionen im Bestand von bis zu sieben Divisionen und zwei Infanteriebrigaden mit zehn operativ-taktischen Raketen, 1.500 Panzern und 1.460 Artilleriesystemen und Granatwerfern.28) Dem standen auf Seite der 5. Armee vier Mot.-Schützendivisionen und eine Panzerdivision mit insgesamt 32 operativ/taktischen Raketen, 1.893 Panzern und 1.873 Artilleriesystemen und Granatwerfern gegenüber. Das Kräfteverhältnis entsprach bei operativen und taktischen Raketen 3,2:1, Panzern 1,3:1 und Artilleriesystemen ebenfalls 1,3:1 zugunsten der 5. Armee. Diese Zahlen machen deutlich, dass das Kräfteverhältnis - mit Ausnahme der Raketentruppen - für die Angriffsoperation der 5. Armee ungünstig war und der Erfolg der Kampfhandlungen nur durch ein enges Zusammenwirken mit den Armeen der 1. Front möglich gewesen wäre.

 

Die 5. Armee in der Verteidigungsoperation 1983 und 1985

Während die operative Planung für die 5. Armee 1983 noch unter dem Primat des Angriffs stand, zeigt jene von 1985 bereits ein anderes Bild.

Wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Stagnation im Ostblock seit Anfang der 1980er-Jahre nahm innerhalb der politischen Führung der Sowjetunion die Einsicht in die Notwendigkeit eines Kurswechsels zu. Gleichsam hatten die sowjetischen Militärs begriffen, dass wechselseitige Angriffsdrohungen die Gefahr eines alles vernichtenden Kernwaffenkrieges provozieren würden und ein Krieg in Zentraleuropa schlechthin nicht mehr führbar war.

1985 leitete der neue Generalsekretär des Politbüros, Michail Gorbatschow, ein Reformprogramm ein, das er Perestrojka (Wende in Wirtschaft und Verwaltung) und Glasnost (Offenheit und Transparenz nach innen und außen) nannte. In der Außenpolitik bestand der Kurswechsel darin, das Haushaltsdefizit der Sowjetunion durch eine strikte beiderseitige Abrüstung der Militärkoalitionen zu korrigieren.

Anzumerken ist, dass die Veränderung im operativ-strategischen Denken von 1985 noch nichts mit dem Beginn der Gorbatschow-Ära29) zu tun hatte. Als die Planung Anfang 1985 begann, war Gorbatschow noch nicht im Amt. Die neuartige Verteidigungsplanung des sowjetischen Generalstabes basierte augenscheinlich auf der Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen Problematik im eigenen Machtbereich, aber auch auf den Ergebnissen des Krieges in Afghanistan, der erhebliche Kräfte und Mittel kostete.30)

Das hatte zur Folge, dass die Sowjetunion nicht in der Lage gewesen wäre, einen weiteren Krieg in Europa erfolgreich führen zu können. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass der SED-Generalsekretär Erich Honecker seinen Einfluss geltend machte und von den sowjetischen Generälen forderte, die DDR unmittelbar an der Grenze zu verteidigen, um das eigene Territorium in einem Krieg nicht völlig preiszugeben.31) Aus diesen Gründen wurde, im Gegensatz zur vorherigen Planung, die Masse der Truppen in die Nähe der westlichen Staatsgrenze vorverlegt.

Das Ziel der 5. Armee war nun nicht mehr der sofortige weitreichende Gegenangriff auf das Territorium der Bundesrepublik Deutschland, sondern nach erfolgreicher Abwehr in einer Grenzschlacht die Wiederherstellung des „Status quo ante“ an der innerdeutschen Grenze. Die geplante Verteidigungsoperation hatte allgemein zum Ziel, die Schläge des Gegners abzuwehren, ihm bedeutende Verluste zuzufügen, wichtige Räume und Abschnitte des Territoriums zu halten und günstige Bedingungen für den Übergang zum entschlossenen Gegenschlag bis zur Westgrenze der DDR zu schaffen.

Wesentlicher Inhalt der Verteidigungsoperation war die Vernichtung erstrangiger Objekte, die Führung massierter Raketen- und Artillerieschläge sowie Schläge aus der Luft, die frühzeitige Vorbereitung eines umfangreichen Sperrsystems, konzentrierte Gegenangriffe und Gegenschläge sowie die Abwehr von Luft- und Seelandetruppen.

 

Die 5. Armee in der Verteidigungsoperation 1988

Ab Mitte der 1980er-Jahre konnte die Spirale der Drohungen durch politisches Handeln unterbrochen werden. Politische Verantwortung und diplomatische Mittel standen nunmehr im Vordergrund. Dazu gehörte u.a. das Genfer Gipfeltreffen vom 19. bis 21. November 1985 zwischen US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Generalsekretär Michail S. Gorbatschow, das eine Phase der Verständigung und des Ausgleichs einleitete.

Erster Höhepunkt war die Unterzeichnung des Vertrags über die Beseitigung der Mittelstreckenraketen, auch als INF-Vertrag vom 18. Dezember 1987 bezeichnet,32) gefolgt vom KSE-Vertrag in Wien vom 19. November 1990. Michail S. Gorbatschow verkündete am 7. Dezember 1988 auf der 43. UNO-Vollversammlung in New York eine einseitige Abrüstungsinitiative mit den Worten: „Die Sowjetunion hat den Beschluss gefasst, ihre Streitkräfte zu reduzieren. In den nächsten zwei Jahren wird sich die zahlenmäßige Stärke um 500.000 Mann verringern, auch der Umfang der konventionellen Waffen wird wesentlich reduziert.“ Damit war u.a. beabsichtigt, die Anzahl der sowjetischen Panzer in Osteuropa um 5.000 zu verringern.33)

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Selbstverpflichtung der DDR-Regierung Anfang 1989 zur unilateralen Reduzierung ihrer Streitkräfte um 600 Panzer und 500 Flugzeuge.34) Das entsprach ganz der neuen Militärdoktrin der WVO, die im Mai 1987 vom Politisch Beratenden Ausschuss der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages in Berlin beschlossen wurde.35) Entsprechend den Empfehlungen des sowjetischen Generalstabes und des Oberkommandierenden der VSK der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages und auf der Grundlage der Militärdoktrin vom Mai 1987 wurde die operative Planung der 1. Front unter Beteiligung der NVA im Jahre 1988 letztmalig geändert.36)

Das östliche Bündnis reduzierte spätestens seit 1988 seine Angriffsfähigkeit und verfolgte damit das Ziel, im Falle eines militärischen Konflikts im Rahmen einer Verteidigungsoperation lediglich den „Status quo ante“ zu erreichen.

Die 5. Armee der NVA hatte nunmehr eine standhafte und aktive Verteidigung, angelehnt an ein dichtes, tief gestaffeltes Stellungssystem, zu gewährleisten, den Angriff abzuwehren und die gegnerische Gruppierung zu zerschlagen. Damit sollte auch den Befürchtungen der NATO über eine aggressive Militärkonzeption des Warschauer Vertrages entgegengetreten werden.

Waren in der Planung von 1985 noch vier Divisionen in der 1. Staffel der 5. Armee eingesetzt, so kamen in der Planung 1988 im etwa gleichen Streifen nur noch drei Divisionen zum Einsatz. Eine Division aus dem Bestand der 5. Armee, namentlich die 19. Mot.-Schützendivision, wurde der sowjetischen 2. Garde-Panzerarmee mit Stab in Fürstenberg a. d. H., somit dem linken Nachbarn der 5. Armee unterstellt, eben weil die Reduzierung der sowjetischen Truppen auf dem Territorium der DDR bereits gemäß der veränderten Planung umgesetzt wurde.

Die letzte operative Planung des Jahres 1988 verdeutlicht exemplarisch die sicherheitspolitischen Veränderungen im sowjetischen operativ-strategischen Denken. Sie ist ein Zeichen der Abkehr von einer offensiven hin zu einer defensiven Operationsführung und ein Argument für die grundsätzliche Bereitschaft der Sowjetunion, ihre Streitkräfte auf dem Territorium der DDR drastisch zu reduzieren. Die Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages haben nach einer jahrzehntelangen Konfrontation mit ihrer letzten gemeinsamen Militärdoktrin den Ansatz für eine Idee zu einem umfassenden europäischen Sicherheitssystem entwickelt.

Ein grundlegender Ausgangspunkt war die Tatsache, dass ein Krieg jeglicher Art und Intensität in Europa sinnlos geworden war, weil er die Lebensfähigkeit moderner Industriestaaten zerstört. Das galt für den Angriffs- und den Verteidigungskrieg. Hieraus folgte das Faktum, dass es objektiv auf keiner Seite ein wirkliches Interesse am Krieg geben konnte.37) Die Absichten des Ostblocks waren aber nicht in die Tat umzusetzen, weil die Fakten im Westen mit massiver Skepsis betrachtet wurden und deshalb unberücksichtigt blieben.

Zum Ende des Kalten Krieges reichten die Fähigkeiten der Streitkräfte der NATO und WVO zur Führung von Kampfhandlungen mit und ohne Kernwaffen, aber auch die Reichweiten und die Zerstörungskraft der Waffensysteme aus, um den Gegner in der taktischen, operativen und strategischen Tiefe zu vernichten. Deshalb war es nicht mehr kriegsentscheidend, offensive oder defensive Kampfhandlungen durchzuführen. Auch wenn beide Seiten die strategische Verteidigung eingenommen und kein Soldat die deutsch-deutsche Grenze überschritten hätte, wäre Europa vollständig vernichtet worden, wobei keine Seite einen „Sieg“ errungen hätte.

 

Überlegungen zur Kernwaffenplanung

Bis Anfang der 1980er-Jahre war der sowjetische Generalstab noch von einem massierten Kernwaffenschlag als sofortiger Antwort auf einen Angriff der NATO ausgegangen. Angesichts der wachsenden Einsicht, dass die europäische Zivilisation bei einem solchen Einsatz nicht überleben würde, und der Erklärung der neuen Militärdoktrin der WVO vom Mai 1987 gab es in der Planung von 1988 - im Unterschied zu den Planungen der NATO - keine Überlegungen mehr für einen Ersteinsatz von Kernwaffen.

 

Bei der NATO-Stabsübung „Wintex-Cimex 89“ vom 24. Februar bis 9. März 1989 wurde als „Verfahrensübung“ zumindest theoretisch der „Ersteinsatz“ von Atomwaffen vom 6. bis 7. März 1989 und der Folgeeinsatz vom 8. bis 9. März durchgeführt. Zu Beginn „first use“ erfolgten 49 Kernwaffenschläge gegen Ziele auf dem Territorium der WVO, davon acht Schläge auf die DDR, gefolgt von „follow-on use“ mit 80 weiteren Kernwaffenschlägen. Damit zerstörte die NATO alles, was eigentlich verteidigt werden sollte.38) Aufgrund der politischen Entwicklung erteilte Bundeskanzler Helmut Kohl noch in der Nacht vor diesem Szenario die Weisung, die bundesdeutschen Teilnehmer aus der Übung herauszulösen.

Das hinderte den US-dominierten Leitungsstab aber nicht, das Szenario bis zum „bitteren Ende durchzuspielen“.

 

Schlussbetrachtung

Die NVA war integrierter Bestandteil der Militärorganisation des Warschauer Vertrages und trug zur Aufrechterhaltung der Verteidigungsbereitschaft im Bündnis nach dem Prinzip minimaler Hinlänglichkeit im Verteidigungsbündnis bei. Die Erziehung, Ausbildung, die Bewaffnung, Ausrüstung, Struktur, Gliederung und die Sicherstellung (Logistik) der Teilstreitkräfte der NVA sowie die Festlegung ihrer Führungs- und Einsatzgrundsätze erfolgten auf der Grundlage und in Übereinstimmung mit sowjetischen militärischen Bestimmungen.

Die zentralisierte strategische Führung des Oberkommandos der 1. Front gewährleistete die zeitgerechte Heranführung und Entfaltung der Armeen der 1. Front an die deutsch-deutsche Grenze gemäß den Plänen der Obersten Führung in Moskau. Die zusammengefassten gleichzeitigen Anstrengungen der der 1. Front unterstellten Armeen schafften günstige Voraussetzungen für strategische und operative Zielsetzungen. Die Vorteile der abgestimmten Vorgehensweise bestanden darin, dass aufgrund der Ausdehnung des Operationsgebietes, des engen Zusammenwirkens der Teilstreitkräfte, des Einsatzes der Raketentruppen und Artillerie, der Fliegerkräfte sowie der Waffengattungen und Dienste eine enge Koordinierung der Kampfhandlungen nach Ziel, Raum und Zeit sichergestellt werden konnte.

Angesichts meiner Erfahrungen als Leiter der operativen Abteilung im Kommando des Militärbezirks V und auch als Leiter der Unterabteilung Ausbildung im Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV), in der Kriegsstruktur eingesetzt in der operativen Gruppe des MfNV zum Oberkommando der 1. Front, komme ich zu der Einschätzung, dass die sowjetische Führungsstruktur sowohl ein abgestimmtes System der operativen Planung gewährleistete als auch die Vorbereitung und Durchführung von Kampfhandlungen sowie die Durchsetzung der Kriegsziele durch eine zentralisierte Führung vom Generalstab bis hinunter zu den operativen Verbänden sicherstellte.

Mit der Erklärung der WVO in der Militärdoktrin von 1987, niemals und unter keinen Umständen militärische Handlungen gegen einen beliebigen Staat oder ein Staatenbündnis zu unternehmen und auch niemals als erste Kernwaffen einzusetzen, wurde zwar das System der gegenseitigen Nuklearabschreckung nicht aufgehoben, aber die Gefahr einer schnellen nuklearen Eskalation in Zentraleuropa verringert.

Offensichtlich hatten die sowjetischen Militärs, im Gegensatz zu den Strategen in der NATO, das Wagnis der bisherigen Nuklearplanung erkannt und mit ihrer letzten Militärdoktrin auf jeden Ersteinsatz von Kernwaffen verzichten wollen. Das Ende des Ost-West-Konflikts fand seinen Ausdruck in der Charta von Paris, anlässlich des KSZE-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs und der Erklärung für ein Freies Europa, der Anerkennung der Demokratie als einzige Regierungsform und der Verpflichtung, auf die Androhung und Anwendung von Gewalt zu verzichten. Auf dieser Gipfelkonferenz am 21. November 1990 in Paris erklärten die Staats- und Regierungschefs von 32 europäischen Ländern, der USA und Kanadas die Spaltung Europas für beendet. Diese Charta dokumentiert das Ende der Konfrontation der Nachkriegszeit und der Teilung Europas. Das war zumindest die erklärte Absicht.


ANMERKUNGEN:

1) Der Leiter Operativ (LOp) war im Frieden Vorgesetzter der operativen Abteilung im Stab des Kommandos eines Militärbezirks. Die Abteilung verfügte über drei Unterabteilungen: 1. Operativ-taktische Ausbildung, 2. Gefechtsbereitschaft, 3. Richtungsgruppe. Grundsätzlich befasste sich die Abteilung mit der Planung, Organisation und Durchführung der operativen und taktischen Ausbildung im Kommando und in den Divisionen. Sie war verantwortlich für die Gefechtsbereitschaft und militärwissenschaftliche Arbeit, erarbeitete Pläne, Befehle, Anordnungen etc. im Auftrag des Chefs des Militärbezirks und des Chefs des Stabes. Außerdem war der LOp als 1. Gehilfe des Chefs des Militärbezirks, gemeinsam mit dem Chef des Stabes, für die operative Planung, die tatsächliche Einsatzplanung der Armee für den Krieg, verantwortlich. Im Kriegszustand erfüllte der LOp seine originären Aufgaben im Stab einer Armee. Die vorgenannten Unterabteilungen übernahmen kriegsbezogene Aufgabenbereiche als Planungs-, Informations- und Richtungsgruppe. In der Bundeswehr ist die Dienststellung des LOp mit dem G3 und dem Führungsgrundgebiet Planung, Befehlsgebung und Führung vergleichbar.

2) Die Einteilung des Territoriums in Ostdeutschland erfolgte in den Militärbezirk III (Leipzig) im Süden und V (Neubrandenburg) im Norden der DDR. Sie übernahmen im Frieden die koordinierte Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen der Landesverteidigung. Die Militärbezirke waren militär-administrative territoriale Vereinigungen von Verbänden, Truppenteilen, Einheiten und militärischen Einrichtungen verschiedener Waffengattungen und Dienste, die im Frieden dem Kommando der Landstreitkräfte der NVA unterstellt waren. Mit dem Übergang vom Friedens- in den Kriegszustand wären beide Militärbezirke zu zwei Armeen mit insgesamt elf Divisionen aufgestockt und dem Oberkommando der 1. Front unterstellt worden.

3) Vgl. Tarassenko Juri, Brief an den Autor vom 7.10.2012 (als Geleitwort verwendet). In: Siegfried Lautsch, Kriegsschauplatz Deutschland, Erfahrungen und Erkenntnisse eines NVA-Offiziers, Potsdam 2013, S.VII.

4) Kriegstote: USA 407.316, Großbritannien 332.825, Frankreich 520.00: Insgesamt etwa 1.2 Millionen Kriegstote der westlichen Alliierten. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegstote_des_Zweiten_Weltkrieges (abgerufen am 6.7.2015).

5) 3. Weltkrieg, Tag 5: Einmarsch in Osnabrück, 29.8.2013, http://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/12694/3-weltkrieg-tag-5-einmarsch-in-osnabruck (abgerufen am 19.9.2014).

6) Das gesamte deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden. Präambel zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, vom 23. Mai 1949.

7) Oliver Bange: Interview anlässlich der Publikation des Buches des Autors „Kriegsschauplatz Deutschland, Erfahrungen und Erkenntnisse eines NVA-Offiziers“. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 29.8.2013, http://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/12694/3-weltkrieg-tag-5-einmarsch-in-osnabruck (abgerufen am 19.9.2014).

8) DV 046/0/001, Gefechtsvorschrift der Landstreitkräfte, Berlin (Ost) 1983, S.13.

9) DV 046/0/001, Gefechtsvorschrift der Landstreitkräfte, Berlin (Ost) 1983, S.22. Resnitschenko Wassilij G., Taktik, Berlin (Ost) 1988, S.58.

10) Field Manual No. 100-5 (FM 100-5), Appendix A, Principles of War, Headquarters, Department of the Army, Washington, D.C., 5 May 1986, P. 173-177.

11) Sowjetische Militärenzyklopädie, Auswahl, H. 23, Berlin (Ost) 1983, S.91-93.

12) Michail M. Saizew 26.11.80-6.7.85; Pjotr G. Luschew 7.7.85-11.7.86; Waleri A. Belikow 12.7.86-12.11.87; Boris W. Snetkow 26.11.87-13.12.90 (Abschluss der 3. Planung 31.10.88); Matwei P. Burlakow 13.12.90-31.8.94.

13) In der NATO in der Regel als Gruppe der Sowjetischen Truppen in Deutschland (GSTD) bezeichnet.

14) Wünsdorf, Ortsteil der Stadt Zossen im Landkreis Teltow-Fläming. Von 1935 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres (OKH), ab 1938 Oberkommando der Wehrmacht (OKW).

15) Für die Landstreitkräfte der NVA war im Kriegsfall die Aufstellung von „Mobilmachungsdivisionen“ geplant. Es war beabsichtigt, nach 48 Stunden die Mobilmachungsdivisionen in den beiden Militärbezirken III und V (3. und 5. Armee) aufzustellen. Sie wären als Mot.-Schützendivisionen strukturiert worden. Basis für die Formierung der Mobilmachungsdivisionen waren „Ausbildungszentren“ (AZ) und die zugeordneten Komplexlager. Die AZ dienten im Frieden der Ausbildung von Unteroffizieren und Reservisten. Sie waren bereits im Frieden als Mot.-Schützendivision konzipiert. Der Kommandeur des Ausbildungszentrums war zugleich Divisionskommandeur, die Leiter der Fachrichtungen Regimentskommandeure. In den Komplexlagern waren die Fahrzeuge, die Waffen und Ausrüstung der jeweiligen Mobilmachungsdivisionen eingelagert. Die 19. und 20. Mot.-Schützendivision (AZ-19 und AZ-20) der 5. Armee waren zu 100% mit Kampftechnik ausgestattet.

16) Siegfried Lautsch: Gesamtplan der Überführung der NVA und den Grenztruppen der DDR vom Friedens- in den Kriegszustand, Berlin 19.3.1990. Vgl. auch http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?GSSD.

17) Für die operativen Planungen der Armeen der WVO waren wegen der besonderen Geheimhaltung vom Generalstab in Moskau nur drei Personen festgelegt worden. Dazu gehörten der Chef des Militärbezirks (Befehlshaber der Armee), der Chef des Stabes und der Leiter der operativen Abteilung.

18) Die ALB-Doktrin war ein Verfahren zum Einsatz von Streitkräften auf taktischer, operativer und strategischer Ebene. Sie basiert darauf, die Initiative zu erringen oder zu behalten und sie zur Auftragserfüllung aggressiv auszuüben. „Ziel aller Operationen ist es, dem Feind unseren Willen aufzuzwingen, um unsere Zielsetzung zu erreichen. Wie müssen also den Feind durch einen kräftigen Schlag aus unerwarteter Richtung aus dem Gleichgewicht bringen und dann unverzüglich zur Verfolgung ansetzen, um zu verhindern, dass sich die feindlichen Truppen erholen und neu formieren können, wir müssen die Operationen energisch weiterführen, um die Ziele der übergeordneten Führungsebene zu erreichen.“ Vgl. FM 100-5 (US-Heeresdienstvorschrift), Hrsg. Headquarters, Department of Army, Washington, D.C., Ausgabe 1986, Kapitel 2, S.14-26.

19) FOFA militärisches Konzept der NATO, das ermöglichen sollte, die feindlichen Folgekräfte des Warschauer Paktes im Verteidigungsfall bereits in der Tiefe des Raumes bekämpfen zu können.

20) Unter dreidimensionalen Gefechtshandlungen werden gemeinsame Anstrengungen aller Truppengattungen (Waffengattungen) der Landstreitkräfte und Gattungen der Luftstreitkräfte zur Bekämpfung des Gegners mit Feuer bzw. Kernwaffen und der Bewegungen (des Manövrierens) in die Tiefe seiner Gefechtsordnung verstanden. Ziel dabei ist es, den Raum der Gefechtshandlungen zu isolieren, die gegnerischen Staffeln und die Reserve zu desorganisieren und zu vernichten sowie den taktischen und operativen Erfolg zu erringen. Neben den frontal handelnden Verbänden und Truppenteilen werden bei diesen räumlichen Gefechtshandlungen in großem Umfang „vertikale Umfassungen“ durch Luftlandungen, luftbewegliche Truppen, bewegliche Kampfhandlungen und überraschende Überfälle von Spezialtruppen angewendet. Vgl. Resnitschenko Wassili G., Taktik, Berlin (Ost) 1988, S.44.

21) Helmut R. Hammerich: Die Operationsplanung der NATO zur Verteidigung der Norddeutschen Tiefebene in den 1980er-Jahren. In: Wege zur Wiedervereinigung. Die beiden deutschen Staaten in ihren Bündnissen 1970 bis 1980, Hrsg. Oliver Bange, Bernd Lemke, München 2013, S.293-294.

22) Tim Geiger: Der NATO-Doppelbeschluss in seinen europäischen Dimensionen, Vortrag Universität Hildesheim, 3.2.2014.

23) Prioritäten: 1. Sowjetische Atomkräfte, 2. Konventionelle Streitkräfte, 3. Militärische und politische Zentren, 4. Wirtschafts- und Industriezentren.

24) Erstrangige Objekte, auch als Vorrangziele bezeichnet, waren Einsatzmittel der Kern- und chemischen Waffen, Verbände und Truppenteile der Hauptgruppierung des Gegners, Fliegerkräfte auf Flugplätzen, Fliegerabwehr- und Raketenabwehrmittel, Führungsstellen sowie rückwärtige (logistische) Einrichtungen.

25) Forcieren bedeutet in der NVA-Terminologie, das gewaltsame Überwinden von Wasserhindernissen unter Feuereinwirkung des am jenseitigen Ufer befindlichen Gegners. Im Gegensatz zum Forcieren eines Wasserhindernisses fehlt beim „einfachen“ Überwinden die unmittelbare Feindberührung am Wasserhindernis.

26) Die polnischen Streitkräfte bildeten im Kriegsfall eine Front. Ende der 1970er-Jahre zählte die Küstenfront rund 590.000 Soldaten (bei einer gesamten Kriegsstärke der polnischen Armee von insgesamt 900.000 Mann). Sie setzte sich aus dem Frontkommando, drei Armeekommandos [1., 2., 4. Armee], mit 17 Divisionen und dem Kommando der Luftstreitkräfte der Front [3. Luftarmee] mit drei Fliegerdivisionen, dem Kommando der Truppen der Luftverteidigung des Landes mit drei Luftverteidigungskorps und dem Kommando der polnischen Seekriegsflotte mit drei Flottillen zusammen. Zbigniew Moszumański, Die Streitkräfte der DDR und Polens in der Operationsplanung des Warschauer Paktes, Potsdam 2010, S.74.

27) Armeekorps ist eine Bezeichnung der WVO. Dabei handelt es sich um eine Ebene unterhalb der Armee. Nach westlicher Terminologie hatte das Korps in der Regel eine Stärke von drei Divisionen, wobei die Armee über einen Kampfbestand von fünf bis sieben Divisionen verfügte.

28) Die angegebenen Zahlen entstammen einer Meldung des Chefs Aufklärung an den Chef des Militärbezirkes, GVS-Nr.: F 1 380437, o.D., Privatbesitz des Autors.

29) Michail S. Gorbatschow wurde am 11. März 1985, nach dem Tod des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Konstantin Tschernenko, zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt.

30) Die 1985 unter dem neuen Generalsekretär Michail Gorbatschow beschlossene Aufstockung der Truppen auf mehr als 100.000 Soldaten bringt nicht die erhoffte militärische Entscheidung. Die sowjetische Führung beschließt Anfang 1988 schließlich den sofortigen Abzug aller Truppen. Im April 1988 besiegelt das Genfer Abkommen zwischen Afghanistan, der Sowjetunion, den USA und Pakistan das Ende des Krieges. Am 15. Februar 1989 verlassen die letzten sowjetischen Soldaten das Land. Die russischen Verluste belaufen sich auf mehr als 15.000 Menschenleben. Die Angaben über afghanische Kriegsopfer gehen stark auseinander: zwischen 100.000 und einer Million Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Vgl. http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/178868/1989-sowjetischer-abzug-aus-afghanistan (abgerufen 5.10.2014). Im NATO-Krieg gegen Afghanistan fielen 3.299 Soldaten der Allianz, davon 53 Bundeswehrangehörige. (Stand 5.5.2013), Vgl. http://www.kriegsberichterstattung.com/id/2503/Krieg-3299-Soldaten-tot-in-Afghanistan-Deutscher-gefallen/.

31) Anatoli Gribkow I.: Der Warschauer Pakt. Geschichte und Hintergründe des östlichen Militärbündnisses, Berlin 1995, S.65. BArch, AZN 32651, Bl.89-98, hier Bl. 96, Bericht über eine Unterredung des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR, Armeegeneral Heinz Keßler, mit dem Oberkommandierenden der GSSD, Armeegeneral Waleri A. Belikow vom 23.9.1987.

32) Im Oktober 1986 kam es zu einem Gipfeltreffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Reykjavik. Dort wurde die Halbierung der Menge aller Atomwaffen und die Abschaffung aller ballistischen Raketen binnen zehn Jahren diskutiert. Die Einigung scheiterte daran, dass die USA am SDI-Programm festhielten. 1987 machte Gorbatschow nicht mehr ein Gesamtpaket einschließlich der Abkehr der USA vom SDI-Programm zur Vorbedingung konkreter Abrüstungsschritte. Folglich wurde am 8.12.1987 durch Reagan und Gorbatschow in Washington der INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces) bzw. Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen unterschrieben. In diesem Vertrag war die Verschrottung aller Raketen mittlerer und kürzester Reichweite (500 bis 5.500 km) und deren Produktionsverbot durch die USA und UdSSR vereinbart worden. Zudem wurde der START-I-Vertrag zur Reduzierung strategischen Kernwaffen eingeleitet. Zum INF-Vertrage siehe: http://www.peterhall.de/treaties/inf/inf1.html (zuletzt abgerufen 18.9.2014).

33) Vgl. Europa-Archiv (Dokumente), 1 (1989), S.23-37.

34) Schreiber Wilfried, Von der Militärdoktrin der Abschreckung zu Leitsätzen entmilitarisierter Sicherheit (1987-1990). Ein Zeitzeugenbericht. In: Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik (DSS), 86 (2007), S.48.

35) Über die Militärdoktrin der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages, Neues Deutschland vom 30./31. Mai 1987, abgedruckt in: Von der Militärdoktrin der Abschreckung zu Leitsätzen entmilitarisierter Sicherheit (1987-1990). Ein Zeitzeugenbericht, Hrsg. Wilfried Schreiber, Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik (DSS), 86 (200 7), S.74-77.

36) Im gleichen Jahr änderte die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ihre Bezeichnung in Westgruppe der Truppen (WGT), die sie bis zum völligen Abzug der dann russischen Truppen 1994 behielt.

37) Wilfried Schreiber: Von der Militärdoktrin der Abschreckung zu Leitsätzen entmilitarisierter Sicherheit (1987-1990). Ein Zeitzeugenbericht. In: Dresdner Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik (DSS), 86 (2007), S.95-96.

38) Vgl. BArch, DVW, 1/42503, Aufklärungsinformation, 1989, Bl. 4.