"George C. Marshall Center" besuchte die Landesverteidigungsakademie

Wien, 13. Mai 2019 

Am Montag besuchte das "Seminar on Regional Security", vom "George C. Marshall European Center" für "Security Studies", die Landesverteidigungsakademie. Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Studienreise. Der Kommandant der Akademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, begrüßte die Delegation.


39 Teilnehmer aus 24 Nationen

Die 39 Kursteilnehmer aus 24 Ländern erhielten eine Einweisung in die Zusammenarbeit der Akademie mit dem "George C. Marshall Center" im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden. Weiters wurde das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement unter der Leitung von Brigadier Feichtinger vorgestellt. Das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement ist eine Forschungsabteilung der Landesverteidigungsakademie und wurde 1999 gegründet. Das Institut konzentriert sich auf die Bereiche Bedrohungs- und Konfliktbild, regionale Konfliktanalysen, Konflikttransformation sowie Streitkräftestrukturen und Doktrinen.

Der Westbalkan und die USA

Seit den 1990er Jahren befindet sich der Westbalkan, zu dem heute der Großteil der Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien und Albanien gezählt werden, in einem sehr schwierigen Prozess der Neuordnung der intra-regionalen Beziehungen. Bisher ist es nur teilweise gelungen, den Frieden in der Region auf einem hohen Niveau zu gewährleisten. Ungelöste Konfliktfragen behindern die regionale, aber teilweise auch innerstaatliche Kooperation und erschweren die Integration dieser Region in die EU.

Die USA spielen am Westbalkan eine sehr wichtige politische und militärische Rolle. Unter US-Vermittlung einigten sich im November 1995 die bosnisch-herzegowinischen Konfliktparteien in Dayton auf ein Friedensabkommen. US-Diplomaten und US-Generäle beeinflussten im Rahmen ziviler und militärischer Friedensmissionen die Nachkriegsentwicklung am Westbalkan. Von US-Seite die NATO-Erweiterung am Westbalkan aktiv unterstützt.

Podiumsdiskussion

Am Abend fand in den Räumlichkeiten der "Sala Terrena" eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "The United States and the Security Development in the Balkans" statt. Auch der Botschafter der USA, Trevor D. Traina, nahm an der Veranstaltung teil. Im Kontext schwieriger, nicht vollständig beigelegter Konflikte am Westbalkan stellte sich die Frage nach der aktuellen Bedeutung dieser Region für die US-Außenpolitik. Unter besonderer Berücksichtigung der fragil erscheinenden strategischen Allianz mit der EU und des steigenden Einflusses von Russland und China wurde diese zentrale Frage von einer Expertenrunde diskutiert.

Auf der Bühne diskutierten Daniel S. Hamilton von der "Johns Hopkins University School of Advanced International Studies"; Wolfgang Petritsch, Präsident der "Austrian Marshall Plan Foundation"; Mario Holzner, vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche und Predrag Jurekovic vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement. Durch den Abend führte Brigadier Wolfgang Feichtinger.


V.l.: US-Botschafter Trevor D. Traina, Generalleutnant Erich Csitkovits, Brigadier Walter Feichtinger.

US-Botschafter Trevor D. Traina hält die Eröffnungsrede.

Das Podium, v.l.: Mario Holzner, Wolfgang Petritsch, Brigadier Walter Feichtinger, Daniel S. Hamilton, Pedrag Jurekovic.