Israels Sicherheitsbedrohungen im Wandel der Zeit

Marcel Serr

 

Der Nahe Osten ist eine der sicherheitspolitisch volatilsten Regionen dieser Welt. Die Bedrohungsszenarien sind vielfältig und stetig in Veränderung. Dies gilt insbesondere für Israel. Kaum ein Staat ist einer derartig kontinuierlich feindlichen Umwelt ausgeliefert. Unzählige arabische Politiker droh(t)en mit der Vernichtung des jüdischen Staates. Seit der Staatsgründung 1948 verging keine Dekade ohne größere kriegerische Auseinandersetzung unter israelischer Beteiligung.

Die Formen von Israels Sicherheitsbedrohungen reichen von Invasionen über Terroranschläge bis hin zu wirtschaftlichem Boykott und internationaler Isolation. Der folgende Beitrag konzentriert sich auf militärische Bedrohungen im historischen Verlauf. Dabei wird zunächst die Bedrohung durch konventionell gerüstete Staaten betrachtet. Anschließend wird auf die Sicherheitsgefahr, die von nichtstaatlichen, irregulären Akteuren ausgeht, eingegangen. Dann erfolgt die Analyse der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen. Eine wesentliche Komponente der israelischen Sicherheit stellt die enge Beziehung zu den USA dar. Daher wird dieser Aspekt gesondert betrachtet. Abschließend werden die verschiedenen Bedrohungsformen im zeitlichen Verlauf in Phasen eingeteilt und aktuelle Trends skizziert.

 

Konventionelle staatliche Bedrohungen

In den ersten Jahrzehnten nach Israels Staatsgründung 1948 überwogen Bedrohungen durch die arabischen Staaten (v.a. Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten). Diese erkannten die Existenz des jüdischen Staates nicht an und drohten öffentlich mit dessen Vernichtung. Israel sollte in dieser Zeit vier größere zwischenstaatliche Kriege ausfechten. In zwei Fällen wurde Israel von einer Allianz arabischer Staaten angegriffen (1948 und 1973); in zwei Fällen kam Israel mit einem Präventivschlag einem Angriff Ägyptens (1956) bzw. einer arabischen Allianz (1967) zuvor. Aus allen israelisch-arabischen Kriegen gingen die Israel Defense Forces (IDF) als militärischer Sieger hervor und bewiesen eine eindrucksvolle Performance. Nicht immer gelang es allerdings, diese militärischen Siege auch in politische Erfolge zu transferieren.

 

Israels Unabhängigkeitskrieg (1948/49)

Am Tag nach der Gründung Israels (14. Mai 1948) schritten Ägypten, Jordanien, Syrien, der Libanon und Irak zum Krieg gegen Israel. In der Anfangsphase des israelischen Unabhängigkeitskriegs gelang es Israels Streitkräften mit Mühe, die arabische Offensive an mehreren Fronten aufzuhalten und somit den kritischen Moment der Invasion zu überstehen. Anschließend ergriffen die IDF die Initiative und schlugen die arabischen Streitkräfte zurück. Die Israelis eroberten die Negev-Wüste, Galiläa und einen Korridor von Tel Aviv nach Jerusalem. Anfang 1949 willigten die arabischen Staaten in bilaterale Waffenstillstandsverhandlungen ein. Ägypten blieb im Besitz des Gazastreifens. Jordanien behielt einen großen Teil der West Bank (einschließlich Ost-Jerusalem).1)

Im Gegensatz zu den folgenden israelisch-arabischen Kriegen waren die in der Region verfügbaren Waffen zu diesem Zeitpunkt rückständig. Das Waffenarsenal der israelischen Streitkräfte beschränkte sich zu Kriegsbeginn auf Handfeuerwaffen sowie improvisierte gepanzerte Fahrzeuge und Mörser. Doch im Verlauf der Kriegshandlungen veränderte sich das materielle Kräftegleichgewicht zugunsten Israels.2) Darüber hinaus waren die israelischen Truppen den arabischen qualitativ überlegen. Israel kam ferner zugute, dass die arabischen Länder nicht als kohärente Allianz agierten, sondern Partikularinteressen verfolgten.3)

Trotz der rückständigen militärischen Fähigkeiten der Kontrahenten bezeichnet der israelische Militärexperte Martin van Creveld den Waffengang als den „totalsten“ Krieg, den Israel jemals ausfocht. Es handelte sich nicht nur um die längste zwischenstaatliche militärische Auseinandersetzung Israels, sondern auch um die verlustreichste - der jüdische Staat verlor etwa 1% seiner Bevölkerung in den Kampfhandlungen.4)

Dennoch vergrößerte Israel das eigene Staatsgebiet um rund 25%. Die Expansion sicherte dem jüdischen Staat ein zusammenhängendes und verteidigungsfähiges Territorium, das neuen Siedlungsraum für den ununterbrochenen Strom an jüdischen Migranten bot. Der Massenexodus von schätzungsweise 700.000 Palästinensern aus den von israelischen Truppen gehaltenen Gebieten verschaffte Israel zudem eine homogenere Bevölkerung.5)

 

Sinai-Feldzug (1956)

„The Arab states were beaten by us. Could they forget that? 700,000 [Jewish] men had beaten 30 million [Arabs] … Could they forget such a humiliation?“,6) fragte sich David Ben-Gurion bereits im November 1948. Israels Führung war skeptisch und ging von einer baldigen „zweiten Runde“ aus.

Die sicherheitspolitische Lage blieb in den Jahren nach 1949 angespannt. Friedensverhandlungen mit den arabischen Staaten verliefen ergebnislos, Ägypten blockierte Israels Nutzung des Suezkanals sowie der Straße von Tiran. Als Reaktion auf einen Überfall auf Gaza im Februar 1955 rüstete Kairo in ungekanntem Maße mit Waffen aus der Tschechoslowakei auf7) und hob eine Guerillatruppe aus, die gegen Israel operierte. Israel sah sich dadurch massiv bedroht und startete am 29. Oktober 1956 in Kooperation mit Großbritannien und Frankreich einen Angriff auf Ägypten mit dem Ziel, möglichst viele ägyptische Waffensysteme zu zerstören. Innerhalb von 100 Stunden besetzten die IDF die gesamte Sinaihalbinsel und den Gazastreifen. Aufgrund massiven Drucks der USA und der Sowjetunion mussten sich die IDF allerdings wieder zurückziehen und wurden im März 1957 durch eine UNO-Peacekeeping-Truppe (UNEF) ersetzt.8)

Israel hatte einen klaren militärischen Erfolg errungen. Da sie sich rechtzeitig zurückgezogen hatte, war die ägyptische Armee zwar nicht vernichtend geschlagen worden, doch der Nimbus der IDF als schlagkräftigste Streitkraft des Nahen Ostens war weiter ausgebaut worden. Freilich musste sich Israel wieder aus dem Sinai zurückziehen, doch die Präsenz der UNEF sollte für die nächste Dekade Israels Zugang zum Golf von Akaba und eine ruhige Sicherheitslage an der ägyptisch-israelischen Grenze gewährleisten. Der politische Mehrwert der Kampagne hielt sich allerdings in Grenzen: Nasser nutzte die Gunst der Stunde, um sich als heroischen Widerstandskämpfer gegen den westlich-israelischen „Imperialismus“ zu inszenieren, was sein Prestige in der arabischen Welt erheblich vergrößerte. Insofern ging Israels gefährlichster Gegner gestärkt aus dem Konflikt hervor.9)

 

Sechstagekrieg (1967)

Anfang der 1960er-Jahre wurde die israelisch-syrische Grenze zum ständigen Unruheherd. Der Hintergrund waren Streitigkeiten um die Besitzverhältnisse im Grenzgebiet und die Wassernutzungsrechte des Sees Genezareth, des Jordans und seiner Quellflüsse. Die Anspannung eskalierte in einem Luftgefecht zwischen Israel und Syrien am 7. April 1967. Israelische Kampfjets überflogen demonstrativ Damaskus; Jerusalem bezeichnete dies als generelle Warnung. Zudem äußerten hochrangige israelische Entscheidungsträger öffentlich Drohungen gegenüber Syrien, was in Damaskus und Kairo zu der Überzeugung führte, dass Israel unmittelbar vor einer größeren Militäroperation gegen Syrien stand.10)

Ägyptens Präsident Nasser reagierte auf die Bedrohung seines Bündnispartners, indem er den Abzug der UNEF aus dem Sinai forderte und ägyptische Streitkräfte an der Grenze zu Israel Stellung beziehen ließ. Israel mobilisierte die Reserve, woraufhin Nasser die Blockade der Straße von Tiran verkündete und einen Militärpakt mit Jordanien schloss. Für Israel bedeutete diese Einkreisung die höchste Alarmstufe, denn Israels Grenzen boten wenig strategische Tiefe: Es existierten keine natürlichen topographischen Barrieren. An der breitesten Stelle war das Land nur rund 100 km breit, an der schmalsten 15 km. Zudem lagen Israels am dichtesten besiedelten Gebiete in dem engen Korridor zwischen Mittelmeer und der jordanisch besetzten West Bank; das fruchtbarste Ackerland befand sich in Reichweite syrischer Artillerie. Eine Verteidigung auf dem eigenen Territorium war kaum vorstellbar. Kampfhandlungen mussten daher schnellstmöglich auf gegnerisches Terrain getragen werden.11) Folglich startete die Israeli Air Force (IAF) am Morgen des 5. Juni einen Präventivangriff. In präzisen Luftschlägen zerstörte sie in wenigen Stunden die gesamten gegnerischen Luftstreitkräfte, was Israel im Kriegsverlauf die Lufthoheit verschaffte. Gleichzeitig eroberten die IDF den Sinai und den Gazastreifen von Ägypten, die West Bank (einschließlich Ost-Jerusalem) von Jordanien und die Golanhöhen von Syrien - insgesamt ein dreieinhalbmal größeres Gebiet als das eigene Staatsterritorium.12)

Mit diesem eindrucksvollen Sieg gegen drei arabische Staaten stellte Israel unter Beweis, dass es die schlagkräftigste Militärmacht der Region war. Außerdem erlangte Israel erstmals strategische Tiefe: Die Golanhöhen hatten es aufgrund ihrer erhöhten Lage der syrischen Artillerie ermöglicht, weit in israelisches Staatsgebiet hinein zu feuern ‒ mit der Eroberung war dieses Sicherheitsrisiko für Israel beseitigt. Gleiches gilt für die West Bank: Von dort hatte die jordanische Artillerie die tiefer gelegene und dicht besiedelte israelische Küstengegend bedroht. Ferner bot die Besetzung der West Bank Israel den strategischen Vorteil einer effektiveren Grenzkontrolle zu Jordanien entlang des Jordans und des Toten Meeres. Die Eroberung der Sinaihalbinsel gewährleistete des Weiteren eine Pufferfunktion zum stärksten Gegner Ägypten. Mit dem Suezkanal markierte nun eine natürliche Barriere die Grenze zu Ägypten. Zudem sicherte der Sinai auch die Kontrolle über die Straße von Tiran.13)

Die strategische Situation Israels hatte sich dadurch immens verbessert. Jetzt waren es die israelischen Streitkräfte, die vor den Hauptstädten der arabischen Nachbarstaaten standen. Mit der Eroberung der Golanhöhen konnte Israel die Wasserfrage in Bezug auf den See Genezareth und die Quellflüsse des Jordan endgültig zu seinen Gunsten entscheiden. Letztlich eröffnete die Eroberung der West Bank Israel einen wirtschaftlichen Absatzmarkt, der zuvor (aufgrund des arabischen Wirtschaftsboykotts) verschlossen war, und bot einen großen Pool an ungelernten Arbeitskräften.

 

Jom-Kippur-Krieg (1973)

An Jom Kippur 1973 - dem höchsten jüdischen Feiertag - starteten Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff auf Israel. Aufgrund des Versagens der israelischen Geheimdienste traf die ägyptisch-syrische Offensive am 6. Oktober die IDF unvorbereitet. Daher konnten die ägyptischen Streitkräfte relativ unbeschadet den Suezkanal überqueren und sich in einem schmalen Korridor am Ostufer festsetzen. Nachdem sich die IDF wieder gefangen hatte, ging Israel in die Offensive: IDF-Verbände drangen auf die Westseite des Suezkanals vor und fielen den Ägyptern in den Rücken. An der Nordfront - in den Golanhöhen - gelang es den israelischen Streitkräften dank des massiven Einsatzes der IAF, die syrische Invasion relativ früh zu stoppen. Nachdem die israelischen Reservekräfte eingetroffen waren, konnten die Syrer zurückgeschlagen werden. Trotz der äußerst ungünstigen Ausgangslage endete der Krieg mit einem militärischen Sieg für Israel.

Dennoch ging Sadats Kalkül vollends auf: Die militärischen Anfangserfolge des Überraschungsangriffs stellten den arabischen Stolz wieder her und stießen einen politischen Prozess an, der letztlich in einem ägyptisch-israelischen Friedensabkommen (1979) gipfeln sollte. Erstmals in der Geschichte Israels war ein mächtiger Gegner als Bedrohung neutralisiert - wenn auch in einem „kalten Frieden“. Die Isolation des jüdischen Staates im Nahen Osten war damit beendet. 15 Jahre später sollte auch Jordanien dem ägyptischen Beispiel folgen und ein Friedensabkommen mit Israel unterzeichnen (1994).14)

 

Asymmetrische Bedrohungen

Schon seit den 1950er-Jahren war Israel kontinuierlich mit asymmetrischen Bedrohungen konfrontiert, d.h. Konflikte zwischen regulären, staatlichen Streitkräften und irregulären, nichtstaatlichen Akteuren. 1952-1956 kam es zu schätzungsweise 35.000 Fällen von palästinensischer „Infiltration“ aus der West Bank und dem Gazastreifen. Sabotage-, Mord- und Raubüberfälle kosteten 286 Israelis das Leben und richteten einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden an. In den 1960er-Jahren wurde die Grenze zu Syrien zum ständigen Unruheherd. Damaskus unterstützte die palästinensischen Guerilleros von Jassir Arafats Fatah, die Syrien als Operationsbasis nutzten und in der israelischen Grenzregion Anschläge durchführten.

Die Fatah, die 1968/69 die Kontrolle über die Palestine Liberation Organisation (PLO) erlangte, richtete ihre Kommandozentrale nach dem Sechstagekrieg in Jordanien ein und etablierte dort einen Staat im Staate. Dies konnte das jordanische Königtum nicht lange dulden. 1971 entledigte sich Jordanien im Rahmen eines Bürgerkriegs der PLO (Schwarzer September), die nun in den Libanon weiterzog.

In den 1970er-Jahren nahmen die Terrororganisationen vermehrt israelische bzw. jüdische Ziele außerhalb Israels ins Visier. Die Methoden reichten von Flugzeugentführungen, Briefbomben bis hin zu Geiselnahmen und Ermordungen. Einen der schwersten Terrorangriffe stellte die Geiselnahme des israelischen Teams bei den Olympischen Sommerspielen in München (1972) dar. Wie schon in Jordanien löste die Präsenz der PLO auch im Libanon 1975 einen Bürgerkrieg aus. Schließlich griff Syrien ein und erlaubte den Terroristen, ihr Lager an der Grenze zu Israel aufzuschlagen. Nach einem besonders blutigen Terrorangriff in Tel Aviv führten die IDF die Operation Litani (1978) durch. Dabei besetzten die israelischen Streitkräfte für einige Monate den Süden des Libanon und übergaben das Gebiet christlichen Milizen. Doch die PLO konnte sich schnell wieder im Südlibanon etablieren und von dort Terroranschläge auf Israel ausführen.15)

 

Libanonkrieg I (1982)

Die versuchte Ermordung des israelischen Botschafters in Großbritannien führte im August 1982 zur Operation Peace for Galilee. Ziele waren es, im Libanon eine Jerusalem freundlich gesinnte, maronitische Regierung einzusetzen, und die PLO zu zerschlagen. Auch die Stationierung von syrischen Luftabwehrraketen in der Bekaa-Ebene 1981, die die Bewegungsfreiheit der IAF bei Vergeltungsschlägen gegen die Terrororganisationen einschränkten, war eine Bedrohung israelischer Interessen. Diese Probleme ließen sich mit einer Intervention im Libanon beseitigen, so das Kalkül des israelischen Verteidigungsministers Ariel Scharon.

Im Rahmen der Operation eroberten die IDF den Südlibanon und belagerten gemeinsam mit christlichen Milizen die PLO in Beirut. Die IAF zerstörte die syrische Luftabwehr und fügte der syrischen Luftwaffe mit dem Abschuss von 87 Flugzeugen bei keinen eigenen Verlusten eine demütigende Niederlage bei. Die PLO und die Syrer wurden gezwungen, Beirut zu verlassen. Beschir Gemayel, Anführer der Maroniten, wurde zum Präsidenten des Libanon gewählt.

Alles sah nach einem großen Erfolg für Israel aus - doch im September wurde der neue Präsident ermordet. Dies war das Ende der israelischen Erfolgsmeldungen aus dem Libanon. Der Tod Gemayels zerschlug Scharons Plan eines Friedensvertrags mit dem Libanon. In den nächsten drei Jahren kam es zu fast 3.000 Terroranschlägen gegen die israelischen Streitkräfte. 1985 zogen sich die IDF zum Großteil aus dem Libanon zurück. Im Südlibanon hielten die IDF noch einen schmalen Sicherheitskorridor, um Terroranschläge auf israelisches Gebiet zu verhindern.

Israel misslang es, Syrien aus dem Libanon zu verdrängen. Auch mit Blick auf die PLO blieben Israels Ziele unerfüllt; deren Führung konnte sich nach Tunesien absetzen. Am schwersten wog die Tatsache, dass Israel mit dem Feldzug und der Präsenz im Südlibanon der schiitischen Terrororganisation Hisbollah den Weg ebnete.16)

 

Intifada I (1987-1991)

Die Frustration der Palästinenser über die Lebensumstände im israelisch besetzten Westjordanland und Gazastreifen führte im Dezember 1987 zum Ausbruch eines Aufstands - der so genannten Intifada (Arab. „abschütteln“). Zentrum des Aufstands war der Gazastreifen; konkreter Auslöser war ein Autounfall, bei dem vier Bewohner des Flüchtlingslagers Jabalya ums Leben kamen. Die anschließenden Unruhen breiteten sich rasch über die palästinensischen Gebiete aus. Während die Proteste anfangs durch große Demonstrationen, Streiks und Straßenkämpfe gekennzeichnet waren, setzte im Frühjahr 1988 ein Prozess der Organisierung ein. Der Boykott israelischer Produkte und kollektiver ziviler Ungehorsam traten als neue Taktiken neben das Werfen von Steinen und Molotowcocktails.

Die Ursachen und Hintergründe des Aufstandes waren vielfältig. Zum einen erschwerte die Flucht der PLO nach Tunis deren Kontrolle des Widerstands gegen Israel. Arafat war vom Ausbruch der Intifada nicht weniger überrascht als die Israelis und hatte anfangs kaum Einfluss auf die Geschehnisse. Zum anderen verstärkte sich in den 1980er-Jahren die israelische Siedlungstätigkeit. Die Besatzung verhärtete zunehmend, da sich eine Verstärkung des palästinensischen Nationalismus in den Gebieten abzeichnete. Israel brachte den Palästinensern zwar erstmals Zugang zu höherer Bildung (Jordanien hatte dies stets verweigert), jedoch gab es nur unzureichende Arbeitsmöglichkeiten. Die Frustration über diese Situation führte zur Radikalisierung der jungen Menschen und schließlich zum Aufstand.

Das hochgerüstete israelische Militär war auf spontane, gewalttätige Demonstrationen nicht vorbereitet. Merkava-Kampfpanzer und F-16-Kampfflugzeuge wurden nutzlos. Stattdessen wurden Schilder, Knüppel und Tränengas gebraucht - allesamt knapp in Israels Arsenal. Die Medien und die öffentliche Meinung spielten ebenfalls eine gewichtige Rolle und mussten in taktische Überlegungen mit einbezogen werden. Es wurde entscheidend, auch an der Medienfront den Sieg davonzutragen. Mit Ausgangssperren sowie der Schließung von Schulen und Universitäten nahm Israel dem Aufstand jedoch den Wind aus den Segeln. 1991 setzte ein politischer Friedensprozess ein, durch den der Aufstand offiziell mit der gegenseitigen Anerkennung von PLO und Israel im September 1993 endete (der so genannte Oslo-Prozess).

Die Frustration über die Wirkungslosigkeit des Aufstands führte schließlich zu einer stärkeren Rolle islamistischer Bewegungen. Daraus entstand Ende der 1980er-Jahre mit der Hamas eine ernst zu nehmende Gefahr für Israel. Die Bewegung wurde von Sheikh Ahmad Yassin gegründet und war der palästinensische Ableger der Muslimbruderschaft. Mit den islamistischen Terrorgruppen war Israel nun mit einem neuen Gegner konfrontiert, der durch einen tief verwurzelten Antisemitismus angetrieben wurde, der ernsthafte Verhandlungen unmöglich machte.17)

 

Intifada II (2000-05)

Die Entspannungsphase im israelisch-palästinensischen Konflikt währte nur kurz. Der Besuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg am 28. September 2000 löste Unruhen aus und wird als Beginn der Zweiten Intifada bewertet. Die Ursache des erneuten Aufbegehrens der Palästinenser wurzelte in der Frustration über den Oslo-Prozess, dessen Scheitern mit dem Camp David-Gipfel im Juli 2000 öffentlich wurde.

Im Gegensatz zu der spontanen Ersten Intifada waren die anfänglichen palästinensischen Gewaltausbrüche nun geplant und organisiert. Schusswaffen, Granaten und Selbstmordattentate wurden zum Mittel der Wahl. Durch drive-by-shootings, Heckenschützen und Selbstmordattentate in Cafés, auf Märkten und in Geschäften rückten nun vorrangig israelische Zivilisten ins Visier.

Am 12. Oktober erreichte die palästinensische Gewalt im Lynchmord zweier israelischer Reservisten in Ramallah den Tiefpunkt. Unter allgemeinem Jubel zeigte einer der Mörder dem Mob seine blutigen Hände. Die Leichen der Soldaten wurden anschließend durch die Straßen Ramallahs geschleift und geschändet. Die TV-Aufnahmen gingen um die Welt. Die IDF reagierten mit Schlägen gegen offizielle Einrichtungen der Fatah. Nachdem die Palästinenser Israel weiterhin mit Autobomben und Heckenschützen unter Beschuss nahmen, gingen die IDF zu gezielten Tötungen hochrangiger Vertreter von Fatah, Hamas und Islamischem Dschihad über.

Im Verlauf des Jahres 2001 stiegen die Selbstmordattentate in Israel immer mehr an -Nachtclubs und Restaurants wurden zu bevorzugten Zielen. Im März 2002 erreichte die Intifada mit 17 Selbstmordattentaten und 133 getöteten Israelis ihren traurigen Höhepunkt. Scharon, mittlerweile Israels Premierminister, reagierte darauf mit der Operation Defensive Shield: Nach der Einberufung von 30.000 Reservisten - die größte Mobilmachung Israels seit 20 Jahren - marschierten die IDF in die palästinensischen Städte ein. In Ramallah, Bethlehem und Jenin kam es zu einem verlustreichen Häuserkampf. Arafat wurde im „Regierungsviertel“ in Ramallah isoliert. Durch die Militäroperation konnte die Zahl der Selbstmordattentäter zeitweise verringert werden. Allerdings erlitt Israel einen erheblichen internationalen Image-Schaden.

Ab Mitte 2003 zogen sich die israelischen Truppen aus den eroberten palästinensischen Städten zurück. Dennoch gingen die Selbstmordattentate weiter. In dieser festgefahrenen Situation entschied sich Scharon zum unilateralen Rückzug aus dem Gazastreifen (August 2005) und zum Bau einer Sicherheitsbarriere entlang der West Bank. Durch diese Maßnahmen konnten palästinensische Terroranschläge erheblich gesenkt werden.18)

 

Hisbollah und der Libanonkrieg II (2006)

Die schiitische Terrororganisation Hisbollah hat ihre Wurzeln im Widerstand gegen die israelische Präsenz im Libanon. Seit sich die IDF auf die Sicherheitszone im Südlibanon zurückgezogen hatten (1985), übte sich die Hisbollah im Guerillakampf. Die israelischen Panzer wurden zum bevorzugten Objekt für Angriffe. In den 1990er-Jahren führten die IDF mehrere größere Militäroperationen gegen die Hisbollah durch (Operation Accountability 1993; Operation Grapes of Wrath 1996) - die Erfolge hielten sich aber in Grenzen. Mit der Wahl Ehud Baraks zum Premierminister 1999 wurde der unilaterale Abzug aus dem Südlibanon eingeleitet und im Mai 2000 beendet. Daraufhin legte die Hisbollah im Südlibanon Bunkeranlagen und eine Kette von versteckten Raketenstellungen an.

Am 12. Juli 2006 überfiel die Hisbollah eine IDF-Patrouille und entführte zwei Soldaten. In der Folge entwickelte sich eine 34-tägige militärische Auseinandersetzung - der Zweite Libanonkrieg. Die Terrororganisation schoss fast 4.000 Kurzstreckenraketen auf Israel. Da sich Luftattacken als wirkungslos erwiesen, entschied sich Jerusalem zu einer halbherzigen Bodenoffensive. Diese erwies sich als schwierig; die Hisbollah fügte den Israelis empfindliche Verluste zu und konnte den Raketenbeschuss bis zum Waffenstillstand unvermindert fortsetzen.

Die Performance der IDF-Bodentruppen war unbefriedigend. Durch die Konzentration auf die Aufstandsbekämpfung und den Anti-Terror-Kampf hatten die Fähigkeiten zum Bewegungskrieg nachgelassen. Die Hisbollah-Kämpfer agierten dagegen in kleinen und flexiblen Einheiten, die den IDF schwer zusetzten. Als besonders erfolgreich erwiesen sich tragbare Panzerabwehrraketen: Die Hisbollah konnte 108 Panzertreffer verbuchen, fünf Panzer waren komplett zerstört. Andererseits musste auch die Hisbollah erhebliche Verluste hinnehmen. Wie Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah später zugab, war die Organisation von dem Ausmaß der israelischen Militäroperation vollkommen überrascht.19)

 

Die Hamas im Gazastreifen

Mit dem Rückzug der IDF aus dem Gazastreifen setzte ein Prozess der Islamisierung ein, der 2007 in der Machtübernahme der Hamas gipfelte. Das Ziel der Bewegung war, Israel in einen Abnutzungskrieg zu zwingen. Als Provokation entführten die Islamisten im Juni 2006 den IDF-Soldaten Gilad Shalit. Seine Freilassung erkaufte Jerusalem im Oktober 2011 mit der Haftentlassung von 1.027 palästinensischen Terroristen. Außerdem schoss die Hamas jährlich Hunderte Raketen auf Israel. Mit dem Sturz des ägyptischen Diktators Hosni Mubarak (Februar 2011) und der Wahl des Muslimbruderkandidaten Mohammed Mursi zum Staatspräsidenten (Juni 2012) schien die Hamas zudem einen mächtigen Verbündeten in direkter Nachbarschaft gewonnen zu haben.

Seit 2012 wurde die Bedrohung durch Raketenangriffe zwar dank der erfolgreichen Inbetriebnahme des Raketenabwehrsystems Iron Dome etwas relativiert, doch zur Aufrechterhaltung der israelischen Abschreckung unternahmen die IDF 2008/2009 (Operation Cast Lead) sowie 2012 (Operation Pillar of Defense) zwei größere Militäraktionen im Gazastreifen. Letztere reduzierte die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen erheblich von 2.327 (2012) auf 64 (2013). Mit dem Militärputsch gegen die Muslimbruderschaft in Ägypten im Juli 2013 verlor die Hamas zudem einen gewichtigen Verbündeten. Dies wog umso schwerer, da die Organisation im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs und des schiitisch-sunnitischen Gegensatzes ihre Beziehungen zu den wichtigsten Alliierten, Assad-Syrien und Iran, stark zurückgefahren hat. Das ägyptische Militär zerstörte derweil einen Großteil der Schmuggeltunnel in den Gazastreifen, wodurch die Wirtschaft und die Finanzlage der Hamas in eine schwere Krise gerieten.20)

Im Sommer 2014 entlud sich die nach wie vor angespannte Sicherheitslage erneut in einem Waffengang zwischen Israel und der Hamas. Auslöser der militärischen Eskalation war die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen durch zwei Araber am 12. Juni und ein Rachemord an einem 16-jährigen Araber durch israelische Extremisten. In der Folge wurden das Westjordanland und Ost-Jerusalem durch eine Welle gewaltsamer Demonstrationen erschüttert. Die Aggression schwappte auf den Gazastreifen über: Die Hamas und andere islamistische Terrorgruppen intensivierten den Raketenbeschuss auf Israel. Daraufhin entschloss sich Jerusalem am 8. Juli zur Durchführung der Operation Protective Edge, die sich zunächst auf Luftschläge beschränkte. Nach gescheiterten Waffenstillstandsverhandlungen und der Infiltration Israels durch Hamas-Terroristen in einem Tunnel am 16. Juli starteten die IDF eine begrenzte Bodenoffensive mit den primären Zielen, die Infiltrationstunnel zu zerstören und den Raketenbeschuss zu beenden. Am 5. August zog Jerusalem seine Truppen zurück. Unterbrochen durch mehrere unstete Feuerpausen setzte die Hamas jedoch die Raketenangriffe fort. IAF-Luftschläge eliminierten ranghohe Hamas-Terroristen, was die Hamas letztlich aus dem Gleichgewicht brachte, sodass sie am 26. August einen Waffenstillstand von unbegrenzter Länge akzeptierte. Von den 4.564 Raketen, die die Hamas auf Israel abschossen, schlugen dank des Iron-Dome „nur“ 224 Projektile in bewohntes Gebiet ein. Dadurch konnte die Anzahl der israelischen Opfer relativ gering gehalten werden. Außerdem zerstörten die IDF 34 Tunnel, die auf israelisches Territorium führten.

Dennoch konnte die Hamas eine Reihe von Teilerfolgen erzielen:

1. Obgleich der Erfolg des Iron Dome-Systems unbestritten ist, gelang es der Hamas, durch den Einsatz von Raketen mit einer Reichweite von mehr als 70 km einen Großteil der israelischen Zivilbevölkerung in der Metropolregion um Tel Aviv unter Beschuss zu nehmen. Zeitweilig wurde gar der zivile Flugverkehr stark eingeschränkt - für Israels Wirtschaft und den Tourismussektor eine problematische Entwicklung.

2. Die Infiltrationstunnel der Hamas hatten eine erhebliche psychologische Wirkung. Zum ersten Mal verließen die Bewohner der Kibbuzim um den Gazastreifen mehrheitlich ihr Zuhause.

3. Die Taktik der Hamas, Zivilisten als Schutzschilder zu missbrauchen, dadurch zivile Verluste zu provozieren und Israel als Aggressor darzustellen, ist angesichts zahlreicher internationaler Verurteilungen von Israels Verhalten weitgehend aufgegangen.21)

 

Der syrische Bürgerkrieg - Islamischer Staat (IS) und Hisbollah

Der syrische Bürgerkrieg hat ambivalente Auswirkungen auf die Sicherheit Israels. Zum einen ist die Gefahr eines Angriffs des Assad-Regimes derzeit obsolet. Ganz im Sinne von Menachem Begins Kommentar zum Irak-Iran-Krieg „We wish the best of luck to both sides“ ist der Konflikt zwischen dem Assad-Block (unterstützt von der Hisbollah und dem Iran) und den Aufständischen (allen voran der IS) für Israel vorteilhaft, da er beide Parteien bindet und schwächt. Langfristig sammeln die Kämpfer allerdings wichtige Gefechtserfahrung, die sie später auch gegen Israel einsetzen könnten. Mit Blick auf die Hisbollah besteht zudem die Gefahr, dass sich die Organisation aus dem Arsenal Assads bedient und damit ihre militärischen Fähigkeiten deutlich ausweitet. Zwar versucht Israel den Schmuggel von Waffen mit präzisen Luftschlägen zu verhindern, der Hisbollah soll es dennoch gelungen sein, russische Jachont-Cruise-Missiles einzuschleusen. Dies würde das Bedrohungspotenzial des Hisbollah-Raketenarsenals erheblich vergrößern. Darüber hinaus stellt die Präsenz der Hisbollah sowie der iranischen Revolutionsgarden an der Grenze zu Israel eine akute Gefahr dar, die Jerusalem bereits mehrfach zu Luftangriffen veranlasste.22)

Mit dem IS ist Israel zudem eine neue Bedrohung erwachsen. Israelische Analytiker weisen darauf hin, dass es sich dabei um eine hybride Gruppierung handelt, die über ein Territorium mit einer Bevölkerung verfügt. Insofern ließe sich der IS einfacher bekämpfen als transnationale Terrororganisationen, die auf Zellenbasis und ohne festes territoriales Refugium agierten. Allerdings fällt die Ideologie des IS im islamistisch-sunnitischen Spektrum der Palästinenser bereits auf fruchtbaren Boden und kann so eine ernsthafte Gefährdung für Israel werden.23)

Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon beschrieb im Mai 2015 Israels Politik mit Blick auf Syrien folgendermaßen: Einerseits beabsichtige Israel nicht, in den Konflikt einzugreifen; andererseits werde Jerusalem seine Interessen wahren. Konkret benannte er zwei rote Linien, die ein Eingreifen Israels zur Folge hätten:

1. Die Weitergabe von fortschrittlichen Waffensystemen und Chemiewaffen an Terrororganisationen;

2. Die Verletzung israelischer Souveränität.

„When it happens, we act“, machte Yaalon unmissverständlich klar.24)

 

Unkonventionelle staatliche Bedrohungen

Im Umgang mit nuklearen Bedrohungen gilt für Israel seit Ende der 1970er-Jahre die nach Premierminister Menachem Begin benannte Doktrin, wonach Israel keinem feindlichen Staat der Region gestatten darf, selbst Nuklearwaffen zu entwickeln und damit Israels Abschreckungsfähigkeiten zu neutralisieren.25) Dies führte bislang zu zwei größeren Militäroperationen Israels gegen die Atomprogramme feindlicher Staaten.

Ab Mitte der 1970er-Jahre schätzte Jerusalem das irakische Atomprogramm als elementare Sicherheitsbedrohung ein. Iraks Diktator Saddam Hussein drohte Israel mehrfach in öffentlichen Reden die Vernichtung an. Nach mehreren Sabotageoperationen zerstörte ein Luftangriff der IAF 1981 schließlich den noch im Bau befindlichen irakischen Atomreaktor. Als Folge wurde das Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen. Die US-Militäreinsätze im Irak in den 1990er-Jahren und ab 2003 verhinderten langfristig eine Vollendung der nuklearen Ambitionen Saddams.

2006/7 wurde Israels Geheimdienst von der Entdeckung eines Atomreaktors in Syrien überrascht. Unter nordkoreanischer Anleitung baute das Regime unter Baschar al-Assad an einem eigenen Reaktor - sehr wahrscheinlich zur Produktion von Nuklearwaffen. Im September 2007 zerstörte Israels Luftwaffe den Reaktor im Nordosten Syriens, noch bevor er in Betrieb genommen werden konnte. Bislang hat Damaskus keine Anzeichen erkennen lassen, das Atomprogramm neu aufzulegen.26)

In jüngster Zeit steht das iranische Atomprogramm an oberster Stelle der israelischen Bedrohungen. Das Regime in Teheran ist Jerusalem überaus feindlich gesinnt und verfügt über die notwendigen Trägerraketen, um Atomsprengköpfe bis nach Israel zu schießen.27) Außerdem besteht die Gefahr, dass der Iran die Hisbollah oder andere Terrororganisationen mit nuklearen Bomben oder Granaten ausstattet. Israel hat das Atomprogramm mit einigen Sabotageaktionen verzögert. Versuche, die USA zu einem militärischen Vorgehen zu bewegen, sind jedoch gescheitert. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit Teheran im Juli 2015 wird sich die „breakout“-Zeit (die Zeit, die der Iran zum Bau einer Bombe benötigt) von einigen Wochen auf ca. 12 Monate erhöhen - allerdings sind die Regelungen auf 15 Jahre begrenzt.28)

Chemische Kampfstoffe sind bereits seit den frühen 1960er-Jahren im Nahen Osten eingesetzt worden.29) Aus Israels Perspektive war der Irak in dieser Hinsicht die größte Bedrohung. Schon in den 1980er-Jahren avancierte Bagdad zum weltweit größten Produzenten von Chemiewaffen (u.a. Senfgas und Nervenkampstoffe wie Sarin). Den Willen, Chemiewaffen einzusetzen, hatte der Irak im Krieg gegen den Iran in den 1980er-Jahren bereits bewiesen. Irakische Truppen waren in den 1950er-, 1960er-Jahren und 1989/90 in großer Zahl in Jordanien stationiert, sodass ein Angriff mit Chemiewaffen direkt an den Grenzen Israels im Bereich des Möglichen lag. Iraks Diktator Saddam Hussein gab Israel mehrfach zu verstehen, dass er gedenke, seine Chemiewaffen gegen den jüdischen Staat einzusetzen. Im Vorfeld der US-Operation Desert Storm (1991) versorgte Israel seine ganze Bevölkerung daher mit Gasmasken. Tatsächlich gingen im Januar/Februar 1991 ca. 40 Raketen aus dem Irak auf Israel nieder - keine davon war mit chemischen Gefechtsköpfen bestückt. In den 1990er-Jahren wurden die Chemiewaffen des Irak unter internationaler Überwachung zerstört. Der Regimewechsel im Rahmen der US-Operation Iraqi Freedom hat die Bedrohung aus dem Irak bis auf Weiteres neutralisiert.30)

Auch Syrien verfügte seit den 1980er-Jahren über ein großes Arsenal an Chemiewaffen - einschließlich Boden-Boden-Raketen mit unkonventionellen Gefechtsköpfen. Durch die Zustimmung des Assad-Regimes, die Kampfstoffe zu vernichten, hat sich möglicherweise eine große unkonventionelle Bedrohung für Israel neutralisiert. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass die gesamten Kampfstoffe vernichtet wurden. Einige Berichte deuten darauf hin, dass auch die nichtstaatlichen Gewaltakteure bereits im Besitz von Chemiewaffen sind.31)

 

Abkehr der USA?

Angesichts der regionalen Isolation und der feindlichen Übermacht der arabischen Umwelt war es für Israel stets unerlässlich, die Partnerschaft zu einer militärischen Großmacht zu pflegen. Zunächst stützte sich Israel in erster Linie auf Frankreich. Im Geheimen etablierte Shimon Peres bereits in den 1950er-Jahren auch die rüstungspolitische Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland.32)

In den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte sich die enge Beziehung zu den USA, die bis heute eine Kernkomponente von Israels Sicherheit darstellt. Die USA garantieren seither Israels (technische) militärische Überlegenheit durch beträchtliche Militärhilfen und exklusiven Zugang zu den modernsten US-Waffensystemen (wie beispielsweise dem nagelneuen F-35-Kampfjet). Im Gegenzug agiert Israel als wichtigster Verbündeter der USA im Nahen Osten. Zudem arbeiten beide Länder an gemeinsamen Rüstungsprojekten.33)

Jüngst geriet diese Konstante in Israels Sicherheitspolitik jedoch ins Wanken. Ab Oktober/November 2011 ging aus Reden von US-Präsident Barak Obama,34) Außenministerin Hillary Clinton35) und National Security Advisor Tom Donilon36) hervor, dass sich die USA zukünftig verstärkt dem asiatisch-pazifischen Raum zuwenden würden („pivot to Asia“), um gegen China Gegenmachtbildung zu betreiben.

Dies ließ Israel erschrocken aufhorchen. Doch abseits der Rhetorik und trotz der diplomatischen Initiative zur Etablierung der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) sind die USA noch immer äußerst präsent im Nahen Osten. Dies hängt zum einen mit dem Wechsel im State Department zusammen. Im Gegensatz zu Clinton sah John Kerry den Nahen und Mittleren Osten als sein primäres Aufgabenfeld.37) Zum anderen machten der so genannte Arabische Frühling und der syrische Bürgerkrieg Obama einen Strich durch die Rechnung.

Nolens volens musste sich die Administration mit dem Nahen Osten beschäftigen. Obamas Nahostpolitik war daher von einer gewissen Widerwilligkeit geprägt: „leading, if possible, from behind, attacking, if necessary from above, and watching from the side.“38) Dies waren die Verhaltensmaxime der regionalen US-Politik.

In Jerusalem bewertete man die beiden wichtigsten US-Initiativen im Nahen Osten - die Atom-Verhandlungen mit dem Iran und die Friedensinitiative im israelisch-palästinensischen Konflikt - als noch gefährlicher als die Zuwendung gegen Asien.39) Auch auf der persönlichen Ebene wurden die bilateralen Beziehungen auf eine außerordentliche Bewährungsprobe gestellt: Obama und Israels Premier Benjamin Netanjahu fanden keinen Draht zueinander. Trotz erheblicher Differenzen mit Blick auf die US-Kritik an Israels Siedlungspolitik und Israels Protest gegen die Verhandlungen mit dem Iran rückte Washington bislang nicht von der finanziellen und rüstungspolitischen Unterstützung Israels ab.40)

 

Schlussbetrachtungen und aktuelle Trends

Israels Sicherheitsbedrohungen lassen sich im zeitlichen Verlauf in drei Phasen einteilen:

 

1. Existenzkampf und Konsolidierung (1948-1967)

In der Gründungsphase stand Israels Existenz auf dem Spiel - besonders in der Anfangsphase des Unabhängigkeitskrieges. Erst nachdem die IDF die arabischen Armeen zurückgeschlagen und zu Waffenstillständen gezwungen hatten, begann eine Phase der Konsolidierung. Die Grenzen Israels waren jedoch militärisch schwer zu verteidigen. Zudem blieb die Sicherheitslage angespannt.

 

2. Regionale Dominanz (1967-1979)

Im Sechstagekrieg erfocht Israel einen außergewöhnlichen Sieg, der die geostrategische Lage und das Kräftegleichgewicht im Nahen Osten nachhaltig veränderte. Israel wurde zur regionalen Großmacht. Die staatliche Existenz war damit gesichert. Mit den territorialen Eroberungen sicherte sich Israel zudem leichter zu verteidigende Grenzen und strategische Tiefe; der Nutzen offenbarte sich beim ägyptisch-syrischen Überraschungsangriff 1973. Durch den Friedensvertrag mit Ägypten konnte zudem der gefährlichste Gegner neutralisiert werden. Die Isolation Israels in der Region war damit beendet.

 

Phase 3: Aufstieg nichtstaatlicher Akteure zur primären Bedrohung (seit den 1980er-Jahren)

Nach dem Friedensvertrag mit Kairo nahm die Gefahr staatlicher Kriege gegen Israel ab, denn ohne den mächtigsten arabischen Staat waren die anderen Nachbarstaaten zu keinem erfolgversprechenden Angriff fähig. Damit wurde in den 1980er-Jahren die Bedrohung durch palästinensische Terrororganisationen und die Hisbollah zum primären Sicherheitsproblem.

Die aktuelle Situation setzt den Trend der primären Bedrohung durch irreguläre Akteure fort. Das Assad-Regime ist als potenzielle Bedrohung vorerst ausgeschieden; der Libanon stellt als staatliche Entität keine ernsthafte Sicherheitsbedrohung dar; Ägypten ist derzeit mit dem Kampf gegen den IS-Ableger im Sinai beschäftigt. Ein konventioneller zwischenstaatlicher Krieg ist daher für Israel derzeit unwahrscheinlich.

Die Schwächung der arabischen Staaten schafft ein Vakuum, das die nichtstaatlichen Akteure ausfüllen. Dies führte auch zu einer Verstärkung ethnischer und religiöser Identitäten. Die daraus erwachsenden Bedrohungsszenarien für Israel sind unübersichtlich. Auf der jährlichen Sicherheitskonferenz des israelischen Think Tanks Institute for National Security Studies (INSS) im Januar 2016 offenbarte Israels Führung fundamental unterschiedliche Einschätzungen der gegenwärtigen Sicherheitsrisiken. Einigkeit herrscht darüber, dass sich der Nahe Osten auch zukünftig unvorhersehbar verändern wird und dies Israel ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsvermögen abringen wird.41)

IDF-Stabschef Gadi Eizenkot sieht derzeit die Hisbollah als die größte Bedrohung. Die IDF gehen davon aus, dass der Südlibanon von der Hisbollah in eine ausgeklügelte Kampfzone mit unterirdischen Gefechtsständen und Tunneln auf israelisches Territorium ausgebaut wurde. Ferner verfügt die Terrororganisation über 100.000 Kurzstreckenraketen und Hunderte Raketen, die ganz Israel erreichen können.42)

Daneben könnte sich der IS als zukünftige Bedrohung entwickeln. Es ist zu befürchten, dass die Organisation Nachahmer im palästinensischen Lager findet. Israels Präsident Reuven Rivlin bestätigte dies in seiner Rede auf der INSS-Konferenz: „Daesh [IS is already here and influencing Israeli Arabs.“ Darüber hinaus besteht die akute Gefahr, dass der IS Jordaniens Regime destabilisieren könnte.

Auch das IS-Franchise auf der Sinaihalbinsel Wilayat Sinai, das Kairo schwer zusetzt, könnte sich als sicherheitspolitisches Problem erweisen. Die IDF gehen davon aus, dass sich die Gruppe auch Israel zuwenden wird. Zumal IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi im Dezember 2015 Israel explizit gedroht hatte: „Palestine will not be your land or your home. […] It will be a graveyard for you.“43)

Die Hamas stellt weiterhin eine akute Bedrohung dar. Die Terrororganisation arbeitet intensiv am Wiederaufbau des Tunnelnetzwerks. Die nächste Eskalation am Gazastreifen ist nur eine Frage der Zeit.44)

2015 verstärkten sich die Sicherheitsprobleme im Westjordanland und in Jerusalem. Seit September kam es beinahe täglich zu Messerattentaten und Autoattacken auf israelische Sicherheitsbeamte und Zivilisten.45) Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich dabei fast ausschließlich um Einzeltäter handelt, die allenfalls eine lose Verbindung zu Terrororganisationen pflegen. Gadi Eisenkot sprach von einer „intifada of individuals“. Die israelischen Sicherheitskräfte haben daher große Probleme, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.46)

Teheran stellt derzeit die größte staatliche Bedrohung für Israel dar. Das Regime unterstützt nicht nur maßgeblich Syriens Assad, die Hamas und Hisbollah, sondern stellt mit seinem Atomprogramm auch ein potenziell existenzgefährdendes Risiko für Israel dar. Mit der Annahme der Verhandlungen und dem Ende der Sanktionen im Januar 2016 werden dem Iran wieder erhebliche finanzielle Mittel zufließen. Es steht zu befürchten, dass Teheran diese auch zur Aufrüstung und Unterstützung seiner Verbündeten nutzen wird. Was nach Auslaufen des Deals in 15 Jahren passiert, ist unklar. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines Rüstungswettlaufs am Golf. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gelten schon jetzt als die größten Waffenimporteure. Israel muss daher auf der Hut sein, im regionalen Kräftegleichgewicht nicht ins Hintertreffen zu geraten.47)



ANMERKUNGEN:

1) Vgl. Ahron Bregman: Israel’s Wars. A History since 1947, London/New York 2010, S.27-33.

2) Vgl. Bregman, a.a.O., S.23-26. Martin van Creveld: The Sword and the Olive. A Critical History of the Israeli Defense Forces, New York 2002, S.78.

3) Innerhalb der arabischen Anti-Israel-Allianz standen sich der haschemitische Block mit Jordanien und dem Irak und der anti-haschemitische Block mit Ägypten, Syrien und dem Libanon gegenüber. Hintergrund war das Vorhaben des jordanischen Monarchen Abdullah I., ein „Großsyrisches Reich“ zu etablieren, das Jordanien, Syrien, den Libanon und den arabischen Teil Palästinas umfassen sollte. Die Eroberung der West Bank sollte den ersten Schritt dazu markieren. Ägypten, Syrien und der Libanon sahen darin eine unmittelbare Bedrohung. Vgl. Reeva S. Simon: The Hashemite Conspiracy: Hashemite Unity Attempts, 1921-1958. In: International Journal of Middle East Studies 3/1974, S.316f. John Major: The Search for Arab Unity. In: International Affairs 4/1963, S.552.

4) Vgl. Martin van Creveld: The Land of Blood of Honey. The Rise of Modern Israel, New York 2010, S.66.

5) In den Grenzen des UNO-Teilungsplans von 1947 hätte Israel ungefähr 500.000 Juden und 400.000 Araber beheimatet. Über 100.000 Juden hätten sich in Siedlungen außerhalb des jüdischen Staates wiedergefunden. Nach Ende der Feindseligkeiten befanden sich beinahe alle jüdischen Siedlungen innerhalb des israelischen Staatsgebietes. Es verblieben lediglich rund 92.000 Araber auf dem israelischen Staatsgebiet. Vgl. Avi Shlaim: The Iron Wall. Israel and the Arab World, London 2001, S.25, 54.

6) Tagebucheintrag Ben-Gurions vom 26./27. November 1948 zit. n. Bregman, a.a.O., S.41f.

7) Die Waffenlieferungen umfassten 90-100 MiG-15 Kampfjets, 48 Iljuschin-28 (mittelschwere Bomber), 20 Iljuschin-14 Transportflugzeuge, 170 T-34 und 60 Stalin-3 Panzer, 200 BTR Schützenpanzer, 100 SU-100 Anti-Panzer-Geschütze, 80 122-mm Haubitzen, 440 Feldgeschütze verschiedener Kaliber, 34 schwere Flakgeschütze, 2 Zerstörer, 4 Minensuchboote, 12 Torpedoboote und 6 U-Boote. Vgl. Mordechai Bar-On: The Gates of Gaza. Israel’s Road to Suez and Back, 1955-1957, Basingstoke/Hampshire 1995, S.16f.

8) Vgl. Bregman, a.a.O., S.48-59.

9) Vgl. Shlaim, a.a.O., S.183-185. Van Creveld, a.a.O. S.153.

10) Vgl. Ami Gluska: „The War over Water“ during the 1960. In: Mordechai Bar-On: A Never-Ending Conflict, A Guide to Israeli Military History, Westport 2004, S.119-131. Bregman, a.a.O., S.63-73.

11) Vgl. Edgar O’Ballance: The Third Arab-Israeli War, London 1972, S.40. Eric Hammel: Six Days in June, New York 2003, S.59f.

12) Vgl. Bregman, a.a.O., S.84-92.

13) Vgl. Mark Tessler: A History of the Israeli-Palestinian Conflict, Bloomington 2009, S.399-404.

14) Vgl. Martin van Creveld: Military Lessons of the Yom Kippur War: Historical Perspectives, The Washington Papers, 24/1975, S.12-20. Zeev Maoz: Defending the Holy Land. A Critical Analysis of Israel’s Security and Foreign Policy, Ann Arbor 2009, S.149-159. Marcel Serr: Angriff an Jom Kippur. Israels nationales Trauma. In: Österreichische Militärische Zeitschrift, 6/2013, S.668-678.

15) Vgl. Benny Morris: Israel’s Border Wars 1949-1956, Oxford 1993, S.28, 32, 49-54, 70, 83-85, 262, 419f. Benny Michelsohn: Insurgency and Counterinsurgency in Israel, 1965-1985. In: Mordechai Bar-On: A Never-Ending Conflict, Westport 2004, S.179-192.

16) Vgl. Shlaim, a.a.O., S.395-418. Eyal Zisser: The 1982 „Peace for Galilee“ War: Looking Back in Anger - Between an Option of a War and a War of No Option. In: Mordechai Bar-On: A Never-Ending Conflict, Westport 2004, S.193-210.

17) Vgl. Reuven Aharoni: The Palestinian Intifada, 1987-1991. In: Mordechai Bar-On: A Never-Ending Conflict, Westport 2004, S.211-230. Bregman, a.a.O., S.179-203.

18) Vgl. Shaul Shay: „Ebb and Flow“ versus „The al-Aqsu Intifadah“: The Israeli-Palestinian Conflict, 2000-2003. In: Mordechai Bar-On: A Never-Ending Conflict, Westport 2004, S.231-250. Giora Eiland: The IDF in the Second Intifada. In: INSS-Strategic Assessment 3/2010, S.27-37. Bregman, a.a.O., S.204-251.

19) Vgl. Bregman, a.a.O., S.252-292. David E. Johnson: Hard Fighting. Israel in Lebanon and Gaza, Santa Monica u.a. 2011, S.9-94.

20) Vgl. Marcel Serr: Das israelische Iron Dome-System. In: Europäische Sicherheit und Technik 2/2014, S.66-67. Marcel Serr: Israels Sicherheit an der Heimatfront. West Bank und Gazastreifen. In: Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 5/2014, S.18-19.

21) Marcel Serr: Israels Operation „Protective Edge“. Militärische Herausforderungen und Innovationen. In: Europäische Sicherheit und Technik 10/2014, S.109-111. Marcel Serr: Operation Protective Edge. In: Allgemeine Schweizer Militärzeitschrift 12/2014, S.26-27.

22) Vgl. Benedetta Berti: The Syrian Civil War and Its Consequences for Hezbollah, www.fpri.org/articles/2015/12/syrian-civil-war-and-its-consequences-hezbollah, abgerufen am 28.1.2016. Darien Cavanaugh: Hezbollah may come out of the Syrian Civil War stronger than ever, http://warisboring.com/articles/hezbollah-may-come-out-of-the-syrian-civil-war-stronger-than-ever, abgerufen am 28.1.2016.

23) Vgl. Shlomo Brom: Israel and the Islamic State. In: Yoram Schweitzer/Omer Einav: The Islamic State: How Viable is it?, Tel Aviv 2016, S.187-195.

24) Lally Weymouth: Israeli defense minister: Iranian nuclear agreement is „a very bad one“, https://www.washingtonpost.com/opinions/israeli-defense-minister-iranian-nuclear-agreement-is-a-very-bad-one/2015/06/02/9903f980-0886-11e5-a7ad-b430fc1d3f5c_story.html, abgerufen am 26.1.2016.

25) Ob Israel über militärische nukleare Fähigkeiten verfügt, wird von Israels Regierung weder dementiert noch bestätigt. Viele Beobachter halten es für aber sehr wahrscheinlich. Mit dem Besitz der U-Boote der Dolphin-Klasse verfügt Israel vielleicht über eine nukleare Zweitschlagfähigkeit. Siehe Avner Cohen: Israel and the Bomb, New York 1998. Marcel Serr: Israels Marine - Eine Einführung in Fähigkeiten und aktuelle Herausforderungen. In: Allgemeine Schweizer Militärzeitschrift, 7/2015.

26) Vgl. Marcel Serr: Blaupause für den Iran? Israels Luftschläge gegen die Atomprogramme des Irak und Syriens. In: Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 3/2014, S.18-21.

27) Namentlich die Shahab 3. Siehe: http://missilethreat.com/missiles/shahab-3/, abgerufen am 2.2.2016.

28) Vgl. Richard Nephew: Based on breakout timelines, the world is better off with the Iran nuclear deal than without it, www.brookings.edu/blogs/markaz/posts/2015/07/17-iran-breakout-nephew, abgerufen am 24.1.2016. David E. Sanger/Michael R. Gordon: Future Risks of an Iran Nuclear Deal, New York Times, http://www.nytimes.com/2015/08/24/world/middleeast/in-pushing-for-the-iran-nuclear-deal-obamas-rationale-shows-flaws.html, abgerufen am 27.1.2016.

29) Zur Frage, ob Israel chemische Kampfstoffe besitzt oder besessen hat siehe Matthew M. Aid: Does Israel have Chemical Weapons too?, http://foreignpolicy.com/2013/09/10/exclusive-does-israel-have-chemical-weapons-too, abgerufen am 20.12.2015.

30) Vgl. Gerald Steinberg: Israeli Responses to the Threat of Chemical Warfare. In: Armed Forces and Society 1/1993, S.86-88.

31) Siehe Jerry Lewis: Syria is a Chemical Weapons Free-for-All. Happy Holidays, http://foreignpolicy.com/2015/11/30/syria-is-a-chemical-weapons-free-for-all-happy-holidays, abgerufen am 3.2.2016.

32) Vgl. Marcel Serr: Bilateral Arms Cooperation - Roots of German-Israeli Relations. In: Israel Journal of Foreign Affairs 2/2015, S.213-225.

33) Vgl. Steffen Hagemann: Israel, Schwalbach/Ts. 2013, S.197-201. Michael Eisenstadt/David Pollock: Friends with Benefits, Why the U.S.-Israeli Alliance Is Good for America, Foreign Affairs, www.foreignaffairs.com/articles/2012-11-07/friends-benefits, abgerufen am 1.2.2016.

34) Remarks by President Obama tot he Australian Parliament, https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2011/11/17/remarks-president-obama-australian-parliament, abgerufen am 1.2.2016.

35) Vgl. Hillary Clinton: America’s Pacific Century, http://foreignpolicy.com/2011/10/11/americas-pacific-century, abgerufen am 2.2.2016.

36) Remarks by Tom Donilon, The United States and the Asia-Pacific in 2013, www.whitehouse.gov/the-press-office/2013/03/11/remarks-tom-donilon-national-security-advisor-president-united-states-an, abgerufen am 30.1.2016.

37) Gideon Rachman: The year the US pivoted back tot he Middle East, www.ft.com/intl/cms/s/0/cad2fc6e-671e-11e3-a5f9-00144feabdc0.html#axzz3ySlI7bOS, abgerufen am 3.2.2016.

38) Oded Eran/Zvi Magen: Israel and the Leading International Actors, S.31.

39) Vgl. David Rothkopf: The Middle East’s Pivot to Asia, http://foreignpolicy.com/2015/04/24/the-middle-easts-pivot-to-asia-china, abgerufen am 3.2.2016.

40) Vgl. Oded Eran/Zvi Magen/Shimon Stein: International Involvement in the Middle East. In: Anat Kurz/Shlomo Brom: Strategic Survey for Israel 2014-2015, Tel Aviv 2015, S.135-139.

41) Der Autor besuchte die Konferenz. Für die Video Galerie siehe www.inss.org.il/index.aspx?id=4479, abgerufen am 3.2.2016.

42) Judah Ari Gross: IDF officers: Islamic State will turn its attention to Israel, www.timesofisrael.com/idf-officers-islamic-state-will-turn-its-attention-to-israel/, abgerufen am 3.2.2016.

43) Ebenda.

44) Avi Issacharoff: Gaza prepares for war, www.timesofisrael.com/gaza-prepares-for-war, abgerufen am 3.2.2016.

45) Zwischen dem 13.9.2015 und 20.1.2016 wurden in 170 Terroranschlägen 29 Israelis getötet und 289 verwundet. Für aktuelle Informationen http://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Palestinian/Pages/Wave-of-terror-October-2015.aspx#, abgerufen am 3.2.2016.

46) Siehe Gili Cohen: Israeli Army Expects Escalation in West Bank in Absence of Calming Efforts, www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.699668, abgerufen am 3.2.2016. Kobi Michael: The Eruption of Violence in the Palestinian Arena. In: Strategic Survey for Israel 2015-16, Tel Aviv 2016, S.73-78.

47) Vgl. Azriel Bermant/Yoel Guzansky: Iran Deal Reigniting Israeli Fears Over U.S. Arms Sales to Gulf States, www.haaretz.com/opinion/.premium-1.673576, abgerufen am 3.2.2016.