Bericht zum LVAk Symposion 2017

„Der Nationalstaat in Zeiten der Krise“

Dienstag, 10. Oktober 2017

Das jährliche Symposion der Landesverteidigungsakademie ist einer der Höhepunkte im akademischen Jahr und dient dem Austausch von Erfahrungen, Wissen und Ideen der einzelnen Institute der Akademie in Kooperation mit wichtigen Partnerinstitutionen, wie der Kommandant, Generalleutnant Erich Csitkovits, in seinen Eröffnungsworten hervorhob. Im Rahmen des LVAk-Symposion2017 wurden aktuelle Problemstellungen rund um das Thema „Der Nationalstaaten in Zeiten der Krise“ in Bezug auf Österreich und die Zukunft der Europäischen Union aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert.

 

Dem nationalstaatlichen Konzept steht in der heutigen Zeit der voranschreitenden internationalen Vernetzung eine Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Sechs interdisziplinäre Arbeitsgruppen versuchten Antworten auf folgende Fragestellungen zu präsentieren: Was macht einen Nationalstaat aus und worin liegen seine Werte? Wie entsteht staatliche Identität? Welche Bedeutung oder Berechtigung haben Grenzen heute noch und welche historische Entwicklungen bzw. rechtliche Elemente wirken hier ein? Ist der Nationalstaat in Zeiten der Globalisierung noch eine Option bzw. gibt es Alternativen und inwiefern beeinflusst die Digitalisierung der Kommunikation Staat und Gesellschaft?

 

Darüber hinaus wurden Perspektiven nationalstaatlichen Handelns in internen und externen Krisensituationen behandelt sowie untersucht, wie Organisierte Kriminalität, Korruption und Terrorismus Staaten bedrohen, welche Maßnahmen dagegen eingesetzt werden können und warum Staaten mehr bzw. weniger Resilienz gegen diese sich gegenseitig verstärkenden Phänomene erweisen. Im Zusammenhang mit den Handlungsoptionen wurden Chancen und Risiken der Metadomain „Cyber“ diskutiert. Dabei wurde anhand von Beispielen dargestellt, wie generiertes Wissen erfasst, kategorisiert und als hochwertiger Datenbestand strategisch eingesetzt und wie gezielt Präventivmaßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur vorgenommen werden können

 

Aufgrund zunehmender transnationaler Herausforderungen scheint der Nationalstaat gerade wegen seiner klassischen Ordnungsfunktion weiterhin ein bewährter Bezugspunkt zu sein. Trotz vielmals gewünschter Transnationalität und oft geäußerten Kritik an Renationalisierungstendenzen kann  so der Tenor der Arbeitsgruppen  offensichtlich nicht auf den Wert des Nationalstaats verzichten. Die Europäische Union scheint (noch) nicht in der Lage zu sein, den Nationalstaat zu ersetzen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass in vielen Bereichen, etwa der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, eine verstärkte europäische Perspektive zielführend sei, wobei die Stärken der einzelnen Staaten miteinbezogen werden solltenInsgesamt bleibt internationale Kooperation essentiell, um gerade in schwierigen Zeiten anstehende Aufgaben gemeinsam meistern zu können.

 

Ein Blick auf das Podium

Der Historiker, Dr. Felix Schneider, bei seinen Ausführungen

Oberst Klaus Mak, Leiter der Abteilung Zentraldokumentation und Information