Die Schlacht am Lomba:

„Operation Moduler“ als erste Phase der Kämpfe bei Cuito Cuanavale

(August-Dezember 1987)

Stefan Goertz

Zwischen August 1987 und März 1988 tobte im südöstlichen Angola die größte Materialschlacht, die der Kontinent seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hatte. Im Kontext des Kalten Krieges und des angolanischen Bürgerkrieges prallten die Stellvertreter der jeweiligen Blöcke aufeinander. Es war gleichzeitig, zusammen mit Afghanistan, der letzte Kriegsschauplatz des systemischen Konfliktes. Das Ergebnis der Militäroperationen, das New Yorker Friedensabkommen vom 22. Dezember 1988, leitete nicht nur die Unabhängigkeit Namibias ein, sondern wirkte sich auch maßgeblich auf die politischen Entwicklungen in Südafrika aus. Der folgende Beitrag schildert den ersten Teil der Operationen zwischen den Ufern des Lomba und dem Ort Cuito Cuanavale.

 

 

Einige grundsätzliche militär­theoretische
Anmerkungen zu Begriff und Einordnung
des Erfolges bei der Aufstandsbewältigung

Dirk Freudenberg

 

Erfolg wird im Zusammenhang mit Aufstandsbekämpfung mitunter als ein nebulöses Konzept bezeichnet, das oftmals unzusammenhängend eher die intellektuelle Voreingenommenheit des Betrachters reflektiert als die Prioritäten der Irregulären selbst oder auch deren Anhänger.

 

 

 

 

Die strategische Bedeutung der Entwicklung in der Sahelzone

Hannelore Kußerow/Arno Meinken/Nikolaus Scholik

 

Die seit Jahren anhaltende und sich verschärfende Situation in der Sahelzone stellt eines der mittel- bis langfristig schwierigsten Probleme für den afrikanischen Kontinent selbst wie die an der Gegenküste liegende EU - oder, je nach Betrachtungsweise, auch die europäischen Nationalstaaten - dar.

Die Autoren dieses interdisziplinären Artikels haben sich in entsprechender Vorbereitung im Rahmen des CNSS (Clausewitz Netzwerk für Strategische Studien, Hamburg, an der Führungsakademie der Bundeswehr angesiedelt) intensiv mit der Problematik auf den Ebenen Ressourcenverknappung, Bevölkerungsexplosion, Extremismus und deren sicherheitspolitische Bedeutung für Europa beschäftigt.

 

 

 


Militärische Nachdenker, Vordenker, Querdenker für den Aufbau westdeutscher Streitkräfte
(Teil 2)

Wulf-W. Lapins


Am 26. Oktober 1950 bot Bundeskanzler Adenauer Theodor Blank die Position eines „Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen“ zu übernehmen.

 

 

 

Militärische Nachdenker, Vordenker, Querdenker für den Aufbau westdeutscher Streitkräfte 
(Teil 1)

Wulf-W. Lapins


Dieser Beitrag versucht, einen Überblick über verschiedene, oft in Form von Denkschriften präsentierte verteidigungspolitische Konzeptionen in (West-)Deutschland nach 1945 zu geben. Er stellt damit eine - thematisch begrenzte - deskriptive Einzeluntersuchung dar. Im Zuge der Bearbeitung gefundene neuere Quellen erweitern und ergänzen die bisherigen Wissensbestände und sollen damit einen leichteren Zugang zu einem militärhistorisch und sicherheitspolitisch wichtigen Kapitel aus der Vorgeschichte der Bundeswehr öffnen, das oftmals nicht so bekannt ist.

 

 

Der ewige Krieg in Palästina

Führt die Kosovo-Strategie aus dem Konflikt?

Corinna Metz

 

In der Westbank sind Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und jüdischen Siedlern bzw. israelischen Sicherheitskräften auf der Tagesordnung. Im Gazastreifen stellen palästinensische Extremisten eine ständige Bedrohung für die Sicherheit des Staates Israel dar, den sie regelmäßig mit Raketen beschießen. Alle paar Jahre eskaliert die Situation. Dann führen Israel und islamistische Extremisten ihren routinemäßigen Krieg auf Kosten der Zivilbevölkerung von Gaza - ein zynisches „business as usual“.

 

 


Schutz der Grenzen und Grenzeinsätze des Bundesheeres

von Horst Pleiner


Lieb Vaterland magst ruhig sein

 

Der „Schutz der Grenzen“ wurde im ersten Wehrgesetz § 2 Abs.1 lit. a) vom 9. September 1955 dem österreichischen Bundesheer (öBH) als „militärischer“ Auftrag erteilt. Daneben fanden sich noch Aufträge zur Mitwirkung bei der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Inneren (§ 2 Abs. 1 lit. b) und zur Hilfeleistung im Unglücks- und Katastrophenfall außergewöhnlichen Umfanges (§ 2 Abs. 1 lit. c).


 

 

 

Sittliche Verantwortung versus die „Majestät des Rechts“ 


Politik- und rechtstheoretische Anmerkungen zu einem ewig aktuellen Spannungsverhältnis von Verpflichtung und Ungehorsam

Dirk Freudenberg

 „Der sittliche Wert eines Menschen beginnt erst dort, wo er bereit ist, für seine Überzeugung sein Leben hinzugeben.“


 

 

 

Anmerkungen zur Funktionsfähigkeit des Bundesheeres des Deutschen Bundes bis 1866

Eberhard Birk

 

Inwiefern die Geschichte eine gute Lehrmeisterin ist, wurde zu allen Zeiten unterschiedlich bewertet. Fest steht: Wer ohne deren Kenntnis Nationen und Kulturen, Staaten und Gesellschaften kontextlos mit der Richtungsangabe „Zukunft“ in Gang setzen wollte, erlitt meist Schiffbruch. Indes: Den Ratschlag der Geschichte einzuholen, muss auch nicht immer erfolgreich sein, v.a. dann nicht, wenn sie nicht - bezogen auf perspektivische Ableitungen - in Weite, Tiefe und Kontext studiert und analysiert wird. Ein besonderes Interesse an dieser Art von Fragestellungen hatten schon immer die Militärs, insbesondere dann, wenn sie mit neuartigen Herausforderungen konfrontiert wurden.

 

 

Der deutsche Dschihad - eine Bestandsaufnahme

Michail Logvinov

Am 26. Januar 2012 hat das US-Außenministerium drei aus Deutschland stammende Islamisten auf die Liste der internationalen Terroristen gesetzt. Es handelt sich um die Brüder Yassin und Monir Chouka aus Bonn und den Deutsch-Türken Mevlüt Kar aus Ludwigshafen. Der amerikanische Präsident Barack Obama soll zudem laut Medienberichten die Gebrüder Chouka zum Abschuss durch CIA-Drohnen freigegeben haben. Die Brüder Chouka gelten dabei als Kämpfer, Rekrutierer, Logistiker und Propagandisten für die in Pakistan und Afghanistan agierende „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU).

 

 

 

 

Idealtypische Planungsfehler

Analyse der Planungen für die Phase

Post-Hostilities der Operation Iraqi Freedom 2001-2004

 

 

 

von Karoline Resch


D. S. Geller und J. D. Singer haben bereits im Jahr 1998 in ihrem Buch „Nations at War. A Scientific Study of International Conflict“ festgestellt, dass „individual-level ego-defensive mechanisms“ im Gruppenrahmen bei Entscheidungen verstärkt werden.

 

 

Die neue PKK

Zwischen Extremismus, politischer Gewalt und strategischen Herausforderungen (Teil 2)

Walter Posch

 

Zwei Geschehnisse, die zwischen dem Abschluss des Manuskriptes dieser zweiteiligen Studie Mitte Dezember 2015 und ihrer Drucklegung stattfanden, sind für unsere Analyse der Ideologie und Organisationstrukturen der PKK/KCK von Bedeutung: Erstens die Publikation der geheimen (!) Gespräche zwischen Öcalan, kurdischen Politikern und Vertretern der türkischen Regierung aus den Jahren 2012-2014 und zweitens die Beschlüsse des DTK-Kongresses vom 27. Dezember 2015 (zur DTK siehe den ersten Teil dieser Studie).

 

 

 

Der Stratege des 21. Jahrhunderts

Die Renaissance prinzipienorientierter Strategielehre

Gunter Maier

 

Die Welt ist im Wandel. Betrachtet man das aktuelle Geschehen beispielsweise im Nahen Osten, so stellt man fest, dass die Konflikte unserer Zeit nicht mehr vergleichbar sind mit den Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte. Der Krieg des IS, der Syrienkonflikt, der Irakkrieg und natürlich auch die Flüchtlingskrise etc. - alles sind Konflikte und Phänomene, die miteinander in Verbindung stehen, und das ist ein bedeutender Unterschied zu früher. Es ist nicht mehr möglich, getrennte Lösungen für separate Probleme zu finden. Die Schwierigkeit der nächsten Jahre wird darin bestehen, die multikausalen Gefüge, die dem politischen Geschehen zugrunde liegen, inklusive ihrer Interdependenzen zu erfassen und zu verstehen. 

 

 

 

 


Die neue PKK

Zwischen Extremismus, politischer Gewalt und strategischen Herausforderungen (Teil 1)

Walter Posch

 

Im Gegensatz zu ihrer Bedeutung für die politische Entwicklung in der Türkei und zur inneren Sicherheit in Europa wurde der verbotenen „Arbeiterpartei Kurdistans - PKK“ nur selten wissenschaftliches Interesse zuteil. Darüber hinaus leiden die meisten Arbeiten daran, dass ihre Autoren sich entweder als Gegner oder Apologeten der Organisation positionieren.


 

 

 

 

Wir steigen nicht wieder in denselben Fluss 

Eine neue europäische Ostpolitik muss realistische Russlandpolitik sein (Teil 2)

Wulf-W. Lapins

 

Deutschlands Sicherheit wird nicht am Dnjepr verteidigt

Der damalige deutsche Verteidigungsminister Peter Struck erklärte auf einer Pressekonferenz am 5. Dezember 2002 zur Weiterentwicklung der Bundeswehr: „Dann zur Frage Verteidigung (...) Ich will jetzt nicht so weit bis zum Hindukusch gehen, aber theoretisch könnte man schon sagen, die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ 

 

 

 

 

Wir steigen nicht wieder in denselben Fluss 

Eine neue europäische Ostpolitik muss realistische Russlandpolitik sein (Teil 1)

Wulf-W. Lapins

 

„Paix impossible, guerre improbable“ - „Frieden unmöglich, Krieg unwahrscheinlich“. So charakterisierte 1947 der große französische Intellektuelle Raymond Aron das damalige sicherheitspolitische Notstandsgebiet Europa. Beim Blick auf die politische Weltlage von heute, kann nun ein Déjà-vu in einer noch schärferen Fasson auftreten: Die in den Dekaden nach 1945 vereinbarten regelbasierten, die internationale Ordnung stiftenden Strukturen durch multilaterale Organisationen sind nur so stark, wie die sie tragenden Akteure im Rahmen ihrer vielfältigen nationalen Interessen es auch zulassen wollen.

 

 

 

Staatsräson

Anmerkungen zu einem Begriff politischer Dynamik

Dirk Freudenberg

 

Die Berufung auf die „Staatsräson“ ist ein Antrieb politischen Handelns. Die Berufung auf „Handeln aus Staatsräson“ liegt jenseits religiös-ethischer Rechtfertigungen politischen Entscheidens und Handelns und begründet zugleich eine absolute politische Autonomie und Verantwortlichkeit. Sie manifestiert zugleich eine neue Möglichkeit zur politischen Entlastung beim Streben nach politischem Erfolg. Eine „Staatsräson“ mag hinsichtlich der Zielsetzungen und der Vorgehensweise politischen Handelns für jeden Staat und jede politische Ordnung in gewisser Weise determiniert sein; sie mag aber gleichwohl dem politischen Akteur als Begründung und Rechtfertigung dienen, auch jenseits des rechtlich Zulässigen - zumindest in dessen Grenzbereich - zu handeln ...

 

 

 

Visum est spectaculum

Die Gladiatorenspiele im Wechselspiel mit Militär und öffentlicher Sicherheit (Teil 2)

Christoph Ebner

 

Im ersten Teil des Beitrages wurde der Einfluss der Gladiatorenspiele und ihrer Protagonisten auf die Heeresreform an der Wende ins 1. Jahrhundert v.Chr. wie auch die römische Armee der Republik und frühen Kaiserzeit nachgezeichnet. Im Folgenden sollen nun weitere Zusammenhänge und Wechselwirkungen der Unterhaltungsindustrie mit Staat und Militär ins Zentrum der Untersuchung rücken. 

 

 

 

Visum est spectaculum

Die Gladiatorenspiele im Wechselspiel mit Militär und öffentlicher Sicherheit (Teil 1)

Christoph Ebner

 

Das Verhältnis der römischen Legionen zur „Unterhaltungsindustrie“, insbesondere den Gladiatorenspielen, erschöpfte sich keineswegs in der Muße der Soldaten und der räumlichen Verbindung von Lagern und Arenaovalen. Im Gegenteil manifestierte sich die durchwegs wechselhafte Beziehung u.a. etwa im Eid des Gladiators, der sich an demjenigen des Legionärs orientierte, wie auch an dem sehr unterschiedlichen Nutzen, den Feldherren und Kaiser besonders auch in Krisenzeiten aus der Spielewirtschaft zogen. 

 

 

 

Operations Research als hochdimensionales Komplexitätsmanagement

Modernes Operations Research zur Unterstützung von Planungsaufgaben und Prozessoptimierung innerhalb des Kompetenzzentrums COMTESSA

Stefan Pickl

 

Operations Research (OR) ist eine junge wissenschaftliche Disziplin, die darauf abzielt, Entscheidungsprobleme zu lösen. Grundlage sind dabei Situationen, in denen Entscheidungsträger eine Entscheidung unter Unsicherheit bzw. Risiko treffen sollen, wozu sie sich der verschiedenen Methoden des OR bedienen, um das Problem systematisch abzubilden und zu analysieren. Auf diesen analytischen Aspekt wird besonders in dieser Darstellung eingegangen.

 

 

 


János Bolyai (1802-1860)

k.k. Geniehauptmann und der Mozart der Mathematik (Geometrie)

von Harald Pöcher

Der ungarische Mathematiker und k.k. Geniehauptmann János Bolyai legte Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner als „nicht-euklidische Geometrie“ bekannten absoluten Geometrie des Raumes den Grundstein für eine neue Ära in der Mathematik und Geometrie. Seine Entdeckungen bildeten den Ausgangspunkt für neue Wissenschaftsdisziplinen und sind auch eine wesentliche Grundlage für die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein. Zu Lebzeiten hatte er nicht die internationale Anerkennung erhalten, heute jedoch gilt János Bolyai als einer der wichtigsten Mathematiker (Geometriker) der Menschheitsgeschichte.

 

 

 

Soziologische Analyse der Evolution der russischen Militärelite im 21. Jahrhundert

von Igor V. Obraztsov

 

Die vorliegende Arbeit basiert auf den Ergebnissen einer soziologischen Untersuchung von Absolventen der Generalstabsakademie der russischen Streitkräfte aus den Jahren 2000 – 2008 mit einem Sample von N=885 Befragten.
Folgende Merkmale hochrangiger russischer Offiziere wurden untersucht: sozio-demografische Eigenschaften, Mentalität, Werthaltungen sowie ihre Motivation im Studium bzw. im Militärdienst.
Folgende Hypothese wird formuliert und bestätigt: die Strukturen der russischen Streitkräfte unterliegen einem Veränderungsprozess, ebenso wie die letzten Offiziers-Generationen; „sowjetische Offiziere“ werden durch „russische Offiziere“ ersetzt. Der Unterschied zwischen diesen Generationen hat nicht nur zeitlichen Charakter – während der Sowjet-Ära absolvierten „sowjetische Offiziere“ die Militärakademien und wurden als Berufsoffiziere eingesetzt, wohingegen „russische Offiziere“ denselben Prozess nach 1991 durchliefen – sondern es gibt auch eine Verschiebung im mentalen Charakter mit Veränderungen der Werthaltungen, der Einstellungen gegenüber politischen Geschehnissen im In- und Ausland, der politischen Orientierung sowie der Meinungen über politische und militärische Verbündete und Gegner.

 

 

Vor dem Bündnisfall in Ostasien?

Die USA und der chinesisch-japanische Inselstreit im Ostchinesischen Meer (Teil 2)

Martin Wagener

 

In Teil 1 des vorliegenden Beitrages sind die Eckdaten, Rechtsauffassungen, Handlungsmotive der Entscheidungsträger und Wirkkräfte der Auseinandersetzung um die Senkaku-/Diaoyu-Inseln dargestellt worden. Vor diesem Hintergrund sollen nun die eingangs aufgeworfenen Fragen beantwortet werden: Welche Rolle spielen die USA im chinesisch-japanischen Territorialkonflikt? Wie wahrscheinlich ist angesichts der jüngsten Zuspitzung der Lage im Ostchinesischen Meer die Ausrufung des amerikanisch-japanischen Bündnisfalls und wie könnte sich dieser entwickeln?

 

 

 

Vor dem Bündnisfall in Ostasien?

Die USA und der chinesisch-japanische Inselstreit im Ostchinesischen Meer (Teil 1)

Martin Wagener

 

Der Streit um die von Japan „Senkaku“ und von China „Diaoyu“ genannten Inseln im Ostchinesischen Meer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Spätestens seit September 2010, als es zu einem Zusammenstoß zwischen einem chinesischen Fischerboot und zwei Schiffen der japanischen Küstenwache gekommen war, befinden sich die beiden Großmächte Ostasiens in einem manifesten Territorialkonflikt. Dazu tragen auch unilaterale Maßnahmen bei, mit denen die Kontrahenten versuchen, die eigene Position zu festigen. Die japanische Regierung hat im September 2012 drei der umstrittenen Inseln von einem Privatbesitzer gekauft.

 

 

 

Der serbisch-kosovarische Konflikt: Wandel durch Annäherung?

Wulf-W. Lapins

 

Ziel dieser Studie ist es, ohne Verengungen auf legalistische, moralistische oder rein realpolitische Betrachtungen, die bei dieser Untersuchungsfragestellung durchaus jeweils möglich wären, einen Beitrag über die serbisch-kosovoalbanischen Normalisierungsbeziehungen zu liefern. Der Autor ist sich bewusst, dass der Stand der Kooperation aber noch nicht so weit fortentwickelt und verfestigt ist, um schon eine ausgereifte kritische Beurteilung vorzulegen. Vor diesem Hintergrund zeichnet die hier vorgelegte Politikanalyse auf der vorhandenen empirischen Basis nur erst den fortwährenden politischen Regelungsprozess nach.

 

 

 

 

 Japan im Ersten Weltkrieg

Harald Pöcher

 

Der japanische Beitrag zum Ersten Weltkrieg führte zu einer Neugestaltung des westpazifisch-ostasiatischen Raumes und schuf damit den Nährboden für die nachfolgenden Erschütterungen der europäischen Kolonialpolitik im Pazifik. Zum besseren Verständnis der weiteren Ausführungen muss auf die japanischen außenpolitischen Interessen vor dem Ersten Weltkrieg beziehungsweise auf die innenpolitischen Verhältnisse eingegangen werden.

Die Geschichte Japans am Vorabend des Ersten Weltkrieges

Nach mehr als 250 Jahren der Abschottung Japans vom Rest der Welt erzwang der US-Commodore Matthew C. Perry mit seinen modernen Dampfschiffen 1853 eine Öffnung des Landes.


 

 

 

Franz von Sickingen (1481-1523): Fehde als Beruf

Reinhard Scholzen

Die Übergangszeit vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit wird landläufig mit zahlreichen mehr oder weniger markanten Ereignissen und gesellschaftlichen Veränderungen verknüpft. Beispielhaft seien hier die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahr 1492 und die Eroberung Granadas im gleichen Jahr genannt. Darüber hinaus bildet das Ende des Oströmischen Reiches im Jahr 1495 ebenso eine Zäsur wie die Reformation - mit Luthers angeblichem Thesenanschlag von 1517 - und der Bauernkrieg von 1524-1526.

Die gleichzeitig erfolgten Wandlungen im sozialen Gefüge des Deutschen Reiches werden unter dem Gesichtspunkt der Zeitenwende häufig nachrangig behandelt. Hierzu zählen einerseits der Aufschwung der großen deutschen Handelsstädte mit einer in vielen Territorien feststellbaren Landflucht und andererseits der bereits im Hochmittelalter einsetzende Machtzuwachs der Territorialfürsten und der seit dem Spätmittelalter feststellbare Machtverfall des niederen Adels.

 

 

 

 

 

Zrínyi Miklós (1620-1664)

„Sors bona, nihil aliud“

Staatsmann, Poet, Feldherr und Gründungsvater der ungarischen Militärwissenschaften

Harald Pöcher

Zrínyi Miklós oder Zrinski Nikola wird in Ungarn und Kroatien als großer Sohn des Landes verehrt. Ihm zu Ehren wurden in Ungarn unzählige Denkmäler errichtet sowie Straßen und Plätze und die ungarische nationale Verteidigungsuniversität in Budapest „Zrínyi Miklós Nemzetvédelmi Egyetem (ZMNE)“ benannt. In Österreich ist Zrínyi Miklós weitgehend unbekannt, sieht man davon ab, dass in der Brigittenau in Wien eine kleine Gasse nach ihm benannt wurde.

 

 

 

Gesellschaft, Raum und Macht

Aufgaben, Defizite und Neues zur Kritischen Geopolitik (Teil 2)

Heinz Nissel
 

Erweiterung und Systematisierung der Dekonstruktion geopolitischer Leitbilder

Bilder und Gegenbilder im Kampf der Diskurse

Vorstellungen und (Vor-)Urteile des Eigenen und Fremden prägen die sehr unterschiedlichen geopolitischen Leitbilder und führen in der politisch-geographischen Analyse doch dazu, dass die gemeinsame Begründungsrhetorik eine (sprach)mächtige Allianz bildet. Sind in diesem Beitrag die „westlichen“ Leitbilder tonangebend, heißt dies nicht, dass die Gegenwelten keine besitzen und anwenden. Zwei Beispiele: Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist es gelungen, den geopolitischen Dauerbrenner Tschetschenien weitgehend von der Weltöffentlichkeit abzuschirmen, das Thema kommt in den (westlichen) Medien kaum mehr (sic) „zur Sprache“.

 

 

Gesellschaft, Raum und Macht

Aufgaben, Defizite und Neues zur Kritischen Geopolitik (Teil 1)

Heinz Nissel

 

Ist es sinnvoll und notwendig, dieses Thema nach vier Jahren erneut aufzugreifen? Ja, und dies aus mehreren Gründen.Einerseits ist die klassische, d.h. deterministische Geopolitik noch immer nicht tot, sondern feiert in einer Reihe von europäischen Think Tanks eine Renaissance, wie erst jüngst vom Geschichtsphilosophen Hauke Ritz (2013) heftig kritisiert. Allerdings schüttet er das Kind mit dem Bade aus, wenn er feststellt: „Die Geopolitik ist eine Disziplin, die seit jeher von den Militärs betrieben wird und somit eine Form von Kriegskunst darstellt.“  Dies kann bestenfalls für Zeiten und Räume akzeptiert werden, in denen auch die politische Macht durch das Militär ausgeübt wird.

 

 

 

 „Denken in Szenarien“ als Methode innovativer strategischer Planung (Teil 2) 

„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft zu wissen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ (Perikles)

Bernhard Richter

Szenarien im strategischen Management

Szenarien können im Rahmen des strategischen Managements eingesetzt werden, um vorhandene Strategien bzw. Strategievarianten zu bewerten oder Strategien neu zu entwickeln.

 - Bewertung bestehender Strategien mittels Szenarien

Im Rahmen dieser Vorgehensweise wird die vorhandene Strategie auf ihre Eignung bei alternativen Entwicklungen überprüft. Dabei wird die Strategie durch Gegenüberstellung mit den einzelnen Szenarien beurteilt, wie günstig oder ungünstig sie jeweils unter den jeweiligen alternativen Bedingungen erscheint. Die Szenarien bilden sozusagen eine „Testumgebung“, wenn bestimmte Strategien und Entscheidungen zu bewerten sind.

 

 

 

 „Denken in Szenarien“ als Methode innovativer strategischer Planung (Teil 1)

Bernhard Richter

„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft zu wissen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ (Perikles)

 

Für die Menschen war es schon immer ein wichtiges Anliegen, in die Zukunft zu sehen. V.a. die politischen Eliten in jeder historischen Epoche waren bestrebt, die Zukunft zu kennen, um ihr Handeln so zu gestalten, dass ihre Reiche sicherer wurden und überlebten. Vom Orakel von Delphi im antiken Griechenland über Nostradamus in der Neuzeit bis heute versuchen die Menschen Informationen über die Zukunft zu erlangen. Jedoch ist die Zukunft eine Dimension, die wir nicht ergründen können.
Auch müssen die politischen Entscheidungsträger und die Planer auf politisch-strategischer Ebene eine Vorstellung von den bevorstehenden Herausforderungen und Entwicklungen haben, um die Sicherheitsarchitekturen und deren Instrumente zukunftstauglich auszurichten.

 

 

 

 

Deutschlands langer Weg
vom verteidigungsaktiven
Sicherheitskonsumenten
zum internationalen mitgestaltenden
Sicherheitsproduzenten

Wulf-W. Lapins

 

Von Anbeginn der „alten“ Bundesrepublik Deutschland 1949 bis zu ihrem Ende im friedlichen Aufgehen in der Einheit Deutschlands 1990 ging in den für ihre äußere Sicherheit verantwortlichen und interessierten politischen Kreisen ein Gespenst um: das Gespenst der als prekär eingeschätzten Verteidigungsfähigkeit in ihrem Fixiert-Sein auf das konstante Bedrohungsbild eines potenziellen sowjetischen militärischen Angriffs.

 

 

 

 

 

 

Sondereinsatzkräfte der US-Reservestreitkräfte

Raymond E. Bell Jr.

Die prominentesten und bekanntesten US-Sondereinsatzverbände sind die Green Berets des US-Heeres und die Elitetruppe der SEALs der US-Marine, wobei der Begriff SEAL als Akronym aus den Wörtern Sea, Air, Land die Einsatzorte Meer, Luft, Boden der Spezialeinheit zum Ausdruck bringt. Weniger bekannt ist, dass zu den Sondereinsatzkräften auch die leichten Infanterieverbände der Rangers des Heeres sowie Verbände für zivile Angelegenheiten und psychologische Operationen zählen.

 

 

 

Die Militärpolizeikräfte der US-Streitkräfte: Die Streitmacht der Wahl?

Raymond E. Bell Jr.

Sind die Militärpolizeiorganisationen der US-Teilstreitkräfte wirklich „Streitmächte der Wahl“, wie das Motto des Militärpolizeikorps der US-Armee behauptet? Dennoch wird die aktuelle und potenzielle Effektivität der Militärpolizei in jenen Kampfeinsätzen, wie sie gegenwärtig von der US-Regierung geführt werden, nur allzu oft missverstanden und vom amerikanischen Militär im Allgemeinen gering geschätzt. 

 

 

Reserve- und Heimatverteidigungs­komponenten der US-Armee

Raymond E. Bell, Jun.

Das am 18. März 1920 unterzeichnete Wehrgesetz für die österreichische Armee sah für die unter den Bestimmungen des Staatsvertrags von St. Germain vom 10. September 1919 organisierten Streitkräfte drei Missionen vor.
Eine davon war die Verteidigung gegen einen externen Feind, was vertragsgemäß als Schutz der neu geschaffenen Grenzen Österreichs verstanden wurde. Eine zweite Mission war die Gewährleistung von Unterstützung zwecks Bevölkerungsschutzes gegen Naturkatastrophen. Die Organisation der einzigen gewerkschaftlich organisierten Berufsarmee der Geschichte spiegelt wider, wie diese Missionen ausgeführt werden sollten.

 

 

Die Herausforderungen für die Streitkräfteentwicklung am Beginn des 21. Jahrhunderts - Allgemeine Betrachtungen und Ableitungen für die polnischen Streitkräfte

Stanisław Zajas

Der Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert ist ein Zeitraum sehr wichtiger und entscheidender Veränderungen im Bereich der internationalen Politik, besonders im Bereich der Sicherheit, sowohl in der Welt als auch in den einzelnen Staaten und Gesellschaften. Der dynamische Veränderungsprozess ist v.a. verbunden mit der Auflösung des Warschauer Pakts und mit der Gewährleistung von Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung, besonders in Europa.

 

 

 

 

Von Versailles über Paris nach Moskau

Strategische Optionen und Perspektiven des Deutschen Reiches im Spiegel nationaler Machtpolitik (Teil 2)

Eberhard Birk/Gerhard P. Groß


Das „Dritte Reich“ war wie das deutsche Kaiserreich ein Kriegsreich: Die Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war von der Kriegsvorbereitung geprägt. Hierbei spielten insbesondere zwei ideologische „Grundgesetze“ eine wesentliche Rolle: Es ging erstens um das Ziehen von - vermeintlichen - Lehren aus der „Dolchstoßlegende“. 


 

 

 

Von Versailles über Paris nach Moskau

Strategische Optionen und Perspektiven des Deutschen Reiches im Spiegel nationaler Machtpolitik (Teil 1)

Eberhard Birk/Gerhard P. Groß


Die strategisch-politische Analyse der Rahmenbedingungen des internationalen Systems sowie der Gesamtheit der Verflechtungen des dynamischen „Europäischen Konzertes“ zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg offenbart beim Blick auf den „dunklen Kontinent“ im „Zeitalter der Extreme“ eine scheinbare Paradoxie


 

 

 

Moderne Ansätze zu Fragen des Kontroll­verlusts einer Besatzungsmacht - Rom und Judäa

von Karoline Resch


Aufstände und deren Bekämpfung sind seit der Begründung von Herrschaft bekannt. Neu ist daran lediglich, dass man nun versucht, diese beiden Phänomene umfassend in einen sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Kontext zu stellen. Der Begriff „counterinsurgency“ als Terminus technicus für Aufstandsbekämpfung in der westlichen Ausprägung des 21. Jahrhunderts wird in der Fachliteratur seit einigen Jahren - bedingt durch die Lage im Irak bzw. in Afghanistan - verstärkt verwendet.