Partnership for Peace Workshop in Reichenau

 

Reichenau an der Rax, 06. Mai 2018 - Vom 3. bis. 6. Mai 2018 fand im Seminarzentrum Reichenau der mittlerweile 36. Workshop der Partnership for Peace Consortium (PfPC) Study Group „Regional Stability in South East Europe“ (SG RSSEE) statt.

Abgehalten wurde dieser unter dem Titel „Overcoming Blockades and Improving Intra-State/Neighbourhood Relations in South East Europe”. Ziel des Workshops war es, gemeinsame Ansätze zur Stabilisierung und Verbesserung der inner- und zwischenstaatlichen Beziehungen der Länder Südosteuropas zu entwickeln. Rund 35 Expertinnen und Experten unterschiedlicher nationaler und internationaler Institutionen und Organisationen – vorwiegend aus der betroffenen Region – kamen zu diesem Zweck in Reichenau zusammen und diskutierten die Problematik unter verschiedenen Gesichtspunkten. Eröffnet wurde der 36. RSSEE Workshop vom Kommandanten der Landesverteidigungsakademie, Generalleutnant Erich Csitkovits. In seiner Rede betonte dieser die Bedeutung der langjährigen Arbeit der Studiengruppe für den Stabilisierungsprozess in Südosteuropa und sicherte seine anhaltende Unterstützung zu.

Generalleutnant Csitkovits begrüßte die Teilnehmer.

Diskussion der inner- und zwischenstaatlichen Beziehungen in Südosteuropa

In vier Panels wurden verschiedene Aspekte der angespannten Nachbarschaftsverhältnisse und innerstaatlichen Konflikte in Südosteuropa im Zuge kurzer Expertenvorträge mit anschließenden Diskussionen thematisiert. Nach einem ersten Abschnitt, in dem sich die Studiengruppe mit allgemeinen theoretischen Fragen zur Vertrauensbildung und zu konstruktiven Verhandlungsweisen auseinandersetzte, wurde in den weiteren Panels explizit auf aktuelle Problemstellungen eingegangen. Die Teilnehmer befassten sich zunächst mit der aktuellen Situation in Bosnien und Herzegowina und der Frage, welche Rolle die Nachbarstaaten Kroatien und Serbien darin einnehmen. In weiterer Folge wurden die schwierige politische Lage im Kosovo und die bilateralen Beziehungen zwischen Serbien und Albanien behandelt. Das letzte Panel setzte seinen Schwerpunkt auf die politischen Herausforderungen und Chancen für Mazedonien und Montenegro.

Nach den Vorträgen wurde angeregt diskutiert.

Die Teilnehmer des Workshops.

Vertrauensbildender Austausch auf wissenschaftlicher Ebene

Die Direktion für Sicherheitspolitik und die Landesverteidigungsakademie betreuen die internationale Studiengruppe im Rahmen des PfPC seit 1999. Zweimal im Jahr finden Workshops zu unterschiedlichen sicherheitspolitischen Themen statt – einmal in Reichenau/Rax und einmal in der (erweiterten) Region Südosteuropa –, die unter Einhaltung der Chatham House Rules einen vertrauensbildenden Austausch zwischen Konfliktparteien auf wissenschaftlicher Basis fördern. Ein wichtiges Produkt dabei sind die von den Mitgliedern der Studiengruppe ausgearbeiteten Empfehlungen, genannt Policy Recommendations. Diese richten sich als Katalog von Vorschlägen an Entscheidungsträger in nationalen Regierungen, bei internationalen Stakeholdern sowie an die internationale Staatengemeinschaft und sollen den Prozess der Konfliktbeilegung in der Region unterstützen und vorantreiben.