Politische Theorie des Krieges bei Carl von Clausewitz und Carl Schmitt aus russischer Sicht (Teil 2)

Vasily K. Belozerov

Der Krieg im politischen Realismus von Schmitt und Clausewitz

Einen solchen Ansatz kann man realistisch nennen, und viele politische Denker bekannten sich zu ihm. So legte im 17. Jahrhundert Thomas Hobbes eine wichtige methodologische Grundlage dar, die sich am Krieg als einem Phänomen orientierte, das von der Politik untrennbar ist.1) Bekanntlich hielt er es für notwendig, in den Begriff des Krieges nicht nur die unmittelbare bewaffnete Auseinandersetzung, sondern auch die Bestrebung und die Vorbereitung dazu einzuschließen. Aus dieser Sicht umfasst der Krieg als Willensakt nach dem zeitlichen Parameter auch die Periode, die dem Kampf vorausgeht: „Denn Krieg besteht nicht nur in Schlachten und Kampfhandlungen, sondern in einem Zeitraum, in dem der Wille zum Kampf hinreichend bekannt ist; und deshalb ist der Begriff der Zeit als zum Wesen des Krieges gehörend zu betrachten … So besteht das Wesen des Krieges nicht in tatsächlichen Kampfhandlungen, sondern in der bekannten Bereitschaft dazu während der ganzen Zeit, in der es keine Garantie für das Gegenteil gibt“.2)
Die politische Praxis liefert überzeugende Beispiele, die die Thesen von Hobbes bestätigen, auch die Tatsache, dass mit der Beendigung des Krieges auch im Zustand „des Krieges aller gegen alle“ die Staaten weiterhin im Zustand des permanenten Krieges verbleiben. Trotz der Vieldeutigkeit des von Hobbes gebrauchten Begriffs ist die Begründung ziemlich überzeugend: „Aber selbst wenn es nie eine Zeit gegeben hätte, da einzelne Menschen im Kriegszustand miteinander lebten, befinden sich doch zu allen Zeiten Könige und Personen von souveräner Autorität in ständiger Rivalität, ähnlich der Stellung und Haltung von Gladiatoren, die ihre Waffen gegeneinander richten, das heißt, ihre Festungen, Garnisonen und Geschütze konzentrieren sich auf den jeweiligen Gegner, den Grenzen der antagonistischen Reiche mit ständigen Spionen auf dem Boden der Nachbarn, was in Summe eine indirekte Kriegshandlung ist.“3)
Es soll angemerkt werden, dass eine Reihe von weiteren Ideen und Schlussfolgerungen von Clausewitz Einfluss auf Schmitt hatten, so für den „Begriff des Politischen“. In seinem Gespräch mit Joachim Schickel erklärte Schmitt, dass die theoretischen Forschungen zu den preußischen Reformern wie Scharnhorst, Gneisenau und Clausewitz ihn veranlasst hatten, sich mit dem Partisanenwesen zu befassen: „…das war der Grund, warum ich den Mut hatte, eine Theorie des Partisanen zu schreiben.“4)
Dazu kann angemerkt werden, dass Clausewitz, wie schon ausgeführt, einen „rein militärischen“ Standpunkt zum Krieg verneinte und davon ausging, „dass die Politik alle Interessen der inneren Verwaltung, auch die der Menschlichkeit und was sonst noch der philosophische Verstand zur Sprache bringen könnte, in sich vereinigt und ausgleicht; dies wird vorausgesetzt, denn die Politik ist ja … ein bloßer Sachwalter aller dieser Interessen gegenüber anderen Staaten“.5) Es scheint daher, dass dieser Ansatz zur Rechtfertigung Schmitts und seiner bekannten These beitrug, dass das Politische seine Kraft aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft zieht, so aus religiösen, ökonomischen, moralischen und anderen Beziehungen und somit kein gegenteiliges Sachgebiet begründet.
Angesichts der pessimistischen Sicht auf den Menschen als von Natur böses Wesen müssen Schmitt sowie Clausewitz zu konsequenten Anhängern des politischen Realismus zugezählt werden. Die Besonderheit der Methode von Clausewitz ist bekanntlich die Einführung des menschlichen Faktors in der Erkenntnis des Krieges, was seine Theorie um den Faktor der sozialen Beziehungen erweiterte. Andrej Snesarev lenkte die Aufmerksamkeit auf das Potenzial dieses Ansatzes, der im Hauptwerk des deutschen Philosophen des Krieges realisiert wurde. „Das erste Buch stellt die Ausgangbasis fest, die eine Besonderheit des Werkes von Clausewitz ist und es umfassend und großartig macht. Er stellt die Natur des Krieges nicht nur als ein rein militärisches Phänomen fest, sondern auch als allgemein soziales, das in der Natur der menschlichen Beziehungen und insbesondere in der Natur des Menschen liegt. Diese breite Basis gibt die Möglichkeit, einen Krieg den anderen Phänomenen nahezubringen und ihn dem allgemeinen System der menschlichen Taten, Leiden und Freuden zu verleihen. Damit erhielt das Werk sofort grenzenlose Horizonte und den herausragenden Platz unter den Haufen von Gewöhnlichkeit“.6) Die von Clausewitz aufgedeckte doppelte Natur des Krieges (absolute oder beschränkte) kann nur in Anerkennung des anthropologischen Hintergrundes seiner Überlegungen begriffen werden.
Schmitt verschärft doch die Formulierung des Problems und glaubt, dass „der Gegensatz des ‚von Natur bösen‘ und des ‚von Natur guten Menschen‘ eine ‚für die politische Theorie entscheidende Frage‘“7) ist. Seiner Ansicht nach bestimmt jede politische Idee in irgendeiner Weise ihre Haltung gegenüber der menschlichen Natur und lässt vermuten, dass ein Mensch entweder „von Natur gut“ oder „von Natur böse“ ist. Seinen Standpunkt begründend, betont Schmitt ausdrücklich, dass man mittels der pädagogischen und ökonomischen Erklärungen die Beantwortung dieser Frage nur vermeiden kann.
Direkte Analogien bestehen bei Schmitt und Clausewitz auch in der „Theorie des Partisanen“, wobei Schmitt eine Teilung der Begriffe „wirklicher Feind“ (anerkannter Feind, der unbedingt existieren soll, um das Politische zu stützen) und „absoluter Feind“ (er hat kein Recht zu existieren, er soll niedergeschlagen oder vernichtet werden) vornimmt. Dabei ist es nicht schwer, einen Hinweis auf Clausewitz festzustellen, denn er unterschied im zweiten Kapitel des Achten Buches den absoluten Krieg (unbegrenzten) und den wirklichen Krieg (begrenzten und politischen Feststellungen unterworfen).
Es sei bemerkt, dass bei Schmitt der Intensitätsgrad von Assoziation und Dissoziation (von Menschen in Opposition oder das Freund-Feind-Schema) ursprünglich nicht unmittelbar entwickelt war.8) Diese These entstand vielmehr in der zweiten Auflage des Artikels „Der Begriff des Politischen“ im Jahre 1932. Das heißt, dass fünf Jahre nach der Auflage des ersten Werkes sich die Ansichten von Schmitt wesentlich verändert hatten. Die zweite Auflage des Artikels „Der Begriff des Politischen“ unterscheidet sich von der ersten v.a. in der Rolle des Krieges für die Gesellschaft. Die Beschreibung des Intensitätsgrads der Freund-Feind-Beziehung gab Schmitt die Möglichkeit, aus den Grenzen des Verstehens des Krieges zunächst von einem zwischenstaatlichen Kampf auszugehen und somit den Bürgerkrieg und die Revolution mit dem Begriff des Politischen zu beschreiben.

Entwicklung des politischen Kriegskonzeptes von Schmitt nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich die mit der Verflechtung von Krieg und Politik verbundenen Ideen Schmitts weiter. Im Werk „Theorie des Partisanen“ wurde zwischen dem wirklichen und absoluten Feind unterschieden, was zum Grundstein von Schmitts Konzeption des Krieges wurde. Darauf basieren alle seine in Vorkriegszeiten verfassten Schriften.9) Neben „Theorie des Partisanen“ (1963) muss man auch seine grundlegende Arbeit „Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum“10) (1950) erwähnen. In diesen Werken wird die Evolution der Sicht Schmitts auf den Krieg in Bezug auf den Begriff des Politischen ersichtlich.
Im Buch „Der Nomos der Erde“ zeigte Schmitt, dass die europäische Ordnung - „ius publicum europaeum“ - im Jahre 1918 völlig zerfiel. Ursprünglich bezogen sich diese Regeln nur auf die christlich-europäische Ordnung, aber nachdem die Rahmen und Grenzen des Krieges geklärt waren, auch auf nicht-christliche und nicht-europäische Völker. Für Europäer, die im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jahrhundert neue Territorien besetzten oder erhielten, konnten die Völker in diesen nur Objekte der Zivilisierung (in Form der Christianisierung) sein und dabei war ihre Vernichtung zulässig.
Das Völkerrecht wurde von Europäern geschaffen und schuf damit einen Unterschied zwischen den zivilisierten und nicht-zivilisierten Völkern. Ein nicht-zivilisiertes (nicht-christliches) Volk konnte somit kein Subjekt dieses Rechts sein, ein nicht-zivilisiertes Volk konnte keine gleichberechtigten Beziehungen mit zivilisierten Völkern beanspruchen. Unter solchen Bedingungen waren nur europäische christliche Völker die gleichberechtigten souveränen Subjekte des Krieges. Gerade diese politische Ordnung zerfiel mit der Einführung der Kategorien „gerechte“ und „ungerechte“ Kriege und veränderte den politischen und rechtlichen Umgang der Staaten untereinander.
Schmitt bestimmt, dass im Rahmen des klassischen Kriegsrechts Land und Meer einander entgegenstehen und zwei prinzipiell gegensätzliche Welten bilden, die auf unterschiedlichen Grundlagen basieren und grundsätzlich verschiedene Konzeptionen des Krieges und Feindes haben. Die Opposition verschiedener Naturgewalten, Land und Meer, ist die Opposition unterschiedlicher politischer Ordnungen.
Die Ordnung des Landes (des Bodens) impliziert die Anwesenheit der Bedingungen für die Hegung der Beziehungen der wirklichen Feinde. Die Ordnung, die aus der Naturgewalt des Meeres entsteht, fordert die Verkündigung des absoluten Feindes, was durch seine Diskriminierung und Kriminalisierung erreicht wird. Der absolute Feind ist derjenige, der universelle Werte nicht teilt, ihnen entgegensteht. Und das sind Realien des gerechten Krieges.
„Theorie des Partisanen“ wurde von Schmitt unter dem Eindruck geschrieben, dass die Welt nach 1917 tatsächlich im Zustand eines globalen Bürgerkrieges zwischen zwei Weltsystemen, dem Westen und Osten, Sozialismus und Kapitalismus, dastand. In der Mitte der Theorie des Partisanen und des Begriffs des Politischen findet sich die Kriegsform: „Denn das Recht ist die Einheit von Ordnung und Ortung, und das Problem des Partisanen ist das Problem des Verhältnisses von regulärem und irregulärem Kampf“.11)
Allem Anschein nach betrachtete Schmitt selbst in den 1960er-Jahren seine Werke „Der Begriff des Politischen“, „Theorie des Partisanen“ und „Der Nomos der Erde“ als Beschreibung eines gewissen integralen vielseitigen Phänomens, weil er es von verschiedenen Seiten begriff. Danach kann man entsprechend dem Schluss der „Theorie des Partisanen“ beurteilen: „Der Theoretiker kann nicht mehr tun als die Begriffe wahren und Dinge beim Namen nennen. Die Theorie des Partisanen mündet in den Begriff des Politischen ein, in die Frage nach dem wirklichen Feind und einem neuen Nomos der Erde“.12) Daraus ist ersichtlich, dass es sich um die unentwirrbare Verbindung gegebener Erscheinungen handelt, einer Synthesis, aus der ein neues Phänomen geboren wird und ein neuer Begriff erscheinen soll, sein Wesen zu bezeichnen.
Man kann feststellen, dass Schmitt sich von der Politik zur Selbstbesinnung des Krieges tatsächlich am Ende seiner schöpferischen Karriere bekehrte, gleichwie Clausewitz zur endgültigen Auffassung der bestimmenden Einwirkung der Politik auf den Krieg erst in den letzten Jahren seines Lebens kam.
Lange Zeit hindurch war Schmitt, im Unterschied zu Clausewitz, nicht bestrebt, Eigenschaften anzugeben und zu entdecken, was für ein Krieg es ist, und wie und wofür er geführt wird usw. In den ersten Phasen der Ausarbeitung des Konzeptes des Politischen war das für ihn offenbar nicht wichtig. Die Feststellung, dass der Krieg untrennbar vom Begriff des Politischen ist, stellte sich zu diesem Zeitpunkt für Schmitt auskömmlich heraus. Zu der Notwendigkeit, seine eigene Auffassung des Krieges zu gewähren, kam Schmitt nur nach dem Zweiten Weltkrieg infolge des Verständnisses der gesellschaftspolitischen Realität, des entstandenen Nachkriegsstatus quo, der Handlungen der globalen politischen Akteure, die durch die Siegermächte, v.a. die USA, vertreten waren.
Der Einblick in Schmitts Auffassung des Krieges lässt verstehen, dass sie von zwei untereinander verbundenen Faktoren determiniert ist.
1. Seine Einschätzungen und Aussprüche haben wie bei Clausewitz keinen abstrakten, sondern einen gegenständlichen und bestimmt-historischen Charakter, weil sie in vieler Hinsicht als Ergebnis der Selbstbesinnung der globalen und langfristigen Folgen der zwei Weltkriege und Revolutionen in Form von der Nachkriegsordnung der Welt, der globalen Konfrontation der zwei Weltsys­teme und Ideologien des Kapitalismus und Sozialismus erschienen.
2. Seine Einschätzungen und Aussprüche haben, wie bei Clausewitz, eine wesentliche persönliche Auffassung, weil sie in vieler Hinsicht aufgrund der Eindrücke und Erlebnisse der Folgen der Kriegsniederlagen für seine Heimat - Deutschland geboren waren. Immerhin gibt es bei Schmitt wenn nicht das Bestreben, sein Land, das zum Aggressor wurde, freizusprechen, sondern die Ablehnung seiner Dämonisierung und Kriminalisierung infolge der Niederlagen und Kapitulationen. Ausgeprägt ist, dass nach Schmitt Clausewitz mit seinen Ideen von äußerster Wichtigkeit für die Rettung der Ehre seiner Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg war.13)
Im Ergebnis denkt Schmitt in seiner Analyse der Realität innerhalb der Kategorie des Gehörigen und begründet, welcher Krieg akzeptabel und zulässig ist, und welcher nicht. In der Wiedergabe der Auffassung des Krieges, wenn es so einen gibt, vertritt Schmitt eine konservative Stellung.
Als Subjekte des Krieges betrachtet Schmitt, wie Clausewitz, zuerst Staaten, die sich als traditionelle politische Organisation des Volkes aufwerfen. Dabei ist das Volk in den Werken beider Denker in vollem Maße als ein Subjekt in Form von der Landwehr, dem Landsturm, Partisanen und auf sonstige Weise repräsentiert. Solcher Ansatz ist ein berühmter Misston dazu, dass der Begriff des Volkes in dem modernen politischen und wissenschaftlichen Lexikon tatsächlich durch den Begriff „Nation“ ersetzt wird.
Ausgeprägt ist, dass Schmitt bei der Behauptung des Staatsaufbaus des sozialen Lebens und der Rolle des Heeres im politischen System notfalls für das Überleben des Staates das Inkrafttreten eines so genannten „Martial Law“ für möglich hält: „Als Rechtsgrund für den rechtlosen Zustand wird geltend gemacht, daß in solchen Fällen alle anderen staatlichen Gewalten ohnmächtig und wirkungslos geworden sind und insbesondere die Gerichte nicht mehr tätig werden können. Dann soll die einzige noch wirksame staatliche Gewalt, das Militär, als eine Art Ersatz („some rude substitute“) eintreten und seine Aktion soll Urteil und Vollstreckung in einem sein“.14)
Als Etatist und Traditionalist verneint Schmitt die Priorität der übernationalen Strukturen und besteht auf die Anerkennung des Rechtes der politischen Subjekte auf die Existenz und auf unbedingte Wahrung ihrer eigenen Identität unabhängig von dem Ausgang der Auseinandersetzung. Die Verwirklichung dieses Ansatzes lässt die Dämonisierung, Kriminalisierung und Diskriminierung des politischen Gegners vermeiden. Andernfalls verliert er nicht nur das Recht auf Anerkennung seiner Identität und Interessen, sondern auch das Recht auf die Existenz selbst.
Schmitt löst auch konservativ die Frage, welcher Zweck in den Kriegen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfolgt wird, was Objekt und Gegenstand des Krieges ist:
- Seitens der transnationalen und übernationalen Akteure wird der Kampf für die globale und absolute Dominanz, für das exklusive und imperative Recht auf die Bestimmung der Lebensweise aller anderen Subjekte (einschließlich für den ungehinderten Zugang zu den Naturressourcen) geführt;
- seitens der traditionellen Subjekte - wird der Kampf für die Erhaltung des politischen Status des Volkes, das in territorialer Geschlossenheit organisiert ist („Der Begriff des Politischen“) geführt, für das Recht auf die Bewahrung der Identität und Souveränität, für das Recht, das eigene Geschick selbstständig zu bestimmen.
Für das Verständnis seines Konzeptes des Krieges ist Schmitts Auffassung der Mittel wichtig, mit denen der bewaffnete Kampf geführt wird. Ausgehend von der Analyse der Situation, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet hat, von der Entwicklung der Vernichtungsmittel, begründet Schmitt die Unzulässigkeit und die Haltlosigkeit des Konzeptes der gerechten (moralischen) und diskriminierenden Kriege, indem er die Gefahr der permanenten Kriminalisierung jedes möglichen Gegners unterstreicht. Im Gegensatz dazu besteht er auf der Notwendigkeit der Wahrung des begrenzten Krieges, der im Idealfall von gleichberechtigten souveränen Staaten geführt wird. Schmitt ist der Gefahr der Nutzung der modernen Vernichtungsmittel bewusst, die große Zerstörungskraft besitzen, im irregulären, unbeschränkten Kampf.
Tatsächlich geschieht derzeit gerade das, was Schmitt befürchtet hat: die Transformation der traditionellen Ordnung der internationalen Beziehungen, die auf der Existenz von Nationalstaaten und (oder) den Großräumen beruht. Die Auswirkungen der Veränderungen sind schwer vorherzusagen. Allerdings ist die Möglichkeit sehr hoch, dass die Auslösung des „Raums der Tradition“ zur Errichtung der Weltherrschaft eines einzigen Subjektes und der Gleichgewichtsstörung der internationalen Beziehungen führen wird. Zum Chaotisieren führt paradoxerweise sogar der Zwang zur weltweiten Unifikation (v.a. zur politischen Unifikation), durch die das Zeitalter „der Neutralisierungen und Entpolitisierungen“ bezeichnet werden kann. Unter diesen Bedingungen ist es leicht, die „humanitären“ passenden Vorwände zu finden, um die Militärgewalt einzusetzen und Hegemonie zu errichten.
Bemerkenswert ist es, dass die von Schmitt formulierten Bewertungen des Krieges heutzutage aktuell und heuristisch sind. Es ist nötig, hier auf die Wichtigkeit und den angewandten Gebrauch der Unterscheidung eines konventionellen, wirklichen Feindes und eines absoluten Feindes hinzuweisen, damit der Krieg in die rechtliche Dimension umgesetzt werden kann. Solange bleibt doch die Gefahr einer Konfrontation, über deren negativen Folgen Schmitt zuvor gewarnt hat, wohl realistisch. Zumindest, laut Francis Fukuyama, „[wollen] die Neokonservativen die Ordnung nicht bewahren, die sich auf die Hierarchie, Tradition und pessimistische Auffassung der menschlichen Natur stützt“.15) Es scheint, dass gegen diese Ordnung nicht nur US-Neokonservative kämpfen.
Zusammenfassend muss festgestellt werden: das Konzept (der Begriff) eines oder anderen Krieges zielt auf das Verständnis, was in den Friedenszeiten passiert. Schmitt selbst glaubte, „Verschiedenheit der Kriegsbegriffe gibt auch dem zwischen den Kriegen liegenden Frieden von selbst einen verschiedenen Inhalt“.16)

Clausewitz als Partisan aus der Sicht von Schmitt

Weil Schmitt das Geschehen in den Grenzbegriffen zu beschreiben bevorzugte, richtete er sich nach dem Zweiten Weltkrieg an die Figur des Partisanen, der „immer noch ein Stück echten Bodens bedeutet; er ist einer der letzten Posten der Erde als eines noch nicht völlig zerstörten weltgeschichtlichen Elements“17) und der fähig ist, der globalen Expansion entgegenzustehen. Das heißt, der Partisan für Schmitt ist die letzte Hoffnung im Kampf für die politische Identität unter den Bedingungen der Auslöschung der Souveränität und sogar der Kapitulation und der Zerstörung der souveränen Staaten.
Im gewissen Maße ist es ein Paradox, dass während der Ausarbeitung der Theorie des Partisanen, dessen Natur archaisch und anarchisch ist, gerade Etatist Clausewitz für Schmitt wieder zu einem Denker wurde, auf dessen Ideen man sich stützen kann. „Seine Formel vom Krieg als der Fortsetzung der Politik enthält bereits in nuce eine Theorie des Partisanen, deren Logik durch Lenin und Mao Zedong zu Ende geführt worden ist, wie wir noch zeigen werden“18) - gibt Schmitt zu. Außerdem hatte Schmitt stichhaltige Gründe für eine solche Behauptung, insoweit es rechtmäßig ist, den Etatisten Clausewitz gleichzeitig als Partisan zu betrachten, dabei in zwei Gestalten: als Theoretiker und Praktiker des Partisanenkrieges.
Es ist unbegründet, die Bewertungen und Beurteilungen von Clausewitz, die während der Ausarbeitung und des Haltens der Vorlesungen über den kleinen Krieg entstanden, völlig unabhängig von seinem Hauptwerk zu betrachten. Die deutschen Forscher sind betreffend dieser Wechselbeziehung noch kategorischer und sagen, dass es rechtmäßig ist, dass das Clausewitz-Manuskript über den kleinen Krieg als der erste Hauptteil eines Gesamtwerkes über den Krieg betrachtet werden könnte, weil es sich im Werk „Vom Kriege“ v.a. um den großen Krieg handelt.19) Schmitt glaubte doch, dass das Verständnis des Partisanenkampfs, des Kampfs für Heimat zu der Voraussetzung der Bildung der Theorie von Clausewitz wurde: „Der Partisan, der den nationalen Boden gegen den fremden Eroberer verteidigt, wurde zum Helden, der einen wirklichen Feind wirklich bekämpfte. Das war ja der große Vorgang, der Clausewitz zu seiner Theorie und zur Lehre vom Kriege geführt hatte“.20)
Zugleich zeugt von der Fortsetzung eines theoretischen Verständnisses des Phänomens des Partisanen auch die Aufnahme des Kapitels 26 in das sechste Buch des Werkes „Vom Kriege“.21) U.a. sollen die folgenden „Partisanenideen“ dieses Kapitels erwähnt werden. Also versucht Clausewitz, Anzeichen in Deutschland zu entdecken, die für die Befähigung seines Landes zum Partisanenkrieg sprechen. Er betont endgültig die Notwendigkeit, bis zu Ende zu kämpfen, auch nach der Niederlage in der Hauptschlacht, und weist auf die Pflicht der Regierung hin, trotz allem Maßnahmen zu treffen, um das Land zu verteidigen. Nämlich ist die Idee, nicht zu kapitulieren, bis zu Ende zu kämpfen, sogar unter offensichtlich hoffnungslosen Bedingungen, und nach dem Sieg zu streben, in seinem Hauptwerk konsequent durchgeführt. Dieser Gedanke ist in der vollendeten, gefeilten und neutralen heuristischen Art auch im 1. Kapitel des 1. Buches dargelegt: „der Krieg ist mit seinem Resultat nie etwas Absolutes“, endgültig etwas Beschlossenes. Clausewitz behauptet: im Sieg des Gegners „der erliegende Staat sieht … oft nur ein vorübergehendes Übel, für welches in den politischen Verhältnissen späterer Zeiten noch eine Abhilfe gewonnen werden kann“.22)
Zu der Anerkennung Clausewitz’ des Faktors des Volkswiderstandes im Kriege trug das Wissen der Ergebnisse des Kampfes der Spanier gegen die französischen Truppen bei, denen die regulären spanischen Streitkräfte nicht widerstehen konnten. Er erkannte, dass ein Mann, der weit von der Politik ist, sogar in einer scheinbar hoffnungslosen Situation zu den Waffen greifen kann, um seine Identität und Werte zu verfechten, und sich an jede mögliche Handlungsweise wenden kann. Clausewitz war dadurch beeindruckt, dass die Volksmassen in Spanien auf Leben und Tod mit Napoleons Truppen kämpften unter Bedingungen, als sich der König, die Regierung und die Aris­tokratie dem Aggressor unterworfen hatten. Gerade nach der Kapitulation der Staatsmacht erhebt sich das spanische Volk zum Kampf.23) Partisanen-Guerilleros waren eigentlich die einzigen Verteidiger der traditionellen Lebensart und ihrer Heimat gegen ausländische Eroberer.
Schmitt hält in seinem Artikel über Clausewitz die Bestrebungskraft des Volkes zum Widerstand gegen ausländische Eroberer für den Zeiger seiner Fähigkeit, als eine eigenständige politische Einheit zu existieren: „Erst die Niederlage der regulären Armee ist die Probe auf die Fähigkeit eines Volkes zum bewaffneten Widerstand gegen den fremden Eroberer. In Preußen war der Krieg mit Frankreich 1807 restlos zu Ende, als die letzte reguläre Armee bei Friedland besiegt war. In Spanien dagegen begann der Volkskrieg erst mit den großen Niederlagen der regulären Truppe. Dieses Faktum ist für unsere Betrachtung entscheidend. Im Hinblick darauf ist es für uns von sekundärer Bedeutung, was der eigentliche Grund für den Widerstand des spanischen Volkes gewesen sein mag: der Fanatismus der Priester und Mönche, die, wie Napoleon behauptete, die wahren Schürer, Hetzer und Träger des Widerstandes waren; oder die Treue des spanischen Volkes zum legitimen Königshaus; oder die Armut und der niedrige Bildungsstand des Volkes; oder die Hilfe englischer Truppen, englischer Agenten und englischen Geldes; oder das Zusammenspiel von regulärer Truppe und Partisanen. Wesentlich war jedenfalls das Fehlen einer zentralen Lenkung, ein Mangel, der die echte Spontaneität eines solchen Volkskrieges überhaupt erst ermöglichte“.24)
Offenbar hat die Überzeugung Clausewitz’ von der Notwendigkeit und Möglichkeit des Kampfes bis zum Ende besonders die Nazis beeindruckt, weil sie sich im Konzept des totalen Krieges widerspiegelte. Schmitt meinte, dass die Aktivitäten von Clausewitz und anderen preußischen Militärreformatoren, die gerade nach der Zerschlagung bei Jena im Jahre 1806 folgten, eine nachhaltige Wirkung hatten und das anschließende Wiederaufleben des Landes begünstigten: „Er gehört zu der kleinen, intensiven Macht-Elite, die in den Jahren 1807/12 den total besiegten Militärstaat Preußen so erfolgreich regeneriert hat, dass er den Wettlauf mit der rapiden industriellen Entwicklung des 19. Jahrhunderts wagen durfte“.25)
Es ist zu bemerken, dass praktische Leistungen Clausewitz’ eine „Partisanengrundlage“ seit vielen Jahren haben. Steht nach Schmitt der Partisan außerhalb des gehegten Krieges, finden sich in der Verhaltensweise Clausewitz’ wenigstens solche von Schmitt formulierten Kriterien des Partisanen wie das intensive politische Engagement und der tellurische Charakter wieder.26) Die beiden Merkmale sind eng miteinander verflochten.
Die Einstellung auf die entscheidenden Maßnahmen zu der Anregung seiner Landsleute zum Widerstand konnte man noch im Jahre 1807 bei Clausewitz entdecken, wenn er ständig über die Ursachen und Folgen der Niederlage Preußens nachdachte. In einem seiner Briefe nach Hause, die damals geschrieben wurden, klagte er über die passive und kapitulantenhafte Stimmung unter den Deutschen, über ihre Feigheit, und bekannte: „Wenn ich die geheimsten Gedanken meiner Seele sagen soll, so bin ich für die allergewaltsammsten; mit Peitschenhieben würde ich das träge Tier aufregen und die Kette zersprengen lehren, die es sich feig und furchtsam hat anlegen lassen“.27) Reformatoren beriefen sich auf das Aufwachen der Volksmassen, weil die preußische Armee nach Forderung von Napoleon drastisch reduziert wurde, bis auf 42.000 Soldaten. In der entstandenen Situation war sie keine wesentliche Wehrkraft und konnte die Franzosen nicht das Fürchten lehren. Deshalb setzte man in der Befreiung des Landes auf den Volksaufstand. Der weitere Ablauf der Ereignisse bestätigte die Richtigkeit solcher Ausrechnungen, in seinem Hauptwerk führt Clausewitz die folgenden Angaben an: „…seitdem ferner Preußen 1813 gezeigt hat, dass plötzliche Anstrengungen die gewöhnliche Stärke einer Armee auf dem Wege der Miliz versechsfachen können…“28)
Es scheint, dass Clausewitz als preußischer Offizier und Untertan des Königs, dessen dienstliche Tätigkeit streng reglementiert ist, sich nur nach den Anweisungen seiner Vorgesetzten richten muss. Tatsächlich hat er oft eine selbstständige Meinung, die im Widerspruch zu den offiziellen königlichen Anweisungen steht. De facto hatte doch Clausewitz sein eigenes politisches Credo, das sich von dem offiziellen unterschied.
Ein Verständnis der eigenen politischen Identität wird Clausewitz 1823-1824 bestätigt. Ganz entscheidend in diesem Zusammenhang waren Offenbarungen Clausewitz’ über seine Ergebenheit zu der Heimat Preußen und über sein Selbstverständnis als preußischer Offizier im wahren Sinne des Wortes, die das 1. Kapitel seines Buches über die Ereignisse 1806 enthält. Gleichzeitig gesteht er, dass man für sein Land unter jeden Bedingungen kämpfen muss, unabhängig vom möglichen Ausgang, und es besser ist, mit Ehre zu fallen, aber sich nicht zu ergeben.29) Die Erklärung solcher Haltung zeugt ausdrucksvoll von der Kraft des politischen Engagements Clausewitz’ und, wie es für einen Partisanen kennzeichnend ist, von der Stellung zur in Preußen herrschenden politischen Ordnung.
Gerade als ein Patriot seines Landes konnte sich Clausewitz mit dem Verhalten der preußischen Führungsschichte (darunter des Königs und seines Umfeldes) und der Preußen nach der französischen Besatzung nicht abfinden. Sein Verstand war schon fähig, die Auswirkungen eines breiten Eintritts der Volksmassen in den politischen Prozess in Frankreich zu überdenken. Aber die von ihm erlebten Gefühle ließen ihn sich nicht mit der Tatsache versöhnen, dass Frankreich seine Heimat unterdrückte. Die stark negative emotionelle Einstellung zu den Eroberern und zur Kompradoren- und Kollaborationsposition des Königs und des großen Teiles der preußischen Elite und Gesellschaft beeinflussten dabei die Analysefähigkeit von Clausewitz und spornte diese an.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Position von Clausewitz, wie auch von anderen Reformatoren, in den entstandenen Gegebenheiten nicht beschaulich war, sondern aktiv und energisch, und sogar vielleicht demonstrativ. Im Allgemeinen nutzten sie unterschiedliche Formen und Methoden, um ihre Position zu schützen und gegen die Pläne des Königs und der kollaborierenden „Französischen Partei“ von Preußen zu widerstehen. Dazu gehörten die Sabotage an den von der Regierung getroffenen Entscheidungen und die Zwangsanwendung auf den König, offene und verdeckte Vorbereitung zu den bevorstehenden Kampf gegen Frankreich (und - zum nachfolgenden nationalen Wiederaufleben), der demonstrative Rücktritt, freiwilliges Exil und der Übergang zum Militärdienst in die Streitkräfte der Staaten der Anti-Napoleon-Koalition, der Kampf mit Waffen in den Händen gegen Franzosen (wo sie mit Begeisterung kämpften und mit Ehre starben) usw. Clausewitz handelte als Partisan, indem er an der Unterzeichnung der Konvention von Tauroggen teilnahm und den überzeugten Royalisten, seinen Landsmann, General Yorck zum Übergang auf die russische Seite aufforderte.

Wirklicher Feind für Clausewitz

Preußische Reformatoren waren bereit, öffentlich ihre politischen Ansichten zu äußern. Im Februar 1812 beschrieb Clausewitz in Abstimmung mit Scharnhorst, Gneisenau und Boyen die politischen Überzeugungen dieser Gemeinschaft in einer besonderen Bekenntnisdenkschrift, die an das deutsche Volk gerichtet war.30) Schmitt bemerkte später, dass im Kern dieser Denkschrift die klare Antwort auf eine klare Frage steht: „Wer ist der wirkliche Feind Preußens?“31) Solch ein Mann wurde für Clausewitz der Imperator Frankreichs, deshalb ist der Philosoph des Krieges für Schmitt zu einem politischen Denker geworden. Aufgrund der Tatsache, dass Napoleon für Clausewitz ein wirklicher Feind - im Verständnis von Schmitt - war, ist er „als Feind Napoleons zum Schöpfer einer politischen Theorie des Krieges geworden. Er hat gedacht, was er und seine Freunde getan haben. Nur deshalb ist seine Theorie echt, und als echte Theorie konnte sie über die Grenzen ihres zeitgeschichtlichen Ursprungs hinaus weiterwirken und sogar in die Lehre und die Praxis von Weltrevolutionären wie Lenin und Mao eingehen“.32)
Indem er die historischen Folgen von Clausewitz‘ Aufruf einschätzte, schrieb Schmitt: „der Ruf wurde gehört und die moralische und intellektuelle Kraft seiner Denkschrift war stark genug, um die Nachwelt zu erreichen“,33) ein Appell, den die erste Deklaration enthält. Wie Alexander Swetschin glaubte, fielen bald diese Memoranden, die die Beschuldigungen der Obrigkeit wegen ihres Kleinmuts und Aufrufe zum Kampf gegen Napoleon enthalten, Friedrich Wilhelm III. in die Hände, was aus den künftigen Beziehungen des Königs zu Clausewitz ersichtlich ist.34)
Die aktive Position von Clausewitz zeigte sich unterschiedlich an. Insbesondere bestand sie darin, dass er eine Reihe von spezifischen Plänen des Krieges gegen Frankreich ausarbeitete, indem er das nicht nur im Rahmen seiner Dienstpflichten, sondern auch selbsttätig machte. Die Vorbereitung der angegebenen Pläne soll als beispielhafte Synthese der emotionalen Fehde von Clausewitz mit Napoleon und seiner analytischen Denkweise betrachtet werden. Die ersten Pläne wurden noch zu Beginn des Jahres 1808 und im Jahr 1811 geschrieben. Ihre Besonderheit bestand darin, dass sie die Möglichkeit eines erfolgreichen Kampfs in den Umständen der unverkennbaren zahlenmäßigen Überlegenheit der regulären Armee des Gegners mit der Abstützung auf den Volksaufstand in Deutschland und Guerilla-Aktionen begründeten. Die Anerkennung der Kraft der moralischen Größen und des Potenzials des Volkskrieges durch den politischen Philosophen des Krieges war die Grundlage für Alexander Swetschin, zum Schluss zu kommen: „Die Herstellung der Mittel, mit denen man Krieg führt, interessiert Clausewitz nicht“.35) In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete Clausewitz mehrmals Kriegspläne gegen Frankreich aus: 1828, August 1830, Ende des Jahres 1830 und Februar 1831. Nach einigen Monaten, im November 1831, starb der Philosoph des Krieges. Der russische Militärschriftsteller Andrej Snesarew nannte diese Ausarbeitungen den „Schwanengesang“ von Clausewitz.36)
Der Höhepunkt des politischen Denkens und Verhaltens von Clausewitz war sein Eintritt in den russischen Dienst nach dem Abschluss eines Bündnisses von Preußen mit Frankreich gegen Russland im Februar 1812. Der Bezug von Clausewitz auf Russland, sein Volk und Heer wurde v.a. dadurch bestimmt, dass es allein die Kraft war, die nicht nur Napoleon widerstand, sondern fähig war, Frankreich zu niederzuwerfen und seine Heimat Preußen zu befreien. Die Teilnahme an der Kampagne von 1812 an der Seite Russlands bereicherte Clausewitz mit vielen nützlichen Beobachtungen und Schlussfolgerungen für die Schaffung seiner politischen Theorie des Krieges. Er fand viele Beweise für die Begrenztheit der verbreiteten Betrachtungsweisen zur Beurteilung des Kräfteverhältnisses der kriegführenden Seiten, indem er sich der Bedeutung der Berücksichtigung der komplexen Einflussfaktoren wie der Standhaftigkeit der russischen Armee und ihrer Kampffähigkeit trotz der Verluste vergewisserte. In Russland fühlte er, was solche Faktoren wie der Nationalcharakter, der Wille zum Widerstand, der Volkskrieg, die Weiten eines Landes, die Besonderheiten der Staatseinrichtung, die Religion, die richtige Darlegung des Ergebnisses der Schlacht bei Borodino usw. bedeuten. Er weist doch mehrfach auf die Fehler und Irrtümer Napoleons hin, der die angegebenen Umstände ignorierte.37)
In Russland überzeugte sich Clausewitz anschaulich davon, dass die Anwendung der traditionellen Strategie Napoleons der Eroberung des Feindes durch Sieg in der Hauptschlacht und Erstürmung der Hauptstadt möglicherweise die erwarteten Ergebnisse nicht bringen kann. „Bonaparte wollte den Krieg in Russland führen und endigen, wie er ihn überall geführt und geendigt hatte“, - betont Clausewitz.38) Aber der vom französischen Imperator vorausberechnete schablonenhafte Plan bezüglich Russlands ist nicht gelungen. Clausewitz verglich doch notgedrungen das Geschehene in Russland mit dem Schicksal seiner Heimat: Preußen kapitulierte nach der Niederlage bei Jena und Auerstedt und existierte nicht mehr als ein unabhängiger Staat. Das Verhalten der Machtelite und der Bevölkerung Russlands und Preußens in den Umständen der Aggression und der Besetzung, Verluste der Hauptstädte stellten einen scharfen Kontrast dar, und der Vergleich erwies sich nicht zugunsten der Heimat Clausewitz’.
Clausewitz hatte die Gelegenheit, die Information aus erster Hand zu erhalten, viel passierte bei seinem Aufenthalt. Beispielgebend ist der Bericht von Kutuzov an Alexander I. über die Friedensvorschläge Napoleons. Kutuzov meldete: Der Gesandte Napoleons, Graf Lauriston, teilte die Besorgnis seines Imperators über „die Art des barbarischen Krieges mit, den wir mit ihnen führen; das ist nicht auf die Armee bezogen, sondern auf unsere Einwohner…“.39) Bekanntlich empfing Kutuzov den Grafen Lauriston öffentlich, in Anwesenheit seiner Generale. Natürlich konnte Clausewitz den Inhalt des Gespräches zwischen dem russischen Oberbefehlshaber und dem französischen Gesandten erfahren, da er Nahestehender der obersten Führung Offizier war.
Vernünftige politische Führer und Feldherren erkennen eigentlich bei der Vorbereitung und Führung der militärischen Handlungen die Präsenz kultureller, religiöser und anderer Besonderheiten der Völker und Nationen an und streben danach, diese zu berücksichtigen. Beispielweise gab Napoleon einmal zu, indem er Misserfolge in der Niederwerfung des Widerstandes in Spanien mit bestimmter Arroganz beschönigte und das spanische Volk für „barbarisch, banausisch und grausam“ hielt: „Ich habe einen Fehler begangen, als ich in Spanien eingezogen war, da mir der Geist der Nation nicht bekannt war. Ich wurde von den spanischen Granden hergerufen, aber vom Pöbel abgelehnt. Dieses Land hat sich als unwürdig des Fürsten meiner Dynastie erwiesen“.40) Es sei auch bemerkt, dass der große russische Feldherr Alexander Suworow, ein hochgebildeter Mann, bis ins hohe Alter ausführlich Sprachen und Kultur der Völker studierte, auf deren Territorium seine Truppen Kampfhandlungen führen mussten. Erst vor kurzem hat der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert M. Gates gewarnt, indem er auf die Grenze der militärischen Möglichkeiten seines Staates hinwies: „niemand soll die psychologischen, kulturellen, politischen und humanitären Dimensionen der Kampfoperationen vernachlässigen“.41)
Folgen des politischen Denkens der Militärwissenschaftler am Beispiel Clausewitz und Swetschin
Während Clausewitz Militärdienst in der russischen Armee leistete, ersehnte er in die Heimat zurückzukehren. „Auf Auszeichnung rechne also nicht im geringsten. Darum ist mein sehnlichster Wunsch nach einer Tätigkeit auf deutschem Boden gerichtet“, - schrieb er im August 1812.42) In Preußen wurde er aber mit anderen Offizieren, die in der russischen Armee gedient hatten, der Verfolgung seitens der Staatsmacht ausgesetzt. Er und seine Gleichgesinnten, die allen Gefahren des Kampfes ausgesetzt waren und ihre Dornenkrone zu tragen hatten, sollten nicht nur beständig Misstrauen und kleinlichen Intrigen begegnen, sondern auch die Repressionen der Staatsobrigkeit erleiden, weil sie gegen dieselbe aufbegehrten. Gegen Clausewitz wurden Gerichtsprozesse geführt mit dem Zweck, sein Vermögen zu beschlagnahmen. Seine Verwandten waren auch in Gefahr.43) Nur der Glauben an das Rechte seiner Tat und die Dankbarkeit der Nachfolger gaben ihm Kraft: „Ich muss mir dann oft sagen, dass wir doch einst den Trost haben werden, dass Deutschland unser mit Dankbarkeit gedenken und noch an unseren Gräbern die gute Absicht loben wird, der wir unser Glück und Leben geopfert haben.“44)
Der Ansatz zur Bewertung des Vorgehens Clausewitz’ als eines Partisanen - in theoretischer sowie praktischer Hinsicht - lässt einen auch zum wichtigsten Entschluss kommen, nämlich dass ein Forscher, der danach strebt, die militärisch-politische Problematik objektiv zu erforschen, fast nie politisch neutral bleiben kann. Der deutsche Soziologe und politische Denker Max Weber trennte entscheidend die wissenschaftliche Kognition, die objektiv und vom anschaulichen Gesichtspunkt des Forschers unabhängig ist, von der politischen Tätigkeit sogar von demselben Forscher. Max Weber schrieb deswegen: „Sondern es soll nur daran erinnert werden: dass, wenn irgendetwas, dann wohl dies eines berufsmäßigen ‚Denkers‘ besonders nahezulegende Obliegenheit ist: sich gegenüber den jeweilig herrschenden Idealen, auch den majestätischsten, einen kühlen Kopf im Sinn der persönlichen Fähigkeit zu bewahren, nötigenfalls «gegen den Strom zu schwimmen»“.45) Außerdem hat Max Weber eine eindeutige Meinung: „Denn praktisch-politische Stellungnahme und wissenschaftliche Analyse politischer Gebilde und Parteistellung ist zweierlei.“46) Man kann nicht umhin, der angeführten Richtigkeit dieser Behauptung zustimmen. Das Kennenlernen des Lebens und des Schöpfertums von Clausewitz, Alexander Swetschin und vielen anderen Denkern, die von der Stellungnahme der Grundsätzlichkeit und der Objektivität ausgingen, zeugt davon, dass der Gelehrte, der im Bereich der Militärpolitik tätig ist, im Ergebnis der Darlegung seiner Ideen de facto eine bestimmte politische Seite einzunehmen gezwungen wird. Somit kann er politische Gegner erwerben, darunter großmächtige und unversöhnliche (mit allen ausfließenden Konsequenzen).
Ein Anschauungsbeispiel ist in dieser Hinsicht das Schicksal von Alexander Swetschin, der ein Nachfolger von Clausewitz war. Er strebte nach den objektiven Beurteilungen der militärpolitischen Realitäten und verzichtete zum Beispiel bewusst auf die Absicht, „eine Skizze der roten sowjetischen strategischen Doktrin“47) zu schaffen. Allerdings konnte letztendlich die schöpferische Tätigkeit von Alexander Swetschin politisch neutral nicht bleiben, was eine seiner Todesursachen wurde.48)
Aus diesem Grund ist der Schluss von Schmitt, der seinen Artikel über Clausewitz beschließt, ganz rechtmäßig: „Daß ein politischer Denker in die Feindschaft der kämpfenden Fronten hineingezogen wird, ist mit dem Begriff des Politischen von selbst gegeben. Diese Gefahr wird durch richtiges Denken nicht beseitigt oder gemildert, sondern eher gesteigert und verschärft.“49)

Schlussfolgerung

Zum Schluss kann man das Folgende anmerken: Der Forscher, der bestrebt ist, die militärpolitischen Prozesse der heutigen Welt zu erkennen, soll die Werke nicht nur von Clausewitz, sondern auch von Schmitt lesen. Die oberflächliche oder wenig engagierte Bekanntschaft mit ihren Ideen ist unangemessen. Kein Wunder, dass der imperative Aufruf es in den Titel des Buches von Beatrice Heuser schaffte - „Clausewitz lesen!“
Das geistige Erbe von Clausewitz ist recht vielfältig und heuristisch. Es ist schwer, dies vollumfänglich zu erfassen. Man soll auch berücksichtigen, dass dieses Erbe ein dynamisches und aufstrebendes Phänomen ist: die Ideen von Clausewitz bildeten sich im 19. Jahrhundert heraus, bestehen fort und beeinflussen weiter Theorie und Praxis der Politik schon fast zwei Jahrhunderte. Und es scheint, dass ihnen ein langes Leben bevorsteht, trotz der wieder und wieder auftretenden skeptischen Prognosen über das Ende der Epoche von Clausewitz.50) Folglich ist es nötig, das politische Erbe von Clausewitz in Kategorien des Raumes und der Zeit, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durchzudenken. Von hier aus ist es rechtmäßig, die einheitliche politische Ontologie von Clausewitz zu behaupten. Ihre Bestandteile sind:
- die Ansichten von Clausewitz über die Gesellschaft, die Politik und den Krieg, die sich während seines Lebens änderten;
- das politische Credo von Clausewitz selbst, das ihn zu bestimmten praktischen Leistungen und zum Schaffen einer Reihe von Werken u.a. der fassbaren militärischen Pläne anregte;
- seine Auffassung des Krieges als ein politisches Phänomen;
- das Schicksal und die verschiedene Auffassung der politischen Ideen von Clausewitz, die sich in Raum und Zeit abspielen.
Der Leistung von Carl Schmitt in der Selbstbesinnung des geistigen Erbes von Clausewitz soll man die Erschließung der Beziehung des politischen Credos dieses Denkers mit seiner politischen Theorie des Krieges zurechnen. Das Studium der politischen Konzepte des Krieges von Clausewitz und Schmitt richtet sich auf die Schaffung eines solchen, relativ unabhängigen Wissenschaftszweiges wie die Politologie des Krieges, deren Notwendigkeit mit der Zeit reif geworden ist. Das Verlangen nach ihr wird nicht nur durch die Umstände der theoretischen Natur diktiert, die mit der Entwicklung und der fortlaufenden Differenz der Politikwissenschaft verbunden sind. Im angewandten Sinn wird die Notwendigkeit der Politologie des Krieges durch Interessen der Begründung der Ansätze der Abwendung und Beschränkung eines Krieges verursacht. Dieses Problem kann v.a. mittels der Behauptung in der politischen Praxis des begrenzten, gehegten Krieges gelöst werden, wozu Clausewitz und Schmitt aufriefen. Sonst wird er durch den totalen, absoluten Vernichtungskrieg verdrängt, dessen Merkmale schon in der modernen Welt ans Licht gekommen sind.




ANMERKUNGEN:
1) Schmitt glaubte hinsichtlich: „Der Staat ist nach Hobbes nur der mit großer Macht fortwährend verhinderte Bürgerkrieg. … Die Tatsache, die den Bürgerkrieg nicht beendet, ist kein Staat“ (Carl Schmitt: Der Leviathan in der Staatslehre des Thomas Hobbes: Sinn und Fehlschlag eines politischen Symbols; mit einem Anh. sowie einem Nachw. des Hrsg./Carl Schmitt. - 2. Aufl. - Stuttgart: Klett-Cotta, 1995. S.34).
2) Thomas Hobbes: Leviathan/Thomas Hobbes. Aus dem Engl. übertr. von Jutte Schlösser. Mit einer Einf. und hrsg. von Hermann Klenner. - Hamburg: Meiner, 1996. S.104-105.
3) Ebenda. S.106.
4) Gespräch über den Partisanen: Carl Schmitt und Joachim Schickel//J. Schickel (Hrsg.) Guerilleros, Partisanen: Theorie und Praxis, München: Hanser, 1970, S.20.
5) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Achtzehnte Auflage, Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1973, S.993.
6) Снесарев А.Е. Жизнь и труды Клаузевица/Предисл. Ю.Н. Балуевского; вступ. ст. И.С. Даниленко; статьи В.К. Белозёрова и Д. Хойзер. - М.; Жуковский: Кучково поле, 2007. С. 198. Snesarev A.E. Das Leben und die Werke von Clausewitz/Vorwort von Yu.N. Baluevskij; der einleitende Artikel von I.S. Danilenko, Artikel von V.K. Belozerov und D. Hojzer. - Moskau; Zhukovskij: Kuchkovo pole, 2007. S.198. (Snesarev A.E. Zhizn‘ i trudy Klauzevica/Predisl. Yu.N. Baluevskogo; vstup. st. I.S. Danilenko; stat’i V.K. Belozyorova i D. Hojzer. - M.; Zhukovskij: Kuchkovo pole, 2007. S.198.)
7) Carl Schmitt: Römischer Katholizismus und politische Form/von Carl Schmitt. - Der Text dieser Neuausg. folgt d. 1925 im Theatiner-Verl., München erschienenen 2. Aufl. - Stuttgart: Klett-Cotta, 1984. S.13.
8) Siehe: Heinrich Meier: Carl Schmitt, Leo Strauß und „Der Begriff des Politischen“: zu einem Dialog unter Abwesenden. Mit Leo Strauss’ Aufsatz über den „Begriff des Politischen“. - Stuttgart: Metzler, 1988. S.1-36.
9) Der russische Forscher V.A. Berendeev unterscheidet in seinem Artikel zwei Phasen der Bildung der Ansichten von Schmitt über die Feindschaft und den Krieg: zwischen den Weltkriegen und nach dem Zweiten Weltkrieg. Siehe: Берендеев В.А. Политическое учение Карла Шмитта как продолжение традиции классического европейского философствования о войне//Вестник Сибирского института бизнеса и информационных технологий. 2012. № 4. С. 46. Berendeev V.A. Die politische Lehre von Carl Schmitt als die Fortsetzung der Tradition der klassischen europäischen Philosophieüberlegungen über den Krieg//Der Bote des Sibirischen Instituts für Business und Informationstechnologien. 2012. № 4. S.46. (Berendeev V.A. Politicheskoe uchenie Karla Schmitta kak prodolzhenie tradicii klassicheskogo evropejskogo filosofstvovaniya o vojne//Vestnik Sibirskogo instituta biznesa i informacionnyh tekhnologij. 2012. № 4. S.46.).
10) Siehe: Carl Schmitt: Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum. 2. Aufl. - Berlin: Duncker & Humblot, 1974.
11) Carl Schmitt: Theorie des Partisanen: Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. - 5., unveränd. Aufl. - Berlin: Duncker und Humblot, 2002. S.72.
12) Ebenda. S.96.
13) „Für das, was man unter dem vielumstrittenen Namen Preußen eigentlich zu verstehen hat, aber auch für das, was übrig bleibt und weiterwirkt, nachdem die Sieger des Zweiten Weltkrieges dieses Preußen ausgestrichen haben, ist Clausewitz bedeutungsvoller als viele andere, deren Namen heute aufgeboten werden, um die Ehre Preußens zu retten“ (Carl Schmitt: Clausewitz als politischer Denker//Der Staat. 1967. № 4. S.501).
14) Carl Schmitt: Die Diktatur. - München und Leipzig: Verlag von Duncker & Humblot, 1921. S.172-173.
15) „In no way do the neoconservatives want to defend the order of things such as they are, i.e. founded on hierarchy, tradition and a pessimistic view of human nature“ (Fukuyama, Francis. Beyond Our Shores//Wall Street Journal. December 24, 2002).
16) Carl Schmitt: Staat als ein konkreter, an eine geschichtliche Epoche gebundener Begriff (1941). In: Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre, Berlin 1958. S.383.
17) Carl Schmitt: Theorie des Partisanen: Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. - 5., unveränd. Aufl. - Berlin: Duncker und Humblot, 2002. S.73-74.
18) Ebenda. S.15.
19) Siehe: Dietmar Schössler: Carl von Clausewitz. - Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 1991. S.92.
20) Carl Schmitt: Theorie des Partisanen: Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. - 5., unveränd. Aufl. - Berlin: Duncker und Humblot, 2002. S.91.
21) In den russischen Ausgaben übersetzte man die Kapitelüberschrift nicht „Volksbewaffnung“, sondern „Volkskrieg“ («Народная война»).
22) Carl Clausewitz: Vom Kriege. Achtzehnte Auflage. - Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1973. S.199.
23) Dieses Verhalten der Volksmassen benannte Alexander Swetschin als „zweiter Teil des Krieges“: „…Die ganze Mächtigkeit Napoleons war kraftlos, um das spanische Volk zu erobern. Französische Plünderer kommen zur Bäuerin und fordern das Essen. Da die Spanier für die Franzosen mit dem Arsen nicht knausern, warnten die Soldaten, dass Kinder dieser Bäuerin mit ihnen essen werden. Eine Stunde später sieht die Mutter mit dem Gefühl der erfüllten Pflicht, wie ihre Kindchen und Fremden Todesqualen erleiden. So war der spanische Kampfgeist in Jahren 1802-1812“ (Свечин А.А. Вторая часть мировой войны. В кн.: Постижение военного искусства: Идейное наследие А. Свечина. - М.: Военный университет, Русский путь, 1999. С. 250). A.A. Swetschin: Zweiter Teil des Weltkrieges. Im Buch: Meisterung der Kriegskunst: Geistiges Erbe von A. Swetschin. - Moskau: Militäruniversität, Russkij put‘, 1999. S.250. (Svechin A.A. Vtoraya chast’ mirovoj vojny. V kn.: Postizhenie voennogo iskusstva: Idejnoe nasledie A. Svechina. - M.: Voennyj universitet, Russkij put‘, 1999. S.250).
24) Carl Schmitt: Clausewitz als politischer Denker/Der Staat. 1967. № 4. S.487.
25) Ebenda. S.501.
26) Siehe: Carl Schmitt: Theorie des Partisanen: Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. - 5., unveränd. Aufl. - Berlin: Duncker und Humblot, 2002. S.17, 21, 26.
27) Carl von Clausewitz: Ausgewählte Briefe an Marie von Clausewitz und Gneisenau. Berlin: Verlag der Nation, 1953. S.71.
28) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Achtzehnte Auflage. - Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1973. S.199.
29) Siehe: Carl von Clausewitz: Nachrichten über Preußen in seiner großen Katastrophe. - Wien, Leipzig: Karolinger, 2001. S.19-23.
30) Teilweise sind diese Denkschriften in einigen russischsprachigen Ausgaben ausgelegt und analysiert. Siehe: Alexander Swetschin: Clausewitz. Mit einem Geleitwort von Vizeadmiral Ulrich Weisser. Olaf Rose/Hans-Ulrich Seidt (Hrsg.). - Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1997. S.172-176.
31) Carl Schmitt: Clausewitz als politischer Denker/Der Staat. 1967. № 4. S.483.
32) Ebenda. S.499.
33) Ebenda. S.485.
34) Siehe: Alexander Swetschin: Clausewitz. Mit einem Geleitwort von Vizeadmiral Ulrich Weisser. Olaf Rose/Hans-Ulrich Seidt (Hrsg.). - Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1997. S.174.
35) Ebenda. S.255.
36) Siehe: Снесарев А.Е. Жизнь и труды Клаузевица/Предисл. Ю.Н. Балуевского; вступ. ст. И.С. Даниленко; статьи В.К. Белозёрова и Д. Хойзер. - М.; Жуковский: Кучково поле, 2007. С. 168. A.E. Snesarev Das Leben und die Werke von Clausewitz/Vorwort von Yu.N. Baluevskij; der einleitende Artikel von I.S. Danilenko, Artikel von V.K. Belozerov und D. Hojzer. - Moskau; Zhukovskij: Kuchkovo pole, 2007. S.168. (Snesarev A.E. Zhizn‘ i trudy Klauzevica/Predisl. Yu.N. Baluevskogo; vstup. st. I.S. Danilenko; stat‘i V.K. Belozyorova i D. Hojzer. - M.; Zhukovskij: Kuchkovo pole, 2007. S.168.).
37) Siehe: Carl von Clausewitz: Der Russische Feldzug von 1812. - Essen: Magnus-Verlag, 1984. S.193-196.
38) Ebenda. S.193.
39) Zit. nach: Наука побеждать фельдмаршала Кутузова: В свете уроков Отечественной войны 1812 года, выводов Льва Толстого, Карла Клаузевица, Сунь-цзы и Лиддела Гарта. - М.: Военный университет, Русский путь, 2012. С. 189. Die Kunst zu siegen vom Feldmarschall Kutuzov: im Lichte der Lehren des Vaterländischen Krieges 1812, der Schlussfolgerungen von Leo Tolstoi, Carl von Clausewitz, Sun Tzu und Liddell Hart. - Moskau: Militäruniversität, Russkij put‘, 2012. S.189. (Nauka pobezhdat‘ fel‘dmarshala Kutuzova: V svete urokov Otechestvennoj vojny 1812 goda, vyvodov L’va Tolstogo, Karla Klauzevica, Sun’-czy i Liddela Garta. - M.: Voennyj universitet, Russkij put’, 2012. S.189.).
40) A Manuscript Found in the Portfolio of Las Casas, Containing Maxims and Observations of Napoleon - Collected During the Last Two Years of His Residence at St. Helena. Translation from the French. London: printed for Alexander Black, 1820: „I committed the fault of entering Spain, because I did not know the spirit of the nation. The nobility called me, and the rabble drove me back. This country was not worthy of a prince of my dynasty (CXVI)“ (P. 33); „The bulk of the Spanish nation is ferocious, ignorant and barbarous: whilst I had the prisoners treated with humanity at the depots of Limoges, Perigueux, and Moulins, they assassinated my soldiers, tortured and executed them. The capitulation made with General Dupont at Baylen was violated in a manner which has no example in history (CCCXXXVII)“ (P. 98).
41) „But no one should ever neglect the psychological, cultural, political, and human dimensions of warfare“ (Robert M. Gates. Balanced Strategy. Reprogramming the Pentagon for a New Age//http://www.foreignaffairs.com/articles/63717/robert-m-gates/a-balanced-strategy).
42) Carl von Clausewitz: Ausgewählte Briefe an Marie von Clausewitz und Gneisenau. - Berlin: Verlag der Nation, 1953. S.178-179.
43) „Ich höre, daß mir bei Euch der Prozeß gemacht wird. Ich habe die einzige Furcht, daß Dir und meinen Brüdern auf die eine oder die andere Art daraus Unannehmlichkeiten entspringen möchten, sonst würde es mir ziemlich gleichgültig sein“ (Carl von Clausewitz: Ausgewählte Briefe an Marie von Clausewitz und Gneisenau. - Berlin: Verlag der Nation, 1953. S.186).
44) Ebenda.
45) Max Weber: Der Sinn der „Wertfreiheit“ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften. In: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre/Max Weber. Hrsg. von Johannes Winckelmann. 7. Aufl. - Tübingen: Mohr, 1988. S.540.
46) Max Weber: Wissenschaft als Beruf. Ein Vortrag. - München und Leipzig: Verlag von Duncker und Humblot, 1990. S.49.
47) Свечин А.А. Стратегия. - М.: Госвоениздат, 1927. С. 8.
Swetschin A.A. Die Strategie. - Moskau: Gosvoenizdat, 1927. S.8. (Svechin A.A. Strategiya. - M.: Gosvoenizdat, 1927. S.8.).
48) In diesem Zusammenhang kann man bemerken, dass der Artikel des deutschen Forscher Hans-Ulrich Seidt „Alexander Swetschin als politischer und strategischer Denker“ unter Einfluss Schmitts geschrieben wurde, was schon aus seinem Titel folgt. Außerdem zitiert Seidt Schmitts Artikel über Clausewitz. In: Alexander Swetschin: Clausewitz. Mit einem Geleitwort von Vizeadmiral Ulrich Weisser. Olaf Rose/Hans-Ulrich Seidt (Hrsg.). - Bonn: Ferd. Dümmlers Verlag, 1997. S.11-49.
49) Carl Schmitt: Clausewitz als politischer Denker/Der Staat. 1967. № 4. S.502.
50) Einen solchen Standpunkt äußert zum Beispiel ein bekannter polnischer Politologe, Jerzy J. Wiatr. Siehe: Jerzy J. Wiatr: II wojna światowa i nowy ład światowy//Krakowskie Studia Międzynarodowe: [czasopismo Krakowskiej Szkoły Wyższej im. Andrzeja Frycza Modrzewskiego]. 2009. № 3. S.182. (Jerzy J Wiatr: Der zweite Weltkrieg und die Neue Weltordnung//Krakowskie College International: [Zeitschrift der Krakauer Hochschule. Andreas Frycza Modrzewskiego]. 2009. № 3. S.182.).