"Regional Stability in the South Caucasus": 18. Workshop der "Partnership for Peace-Consortium"-Studiengruppe

Reichenau / Rax, 11. November 2018  - Von 8. bis 11 November 2018 fand im Seminarzentrum Reichenau der 18. Workshop der "Partnership for Peace Consortium"- Studiengruppe "Regional Stability in the South Caucasus" statt. Die Veranstaltung hatte das Schwerpunktthema "South Caucasus: Leveraging Political Change in a Context of Strategic Volatility". Seit sechs Jahren dienen die Workshops der Studiengruppe Experten aus der Region als Plattform zum Austausch auf akademischer Ebene. Die Tagung findet in Kooperation mit der Landesverteidigungsakademie Wien und der Direktion für Sicherheitspolitik statt.

Politische Veränderungen im Kontext strategischer Volatilität

Bei diesem Treffen wurden inhaltlich die aktuellen Ereignisse und politischen Veränderungen im Südkaukasus besprochen. Knapp 40 Experten aus der Region - Vertreter von Ministerien, Streitkräften, akademischen Einrichtungen, Medien, Think-tanks sowie internationalen Organisationen und Institutionen - kamen dazu in Reichenau/Rax zusammen und erörterten den aktuellen Themenschwerpunkt.

In Panels wurden die aktuellen Entwicklungen thematisiert.

Generalleutnant Erich Csitkovits begrüßt die Workshop-Teilnehmer.

Der südliche Kaukasus im Umbruch

Seit Beginn des Jahres 2018 waren die Länder des südlichen Kaukasus Schauplatz von bewegenden Ereignissen. Im April wurde seitens der georgischen Regierung eine neue Versöhnungsinitiative an Abchasien und Südossetien gerichtet. Im selben Monat fanden in der armenischen Hauptstadt Eriwan breitangelegte Demonstrationen gegen die Regierung statt. In Tiflis gab es nach einer Polizeirazzia in zwei Nachtclubs der georgischen Hauptstadt Massenproteste vor dem Parlamentsgebäude und auch in der umstrittenen Region Berg-Karabach kam es zu wiederholten Aufständen.

Vorträge und Diskussionsrunden

Im Zuge des 18. Workshops wurden in vier Panels die aktuellen Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und die Sichtweisen der unterschiedlichen Akteure thematisiert. Ein einleitender Abschnitt widmete sich den politischen Veränderungen in der Region im Allgemeinen. Im Anschluss kamen Teilnehmer aus den verschiedenen Konfliktregionen sowie aus Nachbarstaaten zu Wort.

Den letzten offiziellen Programmpunkt der Agenda bildete eine abschließende Debatte. Dabei wurden gemeinsam Vorschläge zur Förderung der Konfliktbewältigung im südlichen Kaukasus ausgearbeitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Seminarzentrum Reichenau.

Vertrauensbildender Austausch auf wissenschaftlicher Ebene

Die Direktion für Sicherheitspolitik und die Landesverteidigungsakademie betreuen die internationale Studiengruppe zum Stabilisierungsprozess im Südkaukasus im Rahmen des "Partnership for Peace Consortium" seit 2012. Zweimal jährlich finden Workshops statt - einmal in Reichenau/Rax und einmal in der (erweiterten) Südkaukasus-Region - und behandeln aktuelle sicherheitspolitische Themen. Die Mitglieder der Studiengruppe erarbeiten dabei Empfehlungen. Diese richten sich als Katalog von Vorschlägen an Entscheidungsträger in nationalen Regierungen sowie an Stakeholder und die internationale Staatengemeinschaft und sollen den Prozess der Konfliktbeilegung in der Region unterstützen und vorantreiben.