Terrorismus - die historischen Wurzeln

Markus Reisner

 

Über die Jahrtausende versuchte der Mensch das Phänomen des Kampfes des Stärkeren gegen den Schwächeren in einen Begriff zu fassen. Das Problem bestand v.a. darin, den Legitimationsanspruch des Aggressors für die Durchführung seiner Taten zu begründen. Man versuchte einen Begriff dafür zu finden, dass unschuldige Angehörige eines Stammes durch heimtückische Anschläge von Angehörigen eines anderen Stammes ums Leben kamen oder gezielte Schläge aus dem Verborgenen Menschen töteten. War diese sogenannte Asymmetrie legitim oder einfach nur Terror (bzw. ins Land getragener Schrecken)? Hier entsteht sofort eine Herausforderung, die sich aus einer bis heute bestehenden unklaren Begrifflichkeit ergibt. Gerade die moderne Zeit scheint jedoch das Potenzial zu haben, als eine besonders ergiebige Ära derartiger asymmetrischer Auseinandersetzungen in die Geschichtsbücher einzugehen. An definierten Fronten geführte militärische Auseinandersetzungen gegnerischer Streitkräfte werden zur Ausnahme. Es dominiert der Angriff aus dem Hinterhalt, das verdeckte Operieren wird zur Regel, die Täuschung des Gegners zur Pflicht und somit letztendlich die Bevölkerung brutal in den Konflikt hineingezogen. Derartiger Terror (oder eben Schrecken) lässt alle erschaudern und verzweifelt nach Lösungen suchen.1)

Ziel und Zweck des vorliegenden Textes 

Seit der Mensch vor langer Zeit begonnen hat, seinesgleichen mit Gewalt vom Leben zum Tode zu befördern, war es immer Wille der sich verfeindet gegenüberstehenden Gruppierungen, möglichst die Oberhand über den oder die anderen zu gewinnen. Traf dabei eine stärkere Gruppe auf eine schwächere, bedeutete dies nicht zwangsläufig den Sieg des überlegenen Stammes. Im Gegenteil, die vermeintlich Schwächeren waren dazu angehalten, aus dem Verborgenen und unter Anwendung von unkonventionellen Methoden zu agieren. Durch eine derartige asymmetrische Kampfführung war es möglich, auf Dauer einen Sieg über die stärkeren „Unterdrücker“ zu erringen.2) Der daraus resultierende Erfolg war jedoch oft bitter erkauft, denn die Repressalien der Angreifer (bzw. Stärkeren) richteten sich nicht nur gegen die Kämpfer selbst, sondern auch gegen deren Angehörige. Manchmal hingegen entstand wiederum aus einer irregulären Gruppierung eine reguläre Armee. Derartige Auseinandersetzungen führten somit zwangsweise zur Miteinbeziehung aller Menschen in einen Konflikt. Gewalt und Tod wurden in jeden Winkel der menschlichen Lebensbereiche getragen. Man konnte nicht entkommen, Angst, Schrecken und Verunsicherung waren die Folge. Diese begannen sich in den Köpfen der betroffenen Menschen festzusetzen und ließen sie nicht mehr zur Ruhe kommen.3)
Das lateinische Verb terrere wird in das Deutsche mit dem Wort erschrecken übersetzt. Der Begriff Terror definiert somit exakt den zuvor beschriebenen Gemütszustand von Menschen, die damit rechnen müssen, an jedem Ort der Welt Opfer von Terror zu werden. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die historischen Wurzeln des Terrorismus zu betrachten und darzustellen, wie diese Art des Kampfes bzw. der Auseinandersetzung zu einem wiederholt eingesetzten Mittel menschlicher Konfliktaustragung wurde. Dabei ist sich der Autor bewusst, dass der Begriff Terror höchst umstritten und nicht eindeutig definiert ist. Der Zweck der Arbeit besteht darin, die Wurzeln des Terrorismus zu einem verständlichen Stamm zusammenzufügen. So werden die weitreichenden Bedrohungen erkennbar, denen die Menschen auch in naher Zukunft ausgesetzt sind.4) Die Terroranschläge von Paris vom 13. November 2015, ausgelöst durch den mit terroristischen Mitteln agierenden Islamischen Staat (IS), zeigten dabei nur zu gut die hohe Aktualität der Thematik.

Die Assassinen führten Attentate gegen missliebige Herrscher im Auftrag ihres Meisters durch, ohne persönliche Konsequenzen zu scheuen. Ihr Hauptquartier war lange die als uneinnehmbar geltende Zitadelle Alamut, die 1256 durch den Mongolen-Khan Hülegü erobert wurde (Bild: Schleifung der Festung Alamut durch Hülegü Khan, Manuskript von Basawan und Nand Gwaliori, ca. 1596). Quelle: Designed by Basawan; Colored by Nand Gwalior


Definition der relevanten Begriffe

Die Suche nach den Wurzeln des Terrorismus startet bei der Begrifflichkeit. Um das Phänomen des Terrorismus korrekt beschreiben zu können, muss zuerst eine Definition der relevanten Begriffe aus heutiger Sicht erfolgen. Der Autor versteht Terrorismus als eine Form der sogenannten asymmetrischen bzw. irregulären Kriegführung. Wobei hier zu beachten ist, dass die Gegner (konventioneller wie unkonventioneller Natur) jeder militärischen Auseinandersetzung danach streben, eine Asymmetrie zu erreichen. Diese Art der Kampfführung ist im Kern nicht neu, hat sich aber über die Jahrhunderte in Qualität und Ausprägung verändert. Bis heute gibt es keine international anerkannte Definition für asymmetrische bzw. irreguläre Kriegführung oder für den Begriff Terrorismus selbst. Schon im Jahr 1977 stellte der international anerkannte Terrorismusexperte Walter Laqueur fest, dass „…eine allgemeine Definition des Terrorismus nicht existiert und in naher Zukunft auch nicht gefunden wird“.5) Georg Geyer führt in seinen Überlegungen zur modernen asymmetrischen Kriegführung bzw. zum Terrorismus folgende Definition an:
„Terrorismus ist eine besondere Form der Gewalt mit einer im weitesten Sinne politischen Zielsetzung. Absicht ist es, u.a. emotionale Reaktionen hervorzurufen - meist extreme Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung, verbunden mit Sympathie bei den eigenen Anhängern. Terrorismus richtet sich nicht nur an die unmittelbaren Opfer, sondern an eine breitere Öffentlichkeit.“6)
Verschiedene Länder (z.B. USA, Großbritannien, Deutschland), aber auch internationale Organisationen (z.B. UNO, NATO, EU) bieten unterschiedliche Erklärungsmodelle für asymmetrische bzw. irreguläre Kriegführung an. Es existiert zur Thematik eine Vielzahl von Begriffen wie z.B.: Small War, Unconventional Warfare, Three Block War, 4th Generation War, Irregular Warfare, Subversive War, Insurgency, Guerilla War, Military Operations other than War, Low Intensity Conflict, Asymmetric War und nicht zuletzt Revolution, Partisan War und Terrorism.7) Das Militär, als wesentlicher Akteur der Terrorismusbekämpfung, unterscheidet heutzutage, unter Gegenüberstellung der Parameter Resources, Centre of Gravity, Mechanism, Strategic Orientation, Tactical Orientation, Duration, im Wesentlichen fünf Typen der asymmetrischen bzw. irregulären Kriegführung.8)
Aufgrund dieser Gegenüberstellung können die fünf Typen der asymmetrischen bzw. irregulären Kriegführung im Kern wie folgt charakterisiert werden:9)
- Coup d‘état
Ziel ist es dabei, durch einen gezielten, möglichst nur eingeschränkt gewaltsamen Schlag gegen eine definierte Gruppe (z.B. Regierung) eine Wende herbeizuführen.
- Terrorism
Kleine Gruppen oder Zellen mit eingeschränkten Ressourcen versuchen durch offensive Verbreitung von Angst und Schrecken ein Ziel zu erreichen.
- Revolution
Eine politisch motivierte Gruppe mobilisiert weite Teile bzw. eine „kritische Masse“ einer (unterdrückten) Bevölkerung mit dem Ziel der Zustandsänderung.
- Insurgency
Basierend auf ein in selektiven Teilen der Bevölkerung eingebettetes Netz an Unterstützern und Informanten wird versucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
- Civil War
Innerhalb eines Bürgerkrieges kämpfen unterschiedliche Gruppierungen um Territorium, Anerkennung und die Legitimation, zukünftig einen Staat zu regieren.
Zusätzlich kann innerhalb jeder dieser Formen die Ausübung von Terror ein Mittel (bzw. eine Strategie) der Kampfführung darstellen. Die dargestellte Einordnung berücksichtigend lässt sich zu Definition und Begriff feststellen: Terrorismus ist eine Form bzw. Strategie der asymmetrischen bzw. irregulären Kriegführung im modernen militärischen Verständnis. Herfried Münkler fasst dazu treffend zusammen:10)
„Terrorismus ist die Praxis des Gewaltgebrauchs durch Akteure, die ihrem Gegner ressourcenmäßig deutlich unterlegen sind und über die psychischen Effekte physischer Gewalt politische Ziele erreichen wollen. Die Begriffsbildung „Ismus“ steht dabei dafür, dass es sich nicht um Einzelaktionen, sondern auf längere Zeit angelegte Kampagnen handelt, die reflexiv und strategisch geplant sind.“

Die Definition des Begriffs Terrorismus hängt immer auch von der Perspektive ab. Übt z.B. der Staat Terror gegen seine Untertanen aus, oder setzt er nur rechtmäßige Gesetze gegenüber der Bevölkerung durch? Ist jener, der Widerstand gegen den Staat leistet, ein Terrorist, oder widerspricht er dem unrechtmäßigen Staat in seiner Autorität? Hier zeigt sich das Grunddilemma der Definitionsproblematik. Und von dieser Problematik ist nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Rechtsprechung betroffen. Das Kriegsvölkerrecht (bzw. heutzutage humanitäre Völkerrecht) versucht so exakt wie möglich die Rolle der einzelnen Subjekte auf dem Schlachtfeld zu definieren. Wer ist Kombattant, wer Zivilist, wer trägt zu Recht eine Waffe und wer nicht? In heutigen Auseinandersetzungen bzw. in vielen aktuellen Konfliktgebieten steht das moderne humanitäre Völkerrecht jedoch vor einem Dilemma. Wie soll man umgehen mit Kämpfern, die die Gebräuche und Regeln des Krieges nicht einhalten? Sind diese illegitime Kämpfer oder gar Terroristen? Wer hat das Recht, ihnen diesen Status zuzusprechen, und wie sind sie zu behandeln? Fragen, die bis heute nicht exakt geklärt sind.11)
In den 1970er- und 1980er-Jahren versuchten die Vereinten Nationen einen Konsens der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Definition des Begriffes Terrorismus zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen der einzelnen Völkerrechtssubjekte konnten sich die befassten Institutionen nicht einigen, da es v.a. divergierende Interpretationen zu den Begriffen Freiheitskampf und Selbstbestimmungsrecht gab. Im Wesentlichen lässt bis heute die Kernfrage „Ab wann ist eine Aufstandsbewegung als Terrororganisation oder als Freiheitsbewegung einzustufen?“ alle Versuche der UNO, eine sogenannte Comprehensive Convention on International Terrorism zu schaffen, scheitern.12)

Von der Antike bis zur Neuzeit

Es oblag schlussendlich nur allzu oft den Geschichtsschreibern, ein abschließendes Urteil über die Natur und den Charakter einer Auseinandersetzung zu fällen. So konnte aus dem Freiheitskampf eines Volkes eine blutige Rebellion werden oder der vom Glauben an das Gute beseelte Freiheitskämpfer zum niederen und verabscheuungswürdigen Terroristen degradiert werden. Im Konflikt selbst waren die sich gegenüberstehenden Seiten schnell bereit, den jeweils anderen als Terroristen zu bezeichnen. Fast immer war es aber der Sieger, der eine abschließende Beurteilung anstellte. Um Terrorismus verstehen zu können, gilt es, seine Wurzeln ergründen. Und diese liegen - wie so oft in der Geschichte von Konflikten - in längst vergangenen Zeiten. Konnte man dem Gegner aufgrund mangelnder (militärischer) Stärke seinen Willen nicht aufzwingen, so war man gezwungen, zu anderen Mitteln zu greifen. Die Ursachen des daraus resultierenden Terrors waren dabei oft von unterschiedlicher Natur.13)

Zeloten, Assassinen und Ninjas

Oft wird der Begriff Terror erstmals mit der Französischen Revolution in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich gab es aber bereits lange zuvor Ereignisse, die dem modernen Verständnis von Terrorismus zuordenbar sind. Die ersten tatsächlich beschriebenen Formen von Terrorismus zeigten sich bereits in der Antike. Auch hier tobten asymmetrische Auseinandersetzungen, die die unterlegene Seite dazu zwangen, unkonventionelle, zur gewünschten Zielerreichung notwendige Mittel anzuwenden. Zwar konnte man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Luft sprengen, doch Angriffe aus dem Hinterhalt gehörten bereits damals zur Begleiterscheinung aller Auseinandersetzungen. Und diese richteten sich damals wie heute auch gegen die wehrlose Zivilbevölkerung. Zu den frühesten Beschreibungen einer asymmetrischen Auseinandersetzung bzw. der Anwendung einer irregulären Einsatzführung gehören sicherlich der Kampf Davids gegen Goliath bzw. die Kriegslist der Griechen mit ihrem Trojanischen Pferd in Homers Ilias.14)

Für die einen ein Tyrann, für die anderen ein Held - so stellte sich Oliver Cromwell dar. (Bild: symbolische Hinrichtung der Leichname von Oliver Cromwell, Henry Ireton und John Bradshaw 1661, deren Köpfe anschließend auf langen Stangen zur Schau gestellt wurden, undatiert). Quelle: Wikipedia

In der westlichen Hemisphäre war Rom für mehrere Jahrhunderte europäischer Geschichte bestimmend. An den Grenzen des Reiches, aber auch in seinem Inneren kam es aber immer wieder zu Aufstandsbewegungen, die mehr oder weniger von Erfolg gekrönt waren. Ob die jüdische Aufstandsbewegung der Zeloten im ersten Jahrhundert nach Christus oder rebellische gallische bzw. parthische Stämme, die Legionäre Roms waren laufend mit der Bekämpfung von Widerstandsbewegungen unterschiedlicher Stärke beschäftigt. Zivile Versorgungskonvois wurden heimtückisch überfallen, militärische Grenzpatrouillen aus dem Hinterhalt vernichtet oder Römer in ihren abgelegenen Villen an der Peripherie des Reiches ermordet. Bereits in der Antike wurden somit die beiden grundlegenden Wurzelstränge des Terrorismus begründet. Es waren dies der ethnonationale Terrorismus auf der einen Seite und der ideologisch-weltanschauliche Terrorismus auf der anderen Seite.15) Beide zu sehen im Verständnis des Kampfes einer Minderheit gegen eine Mehrheit. Der Unterschied in beiden Wurzelsträngen liegt in der Motivation des Kampfes bzw. Widerstandes begründet.16)

Beim ethnonationalen Terrorismus war es das Ziel einer regional abgegrenzten Volksgemeinschaft bzw. eines Stammes oder einer Ethnie, sich aus dem Verbund (z.B. einem Gesamtstaat) herauszulösen. Derartige separatistische Bewegungen konnten entweder durch eine vorher zwangsweise Besetzung oder Eroberung oder aber auch durch Unzufriedenheit mit der vorherrschenden Herrschaftsstruktur entstehen. In der Regel waren diese Separationsbewegungen den Machtinstrumenten (z.B. Militär oder Polizei) der herrschenden Eliten unterlegen. Somit mussten die Separatisten zu anderen Mitteln greifen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es galt also z.B. nicht, in einer offenen Feldschlacht gegen römische Legionen anzutreten, sondern die gegnerischen Eliten durch gezielte Schläge auszuschalten. Mit derartigen Mitteln versuchten die jüdischen Zeloten ihre Unabhängigkeit von Rom durchzusetzen. Dabei fielen ihren Attentätern (sogenannten Sicarii) nicht nur römische Legionäre oder Würdenträger zum Opfer, sondern auch die eigene jüdische Bevölkerung wurde terrorisiert, wenn sie der geforderten Unterstützung nicht nachkommen wollte.17)
Auf der anderen Seite entwickelte sich der ideologisch-weltanschauliche Terrorismus. Hier war es entweder Ziel, eine eigene Denkrichtung (säkularer Terrorismus) durchzusetzen oder der eigenen Religion zum Durchbruch zu verhelfen (religiöser Terrorismus). Am Ende stand als Ziel die Umgestaltung des gesellschaftspolitischen Systems. Ende des 11. Jahrhunderts brachte die islamisch-schiitische Glaubensgemeinschaft der Ismailiten die sogenannten Assassinen hervor. Diese Attentäter, auch die Opferbereiten genannt, führten gezielte Auftragsmorde durch und verbreiteten so Angst und Terror. Dabei scheuten sie auch nicht den eigenen Tod und sahen in der Erfüllung ihres Auftrages das höchste Ziel. Sie waren in diesem Verständnis Märtyrer und somit Vorläufer der Selbstmordattentäter im heutigen Verständnis. Opfer der islamisch-schiitischen Attentäter waren meist islamisch-sunnitische Würdenträger, aber im 12. Jahrhundert auch prominente Anführer der christlichen Kreuzritter, die versuchten, das Heilige Land zu erobern. Ziel der Ismailiten war die Einführung eines Gottesstaates in ihrer Interpretation der Auslegung des Islam. Sunnitische Seldschukenherrscher und christliche Eroberer standen diesem Vorhaben entgegen.18) Im 12. Jahrhundert setzten in Japan viele Kriegsherren sogenannte Ninjas ein. Diese als „Verborgene“ bezeichneten Kämpfer agierten ähnlich den Assassinen, wurden aber neben der Auftragserteilung zum Attentat auch zur Sabotage und zur Aufklärung eingesetzt.19)

Die Legitimation des Terrors

Jüdische Sicarii, islamische Assassinen und japanische Ninjas machten mit ihren Attentaten eine neue Art der Kampfführung salonfähig. Der Tyrannenmord galt bereits im Verständnis der antiken Griechen als Heldentat. In den nächsten Jahrhunderten wurde diese Form des terroristischen Attentats (im Sinne des Angreifers) intensiven Überlegungen unterworfen. Bereits im 12. Jahrhundert stellte der Bischof von Chartres, John von Salisbury, Überlegungen an, ob diese Form des Kampfes bzw. Widerstandes nicht aus religiösen Überlegungen akzeptierbar sei, v.a. dann, wenn derartige Vorhaben der Tötung heidnischer Herrscher dienten. Somit freundete sich auch das Christentum mit dem ideologisch-weltanschaulichen Terrorismus an, wobei natürlich bei anerkannter Legitimation der Begriff Terror durch Freiheitskampf ersetzt wurde. John Hobbes, John Locke und Jean Jacques Rousseau verfeinerten diese Grundgedanken und vertraten im Kern die Ansicht, dass es legitim sei, einen Tyrannen zu ermorden, der unrechtmäßig einem Staat vorstand und das eigene Volk unterdrückte.20) Der Engländer Edward Sexby verfasste im Jahr 1657 die Schrift „Killing no murder“. Darin begründet er die (seiner Ansicht nach) Rechtmäßigkeit der eventuellen Ermordung Oliver Cromwells. „Killing no murder“ wurde nur wenige Jahrzehnte später in seiner französischen Ausgabe zu einem in Frankreich weit verbreiteten Schriftstück.21)
Neben dieser Etablierung des terroristischen Attentats im Laufe der Jahrhunderte darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Mittel bzw. die Methode des Terrors auch durch das Militär entdeckt wurde. Als die Mongolen im 13. Jahrhundert in Europa einfielen, wurden Bevölkerungen wie Herrscherhäuser von der unbarmherzigen Grausamkeit dieses asiatischen Reitervolks überrascht.22) Der Terror, den sie ausübten, brachte ihnen den Ruf ein, die „Geißel Gottes“ zu sein. Die systematische Terrorisierung der Bevölkerung war jedoch eine gezielte Strategie der Kriegführung und sollte dafür sorgen, dass jeder Widerstand nachhaltig gebrochen wurde. Durch die Auslöschung der militärischen Gegner (d.h. der europäischen Ritterheere) konnte sichergestellt werden, dass der Gegner nicht noch einmal zu den Waffen greifen konnte. Den Rittern Europas war diese Kampfführung der völligen Vernichtung des Gegners hingegen fremd. Durch die Ausübung von Terror konnten die eroberten Landstriche mit geringen Kräften gehalten werden. Niemand würde es wagen aufzubegehren, wenn ein schrecklicher Tod drohte. Die Osmanen sollten im 16. und 17. Jahrhundert diese Strategie des Terrors bei ihren Feldzügen ebenfalls anwenden. Ein Umstand, der es durchaus erlaubt, Parallelen zur heutigen Einsatzführung des Islamischen Staates (IS) zu ziehen. Die systematische Terrorisierung der Bevölkerung wurde in Europa durch militärische Formationen erst wieder im Dreißigjährigen Krieg in großem Umfang angewandt.23)
Es besteht, wie eingangs erwähnt, bis heute Uneinigkeit in der Frage, ab welchem Zeitpunkt und unter welchen Umständen es legitim ist, jemanden als Terroristen zu bezeichnen. Selbst wenn es aus philosophischen Überlegungen gerechtfertigt erscheint, einen Tyrannen zu töten oder ein Regime zu stürzen, so wird das Tyrannenregime seine Angreifer bis zu seinem Fall als illegitime Terroristen bezeichnen. Terroristen bezeichnen sich selbst nicht als Terroristen, und Staaten, die Terroristen unterstützen, tun dies ebenfalls nicht. Es ist immer eine Frage des Blickwinkels und der Beurteilung. Nicht zuletzt hängt es davon ab, ob eine Revolution oder eine Aufstandsbewegung schlussendlich erfolgreich war oder nicht. Jassir Arafat, der Vorsitzende der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO, arab. Munaẓẓamat at-Taḥrīr al-Filasṭīniya), bezeichnete seinen Kampf als legitim, da es das Ziel war, dem palästinensischen Volk Freiheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Israel bezeichnet die PLO hingegen bis heute als Terrororganisation.24) Ein anderes Beispiel ist Nelson Mandela und sein Afrikanischer Nationalkongress (ANC, engl. African National Congress). Am Beginn wurde er als Terrorist angesehen, sein Erfolg und die weltweite Anerkennung seines Kampfes gegen die südafrikanische Apartheid haben jedoch zu einer Neubewertung des Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers geführt. Heute würde ihn wohl niemand mehr als Terroristen bezeichnen. Diese beiden Beispiele zeigen das Problem der Legitimation des Terrors. Bekanntlich haben alle Völker das Recht auf Selbstbestimmung. Sie entscheiden frei über ihren politischen Status und gestalten ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung. Daraus resultierend kann Freiheitskampf kein Terrorismus und Terrorismus kein Freiheitskampf sein. Die politische Wirklichkeit sieht jedoch anders aus, denn, wie Andreas Bock schreibt: „Der Terrorist des einen ist der Freiheitskämpfer des anderen.“25) Die Berichterstattung über den Konflikt in der Ostukraine ist ein aktuelles Beispiel, das dieses Dilemma zeigt. So kämpft die ukrainische Regierung in ihrer Diktion gegen illegitime Terroristen, die hingegen von Russland in seinem Verständnis als legitime Separatisten bezeichnet werden.
Die Emanzipation des Terrors
Bis in die Neuzeit war Terror oder Terrorismus somit zu einer anerkannten (wenn auch umstrittenen) Strategie geworden. Einerseits war er eine Möglichkeit, die es einem unterlegenen Gegner erlaubte, aus dem Verborgenen gegen einen überlegenen Gegner vorzugehen, und andererseits diente er dazu, staatlich ausgeübt und „legitimiert“ die Bevölkerung in Schach zu halten. So wurde Terror durch staatliche Machtinstrumente wie Polizei und Militär eingesetzt, um die Ziele der herrschenden Eliten durchzusetzen. Der Wendepunkt in der Entwicklungsgeschichte des Terrorismus war die Französische Revolution. Sie gab dem Begriff Terror seine besondere Bedeutung und machte bewusst, wie schmal die Grenze zwischen Freiheitskampf und Terrorismus ist. Der Begriff Terror erfuhr nicht zuletzt durch die Folgen der Französischen Revolution eine weite Verbreitung. Und es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Terrorismus, Totalitarismus und totaler Krieg im selben Zeitraum das Licht der Welt erblickten wie Freiheit, Menschenrechte und Demokratie.26)

Staatsterrorismus und Anarchismus

Die Euphorie der Französischen Revolution währte nur kurz. Es galt für die neuen Herren, die ersten Bewährungsproben zu bestehen. Es drohte die Gefahr von außen und die Rebellion von innen. Die Ausrufung des Staatsnotstandes und eine Massenaushebung waren die ersten Antworten der Jakobiner darauf. Die Macher der Revolution wähnten sich bedroht und beantworteten dies ihrerseits mit Terror. Ab dem Herbst des Jahres 1792 wurde aus der befreienden Kraft eine zerstörerische. Maximilien de Robespierre und Louis Antoine de Saint-Just instrumentalisierten in den kommenden Monaten den Ausschuss für öffentliche Sicherheit sowie den Wohlfahrtsausschuss in einer Art und Weise, dass bis 1794 Hunderttausende Menschen dem Terror der Jakobiner zum Opfer fielen. Entweder wurden sie enthauptet, ertränkt, ein Opfer von Lynchjustiz oder kamen bei der Niederschlagung von Aufständen ums Leben.27) Robespierre versuchte die aufklärerischen Ideale von Jean-Jacques Rousseau zu verwirklichen. Er sah den Terror als legitimen, reinigenden und somit notwendigen Akt an. Im Juli 1794 wurde dem Staatsterror des Regimes schließlich ein Ende gesetzt und Robespierre und seine Anhänger wurden selbst guillotiniert. Als la Terreur, also „der Schrecken“, ging diese Zeit in die französische und europäische Geschichte ein. Der Begriff des Terrors hatte Einzug in das politische Denken gehalten. Das revolutionäre Frankreich des
18. Jahrhunderts war die Geburtsstätte des modernen Terrorismus, und der Begriff Staatsterrorismus trat erstmals in Erscheinung. In den Regimen der Nationalsozialisten, Stalinisten und Maoisten des 20. Jahrhunderts erreichte er seinen bisherigen Höhepunkt. Geheimpolizei, Kontrolle, Überwachung, Verfolgung, Lagerhaft und willkürlicher Mord waren die Kennzeichen dieser im heutigen Verständnis „rechten“ und „linken“ säkularen Terrorherrschaften.28)
Das 19. Jahrhundert brachte weitere Sonderformen des säkularen Terrorismus mit sich: die Ideen des Anarchismus und Marxismus. Während Anarchisten jede staatliche Herrschaft und Ordnung abstritten, sahen Marxisten in der Etablierung einer revolutionären Elite (in Folge der kommunistischen Partei) die Lösung in der Suche nach einer zukünftigen Staatsform. Zwei der wichtigsten Vertreter der jeweiligen Denkrichtung, Pierre-Joseph Proudhon und Karl Marx, tauschten sich intensiv über ihre Ansichten aus, kamen jedoch nur in einem Punkt zum Konsens: der Ablehnung des Kapitalismus. Die Anarchisten verfolgten die Idee der Propaganda der Tat. So sollte in der Bevölkerung durch Anschläge und Terror ein Umdenkprozess eingeleitet werden. Dies führte dazu, dass es ab Mitte des 19. Jahrhunderts v.a. in Europa zu einer Reihe von Anschlägen kam. Diese Anschläge wurden erstmals durch den Einsatz von Sprengstoff ausgeführt. Der Dolch als Mittel früher Zeiten hatte ausgedient. Durch den Einsatz von Explosivstoffen wurden aber auch Unschuldige zum Opfer, denn die Wirkung der Bomben ließ sich nun nicht mehr begrenzen. Auch trachteten die Attentäter danach, zu überleben und sich nicht zu opfern. Waren zuvor Eliten das Ziel gewesen, so wurden nun alle Vertreter der staatlichen Ordnung legitime Ziele. V.a. Russland wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einer Reihe von Anschlägen erschüttert, bei denen als prominentestes Opfer der russische Zar Alexander II. am 13. März 1881, gleichsam als Vertreter der verhassten Elite und staatlichen Ordnung, getötet wurde. Schlussend­lich wurden im Jahr 1914 der österreichisch-ungarische Thronfolger und seine Frau Opfer von Attentätern, hinter denen Terrororganisationen standen. Die anarchistischen Ideen des 19. Jahrhunderts feierten im 20. Jahrhundert bei Organisationen wie der Roten Armee Fraktion (RAF) eine neue Renaissance.29) Vom 19. bis zum 20. Jahrhundert trat im Wesentlichen der ethnonationale Terrorismus in den Hintergrund, während sich der ideologisch-weltanschauliche Terrorismus intensivierte.

Terror im Kriege

Krieg wird definiert als die systematische Anwendung der Gewalt von Staaten gegeneinander.30) Oft wurde ein Krieg nach siegreich geschlagenen Schlachten bzw. erfolgreichen Belagerungen für gewonnen erklärt und vorerst negiert, dass dies eigentlich erst den Beginn einer langen Auseinandersetzung darstellte. Erfolgreich geführte Feldzüge verwandelten sich in langwierige Abnützungskriege gegen potente Aufstandsbewegungen (engl. Insurgency). Viele Feldherren waren nicht bereit sich einzugestehen, dass sie zwar eine erfolgreiche Kampagne zur Vernichtung der feindlichen Streitkräfte geführt hatten, nicht aber den Kampfeswillen der besiegten feindlichen Kämpfer bzw. der besetzten Bevölkerung gebrochen hatten.31) Das Ergebnis war eine neue, zum Teil noch blutiger geführte Auseinandersetzung. Bedeutende Strategen wie Sun Tzu und Julius Cäsar erkannten dies und zogen ihre Lehren daraus.32) Oft kam es aber zur Anwendung gegenseitigen Terrors. Die von Napoleon im Jahr 1808 begonnene Besetzung der iberischen Halbinsel sollte gemäß seinen Planungen rasch erledigt sein, das Ergebnis war jedoch eine umfangreiche Aufstandsbewegung und ein langwieriger Kleinkrieg.33) In dieser Zeit wurde aus dem spanischen Wort für Krieg (Guerra) das Wort Guerilla, also der „kleine Krieg“, geboren.34) Der Übergang vom Guerillakrieg zum separatistischen Befreiungskampf und zur Anwendung terroristischer Methoden war oft ein fließender. Franz Wördemann führte dazu aus: „Die Guerilla besetzt tendenziell den Raum, um später das Denken gefangen zu nehmen, der Terrorist besetzt das Denken, da er den Raum nicht nehmen kann.“35)
Im Zweiten Weltkrieg erlebte der säkulare Terrorismus seinen Höhepunkt im ideologisch-weltanschaulichen Kampf Nazideutschlands gegen die kommunistische Sow­jetunion, aber auch in der Unterdrückung der jeweiligen Völker durch beide Ideologien.36) In den Konflikten der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und am Beginn des 21. Jahrhunderts hingegen führten und führen internationale Streitkräfte fast ausnahmslos keinen Kampf gegen konventionelle, reguläre Streitkräfte, sondern gegen asymmetrisch bzw. irregulär kämpfende Kräfte. Derartige Kräfte sind auf dem Gefechtsfeld nur schwer anzusprechen und auszumachen bzw. vermischen sich in der Auseinandersetzung v.a. mit der vorhandenen regionalen Zivilbevölkerung. Durch diesen Umstand lassen sich viele bis jetzt gültige Parameter der Einsatzführung nur mehr erschwert anwenden und bedürfen einer Anpassung, Ergänzung und Neuausrichtung. Die universelle Ausdehnung des Gefechtsfeldes und die Einbeziehung Unbeteiligter erfordern einerseits eine Anpassung der Kampfführung internationaler Streitkräfte unter Berücksichtigung eines zivilen Umfelds und andererseits v.a. ein unkonventionelles, von bisher bestehenden Einsatzdoktrinen und althergebrachten Strategien losgelöstes Erfassen und Lösen einer strategischen, operativen, taktischen und gefechtstechnischen Problemstellung. Der Krieg und somit der Terror werden durch diese Entwicklungen der Konflikttypologien aber zwangsweise aus dem Kriegsgebiet in das Heimatland getragen.37)
Irreguläre Kräfte und somit auch Terroristen kämpfen nicht nach vorgegebenen Normen oder Abläufen, sondern nach den Vorgaben des sie umgebenden Umfeldes sowie des ihnen gegenüberstehenden Gegners (d.h. der internationalen Streitkräfte bzw. der innerstaatlichen Sicherheits- und Polizeikräfte). Jeder militärischen oder polizeilichen Stärke dieses Gegners und jedem überlegenen Waffensystem und überlegener Waffenwirkung wird mit einem unkonventionellen, auf die eigenen Ressourcen abgestimmten Lösungsansatz (z.B. der selbstgebauten Sprengfalle, dem Selbstmordattentäter oder dem Terroranschlag im Herkunftsland der gegnerischen Streitkräfte) begegnet. Eine derartige Kampfführung der irregulären Kräfte führt dazu, dass es in diesen Konflikten keine festen Frontlinien mehr gibt, sondern sich das Gefechtsfeld in alle Wirkungsbereiche der internationalen Streitkräfte ausdehnt. Ein zum Selbstopfer bereiter Selbstmordattentäter kann jederzeit und überall zuschlagen. Im Wissen um diesen Umstand sind die eingesetzten Soldaten besonderen psychologischen Belastungen ausgesetzt, da keine „Front“ im eigentlichen Sinne existiert und der Gegner jederzeit aus dem Verborgenen zuschlagen kann. Der Tod ist immer präsent und kann einen jederzeit ereilen.38)
Die Zivilbevölkerung hingegen kann durch die Anwendung einer derartigen Terrorstrategie maßgeblich beeinflusst werden. Wiederholte Anschläge im Heimatland führen dazu, dass die Unsicherheit steigt und die Bevölkerung verlangt, dass diesen Zuständen ein Ende gesetzt wird. Innerstaatliche Polizei, Nachrichten- und Geheimdienste kommen in derartigen Ausnahmesituationen rasch an ihre Grenzen. Gerade Demokratien stehen hier vor einer großen Herausforderung, denn wieweit sollen die Einschränkungen der eigenen Freiheiten gehen? Wo ist die Grenze zum vielzitierten Überwachungsstaat? Wo beginnt und wo endet staatliche Willkür? Der Umstand einer aktuellen bzw. in weiterer Folge latenten Bedrohung kann sich in letzter Konsequenz (siehe Terroranschläge in New York 2001, Madrid 2004 und Paris 2015) auf die politischen Entscheidungen der betroffenen Regierungen auswirken.39) Die gegnerische Streitpartei, d.h. die irregulären Kräfte bzw. Terroristen, sind für die eigenen Sicherheitskräfte kaum greifbar. Die Bevölkerung befindet sich in einem permanenten Bedrohungszustand. Zum Schutz der lokalen Bevölkerung im Konfliktgebiet und der eigenen Bevölkerung im Heimatland sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen notwendig. Deren Umsetzung führt jedoch z.T. oft zu fragwürdigen polizeilichen und militärischen Maßnahmen.40)
Der Einsatz von Methoden des Terrors im Krieg gehört tatsächlich zu den größten derzeitigen Herausforderungen. Jede Aufstandsbewegung, die terroristische Kampfmethoden anwendet und unterschiedslos gegen Soldaten und Zivilisten vorgeht, löst eine Kettenreaktion aus. Die eingesetzten Sicherheitskräfte, ob gestellt durch lokale oder internationale Militär- und Polizeikräfte, versuchen der Bedrohung Herr zu werden und werden damit unweigerlich in eine Spirale der Gewalt hineingezogen. Die Einhaltung der Grundprinzipien des humanitären Völkerrechts wird zur Herausforderung. Dazu zählen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit sowie der Unterscheidungsgrundsatz. Dadurch, dass der Terrorist (bzw. die Terroristin) sich nicht als solcher zu erkennen gibt und sich auch nicht den Vorgaben und Regeln des humanitären Völkerrechts unterwirft, wird es schwierig, ihn zu bekämpfen. V.a. der Schutz der Zivilbevölkerung ist gefährdet. Und jedes zivile Opfer kann dazu führen, dass eine Aufstandsbewegung mehr Zulauf bekommt. Eine Missachtung legitimer Forderungen und eine Brandmarkung als Terrorist können weiter zu Verbissenheit und erhöhter Entschlossenheit innerhalb der Aufstandsbewegung führen. Ein einfaches „Verteufeln“ ist daher kaum eine richtige Antwort. Der ausschließliche Einsatz von Militär und Sicherheitskräften scheint, betrachtet man die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, ebenfalls kaum von Erfolg gekrönt zu sein. Vielmehr gilt es, die Wurzeln des Terrors zu ergründen und dorthin zu gelangen, wo auch der Terrorist hin möchte: nämlich in das Denken der Menschen.41) Terrorismus ist also auch eine Methode der Kriegführung, der sich der Guerillakämpfer oder der Staat als Akteur bedienen kann.
Das humanitäre Völkerrecht ist in Zeiten des bewaffneten Konflikts anzuwenden. Wird ein Terrorakt in einem bewaffneten Konflikt verübt oder wird Terror als Methode der Streitparteien angewandt, so kommen die Regeln des Haager und Genfer Rechts zur Anwendung. Sie beinhalten ein ausdrückliches Verbot, gegenüber der Zivilbevölkerung Schrecken auszuüben, und definieren spezielle Handlungen (z.B. Geiselnahmen), die als Terrorakte angesehen werden können. Problematisch wird es jedoch bei einem Terrorakt, der in Friedenszeiten verübt wird. Diesen Fall sieht das humanitäre Völkerrecht eigentlich nicht vor, dazu ist es nicht geschaffen worden. Es stellen sich aber trotzdem Fragen nach der möglichen Anwendung des humanitären Völkerrechts, z.B. hinsichtlich der Anwendung des Gewaltverbotes oder in Hinblick auf die Gefangennahme und Behandlung von mutmaßlichen Terroristen durch Völkerrechtssubjekte.42)

Der moderne Terrorismus

Ethnonationaler Terrorismus war vielerorts die Ursache der postkolonialen Konflikte nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Ende des Krieges brachte in letzter Konsequenz eine neue bipolare Weltordnung mit sich. Die zwei Großmächte USA und UdSSR instrumentalisierten viele lokal begrenzte und regionale Konflikte für ihre Interessen. Demokratie auf der einen Seite und kommunistische Ideologie auf der anderen Seite schufen den Nährboden für viele Auseinandersetzungen, die nach 1945 in der Welt geführt wurden. Unterschiedlichste Terrororganisationen wurden dabei zu willfährigen Vollstreckern von Großmachtinteressen. Neben den Separationsbestrebungen der ehemaligen Kolonialgebiete und säkularen „linken“ und „rechten“ Terrorbewegungen kam es jedoch zunehmend zu einem Ansteigen des religiösen Terrorismus. Auch hier wurden oft fragwürdige Allianzen eingegangen. So unterstützen z.B. die USA und die Sowjetunion viele Bewegungen im Nahen und Mittleren Osten, die sich in weiterer Folge zu potenten Terrororganisationen entwickelten. In Folge transformierten sich viele dieser ehemals separatistisch orientierten Bewegungen in Richtung ideologisch-weltanschauliche Terrorismusbewegungen.43)

Postkolonialismus und Freiheitsbewegungen

Die ersten Separationsbestrebungen, die versuchten, sich mit terroristischen Methoden zu emanzipieren, entstanden in Irland und Indien. In beiden Räumen war es das Ziel, die britische Vorherrschaft zu brechen und die Unabhängigkeit zu erlangen. Es entstanden in der Folge Bewegungen wie die Irish Republican Army (IRA) oder die hinduistische Rashtryia Swayamsevak Sangh (RSS). Sie waren die Vorboten von weiteren Gruppierungen, die v.a. nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Erscheinung traten. Ziel dieser Gruppierungen waren oft separatistische Forderungen. Doch spielten auch ideologische und religiöse Überlegungen eine Rolle und dienten dazu, ein individuelles Konstrukt der eigenen Legitimation zu bilden. Es kam somit zu einer Kombination von ethnonationalem Terrorismus und ideologisch-weltanschaulichem Terrorismus.44)
Die Supermächte USA und UdSSR unterstützten in unterschiedlicher Form und Intensität die einzelnen nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit entstandenen Aufstandsbewegungen. Von beiden Seiten wurde die offene oder verdeckte Intervention als Unterstützung des rechtmäßigen Kampfes von nach Freiheit strebenden Gruppierungen angesehen. Diese Unterstützung führte zu einer Internationalisierung der Ideen der einzelnen Bewegungen. Viele Gründungen wurden durch Weltanschauungen und Ideologie inspiriert. Z.B. sahen sich die Rote Armee Fraktion (RAF), die italienischen Roten Brigaden oder die Französische Action Directe als subversive Vorkämpfer der Massen der unterdrückten Dritten Welt. Um auf die eigenen Ziele aufmerksam zu machen, wurden Angriffe und Attacken weltweit ausgeführt. Folgende Übersicht zeigt eine Anzahl an ausgewählten Bewegungen, die ab den 1950er-Jahren aus unterschiedlicher Motivation weltweit entstanden:45)
Die Mehrzahl dieser Bewegungen war bereits eine Kombination von ethnonationalem und ideologisch-weltanschaulichem Terrorismus. Bei vielen Bewegungen standen am Anfang separatistische Bestrebungen. Gerade in islamischen Ländern bestand jedoch immer eine starke Bindung an die islamische Religion. In weiterer Folge wurde dieser zur Legitimation herangezogen.46) David Rapoport bezeichnet den aufkommenden islamistischen Terrorismus daher als die vierte Welle der Terrorismusbewegungen.47)

Religiöser und islamischer Terror

Bis zu den 1980er-Jahren waren viele Terroranschläge das Werk von kleinen und regional abgegrenzten revolutionären und nationalen Bewegungen. Diese hatten sich zwar internationalisiert, das Ergebnis ihrer Anschläge war aber meist überschaubar, und sie konnten durch Polizei und Militär in Grenzen gehalten werden. Dies änderte sich erst, als sich die Motivation in Richtung religiösen Fanatismus verlagerte. Bruce Hoffmann war einer der Ersten, der im Auftrag der amerikanischen RAND-Corporation diesen Wandel untersuchte. Im Jahr 1968 war gemäß seiner Beurteilung von dreizehn identifizierbaren Terrorbewegungen keine einzige als religiös einzustufen. Im Jahr 1995 waren von 56 Bewegungen bereits 26 religiös motiviert. Ein erster Höhepunkt, der global Aufmerksamkeit erregte, erfolgte im Februar 1993, als ein Anschlag einer bis dahin unbekannten Organisation namens Al Qaida auf das World Trade Center in New York erfolgte.48) Das Fundament islamistischer Terrorbewegungen waren oft salafistische Ideen. Vorgebliches Ziel war es dabei, sich auf die von diesen Gruppen als einzig akzeptierte „wahre“ Lehre des Korans zurückzubesinnen und einen Krieg gegen all jene zu führen, die außerhalb dieser Form des Islams standen. Dabei wird immer wieder der Begriff Dschihad in den Mund genommen. Zwar wird dieses Wort oft als die grundsätzliche Anstrengung jedes Muslims in seinem Leben gedeutet, es wird aber auch als Anleitung zum Kampf gegen alles Unislamische angesehen. Als integraler Aufruf zur Gewalt.49)
Ziel des islamischen Terrorismus ist die Etablierung einer „wahren“ islamischen Staats- und Gesellschaftsordnung. Dabei wird Gewalt als einzige Möglichkeit angesehen, um den Dschihad zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Der Kampf der Islamisten gilt „Kreuzrittern“, „Juden“ und „Ungläubigen“ sowie deren „Handlangern“ (also auch den „abgefallenen“ Muslimen). Er wird global geführt und inkludiert physische und psychische Angriffe, wo immer sie als notwendig erachtet werden.50) Dabei wird in der Strategie der Kampf gegen „nahe“ und „ferne“ Ziele unterschieden. So sollen z.B. zuerst die Regierungen der arabischen Staaten gestürzt und erst dann der Westen unterworfen werden. Die Führer von Al Qaida und in weiterer Folge des Islamischen Staats (IS) sorgten dafür, dass diese Botschaften auf der ganzen Welt gehört wurden.51) Untermauert wurden sie von spektakulären Terroranschlägen. Diese Anschläge und die daraus resultierende Angst und Verunsicherung in vielen Weltregionen führten zur Inspiration weiterer Kämpfer. Diese konnten sich ab Mitte der 1990er-Jahre am Balkan, in weiterer Folge am Kaukasus, ab 2001 in Afghanistan und ab 2003 im Irak im Kampf mit den „Ungläubigen“ messen.52) Das Ergebnis war eine Bandbreite an Einsatzerfahrung, die in weitere Regionen wie z.B. den Jemen oder nach Libyen exportiert wurde. Dort entstanden weitere Keimzellen des islamistischen Terrorismus. Die Bildung dieser Zellen beschränkte sich nicht nur auf die Kriegsgebiete, sondern erfolgte auch in der westlichen Welt.53) Seit dem gewaltsamen Tod Osama bin Ladens tritt als Inspiration Al Qaida zunehmend in den Hintergrund, während der IS und sein Führer Abu Bakr al Baghdadi die Vorreiterrolle übernehmen. Immer mehr islamistische Terrorgruppen leisten ihm die Bai‘a, den islamischen Treuschwur.54)
Wie auch in den Jahrzehnten zuvor macht auch der islamistische Terror nicht vor den Toren Europas halt. Nicht zuletzt die Interventionen internationaler Streitkräfte in Afghanistan, Irak und Libyen führten dazu, dass auch europäische Staaten in den Fokus des islamistischen Terrors gerieten. Zusätzlich zogen bis jetzt viele Tausend junge Männer, aber auch Frauen, nach Syrien und in den Irak, um dort Seite an Seite mit ihren Glaubensbrüdern zu kämpfen. Nicht wenige davon kehrten wieder zurück und stellen nun eine innereuropäische Bedrohung dar. Der Kampf der Islamisten richtet sich nun selbst gegen die eigenen Glaubensbrüder. So werden Schiiten von den sunnitischen Anhängern des IS als Häretiker betrachtet und ihr Tod als das einzig wahre Ziel angesehen. Diese neue Feindschaft führte dazu, dass bis jetzt Hunderttausende Menschen im Nahen und Mittleren Osten den Tod fanden. Um ein Vielfaches mehr als bei den bisher gegen westliche Einrichtungen durchgeführten Terroranschlägen. Der Islamismus ist mit seiner radikalen Zielsetzung als strategische Herausforderung zu sehen. Die Ideen der Islamisten widersprechen grundsätzlich den Vorstellungen der Gesellschaft der Moderne. Hier einen Kompromiss durch Verhandlungen und Kompromisse zu finden scheint, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, nicht möglich zu sein.55)

Zusammenfassung und Ausblick

Abhängig davon, aus welchem Blickwinkel der Begriff Terrorismus betrachtet wird, ergeben sich unterschiedliche Erklärungsansätze. Die Interpretation des Terrors als eine Form der asymmetrischen und irregulären Kriegführung bzw. die Anwendung von Terror als Methode der Kriegführung ist eine davon. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich zunehmend auch der Begriff des sogenannten „neuen Terrorismus“ eingebürgert. Forscher verstehen darunter den Versuch terroristischer Gruppen, die Weltherrschaft zu erreichen oder eine Apokalypse auszulösen. Es ist nicht mehr nur Ziel, Unabhängigkeit zu erlangen oder einen Staat zustürzen, sondern es soll die eigene (oft religiös geprägte) Weltanschauung global verbreitet werden. Der Terror ist nicht mehr lokal begrenzt, sondern wird auch in Form von „Großangriffen“ ausgetragen. Als Beispiel seien hier die Al Qaida-Anschläge des 11. September 2001 mit tausenden Toten, der Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn von 1995 sowie der Einsatz von Giftgas durch den IS im Raum der irakischen Stadt Mossul genannt.56)
Terroristische Gruppen agieren heutzutage zunehmend dezentral und wirken oft inspirierend, d.h., sie finden somit Nachahmer und Anhänger. Hier sei erneut auf die Strategie des IS verwiesen, der Gläubige in der ganzen Welt für seine Idee des Islamismus gewinnen möchte. Es entwickelt sich eine Kombination aus gesteuertem und angeleitetem Terrorismus und sogenanntem Franchise-Terrorismus. Bisher völlig unbescholtene Bürger (mit oder ohne Migrationshintergrund) führen aus Eigeninitiative verheerende Anschläge durch und berufen sich dabei auf ideologisch-weltanschauliche, religiöse Terrorbewegungen.57) Wie im Falle des amerikanischen Ehepaars, das als gut integriert galt und trotzdem Anfang Dezember 2015 in den USA geplant vierzehn Menschen tötete. Der Terrorismus mit seinen politischen Zielen der Revolution, des Freiheitskampfes und der Sezession gehört offensichtlich der Vergangenheit an. Die Ziele der neuen Terroristen sind global gesteckt und haben eine völlige Transformation zum Ziel. Hier effektive Gegenstrategien zu entwickeln, wird zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und der derzeit und zukünftig lebenden Generationen zählen.58)
Gerade der demokratische Rechtsstaat ist dabei gefordert, sich auf die zukünftigen Herausforderungen eines überregionalen, globalen Terrorismus einzustellen. Die nationale Gesetzgebung ist einer kritischen Prüfung zu unterwerfen, und es ist danach zu trachten, diese an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dabei dürfen aber das demokratische Rechtverständnis und dessen Grundsäulen und Ziele wie z.B. Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit nicht ausgehebelt werden. Wie soll jedoch mit Selbstmordattentätern umgegangen werden? Wie verhindern, dass die eigenen Bürger oder Zuwanderer in den Extremismus abgleiten? Wie können Menschen integriert werden, die geläutert dem Terror abgeschworen haben? Dies sind brennende Fragen, die es zu beantworten gilt. Die Fragen nach den historischen Wurzeln des Terrorismus, nach den Ursachen für Fanatismus können helfen, diese Phänomene zu verstehen und die richtigen Antworten zu finden.59)
Nicht zuletzt die Folgen des 11. September 2001 haben die Vereinten Nationen neuerlich bewogen, eine stärkere Rolle in Fragen der Terrorismusbekämpfung zu übernehmen. So wurden in den drei bedeutenden Resolutionen 1267 (1999), 1373 (2001) und 1566 (2004) umfassende Maßnahmen und Sanktionen gegen mutmaßliche Terroristen niedergeschrieben. Mit der Resolution 1373 wurde z.B. ein eigenes Counter Terrorism Committee (CTC) geschaffen, das Staaten beratend zur Seite stehen soll. In der Resolution 1566 vom 8. Oktober 2004 zeigte sich der Sicherheitsrat „…zutiefst besorgt über die wachsende Zahl der Opfer, darunter auch Kinder, infolge terroristischer Handlungen, die durch Intoleranz oder Extremismus motiviert sind, in verschiedenen Regionen der Welt“60), und erinnerte daran „…dass Straftaten, namentlich auch gegen Zivilpersonen, die mit der Absicht begangen werden, den Tod oder schwere Körperverletzungen zu verursachen, oder Geiselnahmen, die mit dem Ziel begangen werden, die ganze Bevölkerung, eine Gruppe von Personen oder einzelne Personen in Angst und Schrecken zu versetzen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder eine Regierung oder eine internationale Organisation zu einem Tun oder Unterlassen zu nötigen, welche Straftaten im Sinne und entsprechend den Begriffsbestimmungen der internationalen Übereinkommen und Protokolle betreffend den Terrorismus darstellen, unter keinen Umständen gerechtfertigt werden können, indem politische, philosophische, weltanschauliche, rassische, ethnische, religiöse oder sonstige Erwägungen ähnlicher Art angeführt werden, und fordert alle Staaten auf, solche Straftaten zu verhindern und, wenn sie nicht verhindert werden können, sicherzustellen, dass für solche Straftaten Strafen verhängt werden, die der Schwere der Tat entsprechen“.61) Dies sind mahnende Worte, von denen zu hoffen ist, dass sie weltweit gehört werden.


ANMERKUNGEN:
1) Herfried Münkler: Kriegssplitter - Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert, Berlin 2015, 7ff.
2) Es lassen sich hier natürlich auch Beispiel unter umgekehrten Vorzeichen nennen. So konnten sich auch vormals „Schwächeren“ spätere „Unterdrücker“ entwickeln. Beispiel sei hier die Partisanenbewegung um Josip Broz Tito. Er wandelte sich von Partisanenführer zum Staatschef der Nachkriegszeit.
3) Gérard Chaliand, Arnaud Blin: The History of Terrorism - From Antiquity to al Qaeda, Los Angeles 2007, 1ff. - Beide Autoren gehen in ihrer Arbeit im Detail auf die unterschiedlichen Motivationsstränge diverser Terrorgruppen im Laufe der Jahrhunderte ein.
4) Nicolas Stockhammer: Die Ruhe vor dem Sturm, online unter: http://www.theeuropean.de/nicolas-stockhammer/10516-das-phantom-des-transnat-ionalen-terrorismus (18. Oktober 2015).
5) Christopher Daase, Alexander Spencer: Terrorismus. In: Carlo Masala, Frank Sauer, Andreas Wilhelm (Hrsg.): Handbuch der Internationalen Politik, Wiesbaden 2009, 1ff. - Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich dem Phänomen Terrorismus anzunähern. Viele Wissenschaftler versuchen Terrorismus aus sozialwissenschaftlicher Sicht zu erklären. Vom Verfasser wurde ein historischer Ansatz gewählt. Des Weiteren wird im Text wiederholt auf die Problematiken hingewiesen, welche sich aus rechtlicher Sicht (z.B. zur Thematik des humanitären Völkerrechts) ergeben.
6) Georg Geyer: Zündschnur der Asymmetrie - Grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von Politik, Massenkommunikation, und Gesellschaft im asymmetrischen Konflikt. In: Josef Schröfl; Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - Ein neues Phänomen der Internationalen Politik, Baden-Baden 2004. - Wichtig ist dabei zu berücksichtigen, dass die Verbreitung von Terror und Schrecken nicht ohne das Zutun von Medien und Öffentlichkeit möglich ist. So sind auch die betroffenen Gesellschaften Teil der perfiden Überlegungen des Terroristen.
7) Dabei ist zu beachten, dass auch hinsichtlich der einzelnen Definitionen der genannten Begriffe keine allgemeine Einigkeit herrscht. Auch hier scheiden sich die Geister von Wissenschaft und Forschung. Der Autor möchte mit der Nennung einer Bandbreite von Begriffen im Besonderen auf diesen unbefriedigenden Umstand hinweisen.
8) John D. Kiras: Irregular Warfare. In: David Jordan, John D. Kiras (Hrsg.): Understanding Modern Warfare, New York 2008, 232ff. - In der Terrorismusforschung gibt es auch den Ansatz, dass Terrorismus nicht als eine Form des Krieges, sondern als Gewaltform sui generis zu sehen ist. Die Feststellung, Terrorismus ist eine Form der militärischen (in diesem Fall asymmetrischen) Kriegführung, ist v.a. auf den Ansatz einer historischen Untersuchung zurückzuführen. Richard Clutterbuck trifft z.B. keine kategoriale Unterscheidung zwischen Terrorismus und Guerillakriegführung, sondern verwendet die Begriffe urban guerilla warfare und urban terrorism weitgehend synonym. - Siehe dazu: Richard Clutterbuck: Terrorism and Guerrilla Warfare, London 1990.
9) Kiras: Irregular Warfare, 240.
10) Herfried Münkler: Die Strategie des Terrorismus und die Abwehrmöglichkeiten des demokratischen Rechtsstaats, Akademievorlesung am 1. Juni 2006, online unter: https://edoc.bbaw.de/frontdoor/index/index/docId/55 (15. Oktober 2015).
11) Christopher Daase: Terrorismus - Begriffe, Theorien und Gegenstrategien. Ergebnisse und Probleme sozialwissenschaftlicher Forschung. In: Die Friedens-Warte, Journal of International Peace and Organization, Band 76, Nr. 1, 2001., 59f. - Viele Terrorismusforscher wie der bereits zitierte Walter Laqueur gehen davon aus, dass staatlich ausgeübte Zwangsherrschaft im eigentlichen Sinne kein Terrorismus ist. Im heutigen Sprachgebrauch findet der Ausdruck Terrorismus fast ausschließlich dann Anwendung, wenn eine illegitime Minderheit gegen eine legitime Mehrheit mit heimtückischen Mitteln vorgeht. Dies ist auch das Grundverständnis des Verfassers. - Siehe dazu: Klaus-Peter Lohmann: Zur Entwicklung der modernen Kriegführung. Grundlegende Asymmetrien und eine mögliche Strategie. In: Josef Schröfl; Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - Ein neues Phänomen der Internationalen Politik, Baden-Baden 2004, 4ff.
12) Thalif Deen: Politics: UN Members States Struggle to Define Terror­ism, online unter: http://www.ipsnews.net/2005/07/politics-un-member-states-struggle-to-define-terrorism/ (23. November 2015).
13) Martha Crenshaw: The Causes of Terrorism, in: Comparative Politics, Volume 13, No. 14, 1981, 379ff.
14) Werner Freistetter: „Asymmetrischer Krieg in der Bibel - Theologisch-ethische Überlegungen zu Gewalt und Kriegen im Alten Testament. In: Josef Schröfl; Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - Ein neues Phänomen der Internationalen Politik, Baden-Baden 2004. - Herfried Münkler: Der Wandel des Krieges - Von der Symmetrie zur Asymmetrie, Berlin 2010, 54ff. - Beide Beispiele hatten ihren Ursprung in symmetrischen Auseinandersetzungen. Den Sieg Davids gegen Goliaths könnte man auch mit der schlauen Anwendung von Waffentechnik erklären, wie auch die Täuschung der Bewohner Trojas durch den singulären Einsatz eines „Spezialkommandos“ gelang.
15) Wilhelm Dietl, Kai Hirschmann, Rolf Tophoven: Das Terrorismus-Lexikon, Täter, Opfer. Hintergründe, Frankfurt 2006, 32ff u. 122ff.
16) Chaliand, Blin: The History of Terrorism, 55ff.
17) Ebd., 56f. - Das Wort Sicarii stammt vom lateinischen Sicarius und bedeutet übersetzt so viel wie Dolchträger. - Es ist auch darauf hinzuweisen, dass besonders in totalitären Regimen die „abtrünnigen“ Elemente innerhalb des Volkes mit Terror drangsaliert wurden. Hier sei als Beispiel die nationalsozialistische „Werwolf“-Organisation und die durch sie verübten Verbrechen am Ende des Dritten Reichs angeführt.
18) Joseph Croitoru: Der Märtyrer als Waffe - Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats, München 2003, 34ff.
19) Chaliand, Blin: The History of Terrorism, 82ff.
20) Chaliand, Blin: The History of Terrorism, 81.
21) Ebd., 83.
22) Als Besonderheit sei hier zu erwähnen, dass es sich bei den Mongolen bzw. den in ihnen aufgegangen Tartaren (wie auch zuvor bei den Hunnen) um ein ganzes Volk in Waffen handelte. Sie wandten in ihrer Kampfführung erfolgreich das Element der psychologischen Kriegführung an. Jeder Widerstand wurde auf brutalste Art und Weise niedergemacht. Der Schrecken eilte den mongolischen Kriegern somit voraus. Ihr Erscheinen wurde gar als Prüfung und Strafe für die „verderbte“ Christenheit im
13. Jhdt. gesehen.
23) Chaliand, Blin: The History of Terrorism, 81ff.
24) Die PLO hatte es zumindest geschafft, international als „Repräsentant des palästinensischen Volkes“ anerkannt zu werden. Viele Angehörige der PLO wandten sich nach dem Tod Arafats von dieser ab und gingen zur Hamas. Diese wird allgemein als terroristische Bewegung eingestuft. Die sunnitische Hamas wie auch die schiitische Hisbollah vertreten als eines ihrer Ziele die Vernichtung des israelischen Staates.
25) Andreas Bock: Terrorismus, Stuttgart 2009, 87 u. 91.
26) Chaliand, Blin: The History of Terrorism, 82ff.
27) So soll u.a. der sogenannte Vendée-Aufstand über 200.000 Opfer gefordert haben. Er wird auch als innerfranzösischer Genozid bezeichnet.
28) Charles Townshend: Terrorismus - Eine kurze Einführung, Ditzingen 2005, 54ff. - Bock: Terrorismus., 40ff. - Es muss hier jedoch angemerkt werden, dass zu hinterfragen ist inwieweit z.B. Hiterlismus und Stalinismus tatsächlich den Willen des jeweiligen Volkes zum Ausdruck brachten. Nationalsozialisten, Stalinisten und Maoisten brachten in jedem Fall auch die Ausprägung des systematischen Völkermordes mit sich. Im Falle der Nationalsozialisten führt dies zum industriell organisierten Genozid. Und auch auf die stalinistischen Säuberungswellen soll an dieser Stelle verwiesen werden.
29) Bock: Terrorismus, 34ff. - Hinter dem Attentat von Sarajevo stand einerseits die serbisch-nationalistische revolutionäre Vereinigung Mlada Bosna (Junges Bosnien) bzw. die serbische Geheimorganisation Crna Ruka (Schwarze Hand).
30) Bock: Terrorismus, 49f.
31) Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Begriff Vernichtung über die Jahrhunderte in seiner Auslegung einem steten Wandel unterworfen war. So besteht ein Unterschied in der Vernichtung des gegnerischen Kriegspotenzials (gedacht im Sinne Clausewitz) und der physischen Vernichtung des Gegners.
32) Sun Tsu, Markus Fatalin (Übersetzer): Die Kunst des Krieges: Neue deutsche Übersetzung, o.O. 2013. - Gaius Julius Cäsar: Der gallische Krieg - Wortgetreue Übersetzung der Bücher I bis VIII, Hollfeld 2012.
33) Es handelte sich auf der iberischen Halbinsel um eine Reihe von lokal geführten Bewegungen und Aufständen gegen das französische Besatzungsregime. Saragossa konnte erst nach zwei Belagerungen am 20. Februar 1809 von französischen Truppen eingenommen werden.
34) Rupert Smith: The Utility of Force - The Art of War in the modern World, New York 2008, 42. - Napoleon wird nachgesagt, dass er sich lange Zeit weigerte, die Aufstandsbewegung auf der iberischen Halbinsel als „Krieg“ anzuerkennen. Erst das Scheitern der französischen Belagerung von Saragossa im Jahr 1808 führte ihm den Ernst der Lage drastisch vor Augen. Nur ein Jahr später war er mit der Tiroler Aufstandsbewegung konfrontiert, an deren Spitze Andreas Hofer stand.
35) Franz Wördemann: Terrorismus, Motive - Täter - Strategien, Berlin 1982., 67ff.
36) Gerade der Zweite Weltkrieg war geprägt durch eine Mischform unterschiedlicher Aufstandsbewegungen. Diese reichten von internen Auflehnungen gegen die jeweiligen Regime bis hin zu umfangreichen Partisanenbewegungen gegen Besatzungsstreitkräfte. Letzteren gelang es sogar, staatliche Strukturen (z.B. unter der Führung Titos) zu entwickeln. Einige Aufstandsbewegungen kämpften nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter. So geschehen in Griechenland (im griechischen Bürgerkrieg), der Ukraine oder in den baltischen Staaten (hier jeweils gegen die sowjetische Besatzungsmacht).
37) Herfried Münkler: Wandel der Weltordnung durch asymmetrische Kriege. In: Josef Schröfl; Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - Ein neues Phänomen der Internationalen Politik, Baden-Baden 2004, 85ff. - Robert Taber: War of the Flea - The Classic Study of Guerilla Warfare, New York 2002, 45ff.
38) David Kilcullen: Accidental Guerilla - Fighting Small Wars in the Mist of a Big One, Oxford 2009, 27f. - David Kilcullen: Out of the Mountains - The Coming Age of the Urban Guerilla, Oxford 2013, 5ff.
39) Der 11. September 2001 führte zum Einmarsch einer amerikanisch geführten Koalition von Streitkräften in Afghanistan und im Irak. Die Anschläge von Madrid 2004 bewogen die danach neu gewählte spanische Regierung, nicht zuletzt auf Druck der Bevölkerung, mit ihren Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Die kürzlich geschehenen Attentate von Paris 2015 brachten die französische Regierung sogar dazu, die Einhaltung der Menschenrechte zu hinterfragen. Ein bis jetzt in Europa beispielhafter Fall.
40) Albert A. Stahel, Armando Geller: Asymmetrischer Krieg: Theorie - Fallbeispiel - Simulation. In: Josef Schröfl; Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - Ein neues Phänomen der Internationalen Politik, Baden-Baden 2004, 95ff.
41) Hans Joachim Heintze, Knut Ipsen: Heutige bewaffnete Konflikte als Herausforderungen an das humanitäre Völkerrecht: 20 Jahre Institut für Friedenssicherungsrecht und humanitäres Völkerrecht - 60 Jahre Genfer Abkommen, New York 2010. - Aus dem Unterscheidungsgrundsatz ergibt sich z.B. die Pflicht der eingesetzten Streitkräfte jeder Zeit personen- und objektbezogen zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden. Angegriffen werden dürfen nur militärische Ziele (bei Personen ausschließlich Kombattanten, Teilnehmer einer Leveé en masse und Zivilpersonen während der Dauer ihrer Teilnahme an Feindseligkeiten).
42) Heintze/Ipsen: Heutige bewaffnete Konflikte als Herausforderungen an das humanitäre Völkerrecht, 45ff. - Es sei hier auf die Errichtung des Gefangenenlagers auf Guantanamo durch die USA nach dem
11. September 2001 verwiesen. Die USA gestehen den Inhaftierten bis heute keinen eindeutigen Rechtsstatus zu.
43) Niko Colmar: Terrorismus - Reale und fiktive Bedrohungen im Nahen Osten, Graz 2010, 5ff.
44) Chaliand/Blin: The History of Terrorism, 197.
45) Central Intelligence Agency (CIA), Directorate of Intelligence: Best Practices in Counterinsurgency - Making High-Value Targeting Operations an Effective Counterinsurgency Tool, Langley 2009, online unter: https://wikileaks.org/cia-hvt-counterinsurgency/WikiLeaks_Secret_CIA_review_of_HVT_Operations.pdf (18. August 2015). - Herfried Münkler: Die neuen Kriege, Berlin 2004, 34ff. - John A. Nagl: Learning to Eat Soup with a Knife, Counterinsurgency Lessons from Malaya and Vietnam, Chicago 2002, 23ff. - Die nach 1945 weltweit geführten Kriege waren dem Charakter nach mit Masse asymmetrisch bzw. irregulär geführte Kriege. Nicht wenige davon waren Stellvertreterkriege der beiden sich im Kalten Krieg gegenüberstehenden Supermächte. Die Übersicht kann außerdem um eine Reihe von Konflikten in Mittel- und Südamerika (z.B. Kolumbien), Asien (z.B. Myanmar; Malaysia) und Afrika (z.B. Ruanda, Kongo) erweitert werden. Auch die Auseinandersetzungen am Balkan in den 1990ern können ergänzt werden.
46) David C. Rapoport: Fear and Trembling: Terrorism in Three Religious Traditions, in: The American Political Science Review, Volume 78, No. 3 (1984).
47) David C. Rapoport: The four Waves of Modern Terrorism, online unter: http://international. ucla.edu/media/files/Rapoport-Four-Waves-of-Modern-Terrorism.pdf (15. Oktober 2015).
48) Townshend, Terrorismus, 132.
49) Tillmann Seidensticker: Islamismus - Geschichte, Vordenker, Organisationen, München 2015, 45f. - Hartmut Zinser: Religion und Krieg, Paderborn 2015.
50) Armin Pfahl-Traughber: Islamismus - Was ist dies überhaupt?, online unter: https://www.bpb.de/ politik/extremismus/islamismus/36339/islamismus-was-ist-das-ueberhaupt (15. November 2015). - Pfahl-Traugh­ber definiert Islamismus als: „Sammelbezeichnung für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islam die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatenordnung anstreben“. - Dietl, Hirschmann, Tophoven: Das Terrorismus-Lexikon., 135 - Man spricht auch vom „3-2-1 Modell“ des Dschihad. Man kämpft gegen drei Feinde (die „Kreuzfahrer“, d.h. die westlichen Gesellschaften; die „Juden“, d.h. den Staat Israel; die „Handlanger“, d.h. die muslimischen Regierungen bzw. Diktaturen) mit zwei Angriffsmethoden (Eroberung und Besatzung der eigenen muslimischen Länder und überregionalen Export des Terrors) im Rahmen einer gemeinsamen globalen Strategie des Islamismus (als sogenannte dschihadistische Internationale).
51) Gilles Kepel, Jean-Pierre Milelli: Al-Qaida - Texte des Terrors, München 2006, 5ff - Michael Morell: The Great War of our Time. The CIA’s fight against Terrorism from Al Qa’ida to ISIS, New York 2015, 34ff.
52) Omar Nasiri: Mein Leben bei al-Quaida - Die Geschichte eines Spions, München 2006, 34ff. - Thomas Hegghammer: The Rise of Muslim Foreign Fighters - Islam and the Globalization of Jihad. In: International Security, Volume 35, No. 3, 2010, 5f. - Jürgen Elsässer: Wie der Dschihad nach Europa kam - Gotteskrieger und Geheimdienste auf dem Balkan, Wien 2005, 56ff. - Christopher Deliso: The Coming Balkan Caliphate - The Threat of Radical Islam to Europe and the West, Westport 2007, 78f.
53) John R. Schindler: Unholy Terror - Bosnia, Al-Qaída, and the Rise of Global Jihad, St. Paul 2007, 6f. - Bruno Schirra: ISIS - Der globale Dschihad. Wie der „Islamische Staat“ den Terror nach Europa trägt, Berlin 2015, 7f.
54) Morell: The Great War of our Time., 125f.
55) Jürgen Todenhöfer: Inside IS - 10 Tage im „Islamischen Staat“, München 2015, 5ff. - Thomas Pankratz: Islamistischer Terror - eine globale Bedrohung auch für Österreich?, Tagungsband 2. ALES-Tagung, online unter: https://www.manz.at/list.html?isbn=978-3-86676-330-2 (5. Dezember 2015).
56) Daase, Terrorismus - Begriffe, Theorien und Gegenstrategien, 56ff. - J.M. Berger, Jessica Stern: ISIS - The State of Terror, New York 2015, 5f. - T. Said Behnam: Islamischer Staat - IS-Miliz, al-Qaida und die deutschen Brigaden, Hamburg 2014, 3ff.
57) Irfan Peci: Der Dschihadist. Terror made in Germany - Bericht aus einer dunklen Welt, München 2015.
58) Nicolas Stockhammer: Der transnationale Terrorismus - Europäische Antworten auf die sicherheitspolitische Gretchenfrage des 21. Jahrhunderts, in: Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, Strategie und Sicherheit 2014 - Europas Sicherheitsarchitektur im Wandel, Wien 2014. - Ulrich Schneckener: Formen des Terrorismus und Probleme der Terrorismusbekämpfung, online unter: http://www.ofg.uni-osnabrueck.de/jahrbuch-pdf/2011/JB_2011_Schneckener.pdf (18. Oktober 2015).
59) Wolfgang Schmidbauer, Psychologie des Terrors - Warum junge Menschen zu Attentätern werden, München 2009, 4ff - Der Umstand, sich für den Terror zu entscheiden liegt oft in der eigenen Orientierungslosigkeit. Hier müssen Staat und Gesellschaft einhaken, um ein derartiges Abgleiten in den Extremismus verhindern zu können.
60) Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Resolution 1566, online unter: http://www.un.org/depts/german/ sr/sr_04-05/sr1566.pdf 812. November 2015).
61) Ebd.