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Andere meinen, dass sich die Öl- und Gasleitungen wie ein Strickmuster über Europa ausbreiten. Darüber hinaus hat Russland eine Gas-Allianz analog der OPEC geschlossen.16) Diese Allianz könnte, so die Befürchtung, die westlichen Industriestaaten in noch größere Abhängigkeit bringen. Denn geführt wird die russische Gaswirtschaft von Gasprom, einem „Giganten der Superlative“. Dieses Unternehmen ist mit ca. 400.000 Beschäftigten das größte Gasunternehmen der Welt und Gaslieferant Nr. 1 in Europa. Nach Gemma Pörzgen „gehören dem russischen Konzern die größten Gasvorkommen weltweit. Gasprom fördert ca. 85% des russischen Erdgases und kontrolliert ein Pipelinenetz von ca. 150.000 km. Die größte Aktiengesellschaft Russlands ist zu 51% in staatlichem Besitz und bestreitet ca. ein Viertel des russischen Staatshaushaltes und ist damit eine wichtige Einnahmequelle des Kreml“.17) Um den Einfluss in Europa zu vergrößern, verfolgt Gasprom eine Strategie, die alle drei entscheidenden Aspekte des Gasgeschäfts umfasst: Förderung, Transport sowie Verteilung und Nutzung.18) Zudem kaufte Gasprom Explorationsrechte in Libyen und schloss im Dezember 2007 Gaslieferverträge mit Kasachstan und Turkmenistan und zu Beginn des Jahres 2010 mit Aserbaidschan ab. Mit anderen Worten: Dem Kreml und seinem „Machtinstrument“ Gasprom geht es im Erdgasgeschäft nicht nur ums Geld, sondern auch um politische Strategie. 

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Das Gas Exporting Countries Forum = GECF

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Nach dem Vorbild der OPEC haben sich am 23.12.2008 die 14 wichtigsten Gas exportierenden Staaten zu einer Art „Kartell“ zusammengeschlossen. Neben Russland sind in der GECF die drei nächstgrößeren Gasproduzenten Iran, Algerien und Indonesien vertreten. Die Erdgasförderung dieser vier Staaten hatte im Jahre 2007 in Mrd.m3 folgende Rangfolge: Russland 607.4, Iran 111.9, Algerien 83.0, Indonesien 66.7. Die größten westlichen Erdgasproduzenten, die Niederlande und Norwegen, sind bei der GECF mit Beobachterstatus vertreten. Zusammen decken die Mitglieder nach eigenen Angaben 42% der weltweiten Gasproduktion und verfügen über 73% der Gasreserven.19) Sitz der Organisation ist Doha (Katar). Die Leitung der GECF-Staatengruppe wurde dem Russen Leonid Bochanowski übertragen.20) Für Russland als dem dominierenden Gasexporteur ist die Gründung dieser Organisation (GECF) wichtig, weil es mit Iran auf wichtigen Absatzmärkten nicht konkurriert und Gaspreise koordiniert anheben kann.

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Mit der Gründung des Gas Exporting Countries Forum (Bild), einer zwischenstaatlichen Organ­i­­sation führender Gasproduzenten, ist es Russland gelungen, wichtige Absatzmärkte zu kontrollieren.

Grenzen russischer Energiepolitik

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