Was gemeinsame Militärangelegenheiten (JMA) in EUFOR bewerkstelligen, um Überraschungen zu vermeiden

James Carr/Erwin Kauer/Dieter Muhr

 

Im Licht der letzten Entwicklungen in Bosnien und Herzegowina (BuH) sowie angesichts anderer Entwicklungen in der gesamten Region (z.B. Ukraine) ist die Lage in BuH zu einem Interessenschwerpunkt sowohl für Europa als auch für die internationale Staatengemeinschaft im Allgemeinen geworden. Der Beitrag soll Personen dienlich sein, die sich mit komplexen Systemen auf operativer Ebene beschäftigen und Methodologien suchen, die zu rationalen Ergebnissen wie im Fall von BuH führen. Ziel dieses Artikels ist es zu beschreiben, wie gemeinsame Militärangelegenheiten (JMA) im Rahmen des EUFOR-Hauptquartiers funktionieren und welche Methodologien Anwendung finden, um diese Aufgaben zu erfüllen. Politik oder Strategie der EUFOR sind nicht Gegenstand dieser Untersuchung. JMA ist der Abteilung für Kapazitätenaufbau und Ausbildung (CB&TD) des Hauptquartiers der EUFOR zugeteilt. EUFOR operiert unter einem UNO-Mandat und den Allgemeinen Rahmenbedingungen für ein Friedensabkommen (GFAP) aus dem Jahr 1995. Die Hypothese, dass ein umfassender Ansatz unter Verwendung von Systemanalyse die passende Methodologie ist, und das Lagebild der EUFOR zu beurteilen und aufrechtzuerhalten, hat sich als richtig herausgestellt. Es besteht kein Zweifel, dass EUFOR Teil eines komplexen adaptiven Systems (CAS) ist, und dass EUFOR dieses System beeinflusst und im Gegenzug vom System beeinflusst wird. Die Verwendung dieses Ansatzes versetzte JMA in die Lage, Bedrohungs- und Risiken-Beurteilungen zu produzieren, mit denen EUFOR in die Lage versetzt wird, ihre Operationen in einer sichereren, stabileren und effektiveren Art und Weise auszuführen. Dieser Ansatz erlaubte JMA die Entwicklung einer logischen Verifikationsstrategie auf der Basis der Analyse relevanter Faktoren, die auf die bestehende Situation anwendbar waren. Der Ansatz bestand darin, alle relevanten Faktoren in die Beurteilung durch JMA einfließen zu lassen. EUFOR betrachtet sich selbst als Akteur im zu Grunde liegenden System, und JMA ist ein vitaler Akteur in den EUFOR-Antworten auf Fluktuationen im System. Schlussendlich wendet JMA Aktionen und Beurteilungen in Übereinstimmung mit der EUFOR-Mission an und berücksichtigt dabei die Aktivitäten anderer Akteure. JMA-Aktivitäten müssen die Missionsaktivität von EUFOR innerhalb des Systems und insbesondere die Absicht des Kommandanten der EUFOR unterstützen. Die Methode, wie dieses Ziel erreicht wird, ist ein anerkannter Modus Operandi im Hauptquartier der EUFOR. Das gewünschte Ergebnis bleibt, dass JMA identifiziert, „Was JMA in EUFOR wissen muss, um nicht überrascht zu werden“.