Männer aus dem hohen Norden

Dänen, Norweger und Schweden in österreichischen Diensten

Karl Liko

 „Migrationshintergrund“ stellte in der Armee des alten Österreich kein besonderes Problem dar. Ausländer kamen in Scharen und integrierten sich gut. Sie kamen aus Frankreich, aus Italien und Spanien, aus Irland und Schottland, aus der Schweiz und aus den zahlreichen Fürstentümern und Duodezstaaten des Heiligen Römischen Reiches. Viele von ihnen zeichneten sich besonders aus, etliche erreichten hohe Positionen in der militärischen Hierarchie. Prinz Eugen, der wohl bedeutendste Feldherr der österreichischen Geschichte, war einer von ihnen. Sie waren zumeist katholisch, doch gab es durchaus auch Zuzug aus protestantischen Gebieten. Nur im hohen Norden Europas schien das Interesse an einer militärischen Laufbahn im Habsburgerreich nicht besonders groß zu sein. Der Abstand zwischen den skandinavischen Ländern und dem Donauraum war doch bedeutend - und das wohl nicht nur im geographischen Sinn. Und dennoch fanden sich einige Bewerber aus den Staaten Nordeuropas, die österreichische Dienste nahmen. Immerhin können hier sieben interessante Schicksale vorgestellt werden. Am Anfang steht ein dänischer Landsknechtführer aus dem Dreißigjährigen Krieg. Es folgen drei weitere Dänen, zwei Schweden und ein einziger Norweger. Ihre Reihenfolge in der folgenden Darstellung wird aber nicht von der Nationalität bestimmt, sondern vom historischen Ablauf. Und der reicht vom 17. bis in das 19. Jahrhundert. Der Autor schildert die politisch-militärischen Laufbahnen der betreffenden Personen im Dienst der Habsburger in den jeweiligen Epochen.