Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Wolfgang Spalj

 

Das operative Zentrum aller Auslandseinsätze der Bundeswehr bildet das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam. Seit 2002 ist durch das BMLVS ein Verbindungsoffizier zu diesem im Sommer 2001 aufgestellten Kommando entsandt. Seit diesem Zeitpunkt wird die Funktion des so bezeichneten „Leitenden Planungsoffiziers/Potsdam“ durchgehend durch einen Generalstabsoffizier wahrgenommen, „welcher im Rahmen seiner Tätigkeit engen Kontakt zu jenen Stellen im Kommando hält, welche für die nationale österreichische Einsatzführung von wesentlicher Bedeutung sind. Darüber hinaus besteht ein allgemeiner Auftrag zur Informationsgewinnung überhaupt“. Aus der bilateralen Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland und dem Bundesministerium für Landesverteidigung der Republik Österreich über die Entsendung von Verbindungsoffizieren ist die Aufgabenstellung des AUT-VO zu entnehmen, die lautet: „Die Aufgabe des Verbindungsoffiziers besteht in der Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften Österreichs und der deutschen Bundeswehr. Er trägt dafür Sorge, dass ein regelmäßiger Informationsaustausch aufgebaut und erhalten wird. So koordiniert er den Informationsbedarf zwischen Dienststellen der aufnehmenden Partei und Dienststellen der entsendenden Partei in allen Fragen der bilateralen Zusammenarbeit. Daneben soll der Verbindungsoffizier ebenso Einblick in die grundsätzlichen Strukturen, Führungs- und Einsatzgrundsätze der aufnehmenden Partei erhalten, wie auch Einblicke in die entsprechenden Grundsätze der entsendenden Partei gewähren. Ziel ist die Förderung einer engen Zusammenarbeit zwischen den österreichischen Streitkräften und der Bundeswehr, damit Erfahrungen, fachliche Kenntnisse und Einsatzgrundsätze beider Streitkräfte ihnen gemeinsam zugutekommen.“ 

Die Aufgaben des österreichischen Verbindungsoffiziers zum EinsFüKdoBw lassen sich folgendermaßen taxativ zusammenfassen:

- Koordinierung/Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit hinsichtlich gemeinsamer AuslE öBH und DBw,

- Unterstützung der Führung von AuslE durch das EinsFüKdoBw durch Beiträge zur Lagebeurteilung,

- Bündeln/harmonisieren von fach-/ausbildungspezifischen Anfragen von AuslE durch AUT an EinsFüKdoBw und umgekehrt;

- Information des BMVg/Nachordnung hinsichtlich AUT-Planungen zu AuslE sowie MilStrukt in der EU und umgekehrt;

- Koordinierung und Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit im o.a. Bereich;

 - Information/Beratung des BMVg/Nachordnung in allen Angelegenheiten AuslE, mil Entwicklungen AUT.

Die derzeitige Gliederung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr ist stringent an die Einsatzerfordernisse angepasst und wurde im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr konsequent umgesetzt.

Die Entsendung des Verbindungsoffiziers seit mittlerweile über 10 Jahre durch das BMLVS hat sich bewährt und gewährleistet die direkte Verbindung und Informationsaustausch zum operativen Kommando der Bundeswehr und zu den relevanten Dienststellen des BMVg in Bezug auf die bilaterale Organisation der gemeinsam geführten Einsätze. Aber auch bei sich abzeichnenden neuen Einsätzen, an denen sich die Bundeswehr beteiligen will, ermöglicht die Informationsgewinnung durch den Verbindungsoffizier für frühzeitige nationale Beurteilung hinsichtlich einer möglichen bilateralen Kooperation.