Strategisch Denken und Handeln im Sicherheitspolitischen Aktionsfenster

Peter Hofer/Peter Vorhofer

 

Die hier präsentierten Überlegungen zielen auf die Unterstützung von Entscheidungsfindungsprozessen in komplexen Organisationen ab, die in einem hochdynamischen Umfeld reüssieren müssen. Durch eine optimierte Entscheidungsfindungsfähigkeit können die Resilienz, die Antizipationsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu rascher und treffsicherer Entschlussfassung entscheidend verbessert und damit die Handlungsfreiheit von Führungskräften und Organisationen wesentlich erhöht werden. Dazu braucht es aber nicht nur neue Mittel der Entscheidungsaufbereitung, sondern auch die Berücksichtigung von Fähigkeitenträgern, welche im so genannten „Sicherheitspolitischen Aktionsfenster“ zur Wirkung gebracht werden können, welches ein Zeitfenster bezeichnet, in dem sie noch eine entscheidende Richtungsänderung bewirken können.

Die Strategic Comprehensive Action and Resilience Division/Department besteht aus sechs Kernbereichen:

- Der Militärdiplomatische Verbindungsdienst hält die Verbindung zu den im Land akkreditierten ausländischen Militärattachés und kann auf diesem Weg den Informationsaustausch und die Übermittlung von strategischen Positionen rasch einleiten.

- Die Militärdiplomatische Führung ist für die Koordination der Arbeit der eigenen Attachés im Ausland zuständig und kann so Informationen einholen, die sicherheitspolitische Beratung der Botschaft sicherstellen und gezielte thematische Interventionen zu einer eigenen Position durchführen.

- Der Bereich Forschung & Lehre setzt das Qualitätsmanagement um, betreibt fachbezogene Forschung und leitet die Ausbildung des Personals in militärdiplomatischer Verwendung zuständig ist.

- Comprehensive Action & Resilience hält Verbindung mit allen relevanten nationalen sowie internationalen Akteuren im Comprehensive Environment und stellt so den ständigen Informationsaustausch mit nicht-militärischen Akteuren sicher.

- Information & Cyber Operations ist zuständig für Informationsoperationen.

- Der Bereich für Strategische Kreativität ist der Think Tank und führt auf Basis eines laufenden Knowledge Development permanent Strategic Assessments durch. Dazu bedient es sich eines Expertenstabes aus allen Teilstreitkräften und strategischen Theorieansätzen sowie Planungstools.

 Es zeigt sich, dass das Element, welches eigentlich aus einem militärischen Bedarf heraus entstanden ist, durchaus auch in zivilen Bereichen Anwendung finden kann, so wie schon viele militärwissenschaftliche Erkenntnisse die Wissenschaften erheblich bei der Weiterentwicklung die Basis geschaffen haben. Strategische Kreativität ist eine wesentliche Anforderung an das Element und damit an seine Mitarbeiter. Ein ausgeprägtes Denken „out of the box“ und ungewöhnliche Wege in der Zielerreichung sind ganz entscheidend - das muss auch gefördert werden. Fachkenntnis ist zwar eine unbedingte Voraussetzung aber stures Denken in fachlichen Kategorien wiederum beeinträchtigt die strategische Kreativität. Es ist nicht jeder Mitarbeiter für so eine Aufgabe geeignet. Wenn es aber gelingt, die richtigen Köpfe zusammenzubringen, verbessert sich die Leistungsfähigkeit einer Organisation schlagartig. Zuallerletzt stellt sich die Frage, wie wir genau diese Art der Köpfe finden und ausbilden.