Waterloo - der nahezu vergessene „deutsche“ Anteil

Wolfgang Etschmann

 

200 Jahre nach der letzten Schlacht der Napoleonischen Kriege sind die Diskussionen über den Anteil der jeweiligen Alliierten am Sieg nicht zu Ende.
Der Sieg der alliierten Truppen bei Waterloo am 18. Juni 1815 war kein alleiniger britischer Erfolg. Die Koalitionskriegführung war zwar nicht detailliert durchgeplant, funktionierte aber durch das prinzipiell richtige Zusammenwirken der Alliierten in der entscheidenden Doppelschlacht von Waterloo/Mont St. Jean und Wavre, als die britischen/niederländischen Truppen unter dem Herzog von Wellington ihre Stellungen stundenlang unter großen Verlusten hielten und durch die Initiative der preußischen Truppen unter Führung von Feldmarschall Blücher, die die französischen Truppen in der Flanke angriffen und dadurch letztlich entscheidend zur Niederlage der französischen Truppen unter Napoleon beitrugen.
Die folgende Abhandlung bezweckt keineswegs, die Leistungen der britischen Truppenführung und den Opfermut der Soldaten „klein zu reden“, sondern soll die wesentlichen Ursachen des Erfolgs durch das „Zusammenwirken“ der alliierten Truppen herausarbeiten - denn ohne dieses wäre zumindest auch diese Schlacht - wie jene beiden von Quatre Bras und Ligny am 16. Juni im Feldzug 1815 verloren worden.

Waterloo - Eine kurze Vorgeschichte 1803 bis 1814

Nach eher glücklosen Operationen des britischen Heeres auf dem europäischen Kontinent zwischen 1793 und 1799 drohte für Großbritannien erstmals in den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen eine reale Gefahr einer militärischen Invasion. Die rasche Versammlung eines Großteils der französischen Armee im Feldlager von Boulogne ab dem Sommer 1803 hatte zu einer - wohl durchaus berechtigten - Invasionsangst in Großbritannien geführt, obwohl das erfolgreiche Übersetzen französischer Truppen über den Kanal durch die Überlegenheit der britischen Flotte unwahrscheinlich schien. Trotzdem entstanden an der englischen Südküste zahlreiche Befestigungen („Martello Towers“), und der Ausbau des „Royal Canal“ sollte eine Widerstandslinie entstehen lassen. Zusätzlich entstanden im ganzen Land milizartige Verbände in der Stärke von 250.000 Mann, deren militärischer Wert allerdings nicht zu groß war.1) Premierminister William Pitt der Jüngere, der seit Mai 1804 wieder an der Regierung war, konnte durch bessere Budgetierung der Streitkräfte die Stärke des Heeres auf 150.000 Mann und die Anzahl der Linienschiffe bei der Marine auf 120 erhöhen.
Die Operationen zur See brachten nach langwierigen Operationen in der Karibik und im Atlantik den entscheidenden Triumph, als Admiral Nelson am 21. Oktober 1805 die vereinigte französisch-spanische Flotte bei Kap Trafalgar entscheidend schlug.2) Ab diesem Zeitpunkt war die britische Seeherrschaft nicht mehr gefährdet und eine französische Invasion unwahrscheinlich geworden. Die französische Kriegführung zur See verlagerte sich - bedingt durch die immer wirkungsvollere britische Blockade der französischen Häfen - auf den Kaperkrieg, der allerdings nicht den erwarteten Erfolg brachte. Trotz der Wegnahme von 11.000 t britischer Schiffstonnage zwischen 1807 und 1813 bedeutete dies nur einen Anteil von 4% des Gesamtvolumens der britischen Handelsschiffstonnage. Außerdem erhöhte sich trotz der von Napoleon gegen den britischen Handel verhängten Kontinentalsperre der Wert der britischen Exportwaren zwischen 1806 und 1816 um 215%.3)
Während die Koalitionsmächte gegen Napoleon zwischen 1805 und 1809 schwere Niederlagen hinnehmen mussten (Österreich und Russland 1805, Preußen und Russland 1806/07, Österreich 1809), gelangen den britischen Streitkräften zwischen 1808 bis 1814 bedeutende militärische Erfolge auf dem europäischen Festland (von der abgebrochenen Landung in Norddeutschland 1805 und der völlig missglückten Unternehmung gegen die Insel Walcheren im Sommer 1809 abgesehen).
Die Operationen britischer Truppen in Portugal und Spanien ab 1808, die von Arthur Wellesley, dem späteren Herzog von Wellington befehligt wurden, unterstützt durch Reste der spanischen Armee, portugiesische Truppen und spanische Guerillas, banden im Jahresdurchschnitt mehr als eine Viertelmillion Mann des napoleonischen Heeres und kosteten bis Jahresende 1813 rund 300.000 Tote auf französischer Seite. Die Feldherrnkunst Arthur Wellesleys erhielt die eigenen Kräfte soweit wie möglich und zwang den Gegner - mit der Unterstützung portugiesischer Truppen, der Reste der spanischen Armee und der spanischen Guerilla-Bewegung - in einen Abnutzungskrieg, der nicht zu gewinnen war. Zweifellos befand sich die britische Armee in Spanien - geführt von einem ambitionierten Stab und monatlich unterstützt durch 250 Schiffe, die laufend Nachschub brachten - auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit.4)
Zwischen 1803 und dem Ende des Jahres 1812 waren alle Kolonien Frankreichs und seiner Verbündeten von Truppen Großbritanniens besetzt worden, ohne dass Frankreich irgendwelche wirksamen Maßnahmen dagegen hätte setzen können. Ob dies nun Helgoland in der Nordsee (1807), die ehemalige niederländische Kapkolonie in Südafrika (1806), Niederländisch-Indien (1811) sowie mehrere französische Besitzungen im Indischen Ozean oder in Westafrika (Senegal) waren, so war Frankreich auf dem Höhepunkt seiner Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent (vor dem Russlandfeldzug im Sommer 1812) nun eine reine Kontinentalmacht, die jedoch am Wiener Kongress (1814/15) die meisten Besitzungen in der Karibik und Westafrika zurückerhalten würde.
Der Krieg Großbritanniens mit den USA, der wegen der ständigen Durchsuchung amerikanischer Handelsschiffe nach desertierten britischen Matrosen durch britische Kriegsschiffe ausgebrochen war, wurde in den Jahren 1812 bis 1815 zu einer „Sideshow“ des großen Konflikts in Europa, die der britischen Position auf dem nordamerikanischen Kontinent in den Jahren 1812-1815 - trotz einiger Erfolge der starken kriegserfahrenen britischen Truppen im kanadischen Grenzraum und der Eroberung und Brandschatzung von Washington - letztlich mehr Schaden als Nutzen zufügte. Noch vor der schweren Niederlage der Briten gegen amerikanische reguläre Truppen und Freiwilligenverbände bei New Orleans am 8. Jänner 1815 war es zum Friedensschluss in Gent am 24. Dezember 1814 gekommen, der auf dem nordamerikanischen Kontinent zu spät bekannt wurde und am politisch-strategischen Status quo in Nordamerika nicht mehr ändern sollte.

Das französische Heer im Jahr 1815

Die schweren Verluste, die die Grande Armee 1812 während ihres Russland-Feldzuges erlitten hatte - über 400.000 Mann französische und Rheinbundtruppen sowie Schweizer Regimentsangehörige und Truppen des Königreichs Italien waren innerhalb von sechs Monaten umgekommen oder in russische Gefangenschaft geraten -, ließen einen raschen Wiederaufbau französischer Streitkräfte unwahrscheinlich erscheinen. Der nahezu komplette Verlust der Kavallerie und der Artillerie stellten die französischen Marschälle zu Jahresbeginn 1813 vor eine fast unlösbare Aufgabe. Zusätzlich zeichnete sich der Abfall Preußens und ein halbes Jahr später Österreichs als Verbündeter des französischen Kaiserreichs und des Rheinbundes ab.
Ebenso wechselten 1813 alle Rheinbundstaaten, darunter Bayern und Sachsen (diese während der Schlacht von Leipzig) die Seiten und machten weitere französische Operationen im deutschen Raum hoffnungslos.
Durch den französischen Rückzug über den Rhein (der Rheinübergang des preußischen Heeres erfolgte am 1. Jänner 1814 bei Kaub) war das gesamte deutsche Gebiet als Operationsraum verloren gegangen, abgesehen von den durch die Alliierten belagerten Festungen auf polnischem und deutschem Boden, in denen über 161.000 Mann mehrheitlich französischer Truppen eingeschlossen und damit isoliert waren. Die wichtigsten waren Hamburg mit 36.000 Mann unter Marschall Louis Nicolas Davout, das seit Dezember 1813 belagert wurde, wobei fünf bis Jahresende 1813, darunter Dresden am 11. November 1813 mit 30.000 Mann kapitulierten, nur Erfurt und Magdeburg sich bis Kriegsende im April 1814 behaupteten und Hamburg, das wie erwähnt erst am 25. Mai 1814 vor preußischen, russischen und schwedischen Truppen kapitulierte.5)
Die französischen Operationen der Jahre 1813 bis Anfang April 1814 hatten Verluste von über 400.000 Mann gekostet. Nach der Abdankung Napoleons und seiner Verbannung nach Elba war aber nur eine Friedenszeit von weniger als elf Monaten zu gewärtigen.
Am 26. Februar 1815 segelte Napoleon mit 1.000 Mann seiner Leibgarde nach Südfrankreich ab und landete am 1. März 1815 bei Antibes.
Ein großer Teil der französischen Truppen, die ihm entgegengeschickt worden waren, um ihn zur Kapitulation zu zwingen, gingen zu ihm über.
Trotzdem zog er nur mit Truppen in der Stärke eines Korps (knapp 25.000 Mann) am 20. März in der Hauptstadt Paris ein, aus der der französische König Ludwig XVIII. am Vortag geflohen war. Schon eine Woche später hatte sich während des Wiener Kongresses eine erneute militärische Allianz zwischen Preußen, Österreich und Russland gegen Napoleon gebildet, die Armeen von vorerst 150.000 Mann und später nahezu das Doppelte dieser Kräfte gegen die Restauration der Herrschaft Napoleons aufbieten und einsetzen sollte.
Immerhin gelang es Napoleon in einem organisatorischen Gewaltakt, das ihm ergebene französische Heer innerhalb von wenigen Wochen durch die Einberufung von Reservisten und die Aufbietung der Nationalgarde auf eine Stärke von rund 435.000 Mann zu bringen. Tatsächlich waren aber drei Viertel dieser Stärke Depot-, Garnisons- und Festungstruppen, bzw. als Sicherungsverbände in den Küstengebieten bzw. gegen Aufstände in Westfrankreich eingesetzt, während die Hauptarmee unter Napoleon nur knapp über 100.000 Mann zählte.
Von dieser Armee war aber nur ein Teil der Soldaten kriegserfahren. Dies betraf vor allem die Soldaten der kaiserlichen Garderegimenter. Allerdings mussten viele der Linienregimenter der Infanterie und mehrere Kavallerieregimenter sowie die Artillerieverbände mit sehr vielen jungen Soldaten aufgefüllt werden, denen es zwar oft nicht an Begeisterung, aber an Kampferfahrung mangelte. Das militärische Humanpotenzial war nach fast einem Vierteljahrhundert nahezu ununterbrochener Feldzüge weitgehend erschöpft und die Desertionen stiegen im Laufe des Feldzuges von 1815 sprunghaft an.

Redcoats in the Netherlands - Die britischen Truppen im Königreich der Niederlande

Die britischen Truppen in den Niederlanden standen 1815 unter dem Oberbefehl Arthur Wellesleys, dem Herzog von Wellington, der über eine mehr als zwanzigjährige Erfahrung aus den Feldzügen gegen das revolutionäre Frankreich und das französische Kaiserreich unter Napoleon Bonaparte in Flandern, Indien, Dänemark, Spanien und Südfrankreich zurückblicken konnte, und der neben dem am 21. Oktober 1805 in der Seeschlacht von Trafalgar gefallenen Admiral Horatio Nelson bereits als der größte Nationalheld der napoleonischen Epoche galt.
Seine Kampfführung in Spanien sah wegen der relativ geringen Stärke der britischen Truppen sehr oft eine Anwendung des Führungsgrundsatzes von der „Ökonomie der Kräfte“ vor, die den Erhalt der Kampfkraft als Maxime hatte. In den Operationen in Spanien hatte er seine Truppen bei der Zusammenziehung überlegener feindlicher Kräfte, die seine rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden drohten, immer wieder in den Raum Lissabon zurückgezogen, der durch eine starke Befestigungslinie im Vorfeld der Stadt (die „Linien von Torres Vedras“) gesichert war, und nach einer Auffrischungs- und Versorgungsphase weitere Operationen nach Zentralspanien unternommen. Bis zum Ende des Jahres 1813 konnten die französischen Truppen aus Spanien vertrieben werden und im Frühjahr 1814 rückten die britischen Truppen in Südfrankreich ein.
Im Sommer 1814 wurde Wellington britischer Botschafter in Frankreich und vertrat den britischen Außenminiseter Robert Stewart Viscount Castlereagh einige Wochen auf dem Wiener Kongress, bis er nach der „Schreckensnachricht“ von der Rückkehr Napoleons nach Frankreich am 1. März 1815 wieder zum Oberkommandierenden der britischen Truppen in Europa - diesmal im Königreich der Niederlande - berufen wurde.6)
Nach dem Vorstoß Napoleons in den belgischen Raum und dem Zurückdrängen der britischen Truppen nach der Schlacht von Quatre Bras in das Gebiet von Waterloo/Mont St. Jean verfügte Wellington nun am Abend des 17. Juni 1815 über eine Armee von 63.000 Mann - davon waren jedoch nur 21.000 britische Truppen und 5.000 Mann Angehörige der Kings German Legion, aber auch 11.000 Hannoveraner, 5.000 Braunschweiger und 20.000 Niederländer. Wer waren nun die Angehörigen dieser anderen Kontingente, die immerhin zwei Drittel der Armeestärke stellten?

Hannover: Deutsches Territorium unter britischer Krone

Das Kurfürstentum Hannover (seit 1692) stand seit 1714 in einer Personalunion (der Kurfürst von Hannover, Georg Ludwig bestieg am 12. August 1714 als König George I. von England den Thron) mit dem Vereinigten Königreich, die bis 1837 aufrecht bleiben sollte.
Seit 1793 eben durch diese Union mit dem britischen Königreich in die Kämpfe gegen das revolutionäre Frankreich verwickelt, sollte das Land, das in der fast durchgehenden Abwesenheit des Landesherrn von einem geheimen Ratskollegium regiert wurde, der französischen Expansionspolitik in Europa bald zum Opfer fallen.
Der südliche Teil des besetzten ehemaligen Kurfürstentums wurde dem 1807 geschaffenen Königreich Westfalen angegliedert, während der nördliche Teil des Kurfürstentums 1810 nach siebenjähriger französischer Militärverwaltung vom Kaiserreich Frankreich annektiert wurde.
Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Großbritannien und Frankreich im Mai 1803 begann mit der Besetzung Hannovers durch französische Truppen, die vom schwachen und vom Schauplatz entfernten britischen Heer nicht verhindert werden konnte.

„The Hanoverians - the King’s German Legion“

Bereits im Dezember 1803 hatten sich 4.000 Mann der aufgelösten Armee Hannovers nach Großbritannien abgesetzt und wurden zur „King’s German Legion“ zusammengefasst. 1805 bestanden bereits zwei Kavalleriebrigaden und eine leichte Infanterie-Brigade.
Verbände der King’s German Legion (KGL) nahmen an nahezu allen britischen Feldzügen u.a. in Portugal, Spanien, auf der Insel Walcheren und in Süditalien teil.
Insgesamt dienten 28.000 Soldaten aus Hannover und auch aus Großbritannien (von hier meist Offiziere) in der King’s German Legion, deren Höchststand 1814 14.000 Mann betrug und von denen über 5.000 in der Schlacht von Waterloo kämpften.
Ihre Kampfkraft und hohe Motivation in der Schlacht von Waterloo können aus dem Kampf um den taktisch wichtigen Gutshof La Haye Sainte abgeleitet werden, als 400 Mann des 2. Leichten Infanteriebataillons (unter dem Kommando von Major George Baring) der 2. Brigade der KGL (Oberst Christian Friedrich Wilhelm von Ompteda) diese Stellung mehrere Stunden (bis 18 Uhr des 18. Juni) gegen massive französische Angriffe hielten und sich nur 42 noch kampffähige Soldaten aus dem Gehöft zurückziehen konnten. Die Unterstützung der Überlebenden durch das 5. Leichte Infanteriebataillon der KGL wurde durch einen französischen Kavallerieangriff nahezu unmöglich gemacht, der das vorrückende Bataillon fast völlig vernichtete (es gab nur 19 Überlebende) und auch den Kommandeur der Brigade, Oberst von Ompteda, das Leben kostete. Die King’s German Legion gehörte neben den preußischen Truppen zu jenen Verbänden, die an der Schlacht von Waterloo entscheidenden Anteil hatten.7)
Erst Ende 1813 nach der Räumung der rechtsrheinischen Gebiete durch die französischen Truppen war wieder ein souveräner Staat Hannover entstanden, der am 12. Oktober 1814 auf dem Wiener Kongress zum Königreich erhoben wurde.8)
Damit entstand auch im Februar 1814 wieder ein Heer Hannovers (zehn Infanteriebataillone und rund 25 Landwehrbataillone), das zwar nicht mehr direkt vom britischen Heer kontrolliert wurde, dessen Verbände aber während des Feldzuges 1815 im Verband der britischen Armee in den Niederlanden zum Einsatz kommen sollten.
1815 umfasste die neu aufgestellte hannoveranische Armee bei Waterloo fünf Infanteriebrigaden, eine Kavalleriebrigade (mit drei Husarenregimentern), zwei Batterien Artillerie, sieben Feld- und 15 Landwehrbataillone mit insgesamt 13.000 Mann Infanterie und 1.600 Kavallerie.
Zusätzlich bestand eine Armeereserve aus einem Feld- und zwölf Landwehrbataillonen mit einer Stärke von insgesamt 9.000 Mann.
Die höchste Kampfkraft musste noch immer der King’s German Legion innerhalb des britischen Heeres zugerechnet werden, und obwohl sich einige Verbände der neuen hannoveranischen Armee im Juni 1815 bei Waterloo hervorragend schlugen, versagte das Husarenregiment „Duke of Cumberland“ in der Schlacht bei Waterloo, flüchtete in Panik nach Brüssel und verkündete die vermeintliche Niederlage der alliierten Truppen. Das Regiment wurde daraufhin strafweise aufgelöst.9)

Die „Brunswick“-Troops

Eine weitere Verstärkung der britischen Streitkräfte bildeten die Truppen Herzog Friedrich Wilhelms von Braunschweig (des „Schwarzen Herzogs“). Dieser operierte im Jahr 1809 nach dem Verlust seines Territoriums an das von Napoleon für seinen Bruder Jerome neu geschaffene „Königreich Westfalen“ mit einer Truppe von Freiwilligen von Böhmen aus. Er durchquerte Sachsen kämpfend, schlug mit seinen Truppen mehrere sächsische Verbände und wurde Anfang August 1809 an der Wesermündung bei Elsfleth von einem britischen Flottenverband nach Großbritannien evakuiert. Der „Schwarze Herzog“ setzte schließlich als Kommandant braunschweigischer Truppen - vorerst in Spanien unter dem Kommando Wellingtons und schließlich in Nordwesteuropa bis zu seinem Tod in der Schlacht bei Quatre Bras am 16. Juni 1815 den Kampf gegen Napoleon auf britischer Seite fort. Die Truppen des Kontingents aus dem wiederhergestellten Herzogtum nahmen mit zwölf Bataillonen und einem Husarenregiment sowie Artillerieformationen am Feldzug von 1815 teil.10)

Nicht beim Feldzug 1815 dabei: Die Truppen des Königreichs Sachsen

Während Sachsen im Jahr 1813 zum Kriegsschauplatz geworden war, kam es in der Völkerschlacht von Leipzig (16.-18. Oktober 1813) zum Überlaufen eines großen Teils der sächsischen Armee (zwei Brigaden der sächsischen 2. Division, die seit 1807 an der Seite der französischen Heere und anderer Rheinbundtruppen gegen Österreich und Russland gekämpft hatten).
Nach der Völkerschlacht wurden die Reste der sächsischen Regimenter unter den Befehl des Generals Georg Dietrich von Ryssel gestellt. Vom 2. bis 14. November wurden die Sachsen zur Belagerung der Festung Torgau verwendet. Danach sammelte sich das Korps in der Nähe von Merseburg zur Neuorganisation. Diese Aufgabe wurde Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann übertragen.
König Friedrich August III. (1750-1827) blieb als langjähriger Verbündeter Napoleons bis Februar 1815 in preußischer Gefangenschaft; das Königreich Sachsen wurde erst von einem russischen (bis 8. November 1814) und danach von einem preußischen Gouverneur (bis
6. Juni 1815) verwaltet.
Am 12. Mai 1815 kam es schließlich zur Teilung des speziell durch die Kämpfe im Jahre 1813 verwüsteten und ausgeplünderten Landes, wobei die nördlichen Gebiete des Königreiches mit einer Fläche von insgesamt 20.000 Quadratkilometern (57,5% der Staatsfläche) und mit 860.000 Einwohnern (42,2% der Bevölkerung) an das Königreich Preußen abgetreten werden mussten.11)
Im April 1815 sollten jene sächsischen Soldaten, die aus den an Preußen abzutretenden Gebieten Sachsens stammten, aus der sächsischen Armee entlassen und in die preußische Armee übernommen werden.
Dadurch kam es zur Meuterei der sächsischen Truppen Ende April 1815 in Lüttich, die nun nicht mehr gegen das Heer Napoleons einzusetzen waren.
Im Zuge dieser Umstrukturierung der Truppen kam es mehrfach zu Gewalttätigkeiten, Ausschreitungen und Befehlsverweigerungen ganzer Regimenter. Sieben Rädelsführer der Meuterei wurden durch ein Militärgericht zum Tode verurteilt und erschossen.
In der Folge wurde am 1. Mai das sächsische Armeekorps in zwei Brigaden geteilt. Die Einteilung erfolgte auf Grundlage des Geburtsortes, denn alle sächsischen Soldaten, die im neuen preußischen Hoheitsgebiet geboren waren, mussten in die preußische Armee eintreten. Am 17. Mai waren alle Kompanien in je zwei Halbkompanien (eine südsächsische und eine nordsächsische) aufgeteilt worden. Am 13. Juni 1815 wurde die Teilung des sächsischen Heeres offiziell vollzogen. Auf sächsischer Seite wurde diese vom Generalleutnant Karl Christian Erdmann von Le Coq durchgeführt. 6.807 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften gingen in den preußischen Militärdienst über. Nur mehr 7.968 Soldaten verblieben bei den Resten des (ohnehin schwachen) sächsischen Korps. Beim Feldzug 1815 sollte dieses keine Rolle mehr spielen.12)

Das neue Heer des Königreichs der Niederlande

Nach dem Rückzug der französischen Truppen aus den Niederlanden zu Jahresende 1813 stellte Prinz Wilhelm der VI. von Oranien am 6. Dezember neue Landstreitkräfte auf und führte am 20. Dezember 1813 die Allgemeine Wehrpflicht ein.
Vorerst konnten nur elf Bataillone der Linieninfanterie und zwei Kavallerieregimenter aufgestellt werden.
Bereits am 1. August 1814 wurden die ehemaligen Österreichischen Niederlande (im Wesentlichen das heutige Belgien) nach dem Vertag von London am 4. Juni an die Niederlande angeschlossen und die „Belgische Legion“, die zuletzt auch vom letzten österreichischen Gouverneur, Generalmajor Karl Freiherr von Vincent, im Jahr 1814 durch ein eigenes „Kriegsdepartement“ geführt worden war, aufgelöst und deren Angehörige zum Teil in die neuen niederländischen Streitkräfte übernommen.
Die Zusammenführung dieser verschiedenen Teile der Streitkräfte war zu Beginn des Feldzuges 1815 noch keineswegs abgeschlossen.
Erst die Ernennung Wellingtons zum Feldmarschall der Niederlande am 4. Mai 1815 beendete die mehrwöchige Phase der Interventionen des niederländischen Königs in die militärischen Planungen und klärte die Frage des Oberbefehls über die britisch-niederländische Armee endgültig.
Die militärische „Performance“ der neuen niederländischen Streitkräfte unter dem Thronfolger Prinz Wilhelm (dieser hatte im Stab Wellingtons auf dem spanischen Kriegsschauplatz gedient und war nominell der Stellvertreter Wellingtons) muss als gemischt betrachtet werden. Zweifellos brachte erst die Hereinnahme kriegserfahrener Offiziere und Soldaten, die in den Streitkräften des französischen Kaiserreiches gedient hatten, die grundlegende militärische Effizienz, die den belgischen Gebieten aus den erst kurz dienenden unerfahrenen Rekruten aus den „alten“ Landesteilen der Niederlande („De Zeven Provincen“) und den „Österreichischen Niederlanden“ ein schlagkräftiges Heer formen sollte. Diese unbedingt notwendige Zeit zur Zusammenführung der inhomogenen Teile der neuen niederländischen Streitkräfte sollte aber nicht vorhanden sein, da diese nun schon innerhalb weniger Wochen südlich von Brüssel zum Einsatz kommen sollten.

Preußen

Die beginnenden preußischen Heeresreformen nach der katastrophalen Niederlage gegen das französische Heer im Feldzug von 1806/1807 in der Militärreorganisationskommission, der Gerhard von Scharnhorst, August Wilhelm Gneisenau, Hermann von Boyen, Karl von Grolman und Karl Freiherr vom Stein angehörten, zeigten binnen weniger Jahre erstaunliche Erfolge.13) Das preußische Heer 1813 war mit jenem vor 1806 nicht mehr zu vergleichen.
Nachdem sich Preußen beginnend mit der Konvention von Tauroggen Ende Dezember 1812 schrittweise aus dem Bündnis mit dem französischen Imperium zu lösen begonnen hatte, wurde die bewaffnete Auseinandersetzung immer wahrscheinlicher. Mit der Aufstellung von ersten Freiwilligenformationen und schließlich mit der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht (auf Kriegsdauer) am 9. Februar 1813, wurde nun in Preußen der Weg zur allgemeinen Volksbewaffnung im Kampf gegen die napoleonischen Armeen eingeschlagen, wo neben den Landwehr- und Landsturmverbänden nun weitere diverse uniformierte „Freikorps“ (z.B. Freikorps „Lützow“) aufgestellt worden waren, deren Kampfwert allerdings sehr unterschiedlich einzuschätzen war und im Bereich des Landsturmes für ein offenes Gefecht äußerst gering bis nichtexistent war.
In den Befreiungskriegen des Jahres 1813 zeigte sich jedoch der Kampfgeist der neuen preußischen Armee, die zwar noch unter Ausrüstungs- und Waffenmangel litt, jedoch den französischen Armeen mit deren letzten verbündeten Truppen aus dem Rheinbund fallweise empfindliche Niederlagen beibringen konnte. Letztlich konnten alle französischen Angriffe in Richtung Berlin - und ab Ende August 1813 zusammen mit russischen, österreichischen und schließlich auch schwedischen Truppen - abgewehrt werden und Napoleons Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19. Oktober) eine schwere Niederlage beigebracht werden. Bis zum Jahresende 1813 wurden die französischen Truppen über den Rhein zurückgedrängt, und im Feldzug in Frankreich im Frühjahr 1814 konnten die Preußen trotz einiger Rückschläge gemeinsam mit den Verbündeten ihre Ziele erreichen und damit zum Sturz Napoleons beitragen.
Die preußische Armee des Jahres 1815 war - trotz einiger Schwächen bei den Landwehrverbänden - eine im Urteil Carls von Clausewitz vom April 1815 innerhalb weniger Jahre eine völlig andere geworden:
„Wenn man die preußische Armee jetzt sieht, so kann man von dem Erstaunen nicht zurückkommen über ihre Veränderung seit 1794. Wenn ich an jene Lager denke, die mich an alle Lager-Zeremonien wieder erinnern, die ich seit 21 Jahren nicht gesehen habe, so freue ich mich, jetzt bei der Armee realisiert zu sehen, was damals der Gegenstand meiner jugendlichen Pläne und Träume war. Welche Tüchtigkeit und welche Freudigkeit und Jugendlichkeit ist in der jetzigen Armee, und wie kümmerlich, verdrießlich und abgelebt war die alte! Ich weiß nicht, wie weit wir in diesen Dingen ohne Scharnhorst gekommen wären, aber man kann das Alles nicht sehen, ohne unaufhörlich an ihn zu denken.“ 14)
Die Persönlichkeit des Feldmarschalls Gerhard Leberecht von Blücher und seines Stabschefs August Neidhart von Gneisenau sollten in der operativen Führung zwischen Sommer 1813 und Frühjahr 1815, verbunden mit der größtenteils hohen Kampfmoral der eigenen Truppen, den entscheidenden Erfolg bringen.

Der Feldzug 1815 in Nordfrankreich und Belgien

Die Schlachten am 16. Juni 1815 bei Quatre Bras gegen die britischen Truppen und gegen die Preußen bei Ligny waren der Auftakt zur Schlacht von Waterloo/ Mont St. Jean. Wegen deren erfolgreichem Verlauf nahm Napoleon an, die gegnerischen Kräfte zersprengt zu haben und diese nun von einander getrennt rastlos verfolgen zu müssen, was letztlich eine schwere Fehleinschätzung war. Während Wellington seine Truppen im Raum Waterloo versammelte, vereinigte Blücher seine Korps bei Wavre und teilte seinem britischen Verbindungsoffizier Colonel Harding mit, dass die preußischen Truppen zur Unterstützung der britischen Truppen unter Wellington so rasch wie möglich aus dem Raum Wavre abrücken würden.15)
Die sollte bereits in den frühen Morgenstunden des 18. Juni tatsächlich geschehen, wobei das III. Korps unter Generalleutnant Thielmann mit rund 23.000 Mann den Rücken der drei abrückenden Korps decken sollte.16)

Das Eingreifen der preußischen Truppen in die Schlacht bei Mont St. Jean/Waterloo und in die Schlacht um Wavre (rund 14 km östlich von Waterloo)

Nach der Niederlage von Ligny und dem mit relativ geringen Verlusten verbundenen Rückzug in den Raum Wavre, der am Vormittag des 17. Juni weitgehend abgeschlossen war, wurde das Hauptquartier Feldmarschall Blüchers durch seinen Stabschef (Generalquartiermeister) Generalleutnant von Gneisenau17) in Wavre eingerichtet.


Wellington hatte bereits am Vormittag die Bestätigung erhalten, dass die preußischen Truppen am nächsten Tag nach Westen marschieren würden, um sich mit der britisch-niederländischen Armee zu vereinigen.18) Dieser war es gelungen, die Vorausabteilungen der sie verfolgenden französischen Truppen - ein Kavallerieregiment - gegen 17:00 Uhr zurückzuschlagen und nach einem längeren Artillerieduell im Raum Waterloo/Mont St. Jean Stellung zu beziehen. Ein schweres Unwetter führte zum vorübergehenden Ende der Kampfhandlungen gegen 21:00 Uhr und sollte die Operationen der französischen Truppen am nächsten Tag - vor allem durch den schwierigen Anmarsch aller Verbände wegen des völlig aufgeweichten Bodens - bis in die Mittagszeit des 18. Juni verzögern.
Inzwischen waren die ersten Verbände des I. preußischen Korps bereits am frühen Morgen (gegen 03:30 Uhr des 18. Juni) aus dem Raum Dion le Mont (östlich Wavre) nach Westen in Richtung des Aufmarschraumes der verbündeten Kräfte abmarschiert, wobei die 15. Brigade durch einen in Wavre ausgebrochenen Brand behindert wurde und nur verzögert vorankam.
Zwei Stunden später meldete Marschall Emmanuel Marquis de Grouchy Napoleon, dass er mit seinen Truppen (III., IV. und VI. Korps sowie I. und II. Reservekavalleriekorps), deren Stärke am Morgen des 18. Juni nun rund 33.000 Mann betrug,19) die Operationen gegen die preußischen Truppen im Raum Wavre aufnehmen würde, um deren Eingreifen auf britisch-niederländischer Seite bei Mont St. Jean zu unterbinden. Diese Meldung wurde von Napoleon gegen 09:00 Uhr bestätigt, worauf Grouchy weiter gegen die preußischen Truppen vorrückte und dabei eine Intervention des Befehlshabers des IV. Korps, Generalleutnant Maurice Etienne Gerard, der ein rasches Abmarschieren zu Napoleons Hauptarmee empfahl, ablehnte.

Bereits um 13:00 Uhr traf Blücher in Chapelle St. Lambert ein - nahezu gleichzeitig befahl Napoleon Grouchy, sich mit seiner Armeegruppe rasch zum Schlachtfeld von Mont St. Jean/Waterloo zu begeben. Zwei Stunden später fiel auf preußischer Seite die Entscheidung, alle drei Korps in Richtung Plancenoit vorrücken zu lassen. Dies würde die Truppen in die äußerst linke Flanke der französischen Truppen bringen, die bei ihren Frontalangriffen gegen die britisch-niederländischen Truppen nur Teile ihrer Kräfte in diesen Raum abstellen können würden.
Gegen Nachmittag verstärkten sich die Gefechte im Raum Wavre, wo der Befehlshaber des preußischen
III. Korps, Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann,20) mit seinem Stabschef Oberst Carl von Clausewitz21) die Verbände Grouchys in erbitterten Nahkämpfen im Ortsgebiet von Wavre an der Brücke über die Dyle aufhalten konnte und damit den Abmarsch der preußischen Korps (I. Korps unter Generalleutnant Hans Ernst Graf von Zieten, II. Korps unter Generalleutnant Georg Dubislaw von Pirch I, IV. Korps unter Generalleutnant Friedrich Wilhelm Graf von Bülow von Dennewitz) in Richtung Waterloo weitgehend störungsfrei ermöglichte. Durch kurzfristige Unklarheiten waren auch einige Bataillone vom rechten Flügel des III. Korps irrtümlich abmarschiert, was zu einer vorübergehenden Schwächung der Truppen Thielmanns führte.
Teile des preußischen IV. Korps hatten schon am frühen Nachmittag Fühlung mit dem linken Flügel der britischen Truppen aufgenommen, wodurch sich die operative Gesamtsituation vorerst unmerklich aber langsam zugunsten der Alliierten zu verändern begann.
Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr veränderte sich die Situation an der rechten Flanke der französischen Truppen schrittweise zum Nachteil der hier eingesetzten Kräfte. Immer stärkere Verbände des VI. Korps unter General George Mouton Comte de Lobau mussten eingesetzt werden, um die preußischen Truppen aufzuhalten und konnten am späten Nachmittag keine Kräfte mehr für die Unterstützung der Angriffe auf das Zentrum der Alliierten abgeben.
Die heftigen preußischen Angriffe auf Plancenoit bewirkten den Abzug von acht Bataillonen der kaiserlichen Garde vor 18:30 Uhr, die beim Angriff auf das Zentrum Wellingtons nicht mehr eingesetzt werden konnten. Der nahezu gleichzeitige Zusammenbruch des letzten Angriffs der Garde und der Durchbruch der preußischen Truppen beim Flankenangriff auf die französischen Positionen im Raum Plancenoit führten zu panikartigen Reaktionen der französischen Truppen, von denen nur wenige wie Teile der Garde die britischen Truppen bei ihrem nun erfolgenden Gegenangriff aufhalten konnten.
Das Zusammentreffen der beiden Feldherrn Wellington und Blücher beim Gasthof von Belle Alliance nach 21:00 Uhr zeigte bei aller Erleichterung schon erste Auffassungsunterscheide über die Gründe des Erfolgs der Alliierten, wobei der Angriff der preußischen Truppen auf die rechte Flanke der französischen Armee zweifellos von vielen britischen Offizieren als mitentscheidend gesehen wurde.
Der britische Militärhistoriker H.T.Parker stellte 1944 fest:
„From the time the Prussians appeared within the field of observation, Napoleon was fighting two battles, an offensive against Wellington, a defensive one against Blücher.“ 22)
Auch Marschall Grouchy war mit seinen rund 33.000 Mann starken drei Korps ab den Mittagsstunden des
18. Juni offensiv gegen die Verbände Thielmanns vorgegangen, deren Stärke 14.500 Mann kaum mehr überschritt. Er erhielt aber am Vormittag gegen 10:30 Uhr des
19. Juni überzeugende Nachrichten über die Niederlage der französischen Hauptarmee.
Trotz der Aufgabe taktisch wichtiger Positionen hatte das III. Korps den drei anderen preußischen Korps auf ihrem Marsch zum Schlachtfeld von Waterloo unter dem Verlust von rund 2.500 Mann den Rücken freigehalten und einen Angriff von Teilen der Armeegruppe des Marschalls Grouchy auf diese abmarschierenden preußischen Korps gedeckt, dieser Verluste in der Höhe von über 2.000 Mann beigebracht und letztlich durch die Bindung starker gegnerischer Kräfte einen Abmarsch der Armeegruppe zur französischen Hauptarmee unter dem Kommando Napoleons verhindert.

Clausewitz bei Wavre

Werner Hahlweg, einer der wichtigsten Clausewitz-Forscher im deutschen Sprachraum, beurteilte die Rolle Carls von Clausewitz als Stabschef des III. Armeekorps im Jahr 1957 in knappen Worten wie folgt:
„Thielmann, der aus sächsischen Diensten kam und in dem Rufe eines einsichtsvollen und kampferprobten Truppenkommandanten stand, behandelte ihn mit besonderer Anerkennung und Liebenswürdigkeit, schätzte seine Leistungen hoch ein: Clausewitz erfülle seinen Posten mit größter Auszeichnung.“ Er sei „ein Mann von ebensoviel Geist als moralischem Wert“ und stehe „im Generalstabe ganz an seinem Platz…“
Als Generalstabschef Thielmanns entwarf Clausewitz die Operationen bei Ligny und Wavre (16.-19.Juni 1815). Kritiker haben in der Durchführung dieser Operationen eine gewisse Ängstlichkeit und Behutsamkeit wahrnehmen wollen, darüber hinaus Clausewitz für einen „Schwarzseher“ aus zu großer Geistesschärfe gehalten; ihm habe letztlich das gefehlt, was von Napoleon einmal als das Gleichgewicht der Seelenkräfte (zwischen Einsicht und Kühnheit) bezeichnet worden sei. Auch hat man in diesem Zusammenhang die Frage nach Clausewitz’ Befähigung zur praktischen Truppenführung gestellt: ob er wohl als Feldherr genauso bedeutend geworden wäre wie als Militärschriftsteller oder Philosoph des Krieges. Eine erschöpfende Antwort auf diese Fragen wird sich wohl kaum geben lassen, will man nicht den Ausführungen Hans Delbrücks zustimmen: „Dass Clausewitz als ein tätiger, mutiger, ungewöhnlich einsichtiger und erfahrener Soldat einen über das Gewöhnliche hervorragenden General abgegeben haben würde, kann keinem Zweifel unterliegen.“ 23)
Immerhin haben die Kämpfe des III. Korps bei Wavre dazu beigetragen, einen nicht unbeträchtlichen Teil der Streitkräfte Napoleons unter Grouchy vom Hauptschlachtfeld bei Belle Alliance fernzuhalten, und damit indirekt die Entscheidung des Feldzuges von 1815 zugunsten der Alliierten beeinflusst.24)
Eine nicht unwesentliche Rolle in der Abstimmung der Operationsführung hatte der preußische Verbindungsoffizier im Stab Wellingtons, Generalmajor Karl Freiherr von Müffling gespielt.25)
Zu einer Verfolgung der französischen Truppen waren die abgekämpften britischen Truppen vorerst nicht in der Lage. Preußische und später auch britische Truppen rückten am 7. und 8. Juli in Paris ein. Mit Napoleons „zweitem Sturz“ war die Herrschaft der „Hundert Tage“ endgültig zu Ende gegangen.

Waterloo, die Präsentation und die Rezeption von Militärgeschichte: die „Affäre Siborne“ und das „Waterloo-Model“

Das vom britischen Offizier Leutnant William Siborne (1797-1849) zwischen 1830 und 1838 geschaffene so genannte „Waterloo Model“ spielte in der britischen Militärgeschichtsschreibung und in der „musealen“ Darstellung einer entscheidenden Phase der europäischen Militärgeschichte eine wenig bekannte, doch äußerst interessante Rolle.
Siborne, der zwar nicht an der Schlacht teilgenommen hatte, aber ein brillanter Kartograph war, hatte nach ausgiebigen Studien britischer und preußischer Quellen, ausführlicher Korrespondenz mit rund 700 Teilnehmern der Schlacht von Waterloo und sich über acht Monate hinziehende Begehungen des Schlachtfeldes ein nahezu 36 Quadratmeter großes Diorama der kritischen Phase der Schlacht (etwa um 19:00 Uhr des 18. Juni) mit mehr als 75.000 Zinnfiguren (wobei eine Figur zwei Soldaten in der Realität repräsentierte) innerhalb von acht Jahren angefertigt, welches das zeitgerechte und durchaus entscheidende Eintreffen und Eingreifen der Masse von mehr als 49.000 Mann preußischer Truppen mit 123 Geschützen zwischen 16:30 Uhr und 19:30 Uhr in richtiger Weise darstellte.
Das Modell sollte eines der zentralen Objekte in einem ab 1829 zu schaffenden britischen Militärmuseum werden und den Triumph des britischen Heeres am Ende eines nahezu ein Vierteljahrhundert währenden Weltkrieges werden.
Nach der ersten Präsentation des Dioramas im Jahr 1838 in der Egyptian Hall im Londoner Stadtteil Picadilly, das von der britischen Bevölkerung mit über 100.000 Besuchern begeistert aufgenommen wurde, begannen jedoch die Schwierigkeiten für Siborne, da dessen Darstellung wesentlichen Teilen des offiziellen Berichts Wellingtons aus dem Jahr 1815 („Waterloo Dispatch“) widersprach, der das aus seiner Sicht sehr späte und daher nicht mehr entscheidende Eintreffen der preußischen Truppen - als die Schlacht nach seiner Einschätzung von den britischen Truppen bereits gewonnen war - kritisch vermerkt hatte.
Wellington, der ursprünglich das Projekt Sibornes gefördert hatte, bestand nun darauf, das Siborne einer Fehleinschätzung unterlegen sei und die Masse der Zinnfiguren, die das Eingreifen der Truppen des preußischen I., II. und IV. Korps darstellten, entfernt werden sollten.
Daran änderte auch die acht Jahre später erschienene Darstellung Sibornes des Feldzuges in Frankreich und Belgien (in zwei Bänden und einem Kartenband), in der er unter anderem minutiös (allerdings mit einigen kleinen Ungenauigkeiten) die Abläufe am Nachmittag des 18. Juni 1815 beschrieb,26) nichts mehr. Der Konflikt mit Wellington war bereits weiter eskaliert, da Siborne die entscheidende Rolle der britischen Truppen und dadurch nicht zuletzt Wellingtons Glaubwürdigkeit durch dessen Darstellung der Ereignisse in Frage stellte.
Eine Aufstellung des Dioramas in der National Gallery am Trafalgar Square wurde verhindert und Sibornes Publikation in den folgenden Jahren laufend diskreditiert - sie wurde auch die Vorlage für ein Plagiat eines Autors, der Wellington freundschaftlich verbunden war.
Auch ein kleineres Modell des Dioramas fand nicht die Gnade Wellingtons und zahlreicher hochrangiger Angehöriger des britischen Kriegsministeriums und wurde schließlich im Museum der Stadt Leeds ausgestellt. Letztlich war auch der Großteil der zahlreichen Zinnfiguren (über 20.000, die rund 40.000 preußische Soldaten der Verbände des I., II. und IV. Korps darstellten, aus dem großen Diorama, das sich heute im Besitz des National Army Museum in London befindet, verschwunden.27)

Zusammenfassung

Bei der Analyse des Verlaufes der Schlacht von Waterloo und der einzelnen Aktionen der Alliierten lassen sich folgende Ableitungen ziehen:
Die Standfestigkeit der britischen und der ihr unterstellten verbündeten Kontingente und ihre phasenweisen Gegenangriffe verhinderten den eigenen Zusammenbruch unter den heftigen französischen Angriffen bis 19:30 Uhr und ließen auch das Eingreifen der preußischen Truppen am linken Flügel der Armee Wellingtons zum Erfolg werden.
Die preußischen Truppen banden ab dem frühen Nachmittag des 18. Juni immer größere Teile der französischen Armee (ab 19:00 Uhr bereits mehr als ein Korps mit starken Teilen der Garde), wobei sich der Schwerpunkt der Kämpfe immer mehr in den Raum der Ortschaft Plancenoit verlagerte. Der nach 19:15 Uhr abzusehende preußische Durchbruch hätte in absehbarer Zeit wesentliche Teile der preußischen Korps in den Rücken der französischen Armee gebracht und großen Teilen den Rückzugsweg nach Genappe abgeschnitten. Dieser führte gleichzeitig mit dem Scheitern des letzten Angriffs, der von der französischen Garde gegen das britische Zentrum vorgetragen wurde, zu einer Massenpanik, die die Auflösung des größten Teils der Truppen Napoleons zur Folge hatte.
Die zähe Verteidigung der eigenen Stellungen durch das preußische III. Korps bei Wavre band die Armeegruppe des Marschalls Grouchy am 18. und in den frühen Morgenstunden des 19. Juni, als die französischen Truppen nach heftigen Gefechten zwar die Dyle in Wavre überschreiten konnten, jedoch durch die gegen 10:30 Uhr bei Marschall Grouchy eintreffende Nachricht von der Nie­derlage der Truppen Napoleons bei Mont St. Jean/Waterloo letztlich ebenfalls zum Rückzug gezwungen wurden.28)
Ein britischer Rückzug über Brüssel nach Antwerpen und eine Evakuierung nach der Einschiffung der britischen Truppen (wie denen des Generals Moore wie bei Corunna in Spanien im Jänner 1809) wäre ein durchaus ähnliches wahrscheinliches Szenario gewesen, wobei eine erneute Landung der britischen Truppen (die Royal Navy verfügte über große Erfahrung in diesem Bereich) in Nordwesteuropa wahrscheinlich gewesen wäre. Auch die preußischen Truppen hätten sich nach einer allfälligen Niederlage nach Norden bzw. nach Nordosten in die allgemeine Richtung Niederrhein zurückziehen müssen, hätten aber weitere Verstärkungen erwarten können.
Auch bei einem Sieg Napoleons wäre er gegen die mehr als 700.000 Mann alliierter Truppen - trotz möglicher taktischer Erfolge wie schon im in den ersten Monaten des Jahres 1814 - kaum in der Lage gewesen, mit wenig mehr als 70.000 Mann in seiner Hauptarmee langfristig erfolgreich zu sein.
Die extrem schweren Verluste in den Feldzügen der letzten drei Jahre, Aufstände der eigenen Bevölkerung in Westfrankreich (die an die Aufstände in der Vendee und in der Bretagne in den Jahren 1793 bis 1795 erinnerten), die erneute Aussicht auf einen langen und verlustreichen Krieg, ließen im Hinblick auf das absehbare Eingreifen riesiger österreichischer und russischer Armeen die Lage für Frankreich düster erscheinen. Italien war für das französische Herrschaftsgebiet ebenfalls verloren.
Die politisch-strategische Situation Frankreichs wäre im Sommer 1815 bzw. im Frühjahr 1816 mit hoher Wahrscheinlichkeit schlimmer als im Frühjahr 1814 gewesen.
Die weitgehend defensive Operationsführung Wellingtons und die aktive offensive Operationsführung Blüchers sicherten den alliierten Erfolg am 18. Juni 1815, dessen Auswirkungen letztlich die politisch-strategische Lage in Europa für die folgenden Jahrzehnte mitbestimmen sollte.


ANMERKUNGEN:

1) Zur militärischen Beteiligung Großbritanniens an den Kriegen gegen Frankreich: Robert Harvey: The War of Wars. The epic Struggle between Britain und France 1789 - 1815. London 2007; A.D. Harvey: Collision of Empires. Britain in three World Wars 1793 - 1945. London 1994 sowie Norman Longmate: Island Fortress. The Defence of Great Britain 1603-1945. London 1993. S.258-284. Als Nachschlagewerke sind wichtig: Philip J. Haythornthwaite: The Napoleonic Source Book. London - New York - Sydney - Toronto 1990. Chris McNab (ed.): Armies of the Napoleonic Wars. An Illustrated History. Oxford 2009. Richard Partridge and Michael Oliver: Napoleonic Army Handbook. The British Army and her Allies. London 1999. Stephen Pope: The Cassel Dictionary of Napoleonic Wars. London 1999.
2) Alan Schom: Trafalgar. Countdown to Battle 1803 - 1805. London 1992.
3) Paul Kennedy: The Rise and Fall of the Great Powers. Economic change and military conflict from 1500 to 2000. London 1989, S.168-176.
4) Dazu Elisabeth Longford: Wellington. The Years of the sword. London 1969; Lawrence James: The Iron Duke. A military biography of Wellington. London 1992; The Road to Waterloo. The British Army and the Struggle against Revolutionary and Napoleonic France, 1793-1815. A National Army Museum Publication (Ed. Alan G. Guy), London 1990; Ian Robertson: A Commanding Presence. Wellington and the Peninsula 1808-1814. Logistics - Strategy - Survival. Stroud 2008; Christopher D. Hall: Wellington´s Navy. Sea Power and the Peninsular War 1807-1814. London 2004.
5) Zu den Festungen in Deutschland siehe Heinz Helmert/Hansjürgen Usczek, Europäische Befreiungskriege 1808 bis 1814/15. Berlin (Ost) 1986. S.284 und 325.
6) Elisabeth Longford, Wellington. The years of the sword. London 1969. Lawrence James, The Iron Duke. A military biography of Wellington. London 1992. Christopher Hibbert, Wellington - A Personal History. London 1998.
7) Mike Chapell: The King’s German Legion (1) 1803-1812. (=Osprey Men at Arms 338) Oxford 2000; Ders., The King’s German Legion (2) 1812-1816. (=Osprey Men at Arms 339) Oxford 2000. Die für die britische Kriegführung wichtige King’s German Legion wird im Werk von Ian Fletcher: Wellington’s Regiments. The Men and their Battles. Staplehurst 2005 sonderbarerweise nicht erwähnt. Zu den Kämpfen um La Haye Sainte siehe Brendan Simms: Der längste Nachmittag. 400 Deutsche, Napoleon und die Entscheidung von Waterloo. München 2015.
8) Gerhard Taddey (Hrsg.): Kröner Lexikon der deutschen Geschichte. Personen-Ereignisse-Institutionen. Von der Zeitenwende bis zum Ausgang des Zweiten Weltkriegs. Stuttgart 1979. S.487.
98) Philip J. Haythornthwaite: Wellingtons Military Machine. Tunbridhe Wells 1989. S.72-73.
10) Otto von Pivka:, Brunswick Troops 1809-1815 (=Osprey Men at Arms 167) London 1985.
11) Gerhard Köbler, Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1999. S.546-547.
12) Philip J. Haythornthwaite: The Napoleonic Source Book. London - New York - Sydney - Toronto 1990. S.288.
13) Stephan Huck: „Wie die Jakobiner den Gemeingeist weckten“ - die preußischen Heeresreformen, in: Eberhard Birk, Thorsten Loch und Peter Andreas Popp (Hrsg.): Wie Napoleon nach Waterloo kam. Eine kleine Geschichte der Befreiungskriege 1813 bis 1815. Im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam, und in Zusammenarbeit mit dem Napoleonmuseum Thurgau. Freiburg i.Br., Berlin, Wien 2015, S.100-105.
14) Zitiert nach Werner Hahlweg: Clausewitz. Soldat - Politiker - Denker. Göttingen 1957.
15) Von den neueren Darstellungen zur Schlacht von Waterloo wurden verwendet: Jacques Logie, Waterloo. The 1815 Campaign. Stroud 2006. Klaus-Jürgen Bremm: Die Schlacht - Waterloo 1815. Darmstadt 2015; Bernard Cornwell, Waterloo. Eine Schlacht verändert Europa. Hamburg 2015; John Franklin: Waterloo 1815 (1): Quatre Bras (=Osprey Campaign 276). Illustrated by Gerry Embleton. Oxford 2015. John Franklin: Waterloo 1815 (2): Ligny (=Osprey Campaign 277). Illustrated by Gerry Embleton. Oxford 2015. John Franklin: Waterloo 1815 (3): Mont St. Jean and Wavre (=Osprey Campaign 278). Illustrated by Gerry Embleton. Oxford 2015. Als ältere aber gute Darstellung Commandant Henry Lachbouque, Waterloo. With an Introduction by David Chandler. London 1975.
16) Albrecht Holtzendorff, Beiträge zu der Biographie des Generals Freiherrn von Thielmann und zur Geschichte der jüngst vergangenen Zeit. Leipzig 1830. (OCR Version Marston 2010). Gerhard Thiele, Gneisenau. Leben und Werk des Königlich-Preußischen Generalfeldmarschalls. Eine Chronik. Berlin 2007.
17) Generalquartiermeister in der Armee Blüchers seit 8. August 1813, Generalleutnant seit 8. Dezember 1813.
18) Peter Hofschröer: 1815. The Waterloo Campaign. The German Victory. London 2004. Peter Hofschröer, The Prussian Army of the Lower Rhine 1815 (=Osprey Men at Arms Series 496). Oxford 2014. Peter Hofschröer, Prussian Reserve, Militia and Irregular Troops 1806-15 (=Osrey Men at Arms Series 192). London 1988. Hyde Kelly, The Battle of Wavre and Grouchy’s Retreat. The Right Wing of the French Army and Prussians During the Waterloo Campaign 1815. Milton Keynes 2010 (Originalausgabe 1902).
19) Die Gesamtstärke der Armeegruppe Marschall Grouchys, aufgeteilt auf diese fünf Korps zeigt den sehr geringen Personalstand der Korps, der mit jenen der französischen Korps der Jahre 1809 und 1812 - je rund 40.000 Mann bei Beginn der Feldzüge - nicht zu vergleichen ist.
20) Von Thielmann (1765-1824) diente in der sächsischen Armee, kämpfte ab 1806 in den Rheinbundtruppen auf Seiten Napoleons, nahm am Russlandfeldzug 1812 teil, ging aber im Mai 1813 in das Lager der Alliierten über und trat erst im April 1815 in das preußische Heer ein.
21) Clausewitz war erst am 30. März 1815 wieder als Oberst in das preußische Heer aufgenommen worden, nachdem er drei Jahre im russischen Heer gedient hatte. Am 22. April 1815 war er zum Stabschef des III. Korps (unter dem Kommando General Thielmanns) der preußischen Armee am Niederrhein ernannt worden. Dazu Werner Hahlweg: Clausewitz. Soldat - Politiker - Denker. Göttingen 1957.
22) Christopher Summerville: Who was who at Waterloo. A Biography of the Battle. Harlow 2007. S.433.
23) Werner Hahlweg: Clausewitz. Soldat - Politiker - Denker. Göttingen 1957. S.40-41.
24) Werner Hahlweg: Clausewitz. Soldat - Politiker - Denker. Göttingen 1957. S.40-42.
25) Karl Freiherr von Müffling. Offizier - Kartograph - Politiker (1775-1851). Lebenserinnerungen und kleine Schriften (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz Band 56). Köln - Weimar - Wien 2003. Als Verbindungsoffizier der österreichischen Armee befand sich Feldmarschallleutnant Karl Freiherr von Vincent 1757-1834 ebenfalls in Wellingtons Stab.
26) William Siborne: History of the War in France and Belgium in 1815. Volume 2. Cambridge Library Collection (Faksimile der Ausgabe von 1844). Cambridge 2012.
27) Peter Hofschröer:Wellington’s smallest Victory. The Duke, the Model Maker and the Secret of Waterloo. London 2005. Dazu auch der Artikel Model Victory, in: John Grehan (Ed.): Waterloo. The Greatest Battle in History. 200th Anniversary Commemorative Special Edition „Britain at War”. Stamford 2015. Wie aktuell die Rezeption der Schlacht und auch die politischen Implikationen sind, beweist die Tatsache, dass sich Frankreich zu Jahresbeginn 2015 gegen die Prägung einer 2€-Münze durch Belgien verwahrte, deren Darstellung auf der Rückseite an die Schlacht von Waterloo erinnern sollte. Belgien verzichtete nach einer Drohung Frankreichs, die Angelegenheit vor den EU-Ministerrat zu bringen, auf das Vorhaben. Nach „Soviel Aufregung um einen Hügel - Frankreich gewinnt zweites Waterloo“ nach http://orf.at.stories/2268689. Abgerufen am 12.03.2015.
28) Carl von Clausewitz, Der Feldzug von 1815 in Frankreich. Norderstedt 2014.