Forumstag der Verbindungsoffiziere Umfassende
Sicherheitsvorsorge/Energieversorgung Österreichs

 

Die Landesverteidigungsakademie veranstaltete im Mai 2017 in Zusammenarbeit mit dem AKH Wien und dem Militärkommando Wien den Forumstag der Verbindungsoffiziere Umfassende Sicherheitsvorsorge / Energieversorgung Österreichs (VeO/USV/E). Das Thema war dem "Schutz einer kritischen Infrastruktur am Beispiel des Allgemeinen Krankenhauses" gewidmet. 

Die Begrüßung der Teilnehmer nahm Dipl.-Ing. Siegfried Gierlinger als Technischer Direktor des AKH Wien vor, durch das Programm führte Dipl.-Ing. Jörg Simonitsch als stellvertretender Technischer Direktor und Oberst Andreas Sacken vom Militärkommando Wien.

In eindrucksvoller Art und Weise wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern  die Zahlen, Daten und Fakten dieses Großspitals vorgeführt. So wurde mit dem Bau des AKH Wien 1964 begonnen und ging 1996 in den Vollbetrieb über. Insgesamt sind für den Betrieb von 26 Universitätskliniken, über 400 Ambulanzen, über 100 Pflegestationen, 48 Operationssäle, circa 1900 Krankenbetten und einer Vielzahl von Infrastruktureinrichtungen insgesamt 8.900 Personen verantwortlich, darunter etwa 1500 Ärztinnen und Ärzte aller Fachbereiche. Die Nutzfläche aller Gebäude beträgt 926.000 m², welche vergleichsweise 129 FIFA-Fußballfeldern entspricht. Über 133 Aufzüge aller Art, einer automatischen Container/Behälter-Transportanlage, 3 Rohrpostsystemen mit 12 km Länge werden alle Stockwerke mit Verpflegung, Apotheken-, Versorgungs- und Sterilgüter versorgt. Pro Tag werden 6.000 Essenportionen im Ausmaß von circa 25 Tonnen in den Gebäuden des AKH Wien verteilt.

Das AKH Wien wird zudem mit Energie von Anschlussstellen aus durch Betriebe der Stadt Wien versorgt. Der Tagesbedarf bei Strom ist 416 MWh, bei Fernwärme 500 MWh, Kälte mit 37 MWh, Erdgas mit 93 MWh, Trinkwasser mit 2.000 m³ und Abfälle mit 16 Tonnen.

Die Zentrale Notstromanlage mit 18,8 kW-Leistung wird bei Stromausfällen aktiviert und stellt den Betrieb im Krankenbereich über mehrere Tage sicher, ebenso verhält es sich mit der Wasserbevorratung.

Innerhalb des Areals sorgt rund um die Uhr eine eigene Betriebsfeuerwehr und Personenschutzkräfte für den reibungslosen Betrieb.

Der Vortrag von Oberst Sacken vom Militärkommando Wien befasste sich u.a. mit dem Einsatz von Truppenkräften im Rahmen eines Sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes, welcher den Schutz kritischer Infrastrukturen von nationaler Bedeutung für 28 Gesundheitseinrichtungen vorsieht.

Etwa 25 Verbindungsoffiziere der Militärkommanden sowie der Zentralstelle und je 1 Kommandant des Jägerbataillon Wien 1 und Wien 2 folgten aufmerksam den Ausführungen der Vortragenden. Für die Organisation zeigte sich Oberst Walter Warum vom BMLVS verantwortlich.

Das Forum der „Verbindungsoffiziere Energieversorgung Österreichs“ ist direkt beim Leiter der Sektion IV - Einsatz im BMLVS, Generalleutnant Dr. Karl Schmidseder, angesiedelt und wird von der Landesverteidigungsakademie betreut. Angeführt werden die VeO/USV/E von Brigadier Dipl.-Ing. Gernot Hatzenbichler MBA.

Die Teilnehmer des Forumstag

 

Erklärtes Ziel des Forums ist die umfassende Behandlung von Themen der Energieversorgung bzw. die Stärkung des Netzwerkes der beauftragten Verbindungsoffiziere. Das im Jahr 2008 geschaffene und mittlerweile über das ÖBH hinaus anerkannte Forum bietet des Weiteren eine interdisziplinäre Diskussionsplattform zu ausgesuchten Fragen der Energieversorgung, insbesondere deren Sicherstellung. Damit leisten die Verbindungsoffiziere Energieversorgung Österreichs ihren Beitrag zur nationalen Energie- und Sicherheitspolitik sowie in der zivil-militärischen Zusammenarbeit.