Die Brigadeambition des Österreichischen Bundesheeres

Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten

Klaus Schadenbauer

 

Der seit Mitte September 2015 laufende sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz zur Unterstützung der Kräfte des Innenministeriums bei der Bewältigung der Migration von hilfs- und schutzbedürftigen Fremden zeigt hinsichtlich des Aufgabenspektrums plakativ die derzeitige Realität für die (Land-)Brigaden des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) auf: Die Mehrzahl der verfügbaren Kaderpräsenzeinheiten1) des ÖBH sowie eine signifikante Anzahl an Kadereingreifkräften2) wurden alarmiert, durch die Brigaden für den Einsatzzweck formiert3) und in weiterer Folge rasch an die territorial zuständigen (weil räumlich betroffenen) Militärkommanden übergeben. Die Militärkommanden wiederum stellten die Führungsfähigkeit ihrer Einsatzstäbe her, übernahmen das Kommando über die unterstellten Truppen und führen diese seither in enger, eingespielter Kooperation mit ihren „Sicherheitspartnern“ im jeweiligen Bundesland. Dieser Vorgang erfolgte im Wesentlichen reibungslos und somit zufriedenstellend, lässt jedoch die Brigaden dann, wenn es ernst wird, in einem gewissen Dilemma der „Untätigkeit“ zurück, da ihr Aufgabenspektrum für diesen Einsatz im Wesentlichen auf die fortlaufende „Force Generation“4) beschränkt ist. Dies alles erfolgt aus Sichtweise der (Land-)Brigaden unter paralleler Fortführung sonstiger „Normaufträge“. Diese umfassen derzeit u.a. die Wahrnehmung der Formierungsverantwortung von Auslandseinsatzkontingenten, die Ausbildung von Wehrpflichtigen in Form von Voll-, Übergangs- und Funktionssoldaten-Kontingenten sowie die Durchführung oder Teilnahme an Übungsserien der Streitkräfte zum Fähigkeitserhalt5) in den Waffengattungen.

Ein hoher Auslastungsgrad in Verbindung mit der relativen Gewissheit, mehrheitlich das „Richtige zu tun“,6) geben jedoch - wiederum aus Sicht der Landbrigaden - keineswegs Grund zur Gewissheit, als Organisationsformen des ÖBH unumstritten und unhinterfragt zu sein.

 

Die „Brigadeambition“ befindet sich seit über zehn Jahren in einer stetigen Transformation, die seit etwa Mitte 2014, maßgeblich getrieben durch die Planungen zum „ÖBH 2018“, an Dynamik zugenommen hat. Dies zum Anlass nehmend sollen nachstehend wesentliche Aspekte eben dieser „Brigadeambition“ diskutiert werden, um die aus Sicht des Autors wichtigsten Inhalte strukturiert darzustellen, zu bewerten und die Folgerungen kompakt für den weiteren Diskurs bereitzustellen.

Die Landbrigaden wurden am 22. Juni 1956 per Erlass des Amtes für Landesverteidigung der Sektion VI des Bundeskanzleramts in Form von acht Brigadekommanden aufgestellt. Somit reichen die historischen Wurzeln der Organisationsform „Brigade“ im Bundesheer der Zweiten Republik sogar weiter zurück als jene des Bundesministeriums für Landesverteidigung selbst, da dieses erst im Juli 1956 aufgestellt wurde. Obwohl also die Landbrigaden im Jahr 2016 das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens begehen (möglicherweise wäre dieses Datum durch die Brigaden als Thema einer gemeinsamen Kommunikationsinitiative aufzugreifen?), soll hier der historische Rahmen so eng wie möglich gezogen werden: Die Landbrigaden und v.a. die Brigadeführungsstrukturen in ihrer derzeitigen Ausprägung haben ihre letzte signifikante Veränderung Anfang der 2000er-Jahre erfahren, deshalb wird der Rückblick in weiterer Folge diesen Zeitraum umfassen.

 

Konzeptive Genesis und streitkräfteplanerische Konsequenzen

Die „Framework-Brigade“ - ÖBH2010

Der als relevant beurteilte Rückblick in die Konzeptlandschaft des ÖBH umfasst das Militärstrategische Konzept 20107) (MSK 2010), wo im Kontext der internationalen Streitkräfteentwicklung Folgendes festgestellt wird: „Die Strukturierung von Landstreitkräften (LaSK) in Brigaden hat sich im relevanten Umfeld zulasten der Divisionsebene etabliert.“8) Dieser Trend ist aus heutiger Sicht in der internationalen Rundschau nach wie vor zutreffend bzw. hat sich noch verstärkt.

Der nationale „Level of Ambition“ des ÖBH2010 umfasste gemäß MSK 2010 hinsichtlich der Weiterentwicklung des Charakters der Streitkräfte die „Etablierung der Brigaden als zentrale Aufgabenträger der Landstreitkräfte, die über eine moderne Ausrüstung insbesondere im Bereich der Führung und Führungsunterstützung, der Aufklärung, der Logistik, der Beweglichkeit und des Schutzes verfügen“.9) Diese Zielvorgabe ist bis dato im Wesentlichen prägend für die strukturelle Ausgestaltung der Landbrigaden des ÖBH, wenn sie auch - v.a. in materialstruktureller Hinsicht - nie zur Gänze oder nur in Teilbereichen erreicht und seit 2006 mehrfach den geänderten (v.a. budgetären) Rahmenbedingungen angepasst wurde.

Die im MSK 2010 stark im Vordergrund stehende Brigadeambition fußt im Kern auf den Ergebnissen der Bundesheerreformkommission,10) die als wesentliche Neuerung auf Basis einer den sicherheitspolitischen Paradigmenwechsel in Europa reflektierenden Sicherheitsdoktrin und der daraus abgeleiteten Teilstrategie Verteidigungspolitik den Auslandseinsatz im Vergleich zum Inlandseinsatz signifikant stärker gewichtete. Aufgrund des deutlich höher beurteilten qualitativen Anspruches wirkten die Aufgabenstellungen des ÖBH bei Einsätzen im Ausland erstmals in der Geschichte des ÖBH breitflächig bis auf die taktische Ebene strukturbegründend.11)

Somit stellte jene „Ur-Brigadeambition“ des MSK 2010 primär eine auf die Mitwirkung an Krisenmanagement-Aufgaben („Petersberg“-Aufgaben) im Rahmen der damaligen Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU ausgerichtete Anstrengung dar. Sie wird im MSK 2010 als „multinationale […] Framework-Brigade12) mit hoher Leistungs- und umfassender Aufgabenfähigkeit, einschließlich entsprechender Unterstützung“,13) charakterisiert. Diese generische Brigade sollte (zumindest in der langfristigen Ausbaustufe) zum Einsatz im vollen Spektrum der Petersberg-Aufgaben (hohe Bedrohung) befähigt sowie kurzfristig verfügbar sein und eine Durchhaltefähigkeit in einem Einsatzraum von einem Jahr aufweisen. Dies bedeutete insgesamt für die Streitkräfteplanung des ÖBH2010 erhebliche material- und personalstrukturelle Konsequenzen, da als Richtgröße neben einer Palette von Force Enablers und kleineren personellen Beiträgen für verschiedene Führungsebenen von einem nationalen österreichischen Anteil an dieser Framework-Brigade von etwa zwei Manöverbataillonen und je einem Bataillonsäquivalent Kampfunterstützung und Einsatzunterstützung ausgegangen werden kann.14) Zusätzlich umfasste das angepeilte Ambitionsniveau die gleichzeitige Bereitstellung von zwei weiteren Bataillonsäquivalenten in zwei getrennten Einsatzräumen niederer Intensität.

 

Jene „Framework-Brigade“ des MSK 2010 kam der aktuellen Lehrmeinung des ÖBH zum Wesen der Brigade in qualitativer und quantitativer Hinsicht so nahe wie nie zuvor, da sie nachstehende Definitionskriterien (planerisch) vollinhaltlich erfüllt:15)

- Brigaden führen mehrere Bataillone und unmittelbare Einheiten aller Waffengattungen.

- Brigadetruppen befähigen die Brigade, die unterstellten Truppen zu führen, zu unterstützen und Schwergewichte zu bilden.

- Brigaden verfügen meist über alle Kapazitäten der Kampfunterstützung.

- Die Brigade verfügt über eigene Kräfte der Einsatzunterstützung.

- Die Brigaden sind die Träger des Kampfes und nehmen Aufgaben meist selbstständig wahr. Zentral bereitgehaltene Fähigkeiten werden ihnen lageabhängig verfügbar gemacht.

- Wo immer möglich, werden Brigaden aus Truppenteilen einer Nation gebildet. Sie können aus übergeordneten Gründen aber auch multinational zusammengesetzt sein.

- Wesentliche Aufgabe der Brigade ist es, den unmittelbaren Kampf unter Nutzung aller verfügbaren Fähigkeiten und unter Einbindung aller Kräfte zu führen.

- Brigaden planen jeweils nur die nächste Phase des vorgesetzten Kommandos.

In streitkräfteplanerischer Hinsicht materialisierte sich diese Ambition letztendlich als eine in ihren Grundzügen moderne und auf den Anspruch des Auslandseinsatzes hoher Intensität ausgerichtete „Einsatzorganisation“. Die klare Ausrichtung auf das höchste Ambitionsniveau der Befähigung zur Trennung von Konfliktparteien im Ausland sollte die Brigaden in die Lage versetzen, sämtliche im Inland als einsatzwahrscheinlich beurteilten Aufgaben in einer Zweitrolle wahrnehmen zu können.

Allerdings wurde rasch deutlich, dass aufgrund der sich laufend verschlechternden Ressourcenlage des ÖBH die gesteckten Ziele v.a. in material-, aber auch in personalstruktureller Hinsicht nicht oder nur in Teilbereichen erreichbar waren. Es erfolgte somit von 2007 bis 2013 im Rahmen der Transformation des ÖBH eine mehrmalige Anpassung der strukturplanerischen Richtschnur der Brigadeambition im Ausland, was letztendlich 2013 zu einer von der „Ur-Brigadeambition“ des ÖBH 2010 deutlich abweichenden vorwiegenden Ausrichtung der Brigaden auf den Souveränitätserhalt im Inneren führte. Der Kern der Auslandseinsatzambition war im Wesentlichen bereits auf die untere taktische Ebene abgerutscht, konkret in Form von Kräften in Größe eines kleinen Verbandes für Einsätze hoher Intensität über kurze Dauer im vollen Einsatzspektrum. Der Führungsanspruch auf Ebene des großen Verbandes im Ausland beschränkte sich ab 2013 auf die Bereitstellung von Personal für Führungs- und Stabsaufgaben für laufende Missionen. Das Ausmaß des Abschmelzens der Brigadeambition im Auslandseinsatz von 2006 bis 2013 kommt hier deutlich zum Ausdruck.

Interessanterweise wächst im Gegenzug die Brigadeambition für Einsätze im Inland im selben Zeitraum indirekt proportional qualitativ auf. Ab 2013 stand gemäß damaliger Planungsleitlinie die Führungsaufgabe im Inland bereits eindeutig im Vordergrund, da die taktische Führung der Brigadekommanden im Inland explizit vorgesehen war und die dafür notwendigen Fähigkeiten v.a. im Bereich Führung und Unterstützung in einem Mindestmaß als strukturelle Planungsziele (v.a. das Stabsbataillon betreffend) definiert wurden. Streng genommen wird durch diese Vorgabe das strukturbegründende Element (im MSK 2010 eindeutig mit dem Auslandseinsatz definiert) wiederum hin zum Inlandseinsatz verlagert, jedoch hinsichtlich der Fähigkeitsforderungen - v.a. im Unterstützungsbereich - qualitativ abgeschwächt. Bei erneuter Betrachtung des Ausgangspunktes gemäß MSK 2010 fällt auf, dass es hinsichtlich der Rolle der Brigade im Inlandseinsatz ursprünglich keine konkreten Vorgaben gibt, da die Brigade, wie ausgeführt, vornehmlich als Instrument zum Einsatz im Rahmen des Krisenmanagements im Ausland gesehen wird. Der Führungsanspruch der Brigaden im Inland ist somit in den 2000er-Jahren gewissermaßen gewachsen, wobei dafür - neben dem Wandel des sicherheitspolitischen Umfelds - folgende Faktoren ausschlaggebend gewesen sind: Im selben Zeitraum kamen v.a. durch die Beteiligung des ÖBH an den Missionen am Balkan, aber auch durch das Aufleben der Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden (NATO) und der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (EU) einige wesentliche militärische Strömungen - gewissermaßen „frischer Wind“ - in das ÖBH, die meist waffengattungenübergreifend (und damit durch kleine Verbände nicht im vollen Umfang beherrsch- bzw. erfassbar) waren und somit v.a. durch die Brigaden aufgegriffen und mit Leben erfüllt wurden. Dies waren damals hochaktuelle militärische Faktoren bzw. Phänomene wie z.B. die netzwerkorientierte Einsatzführung,16) die spezifische Weiterentwicklung der Einsatzarten und -formen in friedensunterstützenden Einsätzen im Ausland, die Etablierung von ersten Teilbereichen von ISTAR17) im ÖBH, die gesteigerte Nutzung der Beweglichkeit der Einsatzführung („Manöver“), die Weiterentwicklung des Führungsprozesses18) und damit der Führungsorganisation (u.a. zur Integration von Kampf- und Führungsunterstützungselementen und Force Enablers) sowie die schrittweise Etablierung eines strukturierten Evaluierungsprozesses (OCC-E&F19)) zur international standardisierten Zielüberprüfung von Teileinheiten, Einheiten und kleinen Verbänden. Die kleinen Verbände wurden durch die Brigaden (eigentlich: Brigadekommanden) zunehmend gefordert, und dies v.a. im Bereich der gefechtstechnischen und taktischen Ausbildung, also vornehmlich im Führungsgrundgebiet 7,20) dem einzigen nicht strukturell reinrassig im Brigadekommando verankerten.

Durch diese Etablierung der Brigadestrukturen ergab sich schrittweise ein taktischer Mehrwert, der geeignet schien, die gesamten Landstreitkräfte des ÖBH - nicht zuletzt in intellektueller Hinsicht - auf die seit den 1970er-Jahren bestehende „Benchmark“ der „Bereitschaftstruppen“ zu heben. Es entstand begleitend ein „Wettbewerb“ unter den Landbrigaden und auch eine Spezialisierung in gewisse Fähigkeits- oder militärische Aufgabenbereiche. Die Brigaden füllten somit eine „taktische Lücke“ im Inland, die seit der sukzessiven Rücknahme der taktischen Verantwortung der Militärkommanden und der damit verbundenen strukturellen Verschlankung ab Anfang der 1990er-Jahre aufgegangen war. Der Aspekt der damit verbundenen Herausforderungen soll nachstehend näher beleuchtet werden.

Erleichtert wurde den Brigaden bzw. den Brigadekommanden die erfolgreiche Wahrnehmung der oben angeführten Aufgaben durch die ab 2006 eingenommene, aus den Vorgaben des MSK 2010 stringent abgeleitete - und bis dato gültige - Positionierung der Brigade als Kernstruktur der (Land-)Streitkräfte21) mit dem wesentlichen Teil des Führungselementes „Brigadekommando“ als präsente Struktur. Diese Ausrichtung erlaubt den Brigaden v.a. aufgrund der stringent abgeleiteten aufgabenorientierten Aufstellung der Führungsgrundgebiete die effiziente Einnahme einer Zentralenstruktur und somit die interoperable Wahrnehmung taktischer Aufgaben z.B. im Rahmen von Übungen. Sie ist allerdings auch eine gute Basis für die Durchführung von „Brigadegroßvorhaben“ im Rahmen der Übungssystematik der Streitkräfte wie z.B. Kampfgruppenschießen. Die Unterstellung von Kampfunterstützungsverbänden (Panzerartillerie- und Pionierbataillone) ab 2002 konnte erst durch diese strukturelle „Einsatzausrichtung“ auch in vollem Umfang vollzogen werden, da erst ab dann die Brigade in die Lage versetzt wurde, Waffengattungen zum Zwecke der selbstständigen Erfüllung taktischer Aufgaben interoperabel zu koordinieren22) und somit die Aufgabenstellung des Kampfes der verbundenen Waffen inklusive der Ausprägung des Einsatzes der verbundenen Kräfte und Mittel vollinhaltlich in zeitgemäßer Form zu bewältigen. Im Gegenzug erhielten v.a. die Unterstützungsverbände (Panzerartillerie- und Pionierbataillone; ab 2006 auch Aufklärungs- und Artilleriebataillone) durch ihre Einbettung in (zeitgemäße) Brigadestrukturen den notwendigen Überbau zur sukzessiven Entfaltung ihres vollen Fähigkeitsspektrums.

Die Tauglichkeit für die Bewältigung der Anforderungen des „Friedensszenarios Allgemeine Einsatzvorbereitung und Normbetrieb“ ließ diese Brigadestruktur trotz der angeführten laufenden Veränderung der Rahmenbedingungen und konzeptiven Grundlagen bis dato nahezu unverändert überdauern, da sie als mittlerweile erprobter „Single Set of Forces“ permanent für eine breite Palette an Aufträgen innerhalb der Streitkräfte maßgebliche Beiträge leisten.

 

Die Bataillonskampfgruppe - ÖBH2025

2011 wurde im Generalstab23) der an international etablierte Streitkräfteplanungsinstrumente24) angelehnte „fähigkeitsbasierte Planungsprozess“ mit dem klaren Ziel der Ausarbeitung von (aus dem damals aktuell vorliegenden Entwurf zur Österreichischen Sicherheitsstrategie bzw. daraus gefolgerten Streitkräfteprofilen und in weiterer Folge der Teilstrategie Verteidigungspolitik) abgeleiteten realisierbaren Gliederungs- und Dislozierungsvorschlägen für ein „ÖBH2025“ angeordnet. Dieser Planungsprozess zum ÖBH2025 berücksichtigte im Unterschied zum vorhergehenden Planungsprozess ÖBH2010 einerseits verstärkt die damalig gegenwärtige und prognostizierte Ressourcensituation des ÖBH und andererseits das, wie oben beschrieben, qualitativ und quantitativ bereits stark angepasste bzw. reduzierte Ambitionsniveau des ÖBH im Auslandseinsatz.

Somit stand im Fokus der Ergebnisse im Bereich Landstreitkräfte nicht mehr die Ebene des großen Verbandes, sondern die Bataillonskampfgruppe (BKG) als Hauptleistungsträger im Einsatz inklusive einer Reihe weiterer so genannter Streitkräftemodule/Einsatz, die die Beitragsleistung anderer Waffengattungen und Fachbereiche für die BKG sicherstellen.

Gemäß aktueller Lehrmeinung des ÖBH ist die Bataillonskampfgruppe ebenso wie die Brigade der mittleren taktischen Führungsebene zuzuordnen,25) und ihr Wesen wird durch folgende Faktoren bestimmt:26)

- Die Bataillonskampfgruppe ist eine Mischung zwischen Brigade und Bataillon. Sie ist ein Bataillon, das wie eine Brigade führt und plant.

- Bataillonskampfgruppen werden v.a. für selbstständige Aufgaben bzw. bei kaum vorhandener gegenseitiger Unterstützungsmöglichkeit (z.B. zur Einsatzführung in einem Verantwortungsbereich in einem PSO-Szenario27)) gebildet.

- Die Bataillonskampfgruppe erhält in der Regel Mittel der Kampfunterstützung zugeordnet. Damit führt sie Waffengattungen.

- Die Koordinierung der Kampfunterstützung erfolgt durch die übergeordnete Ebene (z.B. Brigade) und/oder die Bataillonskampfgruppe.

- Die Führung der BKG bedingt einen im Vergleich zum Bataillon erhöhten Koordinierungsbedarf im Rahmen des Stabsdienstes und damit einen höheren Zeitbedarf für das Führungsverfahren.

- Der Stab der Bataillonskampfgruppe muss im Vergleich zum Bataillonsstab über eine höhere Quantität und Qualität an Planungs-, Unterstützungs- und Verbindungselementen verfügen.

Aufgrund der Fokussierung auf die Bataillonskampfgruppe wird die Brigadeführung im Planungsergebnis „ÖBH 2025“ explizit nur eingeschränkt auf das Einsatzszenario Stabilisierung & Rekonstruktion für die Dauer von einem Jahr berücksichtigt. Dies darf allerdings nicht zum Trugschluss führen, dass die fähigkeitsbasierte Planung abschließende Beurteilungsergebnisse hinsichtlich der grundsätzlichen Notwendigkeit der mittleren taktischen Führungsebene in Form der Brigade im ÖBH 2025 erbracht hätte: Vielmehr stellte das Kernergebnis dieses Prozesses eine auf Gleichzeitigkeitsbedarf, Reaktionszeit bzw. Bereitschaftsgrad und Durchhaltefähigkeit abgestimmte Menge an Streitkräftemodulen/Einsatz in den Bereichen Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte und Spezialeinsatzkräfte dar. Aufgrund der ab 2014 einsetzenden ressourcenorientierten Mittelfristplanung zum ÖBH2018 wurde der fähigkeitsbasierte Planungsprozess unterbrochen, und somit konnte vorerst weder eine Heeresgliederung im Detail („Friedensorganisation“) inkl. Führungsorganisation noch eine Dislokation abgeleitet werden. Ebenso waren Anfang 2014 noch keine strukturellen Ableitungen hinsichtlich des notwendigen „Rahmens“ für die Streitkräftemodule der „Grundorganisation“28) vorhanden.

Dennoch stellen die erarbeiteten Ergebnisse der Planungen zum ÖBH2025 eine brauchbare, weil nachvollziehbar von verifizierten Normen abgeleitete Basis für die weitere Streitkräfteplanung des ÖBH (der Zukunft) dar. Hinsichtlich des Erkenntnisgewinns zum Untersuchungsgegenstand „Brigadeambition“ sind sie jedoch von eingeschränkter Verwendbarkeit; einige Aspekte des speziellen Zusammenhanges zwischen der Bataillonskampfgruppe und der Brigade sollen nachstehend im Detail aufgegriffen werden.

 

Die aktuelle Brigadeambition im In- und Ausland - ÖBH2018

Wie oben beschrieben sah sich Anfang 2014 das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport gezwungen, auf eine neuerliche signifikante Kürzung des Ressourcenrahmens 2015-2019 zu reagieren, um den militärstrategischen Handlungsspielraum zu erhalten. Neben einer Reihe von Sofortmaßnahmen erfolgte die Neuausrichtung der Streitkräfteplanung v.a. auf den prognostizierten Ressourcenrahmen, aber auch auf die geänderte strategische Vorgabe der Österreichischen Sicherheitsstrategie29) (2013). Streitkräfteplanerische Ausgangssituation und Grundlage für diese Neuausrichtung waren die nunmehr vorliegenden Zwischenergebnisse des mit März 2014 unterbrochenen fähigkeitsbasierten Planungsprozesses zum ÖBH2025.

Parallel zur im Laufe des Jahres 2014 relativ dynamisch beginnenden Konsolidierung des kurz- und mittelfristigen Ressourcenrahmens des Ressorts erfolgte nach dem Vorliegen einer neuen Teilstrategie Verteidigungspolitik ab Ende 2014 die Erstellung eines MSK 2015. Dieses MSK berücksichtigt im Wesentlichen einen neuerlich angepassten Ambitionskern des ÖBH, nunmehr ÖBH2018.

Dieser stützt sich im Ausland in einem „realistischen Ansatz“ im Wesentlichen auf den Einsatz der BKG im mittleren Aufgabenspektrum ab. Die BKG muss „auch durch Verstärkung entsprechender Elemente übergeordneter Führungsebenen, zum Kampf der verbundenen Waffen, Einsatz der verbundenen Kräfte und zur netzwerkorientierten Einsatzführung befähigt sein. Sie muss Führungsunterstützung, Kampfunterstützung und Einsatzunterstützung auch von anderen Teilstreitkräften abrufen können.“30) Somit ergibt sich ein Qualitätsanspruch, der durch kleine Verbände bzw. Bataillone in der gegenwärtigen strukturellen Ausprägung v.a. hinsichtlich der erforderlichen Führungsleistung auch in Szenarien mittlerer Intensität nicht erfüllt werden kann. Dies bedingt folglich, dass diese BKG „in der Größe eines gemischt verstärkten kleinen Verbandes der Jägertruppe“31) sich zumindest hinsichtlich seiner Stabs- und Kommandostruktur deutlich jener der Landbrigaden in ihrer derzeitigen Ausprägung annähern muss. Bestätigt wird diese Hypothese durch die weitere Detaillierung im MSK, wonach jene Mischung „durch einzelne oder mehrere Elemente der Führungs- und Führungsunterstützungs-, Kampf-, Kampfunterstützungs- sowie Einsatzunterstützungstruppe“32) erfolgen soll.

Die Kernaussage des MSK 2015 zu den Landbrigaden ist einer der Ankerpunkte für die eingangs erwähnte derzeit laufende Diskussion der Brigadeambition: „Die Brigaden stellen einsatzbereite Einheiten und Verbände für Einsätze im In- und Ausland bereit. Den Brigaden kommt in der Koordinierung von Kräften, Mitteln, Ausbildung und Ressourcen, in der Aufrechterhaltung der Fähigkeit zum Kampf der verbundenen Waffen, dem Einsatz der verbundenen Kräfte sowie in der Einsatzvorbereitung für In- und Auslandseinsätze entscheidende Bedeutung zu. Die Brigaden stellen die Einsatzvorbereitung der kleinen Verbände sicher. Die gemäß der Einsatzambition für Auslandseinsätze vorzuhaltende taktische Führungsfähigkeit oberhalb der Bataillonsebene wird v.a. unter Rückgriff auf Personal und Fähigkeiten der Brigaden sichergestellt.“33)

Hier wird zwar - wiederum in einem „realistischen“ Ansatz - ihre derzeitige Rolle als Hauptleistungsträger der Streitkräfte in der allgemeinen und konkreten Einsatzvorbereitung bestätigt, jedoch gleichzeitig die seit 2013 bis dato verbliebene Führungsaufgabe im Inland relativiert bzw. - je nach Lesart - negiert. Die in der Teilstrategie Verteidigungspolitik definierte Ambition zur „Führung eines Sektors bei laufenden Operationen“34) kann im Kern sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht nur unter Abstützung auf Brigade(kommando-)strukturen in derzeitiger Form sichergestellt werden. Dieser Gestellung von qualitativ hochwertigen nationalen Zellen auf mittlerer und oberer taktischer, operativer sowie militärstrategischer Ebene ist essenziell, da erst durch sie die effiziente und integrierte Wirkungsentfaltung der eigentlichen Beitragsleistung (z.B. der BKG) im multinationalen Verbund sichergestellt wird. Jener Teil der Auslandseinsatzambition des ÖBH2018 macht somit einen für die Ableitung von Brigadestrukturen wesentlichen Eckpfeiler der Einsatzambition aus. Dies in Zusammenhang mit weiteren detaillierenden Aussagen des MSK hinsichtlich der Brigadeführungsrolle bei Auslandseinsätzen („Bereitstellen von Kommandantenfunktionen und einzelnen Stabsfunktionen oberhalb der Ebene des kleinen Verbandes“)35) stellt den Status quo im Zuge der derzeit laufenden Transformation zum ÖBH 2018 dar.

 

Militärkommando und Brigadeambition Inland

Das MSK 2015 stellt klar, dass den neun Militärkommanden „aufgrund des föderalen Prinzips“36) im ÖBH 2018 weiterhin eine bedeutende Rolle zukommt. Sie nehmen neben der nationalen zivil-militärischen Zusammenarbeit37) behördliche und territoriale Aufgaben im Befehlsbereich wahr. Darüber hinaus sind sie insbesondere für die Einsatzvorbereitung und die „Führung von Einsätzen im Befehlsbereich (mit Schwergewicht zum Schutz kritischer Infrastruktur und der Hilfeleistung in den Katastrophenfällen)“38) zuständig. Da es sich hierbei um zwei einsatzwahrscheinliche Aufgaben mit hoher und mittlerer Bereitschaftsstufe39) handelt, sind die Militärkommanden in struktureller Hinsicht auf die Fähigkeit zur Vorbereitung und Durchführung derartiger Einsätze auszurichten. Die Zuordnung genau dieser zwei Aufgaben ist insofern stringent, als es sich um jene zwei der insgesamt 16 einsatzwahrscheinlichen Aufgaben gemäß MSK 2015 handelt, die dem Einsatzcharakter nach den höchsten Grad an essenziell notwendiger zivil-militärischer Zusammenarbeit aufweisen, da zivile Behörden federführend sind und das ÖBH nur subsidiär tätig ist. Diese Einsätze erfordern somit nicht den Kampf der verbundenen Waffen bzw. den Einsatz der verbundenen Kräfte und Mittel (das „Zusammenwirken“ militärischer Kräfte), sondern v.a. die Fähigkeit zur effizienten Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden, sonstigen Blaulichtorganisationen und zivilen Akteuren im jeweiligen Bundesland gemäß deren Vorgaben auf gefechtstechnischer bis unterer taktischer Ebene unter geringer Vorwarnzeit. Die dafür notwendige Vernetzung stellen die Militärkommanden als Teil ihrer allgemeinen Einsatzvorbereitung präventiv in „Friedenszeiten“ her.

Diese territoriale Bindung ist wesentliches Erfolgskriterium für die angeführten Einsätze, jedoch gleichzeitig größter taktischer Nachteil der Militärkommanden: Die vorgegebene Grenze ihres militärischen Handelns sind die jeweiligen Bundesländergrenzen bzw. Landesbehördenzuständigkeiten, und dies schränkt ihren taktischen Horizont zwangsläufig ein. Dieser Verlust an Flexibilität und Handlungsspielraum muss durch die übergeordnete Führungsebene ausgeglichen werden, dies ist aber - v.a. in „dynamischen Lagen“ - nur zum Teil möglich. Somit ist die „Schutzoperation gegen nicht-konventionelle bzw. hybride Angriffe“ als „Eskalationsstufe“ des sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes aufgrund ihres Charakters durch das Militärkommando nur in einer ersten Phase (in Assistenz der Sicherheitsbehörden) und nur regional bewältigbar, solange kein klassisches taktisches Zusammenwirken militärischer Kräfte notwendig ist. Ein von „konventioneller und irregulärer Kriegführung, Informations- und Cyber-Kriegführung, Terrorismus und Kriminalität“40) geprägtes Bedrohungsbild („Three Block War“41)) erfordert zwangsläufig die Beherrschung des Raumes (und Informationsraumes) in größeren Dimensionen, was sich u.a. in taktischen Handaktwerten ausdrückt, die jenseits österreichischer Bundesländerdimensionen liegen.42) Somit ist in der Bewältigung der einsatzwahrscheinlichen Inlandseinsatzszenarien gemäß MSK 2015 ein Wechsel der Führungsverantwortung in der mittleren taktischen Ebene vorprogrammiert: Während die Brigaden in Inlandsszenarien niederer Intensität (bzw. in der Anfangsphase einer möglichen Schutzoperation) v.a. für die Formierung von Truppen („Force Generation“) zuständig sind, werden diese Truppen durch Militärkommanden zum Zwecke des (Assistenz-)Einsatzes geführt. In einer Folgephase (z.B. Steigerung der Intensität in bedrohungsmäßiger oder räumlicher Hinsicht) muss zwecks adäquater qualitativer Steigerung der Führungsleistung die mittlere taktische Führungsebene durch Brigadekommanden wahrgenommen werden, während (räumlich betroffene) Militärkommanden einerseits territoriale Sicherungsaufgaben (z.B. die Sicherung kritischer Infrastruktur) übernehmen und andererseits in „nichtangegriffenen Räumen“ möglicherweise sogar die Einsatzvorbereitungs- und Formierungsaufgabe übernehmen, um die Brigaden zu entlasten und für Einsatzaufgaben freizuspielen. Die besondere Herausforderung dabei wird in der klaren konzeptiven Festlegung und Abgrenzung der Verantwortlichkeiten im Zuge der Einsatzkonzeptbearbeitungen zum ÖBH der Zukunft43) liegen, damit ein derartiger gedachter Verlauf mit einer praktikablen Ablauforganisation hinterlegt werden kann. Der klassische militärische Schwächemoment des „Transfer of Authority“ wird hier besonders zu berücksichtigen sein.

 

Bataillonskampfgruppe und Brigadeambition Ausland

Die Bataillonskampfgruppe ist - zumindest gemäß dem aktuellen Stand der österreichischen Militärwissenschaft - der Brigade deutlich näher als dem Bataillon: Sie koordiniert Waffengattungen und nicht -systeme, sie verfügt über qualitativ unterschiedliche Elemente der organischen Kampfunterstützung und sie muss grundsätzlich in der Lage sein, „effektbasierte Befehlssprache“ bzw. die Befehlsprodukte der operativen Führungsebene verarbeiten zu können. Diese drei Anforderungen führen zu einer strukturellen Ausprägung des Führungselementes von BKG („Kampfgruppenkommando“), das sich in Quantität (Anzahl des Personals und Geräts) und Qualität (gefordertes Ausbildungsniveau und Führungsorganisation) von jener der derzeitigen Brigadestrukturen nur unwesentlich unterscheidet. Somit ist die BKG österreichischer Ausprägung vereinfacht ausgedrückt eine Brigade, die Einheiten führt.44) Erfolgt diese notwendige Aufwertung der Stabsstruktur der BKG nicht, so verschiebt sich unweigerlich die Leistungsfähigkeit des betroffenen Verbandes im Ausland in Richtung „Rahmenverband“.45) Derartige Rahmenverbände stellen zwar insgesamt (v.a. in ressourcenmäßiger Hinsicht) geringere Ansprüche an die Organisation des ÖBH, die generelle Ausrichtung auf dieses erneut redimensionierte Ambitionsziel wäre aber v.a. hinsichtlich des Fähigkeitserhalts bzw. der Streitkräfteentwicklung mittelfristig fatal und somit zu vermeiden.

Die gefolgerte Führungsstruktur der BKG ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen zu planenden und führenden Force Enablers bzw. Waffengattungen auch in Szenarien mit „geringer“ und „mittlerer“ Bedrohung qualitativ unverändert bereitzustellen, was durch Erfahrungen bei Übungsserien des ÖBH in den letzten Jahren bestätigt wurde. Jede Reduzierung der Stabsstruktur in quantitativer Hinsicht wirkt sich umgehend auf Durchhaltefähigkeit und Führungsleistung (in Sinne von möglicher Anzahl der Führungsentscheidungen pro Zeiteinheit) aus. Da die Gestellung einer (infanteristischen) Bataillonskampfgruppe gemäß derzeitiger Ambition des ÖBH eine planerische „Dauerleistung“ darstellt, ergibt sich wiederum aus strukturplanerischer Sicht somit u.a. die Notwendigkeit der mindestens fünf- bis sechsfachen personellen Abbildung eines „Kommando BKG“. Rein planerisch ist lediglich der Kern dieser Strukturen aus den Strukturen der 23 Bataillonskommanden/Land abdeckbar. Die essenziell notwendigen zusätzlichen Führungs- und Planungszellen (Artillerie, Heeresflieger, Luftstreitkräfte und Fliegerabwehr, Information Operations, PSYOPS, elektronische Kampfführung, CIMIC, Pionier, ABC-Abwehr, MP etc.) finden sich in der benötigten Quantität und Qualität derzeit jedoch ausschließlich auf Ebene der vier Landbrigaden und in einzelnen Zellen der Kommanden der Unterstützungsverbände (Luftunterstützung sowie Pionier-, Aufklärungs- und Artilleriebataillon). Ohne die entsprechende Verstärkung durch diese Zellen ist die Bataillonskampfgruppe nicht befähigt, sich an den in modernen Einsatzszenarien geforderten Führungs- und Unterstützungsprozessen wie z.B. Targeting46) adäquat zu beteiligen. Somit besteht hinsichtlich des Ambitionskerns des ÖBH 2018 ein direkter, kausaler Zusammenhang zwischen den Strukturelementen „Brigadekommando“ und BKG, der sich vereinfacht ausgedrückt so zusammenfassen lässt: BKG ≠ Teile Bataillon A + Teile Bataillon B + Force Enabler, sondern BKG = Teile BrigKdo + Teile Bataillon A + Teile Bataillon B + Force Enabler!

Die derzeit im Vordergrund stehende Ambition der BKG steht folglich nicht im Widerspruch zur Brigadeambition, sondern untermauert diese. Sie ist de facto eine aufgrund des derzeitigen Ressourcenrahmens quantitativ zwar reduzierte, aber qualitativ unverändert hohe Interpretation eines Teils der Brigadeambition. Die zweite wesentliche Säule der Einsatzambition/Ausland des OBH2018, das Combat Service Support-Battalion (CSSBn) als derzeitiger nationaler Kernbeitrag zur EUBG 2016/2, lebt auch in wesentlichen Teilen durch und von der Schirmherrschaft durch ein (Land-)Brigadekommando. Im Rahmen der österreichischen Beteiligung an EU-Battlegroups kann die Vernetzung mit den übergeordneten Führungsebenen (nicht zuletzt durch die Gestellung von Schlüsselfunktionen in diesen) nur durch eine signifikante Beitragsleistung aller Brigadekommanden sichergestellt werden. Hier wird die Ambition gemäß MSK („Führung oberhalb der Ebene des kleinen Verbandes“) durch die Brigaden mit Leben erfüllt.

Die exakte Ermittlung des durch die Landbrigadestrukturen zu erbringenden konkreten personellen und materiellen Beitrages zur BKG(AUT) hinsichtlich Gleichzeitigkeitsbedarf, Bereitschaftsgrad und Durchhaltefähigkeit wäre - neben der Brigadeambition/Inland - ein gangbare Methode für die Weiterentwicklung der Brigadekommanden des ÖBH der Zukunft. Dieser Aspekt betrifft nicht zuletzt die Unterstützungsverbände der Landbrigaden in Form der Stabs-, Pionier- sowie Aufklärungs- und Artilleriebataillone. Sie stellen einen Großteil jener Stabsanteile, Einheiten und Teileinheiten, die in qualitativer Hinsicht „Force Multipliers“ der Ambition „vstkBKG“ darstellen. Die Masse des taktischen und gefechtstechnischen Know-hows zu deren Planung und Führung wird derzeit dezentral in den vier Brigadekommanden generiert, weiterentwickelt und für Einsatzvorbereitung und Einsatz bereitgestellt. Daraus folgt die Notwendigkeit der Bewahrung der Unterstützungsverbände selbst als Erzeuger, Erhalter und Entwickler der geforderten Fähigkeiten für die BKG. Dies wäre im Zuge einer eventuellen Anpassung der Planungsleitlinien zu berücksichtigen. Darüber hinaus drängt sich jedoch auch die Folgerung auf, dieses für die BKG essentielle Know-how auch dort abzuholen, wo es derzeit abrufbar ist - bei den Brigadekommanden. Diese Erkenntnis wird durch die derzeitige Übungsrealität im ÖBH bestätigt: Bei allen größeren Übungsvorhaben mit Fokus auf die vstkBKG stellt jeweils eines der vier (Land-)Brigadekommanden den entsprechenden Rahmen sicher, der es einem kleinen Verband ermöglicht, temporär in die Kampfgruppenrolle zu schlüpfen.

 

Folgerungen und mögliche Zukunftsperspektiven - Quo Vadis, Brigade?

In der Zusammenschau der dargestellten Faktoren ergeben sich folgende Kernfolgerungen:

- Die kleinen Verbände als Kernstruktur des ÖBH sind ohne den Überbau der Brigade nicht in der Lage, den Fähigkeitserhalt im Kampf der verbundenen Waffen bzw. im Einsatz der verbundenen Kräfte und Mittel gemäß gültiger internationaler und nationaler Doktrin zu betreiben, da sie wesentliche Voraussetzungen dafür organisch nicht aufweisen (können).

- Die Landbrigaden des ÖBH in ihrer derzeitigen Ausprägung sind geeignet, sowohl die notwendige allgemeine Einsatzvorbereitung von Grundwehrdienern, Kaderpersonal und Milizpersonal als auch gleichzeitig den wesentlichen Teil des Fähigkeitserhalts und -ausbaus der Landstreitkräfte sicherzustellen.

- Die Brigadeambition als strukturplanerisches Ziel hat sich seit 2010 im Ausland stetig quantitativ verkleinert. Der Qualitätsanspruch ist jedoch konstant hoch geblieben. V.a. im Bereich der Einsatz- und Führungsunterstützung ist die Brigade in ihrer derzeitigen strukturellen Ausprägung bereits auf einen Fähigkeitskern reduziert, dessen weitere Verringerung unweigerlich Auswirkungen auf die Einsatzambition haben wird. Wesentliche Beitragsleistungen sowohl auf Ebene BKG bzw. CSSBn, aber v.a. auch in übergeordneten Führungsebenen (Kdo EUBG, FHQ, OHG, etc.) können derzeit nur unter Rückgriff auf entsprechend qualifiziertes Personal der Brigaden gestellt werden.

- Die Brigadeambition im Inland hat sich von der ursprünglichen „Zweitrollenfähigkeit“ der „Framework-Brigade“ aufgrund der sicherheitspolitischen Lageentwicklung zur wesentlichen Säule der Einsatzführung im Inland bei Szenarien mittlerer Intensität aufwärts gewandelt. Diese Szenarien unterliegen aufgrund der strategischen Lage 2016 hinsichtlich der Einsatzwahrscheinlichkeit zur Zeit einer Folgebeurteilung. Dennoch wurden v.a. die Fähigkeiten im Unterstützungsbereich nie adäquat entwickelt und teilweise sogar rückgebaut.

- Die Bataillonskampfgruppe ist ihrem Wesen nach eine „verkleinerte Brigade“ und nicht ein „vergrößertes Bataillon“. Folglich gibt sie als strukturplanerisches Ziel wesentliche Anhalte für die Streitkräfteentwicklung bezüglich Anzahl und Art vorzuhaltender Bataillons-, aber auch Brigadestrukturen.

- Das Bedrohungsbild zukünftiger einsatzwahrscheinlicher Szenarien erfordert auf der taktischen Ebene neben der Fähigkeit zur zivil-militärischen Zusammenarbeit die Fähigkeit zur Führung und Koordinierung einer breiten Palette von Elementen verschiedener Waffengattungen und Teilstreitkräfte. Die dafür notwendige Führungsleistung kann im vollen Umfang erst ab der mittleren taktischen Ebene aufwärts erbracht werden.

- Die bereitzustellende Führungsleistung bei Einsätzen im Inland ist stringent vom entsprechenden Szenario abzuleiten. Bei allen Einsätzen mittlerer oder hoher Intensität sind der Kampf der verbundenen Waffen bzw. der Einsatz der verbundenen Kräfte und Mittel und damit die Führungsleistung der Brigade notwendig. Daraus abgeleitet ist aufgrund der derzeitigen konzeptiven Vorgaben auch bei Szenarien niederer Intensität im Falle einer Eskalation bzw. Intensitätssteigerung der rechtzeitige planmäßige Wechsel der Führungsverantwortung vom Militärkommando zur Brigade vorzusehen.

Aus diesen Folgerungen sind einige deutliche Hinweise auf mögliche Entwicklungstendenzen der Brigadeambition des ÖBH ableitbar. So ist die Bataillonskampfgruppe in Wahrheit eine „Interpretation“ der Brigadeambition, die zwar eine quantitative, aber keinesfalls eine qualitative Reduzierung des Ressourceneinsatzes erlaubt. Der Bedarf an Art und Anzahl des vorzuhaltenden Personals der mittleren taktischen Führungsebene wird sich gegenüber der derzeitigen Situation nicht wesentlich verändern. Vereinfacht ausgedrückt steckt in jeder der vier Landbrigaden derzeit grundsätzlich strukturell betrachtet das qualitative Potenzial einer Bataillonskampfgruppe, das jedoch derzeit in quantitativer bzw. ressourcenmäßiger Hinsicht nicht abgerufen wird bzw. abgerufen werden kann. Hier zeichnet sich ein möglicher streitkräfteplanerischer Entwicklungsansatz ab.

Die Erhöhung der Fähigkeiten und Kompetenzen der Landbrigaden zur selbstständigen Koordinierung von (im ausreichenden Umfang zugewiesenen) Ressourcen würde die Stärken der Brigade „allgemeine Einsatzvorbereitung“ und „Fähigkeitserhalt“ unterstreichen. Dies inkludiert die essenziell notwendige Definition und das Zugeständnis einer Autarkie im Unterstützungsbereich in Form von organisch im abgeleitet notwendigen Umfang vorhandenen Organisationselementen der Kampf-, Einsatz- und Führungsunterstützungstruppen. Nur unter Schaffung dieser Voraussetzungen kann sich auf Basis der „allgemeinen Einsatzvorbereitung“ und des „Fähigkeitserhalts“ der Faktor „Einsatzbereitschaft“ signifikant im notwendigen Umfang steigern.

Eine eventuelle Konkurrenzsituation zwischen Militärkommandos und Brigaden ist aus den dargestellten Faktoren nicht ableitbar. Es wären zwecks lückenloser Abdeckung des Bedrohungsspektrums der Zukunft die Stärken beider Organisationen weiter zu unterstreichen und damit eine Profilschärfung in Hinblick auf die jeweils zu beherrschenden Szenarien durchzuführen. Dies würde zu einer weiter gesteigerten Fähigkeit des Militärkommandos zur zivil-militärischen Zusammenarbeit und zu einer Fokussierung der Brigade auf den Einsatz der verbundenen Kräfte und Mittel führen und somit das Nebeneinander der beiden Organisationsformen erleichtern. Derzeit werden sowohl im Rahmen der GSVP der EU als auch im Bereich der NATO Anstrengungen unternommen, den Begriff des „Hybrid War“ fassbar zu machen. Dieser Terminus stellt einen Versuch dar, der erkannten Mehrdimensionalität47) der Einsatzführung in aktuellen Konflikten gerecht zu werden. In weiterer Folge daraus abgeleitete Szenarien, militärische Aufgaben und erforderliche Fähigkeiten werden mit Sicherheit verstärkt Bedarfe in jenen Bereichen ergeben, die bereits jetzt im In- und Ausland auf taktischer Ebene vornehmlich durch den Fähigkeitsträger Brigade wahrgenommen und weiterentwickelt werden. (ISTAR, teilstreitkräfteübergreifende Feuerunterstützung, Einsatzführung im urbanen Raum etc.)

Die kleinen Verbände werden den notwendigen Fähigkeitserhalt im Kampf der verbundenen Waffen nur unter „intellektueller Schirmherrschaft“ und Rückgriff auf die Ressourcen der Brigaden durchführen können. Die mittlere taktische Ebene verfügt über die notwendige Kapazität zur kreativen Planung und Weiterentwicklung der Einsatzführung in modernen Szenarien und ist gleichzeitig nah genug am Puls der kleinen Verbände, um den Bezug zur praktischen und damit v.a. zur taktischen und gefechtstechnischen Realität nicht zu verlieren.

Somit erscheint im Lichte der dargestellten Erkenntnisse die Zukunft der Führungsebene der großen Verbände des ÖBH unzweifelhaft. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur „Performance“ der Streitkräfte im Einsatz und in der allgemeinen und konkreten Einsatzvorbereitung. Das Ambitionsniveau ist hoch, und es bestehen derzeit strukturelle Fähigkeitslücken im Bereich der Brigaden. Diese gilt es so bald wie möglich zu schließen, um im Einklang mit internationalen Trends der Streitkräfteentwicklung wesentliche Eckpfeiler der Ambition des ÖBH wie etwa die BKG oder das CSSBn interoperabel mit Leben erfüllen zu können.



ANMERKUNGEN:

1) BMLVS: Erlass zur Aufstellung von Kaderpräsenzeinheiten, GZ S92220/2-MGP/2003: „Um die Aufstellung von Organisationseinheiten des Bundesheeres mit hohem Bereitschaftsgrad …} unter Beachtung des verfassungsrechtlich verankerten Freiwilligenprinzips zu ermöglichen, sind daher eigens dafür nominierte, rasch verfügbare und entsprechend ausgebildete, besonders vorbereitete und „hochprofessionelle“, d.h. „stehende Truppen“ am „Friedensstandort“ notwendig. Für diese Einheiten ist ein wesentlich höherer Bereitschaftsgrad („Readiness“) erforderlich, als dies mit Truppen, die im Bundesheer nach dem VOREIN-Prinzip [Vorbereitete Einheiten; Anm.] formiert werden, zu erreichen wäre.

2) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Kadereingreifkraft ist eine nichtstrukturierte Präsenzkraft, die anlassfallbezogen durch Zusammenfassung geeigneten Berufskaderpersonals aus sonstigen verfügbaren Personalständen der Friedensorganisation und Formierung entsprechender Einheiten oder Verbände bzw. durch Heranziehung entsprechenden Materials der gesamten Friedensorganisation gebildet wird.“ [21.12.2015].

3) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Formierung ist die Einnahme einer Einsatzorganisation mit dem nach erfolgter Aufbietung verfügbaren Personal und Material, entsprechend den organisatorischen Vorgaben.“ [21.12.2015].

4) Force Generation, hier im übertragenen Sinn verwendet, ist der Prozess der Bereitstellung von für die Zielerreichung adäquat ausgerüsteten und ausgestatteten Truppen für multinationale Operationen durch die beitragsleistenden Nationen. (Definition durch Autor).

5) BMLVS: „Fähigkeitserhalt; Festlegung eines gemeinsamen und eindeutigen Verständnisses im BMLVS“, GZ S92110/2-MilStrat/2010 vom 22.8.2011, Blg. 1, S.5: „Fähigkeitserhalt bedeutet die Aufrechterhaltung einer Fähigkeit unterhalb des von der Ambition ableitbaren Umfanges, um dadurch einen vollwertigen Fähigkeitsnukleus für den Wiederaufwuchs im Bedarfsfall zu erhalten. Fähigkeitserhalt erlaubt dabei die Reduzierung eines Fähigkeitsträgers auf die kleinstmögliche Organisationsgröße, die es noch ermöglicht, den vorgegebenen Effekt zu erzielen.“

6) Vgl. Abbildung 1.

7) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2010, Wien: BMLV, 2006.

8) Ebenda, S.18.

9) Ebenda, S.32.

10) Vgl. BMLVS (Hrsg.): Bericht der Bundesheerreformkommission, Wien: BMLV, 2004.

11) Vgl. BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2010, Wien: BMLV, 2006, S.6.

12) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2010, Wien: BMLV, 2006, S.89: „Die Framework Nation stellt den Kommandanten der militärstrategischen Führung, das einsatzführende Kommando, die Stabsunterstützung, die Unterstützung durch Informationstechnologie, den logistischen Rahmen und trägt mit einem signifikanten Anteil an Kräften, Mitteln und Fähigkeiten zur Operation bei.“

13) Vgl. Militärstrategisches Konzept 2010, Wien: BMLV, 2006, S.33.

14) Vgl. Abbildung 2.

15) Dieter Schadenböck: Von der Taktik der Landstreitkräfte, In: Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 15/2013, Wien, 2013, S.174.

16) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Netzwerkorientierte Verfahren verwenden in der idealtypischen Form die Entwicklungen der Informationstechnologie, um eine höhere Geschwindigkeit im Führungsprozess sowie eine bessere Synchronisierung aller militärischen Kräfte (teilstreitkraftübergreifend) zu erreichen.“ [21.12.2015].

17) Ebenda: „ISTAR ist eine allgemeine militärische Aufgabe im Einsatz, bei der der Führungs- und Wirkungsprozess von laufenden und zukünftigen militärischen Einsätzen durch die Summe aller Maßnahmen zur Planung, Steuerung und Durchführung der Aufklärung, der Verarbeitung von Aufklärungsergebnissen sowie der Dokumentation und Bereitstellung von Intelligenceprodukten, grundsätzlich führungsebenenunabhängig und zielgerichtet unterstützt wird.“ [21.12.2015].

18) Ebenda: „Der Führungsprozess ist die reale Umsetzung des Führungssystems unter Anwendung der Führungsgrundsätze und Ausnutzung der gegenständlichen Führungsorganisation in der stetigen Anwendung des Führungsverfahrens und der Führungsinstrumente.“ [21.12.2015].

19) Vgl. Karl-Heinz Gutschi: Evaluierung - Einsatzbereitschaft im Bundesheer, In: Truppendienst Folge 347, Ausgabe 5/2015, Wien, 2015, S.37f.

20) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Das FGG7 umfasst alle Aufgaben im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung und Ausbildungsunterstützung einschließlich Politische Bildung, Wehrpädagogik und Führungsverhalten.“ [21.12.2015].

21) Vgl. BMLVS (Hrsg.): Bericht der Bundesheerreformkommission, Wien: BMLV, 2004, S.5.

22) Vgl. Dieter Schadenböck: Von der Taktik der Landstreitkräfte, In: Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 15/2013, Wien, 2013, S.209f.

23) Der Generalstab des BMLVS umfasst neben einer Reihe kleinerer Organisationselemente mit spezifischen Aufgaben im Wesentlichen die Masse der planenden, bereitstellenden und einsatzführenden Teile der Zentralstelle. (Definition durch Autor).

24) Der fähigkeitsbasierte Planungsprozess des ÖBH orientiert sich an den Streitkräfteplanungsprozessen der EU sowie NATO und folgt im Wesentlichen dem roten Faden „Referenzszenario - Einsatzkonzept - Aufgabe - Fähigkeit(sträger) - Struktur“.

25) Vgl. Dieter Schadenböck: Von der Taktik der Landstreitkräfte, In: Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 15/2013, Wien, 2013, S.168.

26) Vgl. Dieter Schadenböck: Von der Taktik der Landstreitkräfte, In: Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 15/2013, Wien, 2013, S.174.

27) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Friedensunterstützender Einsatz ist eine Maßnahme der Vereinten Nationen und anderer kollektiver Sicherheitssysteme oder Koalitionen zur internationalen Krisenbewältigung im gesamten Aufgabenbereich der Streitkräfte.“ [21.12.2015].

28) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Zur Grundorganisation zählen die Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung, die Ämter und andere der Zentralstelle unmittelbar nachgeordnete Stellen für die Erfüllung grundlegender Aufgaben, die Akademien, Schulen, die territoriale Organisation und die logistischen Komponenten.“ [21.12.2015].

29) Vgl. Bundeskanzleramt (Hrsg.): Österreichische Sicherheitsstrategie, Bundeskanzleramt, Wien, 2014.

30) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLVS, 2015, S.57.

31) Ebenda, S.30.

32) Ebenda, S.30.

33) Ebenda, S.56.

34) BMLVS (Hrsg.): Teilstrategie Verteidigungspolitik 2014, Wien: BMLVS, 2014, S.21.

35) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.30.

36) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.27.

37) BMLVS (Hrsg.): Militärlexikon (Intranetbereitstellung): „Zivil-Militärische Zusammenarbeit [ZMZ] ist die Kooperation und Koordination von zivilen Akteuren und militärischen Kräften. Sie umfasst alle Maßnahmen, Kräfte und Mittel, die diese Beziehung zwischen Dienststellen des ÖBH einerseits und den zivilen Behörden und der (Zivil-) Bevölkerung andererseits (sowohl im Heimatstaat als auch im Einsatzland) regeln, unterstützen und fördern.“ [21.12.2015].

38) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.56.

39) Vgl. BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.28f.

40) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.12.

41) Vgl. Charles C. Krulak: The Strategic Corporal: Leadership in the Three Block war, In: Marines Magazine 01/1999, Fort Mead, 1999. Verfügbar im Internet unter: http://www.au.af.mil/au/awc/awcgate/usmc/ strategic_corporal.htm [16.12.2015].

42) Vgl. BMLVS (Hrsg.): Merkblatt für das Bundesheer, Handakt Taktik, Wien, 2013, S.65; z.B. Schutz von BewL/Brig: bis zu 200 km.

43) BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.65ff.

44) Daraus ergibt sich als wesentliches Unterscheidungsmerkmal die geringere Raumverantwortung. So ist etwa davon auszugehen, dass der Schutz des rückwärtigen Raumes im Gegensatz zur Brigade keine „eigene Operationslinie“ darstellt.

45) Der im MSK verwendete Begriff „Rahmenverband“ stellt eine in qualitativer und quantitativer Hinsicht an den derzeitigen Beitragsleistungen Österreichs an den Balkan-Missionen orientierte Größenordnung dar, die v.a. qualitativ deutlich unter dem Ambitionsniveau der Bataillonskampfgruppe liegt. (Anm. des Autors).

46) Dieter Schadenböck: Von der Taktik der Landstreitkräfte, In: Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 15/2013, Wien, 2013, S.216: „Das Targeting ist ein vom jeweiligen Führungsverfahren abgeleitetes Unterstützungsverfahren zur Zielauswahl, Priorisierung sowie Synchronisation aller letalen und nicht letalen Wirkungskapazitäten.“

47) Dies umfasst v.a. die zeitlich, räumlich und ebenenübergreifend koordinierte Anwendung des vollen Spektrums militärischer und nichtmilitärischer Methoden der Einsatzführung durch staatliche und nichtstaatliche Akteure. Vgl. BMLVS (Hrsg.): Militärstrategisches Konzept 2015, Wien: BMLV, 2015, S.12.