Die Bundesheerreform 1962/1963 - Die erste Umgliederung des Bundesheeres in der Zweiten Republik1)

Andreas Steiger

 

Im Jahr 1963 erfolgte als Resultat einer ersten Reform des Bundesheeres, auch „Habermann-Reform“ genannt, die erste Umgliederung des Bundesheeres. Die Rahmenbedingungen waren u.a. die allgemeine Wehrpflicht, die Dienstzeit von neun Monaten, die Einberufungsfristen, die Budgetierung, die Mobilmachung, die sich in den Anfangsplanungen befand, die Neutralität und die vorhandene Ausrüstung des österreichischen Bundesheeres, die noch großteils aus den „Ausrüstungspaketen“ der ehemaligen Besatzungsmächte bestand.

Auch die Erfahrungen mit der Heeresgliederung 1956 und aus dem Einsatz des Bundesheeres während der Ungarnkrise 1956 galt es zu berücksichtigen. Die „politischen“ Akteure im Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLfV) waren Bundesminister für Landesverteidigung (BM für LV) Dipl. Ing. Dr. Karl Schleinzer (ÖVP) [* 8.1.1924 - † 19.7.1975] und Staatssekretär Otto Rösch (SPÖ) [* 24.3.1917 - † 3.11.1995].

Eine „erste“ Umstrukturierung erfolgte im August 1960 bei den mechanisierten Verbänden, als mit der Umgliederung der 3. Brigade und der 9. Brigade zur 3. Panzerbrigade und zur 9. Panzerbrigade das bisherige vorhandene operative und organisatorische Konzept verändert wurde.2) Mit 1. Jänner 1963 wurden die 3. und 9. Panzerbrigade in Panzergrenadierbrigaden umbenannt.3) Einen „späten“ Abschluss fand diese „mechanisierte“ Umgliederung am 1. Jänner 1964, als die 4. Jägerbrigade ebenfalls in eine mechanisierte Brigade (4. Panzergrenadierbrigade) umgewandelt wurde.4) In Folge war im Donauraum ein Schwergewicht, wenn auch bescheidenen Ausmaßes, an mechanisierten Truppen vorhanden. Auch die Ausbildung der mechanisierten Truppen wurde neu strukturiert. Der Arbeitsstab Panzer wurde in der Panzertruppenschule (PzTS) im Garnisonsort Zwölfaxing gebildet, wobei die Umbenennung des Arbeitsstabes Panzer in PzTS mit 1. August 1960 erfolgte. Die 9. Panzerbrigade wurde von den bisherigen Schulungsaufgaben entbunden.5) Während also die militärische Führung für die Panzertruppe entscheidende Impulse setzte, galt es für weitere Planungsschritte die neunmonatige Dienstzeit, die eine mindestens zweimalige Einberufung erforderte, zu berücksichtigen. Wechselweise wurde deshalb einmal die eine Hälfte und das andere Mal die andere Hälfte der Brigaden auf vollen Stand gebracht, wodurch diese in Anlehnung an die Jahreszeiten als „Winter- und Sommerbrigaden“ bezeichnet wurden.6)

Die Ausbildung in den Brigaden teilte sich in drei Monate Grundausbildung, danach drei Monate Ausbildung in der Gruppe und im Zug und abschließend drei Monate Ausbildung im Verband (in der Kompanie bzw. im Bataillon) auf. Die Brigaden waren lediglich in den drei letzten Ausbildungsmonaten bedingt einsatzbereit. Die letzten drei Monate des Jahres stand die Brigade leer, sie brauchte jedoch gewissermaßen als „Systemerhalter“ ein Überbrückungskontingent.7) Zudem ging man auch daran, den Kader für ein Reserveheer zu schaffen. Mitte 1961 gab BM Schleinzer in einer Aussendung das Fehlen von 2.300 Offizieren und rund 15.000 Unteroffizieren für den Einsatzrahmen des Bundesheeres bekannt. Als erster Schritt wurden freiwillige Waffenübungen (fWÜ) eingeführt, wofür die Voraussetzungen durch die Wehrgesetznovelle vom 15. Dezember 1960 geschaffen wurden. Im Juli 1961 begannen die ersten 831 Bewerber ihre Ausbildung, und am 20. Jänner 1962 erfolgte die Ernennung der ersten 175 Reserveoffiziere durch Bundespräsident Dr. Adolf Schärf.8) Im Jahre 1963 wurde die Möglichkeit zur Ableistung von „freiwilligen Waffenübungen“ erweitert. Bewerber für die Ableistung der ersten fWÜ wurden unterteilt in Bewerber nach § 52 des Wehrgesetzes (Kriegsgediente) und in Bewerber nach § 28 des Wehrgesetzes (Reservisten des Bundesheeres der Zweiten Republik). Der Zeitraum für die fWÜ dauerte vier Wochen. Bewerber für die Ableistung der zweiten fWÜ konnten ebenfalls eine vier Wochen dauernde Waffenübung absolvieren. Das Wehrgesetz sah hier jedoch für einen Zeitraum von zwei Jahren nur 28 Tage fWÜ vor.9)

Zusätzlich zu den fWÜ gab es Pflichtwaffenübungen in der Form von Inspektionen und Instruktionen. Gemäß Wehrgesetznovelle 1962, § 33a des Wehrgesetzes, BGBl. Nr. 221/62, war für alle Wehrpflichtigen der Reserve die Abhaltung von Inspektionen zur Kontrolle der Standesevidenzen bzw. der übergebenen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände und Instruktionen als Weiterschulung zur Unterweisung in den einzelnen Ausbildungsarten vorgesehen. Die Höchstdauer der Inspektionen und Instruktionen innerhalb eines Jahres war insgesamt für vier Tage festgelegt worden.10)

BM Schleinzer erklärte dazu, dass die Inspektionen und Instruktionen im Ausmaß von maximal vier Tagen im Jahr eine gewisse Form von Pflichtwaffenübungen darstellten, die sich in Zukunft nicht nur auf den Grenzschutz beschränken sollten, und „[…] dass wir es organisatorisch und auch im Rahmen der budgetären Mittel gar nicht verkraften könnten, wenn wir ein anderes System der Pflichtwaffenübungen hätten.“11)

Die gesetzliche Grundlage für die Aufstellung des Grenzschutzes war durch die Zustimmung des Ministerrates am 26. September 1961 gemäß § 13 (1) des Wehrgesetzes gegeben.12)

Bereits im Herbst 1962 wurden in den bis Ende 1961 aufgestellten Grenzschutzkompanien Inspektionen abgehalten, bei denen Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände den Reservisten zur Verwahrung übergeben wurden.13)

Da sich der Personalbedarf an Reservisten in den Grenzbezirken, aufgeschlüsselt nach Waffengattungen, mit dem Bedarf an Grenzschutztruppen nicht deckte, erließ das BMLfV im Dezember 1961 Richtlinien über die Steuerung der Einberufung von Jungmännern im Hinblick auf die weiteren Aufstellungsphasen.14)

Im Mai 1962 erfolgte ein Erlass der Operationsabteilung zur Erstellung von Vorschlägen über die Erhöhung der Kampfkraft der Grenzschutztruppen. Darin wurden die Gruppenkommanden angewiesen, eine Studie über die Möglichkeiten zur wirksamen Verwendung fester Anlagen und vorbereiteter Sperren in Zusammenhang von Grenztruppen für die Grenzräume ihres Bereiches bis zum 31. August 1962 vorzulegen.

Im Einzelnen waren hierbei auch die Art solcher Sperren und „Festen Anlagen“, ihre nötige Zahl - nach Räumen gegliedert - und der ungefähre Bedarf an Sperrmaterial einschließlich Sperrmitteln anzugeben. Darauf abgestimmt wurde auch die mögliche Ausbildung der künftigen Grenzschutzsoldaten.15)

 

Der Impuls von „Außen“ - Erste Überlegungen für die Reform

Anlässlich einer Ministerbesprechung zwischen dem BMfLV und dem Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten wurde bezüglich der Einsatzbereitschaft des Bundesheeres festgestellt:16) „Der derzeitige Zustand der Einsatzbereitschaft des Bundesheeres sei vom außenpolitischen Standpunkt aus alles andere als erfreulich, es sei daher begrüßenswert, eher eine geringe Zahl von Truppen zu haben, diese jedoch jederzeit einsatzbereit“.

General i.R. Hessel bemerkte dazu, dass es in der damaligen Situation darum ging, Krisensituationen anstatt einer massiven Abhaltung, die im Prinzip zur damaligen Zeit unrealistisch war, zu bewältigen.17)

Ein Vortrag vor dem Landesverteidigungsrat am 30. Juni 1962 ergänzte die Ministerbesprechung:18) „Das Bundesheer muss in der Lage sein, eine blitzartige Aktion, insbesondere einen schnellen Durchmarsch durch unser Staatsgebiet zu verhindern.“

Es wurde angeregt, die Anzahl der bisher neun Brigaden zu vermindern, diese aber jederzeit einsatzbereit zu halten. Die Neutralitätspolitik erforderte ein hohes Maß an Verteidigungsbereitschaft. Das Bundesheer sollte in die Lage versetzt werden, jeder überraschenden Aggression sofort mit möglichst starken Kräften zu begegnen.

Dadurch würde auch die Sicherung einer notwendigen Mobilmachung erreicht und insgesamt der „hohe Eintrittspreis“ schon im Frieden auch nach außen kenntlich gemacht werden.

Das Resultat war eine der Überlegungen zur Umgliederung des Bundesheeres.19)

Als Hauptziele wurden die Einsatzbereitschaft der Masse des Bundesheeres, der Aufbau der territorialen Organisation, der Aufbau des Grenzschutzes, eine rationelle Verwaltung und die Sicherung der Mobilmachung angestrebt.20)

Bei dieser Heeresreform waren vier Offiziere für die Planung und Durchführung hauptverantwortlich: Generaltruppeninspektor (GTI) General der Infanterie Erwin Fussenegger,21) General der Infanterie Otto Seitz22) als Leiter der Sektion III, Oberstleutnant(Obstlt)dG Gustav Habermann als Leiter der Organisationsabteilung23) und Major(Mjr)dG Dr. Johann Tretter als dessen Stellvertreter.

Maßgeblich für die Gestaltung war jedoch der Leiter der Organisationsabteilung, ObstltdG Habermann, so dass diese auch unter der Bezeichnung „Habermann-Reform“ bekannt wurde.24)

Die ständige Einsatzbereitschaft galt als vorrangiges militärisches Ziel der Heeresreform. Aus dem Schriftstück BMLV Zl. 612-str. geh/Org/61 lassen sich folgende Überlegungen ableiten: Bei der Aufstellung des Bundesheeres im Jahre 1955/1956 wurde ein Rahmen gewählt, der größere materielle Mittel und stärkere Kader voraussetzte, als in den folgenden Jahren zur Verfügung standen. Um die resultierenden Schwierigkeiten in der Ausbildung und der Einsatzbereitschaft zu verringern, wurde 1958/59 die ursprünglich in den Truppen gleichmäßig durchgeführte Ausbildung der Jungmänner durch die wechselweise Einberufung bei den Brigaden ersetzt.

Dadurch sollten die schwachen Kaderstellen zeitweise entlastet und deren Einsatzbereitschaft erhöht werden. Da aber der Heeresrahmen gegenüber den zur Verfügung stehenden Mitteln überdehnt war, war diese Lösung nicht zielführend.

Somit war das Bundesheer 1961 nur nach durchgeführter Mobilisierung einsatzbereit, wobei im Falle einer Alarmierung keine vollständigen Truppenkörper zur Verfügung standen. Weiters wurde beurteilt, dass das Erreichen der Abwehrbereitschaft erst auf dem Gefechtsfeld nach Tagen erzielbar war. Ein in Erwägung gezogener Einsatz von Splitterverbänden (z.B. Erste Staffel) wurde in dem Zusammenhang als „frühzeitiger Verbrauch der eigenen schwachen Kräfte gesehen, noch bevor die nachgeführte mobilisierte zweite Staffel die volle Kampfkraft erreicht haben würde.“25)

Die militärische Führung ging hierbei von folgenden Überlegungen aus: Angesichts der großen Spannung zwischen WAPA und NATO und aufgrund ihrer vorhandenen Atomwaffen erschien ein blitzartiger Krieg möglich. Somit würde die Zeit für eine umfangreiche Mobilmachung nicht zur Verfügung stehen. Die gesamte Heeresorganisation müsse - so wurde dies von der militärischen Führung bewertet - daher auf möglichst hohe ständige Einsatzbereitschaft bereits im Frieden ausgerichtet sein, Mobilmachungsmaßnahmen hätten demgegenüber nur sekundäre Bedeutung. BM Schleinzer, selbst Offizier im Zweiten Weltkrieg, trat schon mit der fertigen Absicht der Umgliederung des Bundesheeres auf hohe Einsatzbereitschaft im Frieden sein Amt an.26)

Um diese Einsatzbereitschaft sicherzustellen, galt es jedoch, den hohen personellen Verwaltungsaufwand zu berücksichtigen und neue Verwaltungsstrukturen zu schaffen.

 

„Schwertlilie“ und Militärkommanden

Bei der 4. Brigade wurde 1957 beim Operationsfall „Schwertlilie“ gegen eine Bedrohung aus der Tschechoslowakei die Komponente „Personal“ durchgerechnet. Dabei musste der Brigadekommandant feststellen, dass bei zu erfolgender Abstellung für das Kasernkommando, für die territoriale Verwaltung und die Rekrutenbetreuung derart viel Kaderpersonal weggefallen wäre, dass die Brigade nur in der Stärke eines Bataillons hätte ausrücken können.27) Aufgrund dessen führte die Organisationsabteilung Studien über die Einrichtung von Gebietskommanden und Territorialorganisationen durch, wobei in der Studie I die „Errichtung von Gebietskommanden“ durch die Notwendigkeit und den Zweck der Errichtung einer Territorialorganisation im Hinblick auf die gestellten Aufgaben behandelt wurde.28)

Daraus resultierend wurden in der Studie II „Territorialorganisation - Einsatzverbände“ drei Varianten über die Errichtung der Gebietskommanden herausgearbeitet:29)

Die erste Variante sah für jedes Bundesland ein Militärkommando vor. Die mobilen Heereskörper (Brigaden) und Heerestruppen waren an die Territorialbereiche der Militärkommanden nicht gebunden, aber auf die Zusammenarbeit mit diesen angewiesen, und unterstanden dem jeweiligen Gruppenkommando (GrpKdo). Diese sollten für die Abstimmung der Zusammenarbeit zwischen Brigade und territorialen Kommandostellen verantwortlich sein. In diesem Fall war die Stärke der stets einsatzbereiten Brigaden größer, die Anzahl der Brigaden jedoch als geringer beurteilt worden.

Die zweite Variante sah vor, dass die Militärkommanden als selbstständige Kommanden mit der Aufsicht hinsichtlich des Ergänzungswesens, der Ortskommandos und Kasernenkommandos, als „Hausherren“ gebildet würden, deren Mieter die Brigaden sein sollten. Die Bildung von einsatzbereiten Verbänden wäre nur beschränkt möglich gewesen.

Die dritte Variante sah die „Bildung eines stellvertretenden Militärkommandos im Rahmen der Brigade“ vor. Der stellvertretende Militärkommandant-Gebietskommandant sollte bei dieser Lösung beim Ausrücken der Brigade im Territorialbereich deren Funktionen übernehmen. Weiters wurde beurteilt, dass sich in der Administration ein verbessertes Verfahren ergeben würde, jedoch die Bildung von einsatzbereiten Verbänden, die Rationalisierung der Ausbildung und der Mobilmachung kaum erreichbar sein würden.

Beim Abwägen aller drei Varianten wurden zwar bei den Möglichkeiten zwei und drei eine Verlagerung bzw. Intensivierung gewisser Aufgabenbereiche und eine „Motivation“ für die Aufstellung des Grenzschutzes hervorgehoben. Jedoch wurde der Variante „Jedes Bundesland erhält ein Militärkommando(MilKdo)“ der Vorzug gegeben. Diese Entscheidung bildete somit den Ausgangspunkt für eine umfangreiche Umgliederung des Bundesheeres. Zur Strukturierung der Militärkommanden wurden ab dem 1. November 1962 Aufstellungsstäbe (z.B. Aufstellungsstab Burgenland) gebildet, die im Auftrag der Gruppenkommanden bis zum 1. Jänner 1963 tätig waren.30)

 

 

Ein Militärkommando war im Jahr 1963 in der Norm (je nach Bundesland verschieden) wie folgt gegliedert:31)

Die Militärabteilung (bestehend aus dem Führungs- und Fachstab), die Intendanzabteilung, die Ergänzungsabteilung (ab dem Jahr 1966), die Stabskompanie, die Militärpfarre, (ein) TÜPlKdo(s), die Kasernkommanden und Verwaltungsstellen sowie eine Heeressanitätsanstalt. Zudem waren je nach Bundesland die jeweiligen Grenzschutzeinheiten und dazugehörenden Ersatzbataillone diesen unterstellt.

Weiters war das Militärkommando auf Zusammenarbeit mit dem jeweils dislozierten BrigKdo und mit den Landesbehörden, der Exekutive sowie den vorhandenen Einrichtungen, die dem Zivil- und Luftschutz zugeteilt waren (z.B. Feuerwehren), angewiesen. Im Ernstfall und zur Vorbereitung dieser Maßnahmen würden sich - gemäß den Planungsschritten im Jahr 1961 - weitere Aufgaben (Wehrwirtschaft, Transportwesen, Sicherung und Luftlandeabwehr etc.) ergeben, sobald ein Landesverteidigungsplan bzw. eine Landesverteidigungsordnung vorlag.32)

 

Die Stagnation bei den Luftstreitkräften

Während die Landstreitkräfte einer Reform unterzogen wurden, galt es auch die Luftstreitkräfte bei der Heeresreform zu berücksichtigen. Als es 1958 während der Libanonkrise zum Überfliegen des österreichischen Luftraumes durch die USAF kam, konnte man kein leistungsfähiges österreichisches Flugzeug dagegen einsetzen. Ableitend davon galt es, ein geeignetes Flugzeug zu finden. Die 1960 diskutierte Beschaffung von je 40 amerikanischen F-86 und F-84F scheiterte daran, dass sich Österreich bereits auf ein schwedisches Modell festgelegt hatte, obgleich die USA die 40 F-84F binnen weniger Monate hätten liefern können. Obendrein hätte eine „Military Assistence Program“ (MAP)-Beschaffung Österreich nichts gekostet, ebenso wenig die Bodengeräte wie auch die Piloten und die Technikerausbildung. Die „schwedische Achse“ war durch die Beschaffung der 40 mm-Fliegerabwehrkanone von der Firma Bofors errichtet worden. 1960 kam die Beschaffung der SAAB J-29F („Fliegende Tonne“), eines in Schweden in Ausscheidung begriffenen Jagdflugzeuges der ersten Jet-Generation, zustande. Dieser Typ war als „Mehrzweck-Kampfflugzeug“ (Prototyp 1947), das von der Abfangjagd bis zur Fotoaufklärung alles leisten sollte, als Übergangslösung akzeptabel. Aufgrund der Langlebigkeit der SAAB J-29F wurde das Interesse an einem modernen Jäger in den Hintergrund gedrängt. Die ersten 15 J-29F trafen am 7. Juli 1961 in Schwechat ein, weitere 15 Flugzeuge folgten im Jahr 1962. Diese neuen Flugzeuge bedeuteten nur eine geringe Stärkung der Luftstreitkräfte, da eine lückenlose Luftraumüberwachung fehlte.33)

Infolgedessen schickte Generalmajor Paul Lube, der Leiter der Luftabteilung, am 13. September 1961 eine Studie über den Stand der österreichischen Luftstreitkräfte an den Leiter der Sektion III. Hierbei wurden folgende Probleme aufgezählt bzw. wurde festgestellt: Die Luftstreitkräfte konnten die im § 2 des Wehrgesetzes gestellten Aufgaben nicht erfüllen, da die nötige Überwachung des Luftraumes zur Feststellung von Grenz- und Souveränitätsverletzungen in der Luft als Voraussetzung für jede Abwehrmaßnahme fehlte. Die Luftfahrzeuge und Fliegerabwehr(FlA)-Geschütze waren nur zur Erfüllung von Aufgaben wie Lufttransport durch Hubschrauber, Verbindung, Aufklärung und FlA-Schutz des Heeres geeignet. Somit wurde als grundlegende Voraussetzung für jede Art von Einsatz der Luftstreitkräfte eine lückenlose Luftraumüberwachung gefordert.34)

Bereits im Sommer 1961 war ein „Radarausschuss“ gebildet worden, der alle damit befassten militärischen Stellen sowie die Bundesgebäudeverwaltung und zivile Firmen zusammenfasste und das „Projekt Kolomannsberg“ (eine Großraumradaranlage) in Angriff nahm. Im Herbst 1962 wurde mit den ersten Aufschließungsarbeiten begonnen.35)

Als aktive Abwehr wurden drei bis vier Jagdstaffeln samt Bodenorganisation gefordert, wobei dieser erste Mindestausbau in einem Fünfjahresprogramm durchgeführt werden sollte. Die Ausgaben für das Heer sollten zugunsten der Luftstreitkräfte wesentlich beschränkt werden. Dies war eine Forderung, die auf Vergleiche mit anderen neutralen Staaten abgestützt war. Abgeschlossen wurde diese Studie mit der Feststellung von Generalmajor Lube:36)

Sollte man sich zu einer besseren Dotierung der Luftstreitkräfte in Österreich nicht entschließen, dann müssten die bisherigen Anstrengungen auf dem Heeressektor als zwecklos bezeichnet werden, „[…] weil ein Heer sofort unterliegen muss bzw. überhaupt nicht zu einem planmäßigen Einsatz gebracht werden kann.“

Zudem schloss sich das Kommando der Luftstreitkräfte (KdoLu) der Ansicht des BMfLV an, dass im Wege der geplanten Umgliederung eine Erhöhung der Einsatzbereitschaft des Bundesheeres sowie eine Sicherung und Vereinfachung der Mobilmachung und eine Rationalisierung der Verwaltung herbeigeführt werden könnte.

Das Kommando der Fliegerbrigade sollte nach Langenlebarn verlegt werden, wobei die Aufstellung der dazugehörigen Telegraphenkompanie für 1963 geplant war.37)

Die drei Fliegerabwehrabteilungen hatten vorerst die Aufgabe, mit ihren 4 cm-„Bofors“-FlA-Geschützen (Österreichische Bezeichnung: Fliegerabwehrkanone 55/57) den FlA-Schutz der Militärflugplätze zu übernehmen. Die Landstreitkräfte gliederten die drei Truppenfliegerabwehrbataillone mit den radargesteuerten FlA-Geschützen im Jahr 1965/66 in ihre Verbände ein.38)

Somit verfügte die Fliegertruppe an „Fliegenden Verbänden“ in den Jahren 1962 und 1963 über eine Hubschraubergruppe mit vier Hubschrauberstaffeln, ein Jagdbomber(JaBo)-Geschwader mit zwei JaBo-Staffeln, eine leichte Transportstaffel und eine Fliegerschulabteilung mit drei Schulstaffeln.39)

Während man die Landstreitkräfte einer Reform unterzog, wurde bezüglich des Ausbaus der Luftstreitkräfte, der vom Kommando der Luftstreitkräfte gefordert wurde, von der militärischen Führung festgestellt:40)

„Ein Ausbau der Luftstreitkräfte wurde, da kein Auftrag des Bundesministeriums für Landesverteidigung vorlag, nicht in Planung genommen.“

Während die Luftstreitkräfte mit der vorgegebenen Gliederung und der vorhandenen Ausrüstung „stagnierten“, ging man daran, die Landstreitkräfte neu zu strukturieren.

 

„Sofort einsetzbar!“ - Die „glorreichen 7“ Knopfdruckbrigaden

Bereits am 12. Jänner 1962 wies der GTI im Rahmen einer Information über die Gruppenbefehlshaber und die Brigadenkommandanten neben der Problematik bei der Schaffung von Ausbildungseinheiten darauf hin, dass die Umgliederung der Erhöhung der Einsatzbereitschaft dienen sollte.41)

Vorrangig erschien es, die Anzahl der Einsatzbrigaden festzulegen, die in der Planungsphase zwischen neun und sechs schwankte. Aufgrund der angeführten Studien und der Forderung der ständigen Einsatzbereitschaft wurde durch die Organisationsabteilung folgender Vorschlag an BM Schleinzer herangetragen:

Verdichtung von sechs Brigaden zu stets einsatzbereiten Heereskörpern (Brigaden) und Bildung einsatzbereiter „heeresunmittelbarer“ Truppenkörper durch Auffüllung mit Schul- und Lehrtruppen. Die Gesamtstärke sollte ca. 23.000 Mann stets einsatzbereiter Truppen betragen. Geplant war die Umbildung von drei Brigaden in acht bis zwölf Ausbildungszentren (Ausbildungsregimenter), in denen die Elementarausbildung erfolgte und die im Ernstfall die Mobilisierung von Ergänzungs- und Einsatzformationen durchführen sollten, womit eine Einsparung von drei Brigadestäben möglich wäre.42)

Über die Umgliederung des Bundesheeres wurde gemäß BMLV-Erlass vom 6. Oktober 1961, 21.612-strgeh/Org/61, nur ein kleiner Kreis von Offizieren in Kenntnis gesetzt.43)

V.a. die Anzahl der Brigaden sorgte für Überlegungen und Diskussionen bei der militärischen Führung. Daraus entwickelte sich ein „militärisches Zahlenspiel“. In einer Befehlshaberbesprechung am 26. April 1962, bei der die Neuorganisation besprochen wurde, wurde die Aufstellung der Einsatzbrigaden behandelt. BM Schleinzer meinte zur Anzahl der Brigaden, dass der materielle Hintergrund für neun operative Einheiten fehle, deren rechtzeitige Mobilisierung durch die Regierung nicht erreicht werden würde. GTI Fussenegger wollte neun Brigaden, „[…]weil diese sich durch Aufnahme der Grenzschutzeinheiten bei Zurückweichen auf volle Stärke auffüllen können.“ Aus diesen beiden verschiedenen Standpunkten heraus entwickelte sich eine Diskussion, wobei BM Schleinzer seinerseits feststellte, dass keine einheitliche Auffassung über die Stärke der Umgliederung bestand. Aus dieser Situation forderte Schleinzer den GTI und den Leiter der Sektion III, General Seitz, auf, ihm bis Mai einen einvernehmlichen Vorschlag zu bringen.44) In Folge bekam Schleinzer am 18. Mai 1962 vom GTI einen Vorschlag für die Umgliederung des Bundesheeres, den er als Kompromissvorschlag betrachtete. Der GTI stimmte aus operativen Gründen der Umgliederung des Bundesheeres in nur sechs Einsatzbrigaden nicht zu, da im Ostraum Österreichs beim GrpKdo I - der als „Gefahrenraum“ bewertet wurde - nur zwei Einsatzbrigaden zur Verfügung stehen würden. Somit wurde vom GTI die Neugliederung in acht Einsatzbrigaden gefordert, um die operativen Aufgaben der Führung des Bundesheeres besser zu lösen.45) In der bestehenden Brigadegliederung wurde ein Konsens zwischen der Sektion III und dem GTI gefunden. Die Erhöhung der Einsatzbereitschaft wollte der GTI durch vermehrte Aufnahme von zeitverpflichteten Soldaten (zvS) erreichen.46) Am 21. Mai 1962 nahm Habermann zum Umgliederungsvorschlag des GTI Stellung. Aus dem Vorschlag des GTI würden sich acht schwache Einsatzbrigaden im Gegensatz zu sechs stärkeren Einsatzbrigaden und drei Ausbildungsbrigaden bilden. Die Formierung von acht Brigaden, von denen 20% nicht gebildet werden könnten, Teile mobil gemacht werden müssten, um ein organisatorisches Ganzes zu bilden, würde keine echte Bereitschaft bringen. Habermann machte in einer Stellungnahme darauf aufmerksam, dass der Grenzschutz zur Auffüllung mobiler Verbände, so wie es der GTI vorschlug, dazu nicht geeignet wäre.47) Nach längeren Besprechungen über die Zahl der Einsatzbrigaden schlug der GTI Fussenegger General Seitz folgende Lösung vor:48)

- Die Ausbildungsbrigaden bleiben im Frieden bei den Einsatzverbänden.

- Die 2. Brigade und die 8. Brigade werden territoriale Brigaden und erhalten den Grenzschutz.

- Die Gruppe II bekommt keine dritte Brigade, sondern nur ein Ausbildungsbataillon für die 7. Brigade.

General Seitz war mit der Anzahl der Einsatzverbände nicht ganz einverstanden, und somit wurde dieses Problem dem BM vorgetragen. Am 18. Juni 1962 erfolgte die entscheidende Besprechung beim BM über die Umgliederung und die Anzahl der Brigaden.49) Dabei einigte man sich wie folgt: Sieben aktive Einsatzbrigaden, die aus je zwei Einsatzbataillonen und einem Ausbildungsbataillon bestanden. Aufgelöst bzw. enthoben von einer aktiven Führung wurden bei der Gruppe I die 2. Brigade und bei der Gruppe III die 8. (Gebirgs-)Brigade. Der Vorteil dieser Gliederung lag darin, dass die Gruppe I drei Einsatzbrigaden erhielt, um die notwendige Tiefe im Falle eines Angriffes aus dem Osten zu erhalten.

Am 30. Juni 1962 erfolgte ein erster Vortrag an den Landesverteidigungsrat bezüglich der Umgliederung des Bundesheeres im Jahre 1962, wobei vom Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955, BGBl Nr. 211, und von den gemeinsamen Grenzen gegenüber NATO und WAPA ausgehend die Notwendigkeit der Umgliederung und die sich daraus resultierenden Maßnahmen erklärt wurden. Abgeschlossen wurde dieser Vortrag von BM Schleinzer mit dem Antrag, dass der Landesverteidigungsrat der Bundesregierung empfehlen möge, folgenden Maßnahmen zuzustimmen:50)

- Umgliederung der bestehenden neun Brigaden in sieben Einsatzbrigaden mit Ausbildungstruppen für die dreimonatige Elementarausbildung.

- Einberufung der Wehrpflichtigen zum ordentlichen Präsenzdienst jeweils Jänner, April, Juli und Oktober eines jeden Jahres, beginnend ab Jänner 1963.

- Schaffung je eines Militärkommandos in jedem Bundesland.

Nachdem vorgestaffelt in den betroffenen Garnisonen Informationsveranstaltungen über die neue Gliederung durchgeführt wurden, wurde in der Sitzung vom 9. Oktober 1962 des Ministerrates der Antrag von Schleinzer betreffend Änderung der Organisation des Bundesheeres ab dem 1. Jänner 1963, antragsgemäß beschlossen.51)

Im Erlass „Grundsätzliche Weisungen zur Umgliederung des Bundesheeres“ (BMLfV Z1. 317.000-Org/62) wurde das Datum der Neuformierung mit 1. Jänner 1963 festgelegt.

Ableitend davon wurden Einsatzverbände, Ausbildungsverbände und Schulen sowie die territoriale Organisation neu gebildet und eingerichtet.52) Bis zum 31. Dezember 1962 wurden weiters die 2. und 8. Brigade aufgelöst und die Unterlagen den Kommanden der Ausbildungsregimenter (Reservebrigaden) 2 und 8 übergeben.53)

Die drei Gruppenkommanden (GrpKdo) umfassten insgesamt sieben Brigaden54) und die Gruppentruppen.

 

 

Das GrpKdo I, disloziert im Kommandogebäude Breitensee, umfasste territorial Wien, Niederösterreich sowie das Burgenland. Das GrpKdo II, disloziert im Kommandogebäude Glacisstraße in Graz, umfasste territorial Steiermark und Kärnten. Das GrpKdo III, disloziert in der Kaserne Siezenheim, umfasste territorial Vorarlberg, Salzburg, Tirol und Oberösterreich.55)

Für die sieben Einsatzbrigaden mit konstant 25.000 Mann wurde der propagandistische Ausdruck „Knopfdruckbrigaden“ verwendet. In einem Vortrag von Schleinzer in Salzburg, in dem er den Sinn der Umorganisation 1962 erklärte, sagte ein Diskussionsteilnehmer: „Also dann sind die wenigen Brigaden dafür Knopfdruckbrigaden“. Das nahm die Presse dann so auf, als ob es der BM gesagt hätte. Schleinzer sagte in Wirklichkeit nur, dass die Brigaden besser verwendungsfähig seien als vorher.56)

Die Gruppentruppen gliederten sich in ein Versorgungsregiment, drei Bataillone als Einsatztruppen und ein Ausbildungsregiment. Die Brigaden gliederten sich in je vier Einsatzbataillone und je ein Ausbildungsbataillon. Ebenso gehörten die Militärkommanden, deren Territorialbereiche mit den Bundesländern ident waren, den jeweiligen Gruppenbereichen an.57)

Die Brigaden und die Militärkommanden waren (im Jahr 1963) Verwaltungsbehörde I. Instanz. Die Militärkommanden waren den zuständigen Gruppenkommanden unterstellt, die Verwaltungsbehörde II. Instanz waren. Das jeweilige Brigadekommando (der einsatzbereiten Truppe) war mit den zuständigen Militärkommanden auf Zusammenarbeit angewiesen. Das vorgesetzte Gruppenkommando steuerte die Kommando- und Verwaltungstätigkeit und koordinierte die Zusammenarbeit.

In weiterer Folge zeigte sich - so General i.R. Hessel - der […] zu große Rahmen (sieben Brigaden, neun Militärkommanden, drei Ausbildungsregimenter), der durch zu geringes Kaderaufkommen nicht zufriedenstellend befüllbar war.58)

Jeder Brigade wurde je ein Ausbildungsbataillon bzw. in jedem Gruppenbereich ein Ausbildungsregiment zugeteilt. Im Mobilmachungsfall wurde aus dem Ausbildungsregiment der Gruppe und den Ausbildungsbataillonen der Brigaden je Gruppenbereich eine Reservebrigade gebildet. Der Stab des Ausbildungsregimentes war für den Mobilmachungsfall als Stab der Reservebrigade vorgesehen.59)

Der erste Einrückungstermin des „neuen“ viermaligen Einberufungssystems für Grundwehrdiener war der 2. Jänner 1963. Voran ging eine „reduzierte“ Einberufung am 1. Oktober 1962.60)

 

Das österreichische „Schild und Schwert-Konzept“

1960 entstand im BMLV die Studie „Grundlagen zur Landesverteidigung“. Die maßgeblichen Verfasser waren Generalmajor Seitz, ObstltdG Habermann und MjrdG Dr. Tretter. Die Studie befasste sich u.a mit dem „Schild und Schwert-Konzept“.61) Dieses von der NATO vertretene Konzept sah als „Schwert“ die Kernwaffen und als das „Schild“ die konventionellen Waffen vor, die sich gegenseitig ergänzen müssten, um vor jeder Aggression wirkungsvoll abzuschrecken.62)

Für Österreich galt es die vorhandenen militärischen Kräfte gemäß des „Schild und Schwert-Konzeptes“ wohl anders einzusetzen. Es gab hier zwei verschiedene „Einsatzvarianten“ im Bundesheer. Eine Einsatzvariante sah vor, die Brigaden als Hauptträger des Abwehrkampfes („Schwert“) nach operativen Grundsätzen und nicht für Nebenaufgaben einzusetzen. Um die Mobilmachung der Brigaden zu ermöglichen, wurde ein unmittelbar an der Grenze aufgestellter „Grenzschutz“ errichtet, der den „Schild“ für das dahinter einsatzbereit zu machende „Schwert“ - die Brigaden - darstellte. Zur Mobilmachung wurde eine Frist sowohl für den Grenzschutz („Schild“) als auch für das Einsatzheer („Schwert“) von bloß zwölf Stunden gefordert.63)

„Man zweifelte freilich schon damals, ob der Schild, der die Mobilmachung der Brigaden ermöglichen sollte, funktionieren würde“,64) so General i.R. Leeb.

Die zweite und wohl realistischere Einsatzvariante war, die Jägerbrigaden und den Grenzschutz als „Schild“ einzusetzen und die Panzerbrigaden als „Schwert“ zu verwenden.

Für das Wirksamwerden der militärischen Landesverteidigung war allerdings eine rechtzeitige Auslösung von Mobilmachungsmaßnahmen die entscheidende Voraussetzung.65)

Auch der Ausbau der Landesbefestigungen wurde vorangetrieben. Einem Ende Dezember 1956 erstellten Erfahrungsbericht der damaligen Grenzschutzabteilung war u.a. zu entnehmen, dass die Notwendigkeit eines territorialen Grenzschutzes sowie von Feldbefestigungsanlagen, von Sperren und Sperrzonen betont wurde.66) Bereits 1958 begann man mit dem Ausbau der Befestigungsanlagen in der Brucker Pforte. 1962 waren die Befestigungsanlagen in diesem Bereich bis zu 90% fertig gestellt, wobei alle Fernmeldeanlagen und Materialversorgungen für die Bevorratung fehlten.67) Das Festungsbataillon gliederte sich mit 1. Jänner 1963 in eine Stabskompanie, eine Pionierkompanie und eine Festungskompanie, wobei diese eine Stärke von 350 Wehrpflichtigen umfasste.68)

Für die Umsetzung der Reform wurde der Anteil des Verteidigungsbudgets am Gesamtbudget von 3,48% im Jahr 1962 auf 4,08% im Jahr 1963 und 5,12% im Jahr 1964 erhöht. Im Jahr 1965 wurde der Anteil jedoch wieder um fast einen Prozentpunkt zurückgenommen.69) Auf dem Handfeuerwaffensektor erfolgte 1960 die weitere Produktion des StG 58, wobei bis Ende 1960 42.000, 1961 16.000 und 1962 12.000 Stück ausgeliefert wurden. An die Panzertruppe wurden 1960 die ersten zehn Saurer Schützenpanzer (SPz) ausgeliefert. Im Jahre 1962 erfolgte die Lieferung von weiteren 60 Stück. Die Entwicklungsarbeit wurde erschwert, da seitens des Bundesheeres ein Schützenpanzer mit Kampfauftrag gefordert wurde. Ein gepanzerter Transportwagen wie der amerikanische M-21 wurde nicht mehr angestrebt.70)

Im Jahre 1962 begannen Überlegungen zur Umrüstung der Hydraulik des amerikanischen Kampfpanzers M-47, von dem die Panzertruppe 153 Stück hatte. Dieser war bereits zusehends veraltet, und daher bestand akuter Handlungsbedarf. Gleichzeitig wurden als erste Serie 20 Stück M-60-A1 geliefert, wobei die endgültige Auslieferung im Jahr 1963 erfolgte. Durch entsprechendes Verhandlungsgeschick gelang es BM Schleinzer, einen Kredit von einer Milliarde ATS durch die USA zu erhalten, und zwar zu jenen niedrigen Gerätepreisen des MAP („Military Assistance Program“), wie es bei den NATO-Partnern üblich war.71)

Der erwähnte Kredit wurde im März 1962 vom Ministerrat in der Gesamtsumme von 2,1 Mrd. Schilling genehmigt, wobei eine Milliarde für Neuanschaffungen in den USA (u.a. auch Fernmeldegeräte wie das AN/GRC 26/46) verwendet wurde.72) Auf dem Fahrzeugsektor erfolgte die weitere Zulieferung der Steyr-Puch „Haflinger“, wobei von diesen ca. 200 Stück an die Truppe übergeben wurden. Im Jahre 1962 wurde die heimische Fahrzeugentwicklung auf dem Lkw-Sektor mit dem Steyr-Diesel 680/Frontlenker vorangetrieben. Für den Ausbau der Fliegertruppe fiel 1960 die Entscheidung, 30 gebrauchte SAAB J-29F „Tonne“ (Erstflug des Prototyps der Serie F, 1947) anzukaufen, wobei die Auslieferung in den Jahren 1961/62 erfolgte. Bereits 1961 war die Beschaffung von SAAB J-35 „Draken“, eines damals durchaus modernen Flugzeuges, erwogen worden.73) Schon am 25. September 1959 wurde in Allentsteig die schweizerische Panzerabwehrlenkwaffe (PAL) „Mosquito“ in Anwesenheit von Mitgliedern der Bundesregierung, des Verteidigungsministers und der Presse vorgeführt.74) Am 18. Mai 1961 enttäuschte ein neuerliches „Mosquito“-Schießen völlig.75) Ein neues Panzerabwehrkonzept basierte schon auf den Einsatzgrundsätzen der PAL. Ende 1962 fanden diese Vorbereitungen ihr Ende.76)

Während bzw. als Folge der Gliederung wurden folgende Rüstungsanschaffungen verwirklicht: geländegängige Fahrzeuge, schwere Lastkraftfahrzeuge, Eisenbahnwaggons für Panzertransporte, die 3,5 cm-Fliegerabwehrkanone, ABC-Ausbildungsgerät und die Neuanschaffung von Fernmeldeausrüstung wie Feldkabel, Feldfernkabel und die Funkfernschreiber MFF-1-0 und AN/GRC 26. Durch den so genannten „Schwedenkredit“ wurde das Panzerabwehrrohr „Carl Gustav“ PAR 66 mit der dazugehörigen Munition angekauft. Nicht durchsetzbar war hingegen die geforderte Nachtkampfausrüstung für die gesamte Truppe.77)

 

Die „vier“- Printmedien des ÖBH und Teilbereiche der Umfassenden Landesverteidigung (ULV)

Beeindruckend war, wie die Heeresreform in den Medien reflektiert wurde:78) Im Zeitraum vom 1. Jänner 1963 bis 31. Dezember 1963 wurden über 239 Rundfunk- und 149 Fernsehsendungen über die Landesverteidigung und das Bundesheer ausgestrahlt. Die österreichischen Printmedien verfassten im Jahr 1958 1.277 Presseberichte, 1959 4.926, 1962 8.047 und im Jahr des Wirksamwerdens der Umgliederung 1963 insgesamt 9.977 Presseberichte.

Die „Österreichische Militärische Zeitschrift“, der „Truppendienst“, „Der Soldat“ und die „Bundesheer-Illustrierte“ berichteten als „Printmedien des ÖBH“ im Jahr 1963 ebenfalls über die Heeresreform.79)

Dem seinerzeitigen Zeitverständnis gemäß war die Heeresreform nicht unter einen „General-slogan“ gestellt und „beworben“ worden. Die Heeresreform wurde als eine heeresinterne Angelegenheit verstanden, über die die breite Öffentlichkeit zu informieren war. Ein zu weit gehendes „Hochspielen“ der Heeresreform wurde vermieden, um nicht andere Fragen aufzuwerfen, die damals aus politischen Gründen nicht lösbar schienen (z.B. die Frage einer ausreichenden modernen Bewaffnung usw.). Die heeresinterne Information war durch die Befehlsgebung grundsätzlich gegeben. Davor gab es bereits eine Vielzahl von sachlichen Erörterungen mit dem Offizierskorps, überwiegend auf Kommandanten- und Stabsebene. Die Präsentation der Heeresreform erfolgte in Pressekonferenzen und Pressegesprächen bei Ausgabe entsprechenden Informationsmaterials. Politisch war diese Reform bereits in der ÖVP-SPÖ-Koalition vereinbart worden. So bestand keine sachliche Notwendigkeit, die Heeresreform 1962/63 mit außerordentlichem Aufwand publizistisch abzustützen.80)

Mit Beschluss des Ministerrates vom 18. Juli 1961 wurde der Aufbau der geistigen, wirtschaftlichen, zivilen und militärischen Teilbereiche der ULV festgelegt.81) In einem Vortrag von BM Schleinzer am 16. Februar 1962 wurde auf Basis der Ministerratssitzung vom 18. Juli 1961 darauf aufbauend festgelegt, dass der Aufbau der ULV nach einem für alle Ressorts verbindlichen Plan erfolgen sollte und dass es notwendig war, einen organisatorischen Rahmen für die Tätigkeit aller Ressorts auszuarbeiten.82) Zudem wurde nicht nur die Mitwirkung aller Bundesministerien, sondern auch die Mitarbeit von Ländern und Gemeinden als auch der Interessenvertretungen berücksichtigt. Darüber hinaus wurden Vertreter von Verbänden, deren Bedeutung für die ULV von Bedeutung waren (wie z.B. Zivilschutzverband, Bundesfeuerwehrverband, Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Vereinigung Österreichischer Industrieller usw.) fallweise zur Beratung herangezogen. Die einzelnen Teilbereiche der Umfassenden Landesverteidigung wurden durch jeweils eigene Arbeitsausschüsse behandelt und darüber hinaus ein Sonderausschuss für Verkehrs- und Nachrichtenwesen gebildet. Die Tätigkeit der Arbeitsausschüsse bereiteten so genannte „Exekutivkomitees“ vor. Bei einem vom BMfLV veranstalteten Seminar in Allentsteig vom 25. bis 27. Juni 1962 wurden die Bedrohungsbilder mit den an der ULV mitwirkenden Ressorts herausgearbeitet, sodass als Resultat die Bedrohungsfälle des Krisen-, Neutralitäts- und Verteidigungsfalles definiert wurden.83)

 

„Einst“ und „jetzt“ - der Versuch eines Resümees

Durch die Heeresgliederung 1963 wurde die ständige Einsatzbereitschaft im Frieden erheblich verbessert, was sich auch in Zusammenhang mit der raschen Abmarschbereitschaft der „Knopfdruckbrigaden“ vorteilhaft bei der Krise in der Tschechoslowakei 1968 auswirken sollte. Von besonderem Nutzen war auch die höhere Einsatzbereitschaft bei den großen Hochwasserassistenzeinsätzen in den Jahren 1965 und 1966, wo u.a. zwölf Pionierkompanien sofort verfügbar waren. Die zur Verfügung stehenden personellen und materiellen Möglichkeiten reichten aber nicht aus, auch die nun verkleinerte Heeresorganisation in vollem Ausmaß aufrechtzuerhalten.84)

Diese Reform beeindruckte „einst“ u.a. durch den relativ „kurzen“ Zeitraum von den ersten gesetzten Planungsschritten bis zum Einsetzen der Umgliederung mit 1. Jänner 1963 und konkreten Resultaten, wie u.a. der Beginn der ULV, die Umsetzung des „Schild und Schwert-Konzeptes“, Inspektionen und Instruktionen, die Neuausstattung mit Waffen und Geräten und die „mediale Reflexion“.

„Jetzt“ sind u.a. die Militärkommanden geblieben. Mögen auch zukünftige Militärhistorikergenerationen über die Rahmenbedingungen und die substanziellen Veränderungen dieser 1. Heeresreform forschen und sich daran erinnern, wie alles begann …damals im Jahr 1963!

 


ANMERKUNGEN:

1) Der vorliegende Aufsatz stellt eine Überarbeitung der Publikation von Andreas Steiger: Die Bundesheerreform 1962/1963. In: Wolfgang Etschmann, Hubert Speckner: Zum Schutz der Republik Österreich. 50 Jahre Bundesheer. 50 Jahre Sicherheit: gestern - heute - morgen… (= Beiträge zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres) Wien 2005, S.399-419 dar.

2) Vgl. Umgliederung der Panzertruppe. (BMfLV ZI. 305.382-Org./Ill/1960 [= HGM/MGFA]. Sämtliche im Artikel angeführten Primärquellen waren zum Zeitpunkt des Erstellens von Andreas Steiger: Die Heeresgliederung 1962/1963. Ungedruckte Diplomarbeit der Universität Wien 1994 im Bestand des Heeresgeschichtliches Museum/Militärgeschichtliche Forschungsabteilung [= HGM/MGFA].

3) Vgl. Erwin Pitsch: Vom AK zum JaKB 911…Kommanden, Behörden und Truppen des Österreichischen Bundesheeres seit 1955 (= Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, 5) Wien 2005, S.61.

4) Vgl. Friedrich Hessel: Die Entwicklung des Bundesheeres der Zweiten Republik. In: Etschmann - Speckner: Zum Schutz der Republik Österreich, S.787.

5) Vgl. Umgliederung der Panzertruppe, a.a.O.

6) Vgl. Gustav Habermann: Die Organisation der österreichischen Streitkräfte von 1955 bis zur Gegenwart. In: Die Streitkräfte der Republik Österreich (1918-1968), (= Katalog zur Sonderausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum) Wien 1968, S.77.

7) Vgl. Albert Bach: Die Entwicklung des österreichischen Bundesheeres seit 1955. In: 30 Jahre Offiziersgesellschaft Steiermark, Graz 1990, S.16.

8) Bezüglich der Ernennung der Reserveoffiziere vgl. General i.R. Heinz Scharff: Gedächtnisprotokoll, [1962 und 1963 in der Ausbildungsabteilung tätig] Wien am 14. Dezember 1993. Sämtliche im Beitrag angeführten Gedächtnisprotokolle wurden vom Verfasser persönlich mit den jeweiligen Zeitzeugen erstellt und von diesen gegengezeichnet. Zur Ernennung von Reserveoffizieren siehe: Heinz Scharff, Waffenübungen und Reservekader. In: Alma Mater Theresiana - Jahrbuch, Wr. Neustadt 1962, S.30-34.

9) Vgl. Durchführung von freiwilligen Waffenübungen. BMfLV Zl. 312.748-Org/62 vom 11. August 1962. [= HGM/MGFA]. Somit war bei einer fWÜ im Jahr 1963 von vier Wochen die nächste fWÜ erst wieder 1965 möglich.

10) Vgl. Richtlinien für die Durchführung von Inspektionen und Instruktionen, Merkblatt 1963 (HGM/MGFA).

11) Vgl. Gustav Stöckelle: Landesverteidigung und Dienstzeit in Österreich mit besonderer Berücksichtigung ihrer wehrpolitischen Bedeutung. In: ÖMZ 4/1964. S.229ff.

12) Vgl. Mario Stingl: Wacht an der Grenze. Die Grenzschutztruppen des Österreichischen Bundesheeres (= Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, 12), Wien 2008. S.93.

13) Vgl. Stöckelle, a.a.O., 229ff.

14) Vgl. Amtsvermerk über die Steuerung der Einberufung von Jungmännern im Hinblick auf die Aufstellung von Grenzschutztruppen (BMfLV Zl. 21.327.812-Mob/61 vom 21. Dezember 1961). [= HGM/MGFA].

15) Vgl. Erstellung von Vorschlägen über die Erhöhung der Kampfkraft der Grenzschutztruppen, (BMfLV Zl. 21.2.463-geh-Op/62 vom 14. Mai 1962) [= HGM/MGFA].

16) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres 1962, Blatt 15 zu Beilage 5 (BMfLV Zl. 21.612-strgeh/Org/61) [= HGM/MGFA].

17) General i.R. Friedrich Hessel [zuletzt stellvertretender GTI]: Gedächtnisprotokoll, Wr. Neustadt am 20.11.2013.

18) Vortrag an den Landesverteidigungsrat, zit. nach Otto Heller: Die „Schild-Schwert-These“ und die Neutralen. Eine strategisch/operative Betrachtung über die Zeit von der Aufstellung des Zweiten Bundesheeres bis zum Beginn der Reform 1970. In: Wolfgang Etschmann u.a. (Hrsg.): Schild ohne Schwert. Das österreichische Bundesheer 1955-1970 (= Forschungen zur Militärgeschichte,2), Graz - Wien - Köln 1991, S.76.

19) Zur Einsatzbereitschaft vgl. Johann Tretter: Das Bundesheer nach 30 Jahren. In: Truppendienst 5/1985, S.477. und General i.R. Dr. Johann Tretter: Gedächtnisprotokolle, Salzburg im November 1993 und im Februar 1994. Dieser betont in seinen Gedächtnisprotokollen und im Gespräch, dass diese Anfrage die Hauptursache für die Heeresreform war.

20) Vgl. Information an den Bundesminister durch die Sektion III (BMfLV o.Z. am 3. Februar 1963) [= HGM/MGFA].

21) Zur Biographie von General der Infanterie Erwin Fussenegger siehe Stefan Bader: An höchster Stelle. Die Generale des Österreichischen Bundesheeres der Zweiten Republik, (= Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, Bd 3, Wien 2004), S.150-173.

22) Siehe zu General der Infanterie Otto Seitz vgl.: Bader, a.a.O., S.323-327.

23) Die Organisationsabteilung hatte u.a. die Planung des Heeresaufbaues, Angelegenheiten der Heeresorganisation, der Truppengliederung und der Unterbringung durchzuführen. Siehe dazu Amtskalender 1963, S.66.

24) Meinung der im Aufsatz angeführten befragten Zeitzeugen. General i.R. Dr. Tretter betonte diesbezüglich, dass die Heeresreform das Produkt der Arbeit der gesamten Organisationsabteilung/Sektion III war.

25) Vgl. Erste Information für den Bundesminister für Landesverteidigung am 6. Oktober 1961 (BMfLV Z1. 21.612-strgeh/Org/61) [= HGM/MGFA].

26) Bach, a.a.O., S.17.

27) Vgl. General i.R. Dipl.-VW Lothar Brósch-Fohraheim, Gedächtnisprotokoll, [1962 und 1963 Adjutant des Bundesministers], Pitten am 24. Oktober 1993.

28) Vgl. Errichtung von Gebietskommanden, Studie I der Org. Abt. Beilage 1 (BMfLV Zl. 612-strgeh/Org/61) [= HGM/MGFA].

29) Vgl. Territorialorganisation Einsatzverbände, Studie II der Org. Abt. Beilage 2 (BMfLV Zl. 612-strgeh/Org/61) [= HGM/MGFA].

30) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres - Grundsätzliche Weisungen vom 30.10.1962. (BMfLV Zl.317.000/62), Blg 1.

31) Zur Gliederung und den Aufgaben der einzelnen Militärkommanden von deren Aufstellung bis in das Jahr 2005 siehe die Beiträge von Pitsch: a.a.O., S.349ff.

32) Vgl. Information über die Planung - Umgliederung des Bundesheeres 1962. (Blatt 4 zu Beilage 5 BMfLV Zl. 612-str.geh/Org/61) [= HGM/MGFA].

33) Vgl. Friedrich Korkisch: Die Luftstreitkräfte der Republik Österreich bis 1978, In: Wolfgang Etschmann u.a. (Hrsg.): Tausend Nadelstiche. Das österreichische Bundesheer in der Reformzeit 1970 - 1978. (= Forschungen zur Militärgeschichte, 3), Graz - Wien - Köln 1994, 228f.

34) Vgl. Studie über den Stand der österreichischen Luftstreitkräfte am 1. April 1961, erstellt von Generalmajor Lube, Dienstzettel Nr. 347, Verschluss (Wien, 13. September 1961) [= HGM/MGFA]. So betrug der Anteil des Militärbudgets für die Luftwaffe in der Schweiz 40%, in Schweden 40%, in Österreich jedoch nur 5%.

35) Vgl. Korkisch, a.a.O., S.239.

36) Vgl. Lube, a.a.O., Dienstzettel Nr. 347 [= HGM/MGFA].

37) Vgl. Stellungnahme des Kdo Luftstreitkräfte vom 12.2.1962. (BMfLV Z1. 21.451-strgeh/III/62) [= HGM/MGFA].

38) Vgl. Wolfgang Hainzl: Die Fliegerkräfte Österreichs 1955 bis heute. Graz 1987, S.43f.

39) Vgl. Anton Mader: Die Fliegertruppe. In: ÖMZ 5/1965, S.357.

40) Protokoll über die Dienstbesprechung am 10. April 1962, protokolliert von Hauptmann Bernt [= HGM/MGFA].

41) Vgl. Bader, a.a.O., S.150.

42) Vgl. Erste Information für den Bundesminister für Landesverteidigung am 6. Oktober 1961. (Beilage 2 zu BMfLV Zl. 612-strgeh/Org. 61).[= HGM/MGFA].

43) Vgl. Information für den Bundesminister (BMfLV Z1.21.612-strgeh/Org. 61) [= HGM/MGFA]. Diesem Personenkreis gehörten an: Generaltruppeninspektor (GTI) General Erwin Fussenegger; ObstltdG Johann Freihsler; Sektion (S) II, ObstltdG Gustav Weinkopf; Sektion (S) Il1/Ausbildungsabteilung (AusbAbt) Obstlt Bruner; Operationsabteilung (OpAbt) ObstltdG Dr. Mario Duic, MjrdG Alois Nitsch; Mobilmachungsabteilung (MobAbt) ObstltdG Heller, Mjr Schiebl; Organisationsabteilung (OrgAbt) ObstltdG Gustav Habermann, MjrdG Dr. Johann Tretter; zugeteilter Generalstabsoffizier MjrdG Hans Ried; Sektion (S) IV ObstltdG Karl Ruby, ObstltdG Schuster, Obstltdlnt Dr. Höck, ObstdG Bizek, Mjr Strasser, Obstlt Fuhrmann und die Teilnehmer des 3. Generalstabskurses.

44) Vgl. Aktennotiz über die Befehlshaberbesprechung am 26. April 1962. (BMfLV o.Z). [= HGM/MGFA].

45) Vgl. Generaltruppeninspektor (GTI) General Erwin Fussenegger, Tagebuchaufzeichnung vom 18. Mai 1962. Österreichisches Staatsarchiv [= STA], Nachlass B/941.

46) Die Werbeaktion zur Verpflichtung von zvS scheiterte v.a. durch den 1960 einsetzenden Konjunkturaufschwung.

47) Vgl. Stellungnahme des Leiters der Org. Abt zum Umgliederungsvorschlag des GTI vom 21. Mai 1962. Gemäß diesem Vorschlag Gliederung wie folgt: Grp I: 1. Brig, 3. PzBrig, 9. PzBrig. Grp II: 5. Brig, 7. Brig. Grp III. 4., 6., und 8. Brigade. [= HGM/MGFA].

48) Vgl. Fussenegger, Tagebuchaufzeichnung vom 15. Juni 1962. [= STA].

49) Vgl. Fussenegger, Tagebuchaufzeichnung vom 18. Juni 1962. [= STA].

50) Vgl. Vortrag von Bundesminister Schleinzer an den Landesverteidigungsrat (BMfLV Zl. 6.056-Präs/62 vom 30. Juni 1962) [= HGM/MGFA]. Diesem Vortrag waren sechs Beilagen beigefügt.

51) Vgl. Änderung der Organisation des Bundesheeres, Durchführung mit 1. Jänner 1963 (eingeg. am 10. Oktober 1962, BMfLV Zl. 10.959-Präs/62) [= HGM/MGFA].

52) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres - Grundsätzliche Weisungen vom 30. Oktober 1962 (BMfLV Zl. 317.000/62) Blg 1 [= HGM/MGFA].

53) Vgl. ebenda Blg 3 [= HGM/MGFA].

54) Die in Klammer stehende Bezeichnung ist jene vor der Umgliederung.

55) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres, Beilage (BMfLV Zl. 317.000-Org/62) [= HGM/MGFA].

56) Vgl. Brósch-Fohraheim, a.a.O., 1993.

57) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres, a.a.O.

58) Vgl. Hessel a.a.O., S.786.

59) Vgl. Umgliederung des Bundesheeres, a.a.O.

60) Vgl. Themen der Chefbesprechung am 24. und 25. Juli 1962 (BMfLV Zl. 21.311-180/Org/62) [= HGM/MGFA].

61) Vgl. Friedrich Korkisch: Die österreichische Sicherheitspolitik (= Ungedruckte Dipl. Arbeit, Universität Wien) S.244.

62) Vgl. Heller, a.a.O., S. 61.

63) Vgl. Andreas Steiger: Vom Schutz der Grenze zur Raumverteidigung. Beiträge zur Geschichte des österreichischen Bundesheeres 1968-1978 (= ungedruckte Dissertation Universität Wien 2000), S.35.

64) Vgl. Generaltruppeninspektor i.R. General Anton Leeb: [1962 und 1963 im Büro des Ministers tätig] Gedächtnisprotokoll, Wien am 7. Jänner 1994.

65) Vgl. Steiger, a.a.O., S.36.

66) Vgl. Heller, a.a.O., S.62.

67) Vgl. Fussenegger, Tagebuchaufzeichnung. KA, Nachlass B/941.

68) Vgl. Beilage 2 (BMfLV Z1.317.000-Org/62) [= HGM/MGFA]. Der weitere Ausbau der Befestigungsanlagen erreichte seine größte Bedeutung als „Säule“ des Raumverteidigungskonzeptes.

69) Vgl. Tretter, a.a.O., S.477.

70) Über die Ausrüstung des österreichischen Bundesheeres im dargestellten Zeitraum siehe.: Ernest König, Bemerkungen zum Stand der Finanzen und der Rüstungswirtschaft in den Jahren 1955-1970. In: Wolfgang Etschmann u.a. (Hrsg.): Schild ohne Schwert. a.a.O., S.177.; Harald Pöcher: Geld, Geld und noch einmal Geld. Streitkräfte und Wirtschaft - Das Österreichische Bundesheer als Wirtschaftsfaktor von 1955 bis in die Gegenwart. (= Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheeres, 2), Wien 2006, S.107-128.; Die Ausrüstung des Bundesheeres. In: Der Soldat vom 9. April 1961, S.2.

71) Vgl. Brósch-Fohraheim, a.a.O., 1993. Anmerkung: In einer von der Militärakademie 1965 absolvierten Studienreise in ein europäisches NATO-Land wurde der M 48 unter Beisein von General i.R. Brósch-Fohraheim als der modernste mittlere Kampfpanzer den Offiziersanwärtern vorgestellt. Österreich hatte jedoch schon mit den M 60 Al ein viel moderneres Gerät als viele NATO-Staaten in Europa - ein wohl einmaliges Novum.

72) Vgl. Mario Duic: Das Erbe von Kriegs- und Nachkriegszeit, In: Etschmann (Hrsg.), Schild ohne Schwert, S.115.

73) Vgl. König, a.a.O., S.181.

74) Vgl. Duić, a.a.O., S.117.

75) Vgl. General i.R. Anton Leeb: Gedächtnisprotokoll, a.a.O., Dazu Leeb: Eine PAL verfehlte sein Ziel, flog in Folge auf den Zuschauerraum zu, drehte jedoch kurz davor ab. Mit der Erprobung war man nicht zufrieden, da dieses Waffensystem zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift war.

76) Vgl. Duic, a.a.O., 117f.

77) Vgl. Tretter, Gedächtnisprotokoll, 1993; Die ausländischen Kredite „Schweden- und Amerikakredit“ sollten vorerst außerordentlich vom Budget bedeckt werden, wurden aber im Laufe der Jahre dem Landesverteidigungsbudget angerechnet.

78) Vgl. Bericht des PID aus den Jahren 1956 bis 1963, erstellt durch den Verfasser auf Grundlage von Statistiken und Berichten des PID/BMfLV bzw. durch freundliche Mitteilung von Dr. Klaus Satorius-Thalborn und Dr. Reinhard Raberger im November 1994.

79) Vgl. General i.R. Heinz Scharff, [1962 und 1963 in der Ausbildungsabteilung S III] Gedächtnisprotokoll, Wien am 14. Dezember 1993.

80) Vgl. Ministerialrat i.R. Mag. Johann Ellinger [1962 und 1963 Leiter des Presse und Informationsdienstes]. Gedächtnisprotokoll, Wien am 30. Dezember 1993.

81) Vgl. Gerhard Sladek: Umfassende Landesverteidigung im Wandel. Empirische Dimensionen im Meinungsbild der militärischen Elite in Österreich. In: Schriftenreihe „Sicherheit und Demokratie“. Wien 1991. S.19ff.

82) Vgl. Vortrag des Bundesministers für Landesverteidigung Dr. Karl Schleinzer, an den Ministerrat über den Aufbau der Umfassenden Landesverteidigung, 16. Februar 1962, BMfLV (Z1.1.649 Präs/62). In: Manfried Rauchensteiner: Das Bundesheer der Zweiten Republik. (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums, 9) Wien 1980, S.63f.

83) Siehe dazu: Aufbau der Umfassenden Landesverteidigung. In: ÖMZ 1/1963, S.39-45; Sladek, a.a.O., S.19ff.

84) Vgl. General i.R. Albert Bach: [1962 und 1963 Kommandant der Stabsakademie/Landesverteidigungsakademie].Gedächtnisprotokoll, Graz im November 1993.