Einige grundsätzliche militär­theoretische Anmerkungen zu Begriff und Einordnung des Erfolges bei der Aufstandsbewältigung

 

Dirk Freudenberg

 

Erfolg wird im Zusammenhang mit Aufstandsbekämpfung mitunter als ein nebulöses Konzept bezeichnet, das oftmals unzusammenhängend eher die intellektuelle Voreingenommenheit des Betrachters reflektiert als die Prioritäten der Irregulären selbst oder auch deren Anhänger.1) Das Hauptaugenmerk der Befehlshaber auf einem Kriegsschauplatz liegt dagegen fast ausschließlich darauf, wie sie den Gegner in der Hauptkampfphase eines Feldzuges besiegen können; allerdings wird nur allzu oft vergessen, dass militärische Siege nutzlos sind, wenn sie nicht zur Vollendung der politischen Zielsetzungen und schlussendlich zur Erreichung des gewünschten (strategischen) Endzustandes führen.2) Im Kleinen Krieg des 21. Jahrhunderts gilt nicht mehr das ceteris paribus-Prinzip der numerischen Überlegenheit und der Ausrüstungs- und Bewaffnungsqualität der militärischen Kräfte, die den militärischen und politischen Erfolg im Kleinen Krieg, im Gegensatz zu den konventionellen Großen Kriegen, nicht (mehr) garantieren.3)
Die Suche nach einer „richtigen“ - im Sinne einer erfolgreichen - Strategie ist zugleich immer die Suche nach den richtigen Mitteln zur Erreichung von bestimmten Zielen und dem diesen übergeordneten Zweck.4) Dies ist hinsichtlich der hier aufgeworfenen Fragestellung umso notwendiger, als behauptet wird, dass Kriege von Irregulären nie gewonnen, aber von ihren Gegnern oft verloren würden.5) Dementsprechend stimmt möglicherweise die Feststellung, dass es gerade angesichts des Phänomens Irregulärer Kräfte kaum klare Definitionen von Sieg und Niederlage gibt.6) Dieser Feststellung soll im Zuge der nachstehenden Ausführungen vor dem Hintergrund der aktuellen konzeptionellen Ansätze zur Aufstandsbewältigung im Lichte der Theorie des Carl von Clausewitz einmal kritisch nachgegangen werden.

Wissenschaftliche und politische Befindlichkeiten

Gegenüber dem modernen Ansatz einer Counterinsurgency, wie ihn das Field Manual (FM) 3-247) abbildet, gibt es deutliche Einwände aus unterschiedlichen Richtungen. Jeffrey Record analysiert zwei Gründe, weswegen sich die USA gegenüber einem materiell schwächeren, aber mit einem überlegenen Willen ausgestatteten Gegner im Nachteil sehen: Der eine sei die amerikanische Tendenz, Krieg und Politik zu trennen; der andere sei eine profunde Aversion der Amerikaner gegen jegliche Counterinsurgency.8) Beide Gründe zusammen kombinierten ein Rezept für den politisch sterilen Gebrauch von Streitkräften, insbesondere in begrenzten Kriegen, in denen sich die Feindseligkeiten gegen schwächere irreguläre Gegner hinziehen.9) Insgesamt offenbare sich hier die Beschränktheit materieller Überlegenheit und die Bedeutung eines politischen Willens und einer Strategie.10)
An anderer Stelle wird in der US-Literatur ebenfalls bemängelt, dass die USA oftmals daran scheiterten, ihre militärischen Ziele mit den politischen in Einklang zu bringen.11) Allerdings bekommt diese Aussage in ihrem Kontext und in der Fortsetzung eine andere Konnotation: Denn es wird zudem beanstandet, dass die am meisten bemerkbaren Auswirkungen auf die militärischen Fähigkeiten die Auflagen seien, die dem US-Militär auferlegt würden, wenn es in den Krieg ziehe, und die es somit daran hinderten, seine vollumfängliche Wirkmacht zu entwickeln.12) Darüber hinaus kritisiert diese Meinung deutlich, dass der differenzierte Ansatz zur Aufstandsbekämpfung, wie ihn die amerikanische Vorschrift FM 3-2413) vorgibt, schädlich für die soldatische Einstellung und Moral der Soldaten im Einsatz sei, da man sich einem Gegner gegenübersehe, der wisse, wie er sich hinter diesen „humanitären Richtlinien“ eines bevölkerungszentrierten Ansatzes verbergen kann.14) Allerdings übersieht diese Ansicht einen ganz entscheidenden Grundsatz: Der militärische Sieg ist erst der Anfang und nicht das Ende.15) Der clausewitzsche Grundgedanke, dass der Krieg nichts anderes ist als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, „… eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln …“,16) und damit ein Teil derselben, wird von dieser Ansicht ignoriert. Ebenso wenig wird hier nachvollzogen, dass der Zweck des Krieges politischer Art und auch nach der clausewitzschen Denkart auf den Frieden gerichtet ist.17)
Die Unterordnung des Militärischen unter das Politische - der Primat der Politik - gilt für Clausewitz im Übrigen unabhängig von der Intensität der militärischen Auseinandersetzung und demzufolge auch unabhängig vom Chamäleoncharakter des Krieges, der mit jeder Veränderung seiner Umwelt beständig die Gestalt wechsele:18) „Der Krieg ist also nicht nur ein wahres Chamäleon, weil er in jedem konkreten Fall seine Natur etwas ändert, sondern er ist auch seinen Gesamterscheinungen nach, in Bezug auf die in ihm herrschenden Tendenzen, eine wunderliche Dreifaltigkeit, zusammengesetzt aus der ursprünglichen Gewaltsamkeit seines Elementes, dem Hass und der Feindschaft, die wie ein blinder Naturtrieb anzusehen sind, aus dem Spiel der Wahrscheinlichkeit und des Zufalles, die ihn zu einer freien Seelentätigkeit machen, und aus der untergeordneten Natur eines politischen Werkzeuges, wodurch er dem bloßen Verstand anheimfällt.“19)
Der Ansatz also, dass Krieg etwas Apolitisches wäre, erzeugt die fatale Unaufmerksamkeit gegenüber der Herausforderung, einen militärischen Sieg in einen politischen Erfolg umzuwandeln.20) Das gilt insbesondere für die Aufstandsbekämpfung, wie sie das FM 3-24 vor Augen hat. Der ganz wesentliche innovative Gedanke dieser Vorschrift ist - im Gegensatz zu klassischen Ansätzen der Kriegführung -, dass nicht der Gegner im Zentrum der militärischen Betrachtung steht, sondern dass es sich um einen bevölkerungszentrierten Ansatz handelt.21) Doch genau das wird von der ablehnenden Ansicht negiert: Zunächst soll die Bedrohung komplett eliminiert werden, bevor mit einem Wiederaufbau begonnen wird.22) Damit stehen einander der feindzentrierte Ansatz klassischer konventioneller Kriegführung und der bevölkerungszentrierte Ansatz der Aufstandsbekämpfung im Sinne einer modernen Counterinsurgency, wie sie das FM 3-24 vertritt, diametral gegenüber.23) Dieser bevölkerungszentrierte Ansatz bedeutet, dass bei jeder Maßnahme und Handlung die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu beurteilen und gegebenenfalls feindschädigende Unternehmungen zu unterlassen sind, auch wenn dadurch ein militärischer Vorteil nicht ausgenutzt wird, wenn dadurch unter Umständen die Auswirkungen auf die zivile Lage der Bevölkerung und das zivile Meinungsbild negativ sein könnten.24)
Das wird in der Literatur nicht durchgängig verstanden, wenn im Zusammenhang mit dieser Fragestellung festgestellt wird, dass sich bereits aus dem Verhältnismäßigkeitsgebot des Humanitären Völkerrechts ein normatives Kriterium ergebe, das eine Bewertung darstelle, die auch auf Counterinsurgency-Operationen anzuwenden sei.25) Das Abstellen auf juristische, völkerrechtliche Grundsätze - die völlig unbestritten sind - ist allerdings in diesem Zusammenhang nicht zielführend, weil sie in ihren Wirkungen nicht weit genug gehen. Genau nach den Folgewirkungen von operativen und taktischen Maßnahmen auf die Lage der Bevölkerung ist in der Aufstandsbekämpfung zu fragen. Hieraus ergeben sich die Einschränkungen. Diese Einschränkungen gehen also weiter als die völkerrechtlichen Regelungen zum Schutze der Zivilbevölkerung. Sie haben gleichzeitig auch eine andere Wirkdimension als das weiterhin uneingeschränkt geltende Feindschädigungsrecht.26)
Der in der FM 3-24 zum Tragen kommende Grundgedanke entspricht dennoch überkommenen militärischen Grundsätzen: Das Ausnutzen eines möglichen taktischen Erfolges ist dann zu unterlassen, wenn dadurch absehbar, unmittelbar oder auch nur mittelbar, eine schädigende Wirkung von strategischer Bedeutung eintritt.27) Eine weitere grundlegende Überlegung des FM 3-24 ist zudem, dass Aufstandsbekämpfung zwar Teil der Kriegführung ist, dass aber zur Aufstandsbekämpfung prinzipiell zivile Maßnahmen der humanitären Nothilfe, des zivilen Wiederaufbaus, der Entwicklungshilfe und der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Staats- und Regierungsbildung wie auch des administrativen und des polizeilichen Bereiches grundsätzlich unerlässlich sind und den militärischen Maßnahmen in ihrer Wertigkeit und Bedeutung für den Erfolg voranstehen. Folglich ist dieser proaktive Ansatz dem Grunde nach ein zivil gesteuerter mit einer militärischen Komponente. Somit entspricht dieser Ansatz dem Prinzip der Vernetzten Sicherheit als Ausfluss des umfassenden Sicherheitsbegriffs, wie er auch in verschiedenen sicherheitspolitischen Grundlagendokumenten der Bundesrepublik Deutschland manifestiert ist, und der im internationalen Umfeld englischsprachig als „comprehensive approach“ bezeichnet wird.
Für die Anwendung militärischer Wirkmittel - v.a. letal wirkender Waffen - kommt in der deutschen Diskussion noch eine weitere Problematik hinzu. In der deutschen militärwissenschaftlichen Literatur - entsprechend den Befindlichkeiten in der Politik - tut man sich hingegen hinsichtlich der Kampferfahrungen deutscher Soldaten in den jüngeren Auslandseinsätzen der Bundeswehr schwer, mit dem Begriff des Erfolges in einer gewaltsamen Auseinandersetzung, wie es beispielsweise die Einbindung deutscher Streitkräfte zur Aufstandsbewältigung im Rahmen des inzwischen beendeten ISAF-Mandats gleichwohl war, umzugehen und ihn mit Inhalt zu füllen, ohne dass er zugleich in eine entschuldigende Rechtfertigung eingebunden ist. Dementsprechend wird betont, dass für die Angehörigen der Bundeswehr und ihr soldatisches Selbstverständnis die Innere Führung - mit Recht und Freiheit als obersten Orientierungspunkten für das soldatische Handeln - maßgeblich sei und Krieg als gewaltsamer zwischenmenschlicher Akt niemals Selbstzweck sein dürfe und auch der militärische Sieg nicht das oberste Ziel von Auslandseinsätzen sein dürfe.28)
Für Hartmann ist denn auch der Begriff des Sieges „… nur ein Leitbegriff begrenzter Reichweite“, der nur Sinn erhalte durch seinen Beitrag zu einem Frieden, der besser sei als der politische Zustand zuvor, und daher säßen Krieg und Sieg höchstens in der zweiten Reihe; die erste Reihe sei reserviert für politische Begriffe wie Recht, Freiheit, Frieden und Menschenrechte.29) Daher stellt diese Ansicht ab auf Versöhnung der Konfliktparteien und Reintegration; die Fokussierung des militärischen Handelns auf Sieg oder Niederlage stehe dazu im Widerspruch und sei mit einer solchen Politik nicht vereinbar.30)
Hartmanns idealistische Ansicht ist insofern nicht unproblematisch, da die politischen Begriffe, die er in das Zentrum rückt, offene Wertbegriffe sind, die vielleicht universal anerkannt sind, aber nicht zwingend überall das Gleiche bedeuten, Anpassungen unterliegen und kulturabhängig nicht überall in gleicher Weise durchgesetzt werden können. Zugleich blendet diese Ansicht aus, dass es natürlich Konfliktursachen geben muss, die beseitigt oder zumindest gelöst werden müssen, sodass überhaupt eine Grundlage für Versöhnung und Reintegration gegeben ist. Für Hartmann dient das traditionelle militärische Handeln ferner eher nicht den vorhin beschriebenen Zielen, und es gehe daher nicht um die Zerschlagung eines Gegners durch Kampf, es gehe auch nicht allein um das Gewinnen von Herz und Verstand der Bevölkerung, sondern um ihre gemeinsame Einbindung in einen auf Versöhnung angelegten Friedensprozess.31)
Damit ignoriert Hartmann, dass es auch für Demokratien handfeste sicherheitspolitische Interessen geben kann, für die es sich unter Umständen lohnt, sich einzumischen und zu intervenieren, und die gegebenenfalls gewaltsam durchgesetzt werden müssen. Aber auch Hartmann erkennt an, dass seine Forderungen nicht zwingend ohne Kampf oder zumindest durch glaubhafte Abschreckung durchgesetzt werden können, denn auch der Kämpfer, der seine Reintegration in Erwägung ziehe, mache eine Kalkulation, bei der auch seine Beurteilung eine Rolle spiele, wer in der Auseinandersetzung wahrscheinlich die Oberhand behalte.32) Daher kann Reintegration auch nicht isoliert stehen. Tatsächlich steht die Reintegration, wie ihn das FM 3-24 beschreibt, bezogen auf die zu Reintegrierenden, am Ende eines Prozesses von Identifikation, Separation, Isolation, Beeinflussung und Reintegration, wobei der eigentliche Reintegrationsprozess noch einmal in einen aufwändigen und zeitintensiven Verwaltungsgang eingebettet ist. Jedoch ist an dieser Stelle zunächst einmal festzustellen, was denn der Begriff des Sieges überhaupt bedeutet und was ihn ausmacht.

Der Begriff des Sieges

Ein militärisches Handwörterbuch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts definiert den Begriff des Sieges folgendermaßen: „Der Zweck jeden Kampfes, der Erfolg im Kriege überhaupt. Der taktische, auf dem Schlachtfelde erfochtene Sieg ist bedingt durch numerische oder moralische Überlegenheit, bessere Führung, günstige Terrainverhältnisse, überraschendes Auftreten der Reserven, endlich durch besondere Glücksumstände, wie rechtzeitiges Eintreffen der Verstärkungen etc. Der Sieg gibt sich dadurch zu erkennen, dass der geschlagene Teil das Schlachtfeld räumt; gelingt es demselben, in Ordnung abzuziehen und eine Verfolgung seitens des Siegers abzuwehren, so ist der Sieg unvollständig und hat gewöhnlich keine große Folgen; kann er dagegen voll ausgenutzt werden, führt er zur Vernichtung des feindlichen Heeres, so ist ein ‚entscheidender‘ Sieg erfochten … .“33) Wenngleich diese Definition den Sieg als militärischen Erfolg auf der taktischen Ebene, also auf dem Gefechtsfeld definiert, hebt diese Erklärung den Begriff und seine Bedeutung einleitend - als „… Erfolg im Kriege überhaupt“ - durchaus auf die strategische Ebene, also auf die Ebene der Politik und steht damit ganz in der Tradition und im Verständnis der Gedankenwelt des Carl von Clausewitz. Somit gilt es nun, den Begriff des Sieges in seiner politisch-strategischen Dimension zu beleuchten.

Die politisch-strategische Dimension des Begriffs des Sieges

Das grundsätzliche Ziel einer jeden Strategie ist der Erfolg. Das grundsätzliche Ziel einer Kriegführung und damit jeder Strategie ist der Sieg34) und muss der Sieg sein.35) Für Clausewitz zielt der Akt der Gewalt dabei auf die Wehrlosmachung oder Niederwerfung des Gegners; Niederwerfung bedeutet, dem Gegner seine Kräfte zur Kriegführung zu nehmen, also alle Mittel zur Kriegführung.36) Allerdings ist dieser gerade in den heutigen Konflikten nicht allein durch die Niederwerfung der regulären gegnerischen Kräfte definiert, sondern ist durch einen finalen Status (engl. „end state“) darzulegen, der das gesamte politische Umfeld betrachtet. Dieser finale Status ist der Zweck der Strategie. Dieser „end state“, also der Zweck, ist das, was Clausewitz mit „beabsichtigter Friede“ meint: „Die Erhaltung der eigenen Streitkräfte, die Vernichtung der feindlichen, mit anderen Worten der Sieg ist der Gegenstand des Kampfes; aber er ist freilich nicht der letzte Zweck. Die Erhaltung des eigenen Staates und die Niederwerfung des feindlichen ist dieser Zweck, und wieder mit einem Wort: der beabsichtigte Friede, weil in ihm sich dieser Konflikt ausgleicht und in einem gemeinschaftlichen Resultat endigt.“37)
Clausewitz erarbeitet folglich mit seiner Theorie des Krieges, der Herausarbeitung prinzipieller Relationen von Politik, Gesellschaft, Krieg und Friedensordnung eine zukunftsweisende Studie,38) die bereits hier die Zusammenhänge gesamtgesellschaftlicher Wechsel- und Außenwirkungen hervorhebt.39) Mit Blick auf die deutschen Einigungskriege im 19. Jahrhundert und den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 formulierte der Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke, der das seinerzeitige Kriegswesen später als „… das Streben nach großer und schneller Entscheidung“40) charakterisiert: „Der moralische Wert eines Sieges wirkt weit über das Schlachtfeld hinaus. Er trägt seine Bedeutung in sich. Der Sieg in der Waffenentscheidung ist daher das wichtigste Moment im Kriege. Er allein bricht den Willen des Feindes und zwingt ihn, sich dem unsrigen zu unterwerfen. Nicht die Besetzung einer Strecke des Landes oder die Eroberung eines festen Platzes, sondern allein die Zerstörung der feindlichen Streitmacht wird in der Regel entscheiden.“41)
Wenngleich Moltke die militärische Entscheidung, nämlich die Vernichtung der gegnerischen Streitkräfte, hier als Voraussetzung für den Sieg hervorhebt, anerkennt er doch zugleich die politische Tragweite, die dem Brechen des gegnerischen Willens zukommt. Hier folgt Moltke auch gedanklich der sprachlichen Diktion Clausewitz‘, für den der Krieg „… eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln …“42) und der Kampf zweier Willen ist, „… um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.“:43) „Der Krieg hat zum Zweck, die Politik der Regierung mit den Waffen durchzuführen. Die Schlacht ist das große Mittel, den widerstrebenden Willen des Gegners zu brechen.“44)

Umfang und Bedeutung des Vernichtungsbegriffs im Sinne des Carl von Clausewitz

An dieser Stelle ist abzuklären und klarzustellen, was die „Vernichtung des Gegners“ für Clausewitz bedeutet: etwa die „Liquidierung“ oder nur die Ausschaltung seiner bewaffneten Kampfverbände?45) Im Zusammenhang mit Angriffsoperationen greift Clausewitz den Begriff der „Vernichtung“ auf, indem er darauf abstellt, dass die Vernichtung des Gegners verschiedene Gesichtspunkte aufweist: Zum einen „… nur soviel zu vernichten, als es der Angriff erfordert;“ oder zum anderen „… als überhaupt möglich ist …“46) In der Literatur wird, hierauf verweisend, die Ansicht vertreten, der Zweck des Krieges, die Niederwerfung des Gegners, sei mit der Absicht von dessen Vernichtung gleichzusetzen.47) Hieraus folgern einige Autoren, die clausewitzsche Analyse sei für die Zukunft unbrauchbar, wenn nicht gar schädlich.48)
In diesem Sinne wird Clausewitz auch als Wegbereiter des totalen Krieges gesehen.49) Eine solch weitergehende Konzeption allein aus den historischen Erfahrungen nach Clausewitz diesem zu unterstellen, ist nicht nur historisch fragwürdig. Im Gegenteil: Sie steht der Position Clausewitz’ geradezu diametral gegenüber.50) „Das Gesetz des Äußersten [ist für Clausewitz], den Gegner wehrlos zu machen, ihn niederzuwerfen …“51) Mithin versteht Clausewitz unter Vernichtung den Zustand, in dem der Kampf einer Seite nicht mehr fortgesetzt werden kann.52) Der Zweck ist folglich nicht die totale physische Vernichtung des Gegners, sondern seine Schwächung nur insoweit, als dass er nicht weiter fähig ist, den Kampf fortzusetzen. Dies bestimmt Clausewitz genauso ganz explizit bereits zu Beginn seiner Hauptschrift: „… sein nächster Zweck ist, den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem ferneren Widerstand unfähig zu machen.“53)
Clausewitz hat freilich selbst die Gefahr eines solchen Missverständnisses gesehen und dementsprechend unmissverständlich an die vorstehende Aussage angefügt: „Wir erklären hierbei, daß wir in der Folge bei dem Ausdruck ‚Vernichtung’ nur dieses verstehen werden.“54)
Demnach hat der Kriegführende in der Konzeption Clausewitz’ ein begrenztes Ziel: Er will den Gegner zur Erfüllung seines Willens zwingen; dazu braucht er den Gegner nicht zu vernichten, er darf ihn nicht einmal vernichten, sondern muss ihn zwar besiegen, aber auch erhalten, da ein vernichteter Gegner seinen Willen nicht mehr erfüllen kann.55) Denn für Clausewitz ist der Krieg gemäß seiner einleitenden Definition in „Vom Kriege“ der Kampf zweier Willen.56) Einem physisch vernichteten Gegner kann man objektiv unmöglich einen Willen aufzwingen. Insofern ist hier der Gedanke zugrunde gelegt, dass der Sieg auf dem Schlachtfeld so entscheidend und schnell zu erringen ist, dass er die Politik vor vollendete Tatsachen stellt.57) Folglich wäre die vollständige physische Vernichtung des Gegners nach der clausewitzschen Konzeption auch geradezu kontraproduktiv.

Die militärpolitische Dimension des Begriffs des Sieges

Allerdings ist für Clausewitz der Krieg gar nicht abstrakt zu denken, sondern immer unter bestimmten persönlichen, geographischen und politischen Bedingungen, die selbst bis auf das Schlachtfeld hinaus noch einwirken.58) Insofern wird in der Literatur zum Teil die weitergehende Sicht Clausewitz’ verkürzt interpretiert.59) Es entgeht, dass Clausewitz den Krieg in Zusammenhang mit Ziel und Zweck desselben setzt und der Zweck des Krieges politischer Art ist. „Die Strategie ist der Gebrauch des Gefechts zum Zweck des Krieges; sie muß also dem ganzen kriegerischen Akt ein Ziel setzen, welches dem Zweck desselben entspricht, d.h. sie entwirft den Kriegsplan, und an dieses Ziel knüpft sie die Reihe der Handlungen an, welche zu demselben führen sollen, d.h. sie macht die Entwürfe zu den einzelnen Feldzügen und ordnet in diesen die einzelnen Gefechte an.“60)
Mithin vermeidet Clausewitz die Verengung des strategischen Denkens auf seine militärisch-operative Komponente und stellt den Vorrang des Politischen für Strategie und Taktik heraus.61) „Vermittelst dieses Sieges erreicht die Strategie den Zweck, welchen sie dem Gefecht gegeben hat und der seine eigene Bedeutung ausmacht.“62) Mithin leitet Clausewitz die Begriffe von Strategie und Taktik aus dem politischen Charakter des Krieges ab.63) Auch für den Kleinen Krieg, der die allgemeinen Grundsätze von Strategie und Taktik nicht ignorieren kann,64) sollte für Clausewitz diese Einteilung Geltung haben, wie er in seinen „Vorlesungen über den Kleinen Krieg“ ausführt: „Taktik ist nach unserer Meinung die Lehre von der Anwendung der Leitung der Streitkräfte im Gefecht; Strategie die Lehre von der Anwendung, dem Gebrauch des Gefechts.“65)
Tatsächlich hat Clausewitz in diesem Zusammenhang die Allumfassendheit des Krieges gesehen: „Bei der absoluten Gestalt des Krieges, wo alles aus notwendigen Gründen geschieht, alles rasch ineinandergreift, kein, wenn ich so sagen darf, wesenloser neutraler Zwischenraum entsteht, gibt es wegen der vielfältigen Wechselwirkungen, die der Krieg in sich schließt, wegen des Zusammenhanges, in welchem, strenge genommen, die ganze Reihe der aufeinander folgenden Gefechte steht, wegen des Kulminationspunktes, den jeder Sieg hat, über welchen hinaus das Gebiet der Verluste und Niederlagen angeht, wegen aller dieser natürlichen Verhältnisse des Krieges, sage ich, gibt es nur einen Erfolg, nämlich den Enderfolg. Bis dahin ist nichts entschieden, nichts gewonnen, nichts verloren. Hier ist es, wo man unaufhörlich sagen muss: das Ende krönt das Werk. In dieser Vorstellung ist also der Krieg ein unteilbares Ganze[s], dessen Glieder (die einzelnen Erfolge) nur Wert haben in Beziehung auf dies Ganze.“66)
Clausewitz ist in seinen Schriften - insbesondere in „Vom Kriege“ - bestrebt, „… das Wesen der kriegerischen Erscheinungen zu erforschen, ihre Verbindung mit der Natur der Dinge, aus denen sie zusammengesetzt sind, zu zeigen.67) Daher dürfen diese Gedanken Clausewitz’ auch nicht isoliert von seinem Postulat gesehen werden, dass der Krieg ein Mittel der Politik ist, „… eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln …“68) und nicht reduzierend lediglich „… Wesen des Lebenskampfes …“ eines Volkes, wie ihn später General Ludendorff vertrat.69)
Die Erkenntnis Clausewitz’ geht insofern tiefer, als sie zeigt, dass die Politik bei Kriegsbeginn nicht etwa abbricht, sondern dass sie durchlaufend das führende Element ist und sich die Mittel auswählt, die sie braucht, um ihre Ziele zu erreichen.70) Clausewitz‘ These besagt, dass der Krieg eine Art öffentliches Handeln ist, wie alles politische Handeln auch, und dass der Krieg von der Art des Handelns ist wie die Politik gleichfalls, was besagt, dass im Krieg das (politische) Handeln nicht etwa aufhört, sondern in wie auch immer gewandelter Gestalt fortgeführt wird.71) In der neueren politikwissenschaftlichen Literatur wird denn auch anerkannt, dass Clausewitz‘ klassisches Verständnis vom Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln auch heute noch sinnvoll ist, da dieses zum einen verlangt, analytisch anzuerkennen, dass Krieg ein politisches, kein natürliches und auch kein rein militärisches Geschehen ist und damit nicht „ausbricht“, sondern von Menschen gemacht wird; und zum anderen erfordert das klassische Verständnis normativ, dass jegliches kriegerische Verhalten ständig auf seinen politischen Zweck und seine politische Eignung zur Erreichung dieses Zweckes zu überprüfen ist.72)

Der Zweck des Krieges und die Bedeutung von Verlusten in „postheroischen Gesellschaften“

Es ist den heutigen Wohlstandsgesellschaften schwierig zu vermitteln, dass der Gebrauch militärischer Macht - auch bei größter Überlegenheit - auch immer das Risiko eigener Verluste beinhaltet. „Menschenwürde“ und die „Heiligkeit“ jedes individuellen Lebens machen moderne westliche Gesellschaften widerwillig, Einzelleben für Kollektivinteressen zu opfern.73) Dementsprechend zielt die moderne Kriegführung zumeist darauf ab, die eigenen Verluste gegen Null zu halten.74) Die modernen Gesellschaften sind an der bedingungslosen Sicherung des Lebens orientiert.75)
Die militärische Interventionsfähigkeit „postheroischer Gesellschaften“76) ist somit abhängig von der Minimierung eigener Verluste77) und darüber hinaus auch der des Gegners.78) Denn gerade der irregulär kämpfende Gegner wird zivile Objekte und Personen als Waffen und Schutzschilde einsetzen und dadurch „Kollateralschäden“ provozieren oder auch bewusst selbst herbeiführen.79) Kollateralschäden sollen also mitunter nicht nur billigend in Kauf genommen werden, sondern zum Teil sind Anschläge so angelegt, größtmögliche Medienaufmerksamkeit zu erzielen, und insofern kann die psychologische Wirkung dieser Aktivitäten den tatsächlichen Schaden um ein Vielfaches übertreffen und durch Propaganda noch verstärkt werden.80) Für die Ordnungsmacht hingegen stellt sich die Situation völlig anders dar. Der Verlust von Menschenleben ist somit grundsätzlich zu vermeiden, unabhängig von der Zugehörigkeit der Betroffenen zu Freund oder Feind.81) Die Intensivierung eines Konfliktes zur Niederwerfung eines nichtstaatlichen Gegners kann sich gerade in einem Kleinen Krieg leicht als kontraproduktiv erweisen; insbesondere dann, wenn eigene Verluste an Menschenleben für den staatlichen Akteur ein größeres Problem darstellen als für den nichtstaatlichen Gegner.82)
Mit Verweis auf Clausewitz, der lehrt, dass „… der politische Zweck als das ursprüngliche Motiv des Krieges das Maß sein wird, sowohl für das Ziel, welches durch den kriegerischen Akt erreicht werden muß, als für die Anstrengungen, die erforderlich sind[.]“,83) arbeitet Krumpelt heraus, dass sich das Maß der Gewaltanwendung im Kriege v.a. nach dem Grade der beiderseitigen Interessengegensätze und nach der Höhe des mit dem Kriege verfolgten Zieles richten wird.84) Doch Clausewitz formuliert hier noch deutlicher: „[D]er politische Zweck [muss] als das ursprüngliche Motiv ein sehr wesentlicher Faktor … werden. Je kleiner das Opfer ist, welches wir von unserem Gegner fordern, umso geringer dürfen wir erwarten, daß seine Anstrengungen sein werden, es uns zu versagen. Ferner, je kleiner unser politischer Zweck ist, um so geringer wird der Wert sein, den wir auf ihn legen, um so eher werden wir uns gefallen lassen ihn aufzugeben: Also umso kleiner werden auch aus diesem Grunde unsere Anstrengungen sein.“85) Gefahren und Risiken werden also in Beziehung zum Zweck gesetzt und die Entscheidung nach entsprechender Abwägung von Kosten und Nutzen getroffen. Zur Vermeidung von Verlusten und Opfern - zumindest auf der eigenen Seite - hat man daher (immer schon) auf technologische Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld gesetzt. Fraglich ist allerdings, ob technologische Überlegenheit und Dominanz allein den Erfolg gegen Irreguläre Kräfte erzwingen.

Die Bedeutung des Sieges für Irreguläre Kräfte

Die Zielstellung hinsichtlich der Frage, was für die Irregulären im Rahmen eines Aufstandes den Sieg ausmacht, geht in eine etwas andere Richtung. Die Strategie Irregulärer Kräfte orientiert sich somit nicht daran, den Gegner im klassisch-clausewitzschen Sinn wehrlos zu machen, indem man in einer Entscheidungsschlacht seine Streitkräfte besiegt; sie ist vielmehr darauf gerichtet, Gefechte großen Stils zu vermeiden und stattdessen den Kontrahenten möglichst kleine „Nadelstiche“ zuzufügen, ohne räumliche und zeitliche Begrenzung.86) Der Faktor Zeit ist von besonderer strategischer Bedeutung. Der Sieg über einen Aufstand dauert grundsätzlich länger als der Sieg über einen konventionellen Gegner.87)
Henry Kissinger hatte seinerzeit - wohl am prägnantesten, wie van Creveld meint88) - auch den kardinalen Grundsatz des Kleinkrieges postuliert: „[t]he guerrilla wins if he does not lose. The conventional army loses if it does not win.“89) Hinter diesem Lehrsatz steht die Erkenntnis, dass die von ihrer Kampfkraft überlegenen konventionellen Kräfte auf der Zeitachse Gefahr laufen, sich gegenüber dem irregulären Gegenüber in der Tiefe des Raumes, einschließlich des Informationsraumes, zu verlieren, also ins Leere zu laufen, indem sie trotz vielfach überlegener Kampfkraft letztendlich keinen ausschlaggebenden Gefechtswert entwickeln, den sie gegenüber den Irregulären entscheidend zur Wirkung bringen können.
Die Grundidee konventioneller Streitkräfte zur Konzentration von Kräften, Raum und Zeit, zur Schwerpunktbildung, um eine Entscheidung zu erzwingen, lässt der Irreguläre nicht zu, indem er sich dieser Entscheidung nicht stellt, weil sie seine - möglicherweise auch physische - Vernichtung besiegeln würde. Der Irreguläre vermeidet folgerichtig, dass der Gegner die Möglichkeit gewinnt, Schwerpunkte zu bilden, um die Entscheidung herbeizuführen. Also weicht der Irreguläre dieser Entscheidung aus und spielt auf Zeit, und die Zeit spielt für ihn. Die Zeit wird somit zum „Alliierten“ der Insurgenten.90) Demzufolge müssen Aufständische keine Schlachten gewinnen, sondern lediglich dafür sorgen, keine zu verlieren.91)
Anders ausgedrückt: Im Kleinen Krieg ist (militärischer) Sieg nicht mehr Sieg und (militärische) Niederlage nicht mehr Niederlage.92) Ebenso lassen sich auch keine entsprechenden Siege als Erfolge deklarieren.93) Dagegen müssen die Ordnungskräfte sichtbar und langandauernd Macht projizieren, um politischen Gestaltungsraum zu gewinnen.94) Der Faktor Zeit bekommt also gerade im Rahmen der Aufstandsbekämpfung in seiner Dynamik eine besondere Bedeutung und steht der Ordnungsmacht und den Aufständischen geradezu diametral gegenläufig gegenüber. Im Ergebnis bedeutet dies, dass Irreguläre Kräfte, die den Aufstand als die schwächeren Akteure strategisch in der Defensive, aber taktisch in der Offensive führen,95) nicht in Schlachten siegen müssen, um Kriege zu gewinnen; ihnen genügt es, nicht zu verlieren, um am Schluss den Sieg davonzutragen.96)
Das schließt folgerichtig nicht aus, dass die Irregulären den politischen Sieg, auf den es letztendlich ankommt, erringen.97) Dementsprechend sind derartige Auseinandersetzungen für die Ordnungsmacht allenfalls langfristig zu gewinnen und fordern einen hohen Preis.98) Auch hier findet die oben zitierte Lehre Clausewitz‘ abermals ihre Entsprechung, dass es nur einen Erfolg gibt, nämlich den Enderfolg und erst dieser am Ende das Werk krönt. „Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die politisch-strategische Ebene bereits vor Beginn eines Einsatzes auf den zu erreichenden Endzustand geeinigt hat und diesen definiert.
Kissinger hatte bereits in Bezug auf den Vietnam-Krieg die Überzeugung gewonnen, dass militärische „Siege“ im Kampf gegen Irreguläre bedeutungslos wären, wenn sie keine politische Realität erzeugen, die von Bestand ist.99) Dementsprechend hatte Clausewitz gewarnt: „Man fängt keinen Krieg an, oder man sollte vernünftigerweise keinen anfangen, ohne sich zu sagen, was man mit und was man in demselben erreichen will ….“100) Für Erfolge im Sicherheitssektor bedarf es daher in der Regel eines langen Atems, viel Zeit und Geduld.101) Dies gilt auch, wenn eingewandt wird, dass ein solcher Standard in der Praxis nicht durchzuhalten sei, weil in komplexen militärisch-politischen Lagen die Durchsetzung von Macht selbst die Optionen verändere.102)
Insofern stehen auch die Faktoren Raum und Zeit wiederum in einem besonderen Verhältnis. Während Raum und Zeit aufeinander wirken, entsteht ein Zustand der Spannung, die sich entweder löst, wenn der Aufstand an einigen Stellen erstickt wird, oder die zu einer Krise führt, wenn die Kräfte der Ordnungsmacht genötigt werden, das Land zu räumen.103) Demzufolge kommt der Geduld im Spannungsfeld zum Faktor Zeit eine strategische Bedeutung für den Erfolg zu. Geduld, das heißt die Erwartung einer Verbesserung der objektiven und subjektiven Sicherheitslage im Raum, die eine wirtschaftliche Stabilisierung und Entwicklung mit der erkennbaren Möglichkeit der Verbesserung der allgemeinen Lebensverhältnisse zulässt, ist ein Faktor, der sowohl auf der Seite der politischen und militärischen Verantwortlichen, aber auch v.a. auf der Seite der Bevölkerungen - der im Aufstandsgebiet sowie der Bevölkerungen der Ordnungsmächte - vorhanden sein und aufrechterhalten werden muss, aber nicht überstrapaziert werden darf.
Erfolge müssen sichtbar gemacht, Misserfolge müssen erklärt werden, Enttäuschungen sind zu verhindern. Die Menschen müssen sehen, dass es ihnen besser geht, dass sie auf dem rechten Weg sind. Nur dann werden sie Rückschläge hinnehmen, sich dem Zugriff der Insurgenten widersetzen und die Maßnahmen der Ordnungsmacht mittragen. Die Durchhaltefähigkeit und der Durchhaltewillen der Ordnungsmacht als dem Gegenüber und v.a. die Belastbarkeit der Bevölkerung der Ordnungsmacht werden hierdurch gleichfalls herausgefordert und strapaziert.
Die Strategie der Aufständischen ist also darauf ausgerichtet, den Gegner - v.a. moralisch - abzunutzen und ihn somit zur Aufgabe bzw. zum Abzug zu zwingen. In dieser Situation kommt der Bevölkerung für die am Konflikt beteiligten Parteien eine entscheidende Bedeutung zu. Es geht also letztendlich um die Akzeptanz, also im Sinne des Wortes darum, ob die Akteure einen erreichten Status annehmen, billigen, hinnehmen oder zumindest erdulden, ohne sich hiergegen erneut (gewaltsam) aufzulehnen. Akzeptanz wird für beide Seiten zum Schlüsselbegriff des Erfolgs bzw. führt die Nicht-Akzeptanz zum Misserfolg.104)

Der Wille des Gegenübers als Wirkziel zur Erreichung des Sieges

Dementsprechend ist im clausewitzschen Sinne auch auf den Willen des Gegenübers einzuwirken und, wo dies nicht uneingeschränkt erreicht werden kann, ist dessen Willen zu berücksichtigen. Wenn Irreguläre begreifen, dass sie im Sinne ihrer eigenen Interessen nur profitieren - vielleicht auch nur überleben - können, indem sie kooperieren, werden sie einlenken. Solange sie glauben, dass sie den Kampf gewinnen können, werden Irreguläre nicht einlenken und gegebenenfalls auch nicht einmal verhandeln.105)
Diese Erkenntnisse haben unmittelbare Auswirkungen auf das taktische Verhalten der eingesetzten Kräfte und bedingen ihr Vorgehen. Der operative wie auch der strategische Erfolg werden sich nur einstellen, wenn die eingesetzten Sicherheitskräfte nicht versuchen, ihre eigenen Einsatzgrundsätze und praktischen Verfahren wie auch ihr Berufsverständnis, ihre Führungskultur sowie ihr eigenes Rechtsverständnis eins zu eins in den Einsatzraum und auf die Akteure zu übertragen, sondern ihren Ausbildungsauftrag den kulturellen Gegebenheiten und taktischen Erfordernissen sowie den entsprechenden objektiven Möglichkeiten im Einsatzland bzw. dem dortigen notwendigen Bedarf anpassen und auf den Kontext ausrichten.
Die Konzepte müssen in den jeweiligen Kontext übertragbar sein, und deren Abbildung muss von den Menschen vor Ort akzeptiert werden. Das bedeutet konkret, dass der Versuch, den Ordnungskräften das deutsche Verständnis einer „guten Polizey“ zu vermitteln, nicht zwingend zum Erfolg führen wird. Eher ist das Gegenteil der Fall.106) Ein solcher Ansatz muss aufgrund des anderen kulturellen Kontextes und eines entsprechenden Selbstverständnisses der Akteure eher zum Scheitern verurteilt sein. Dies könnte zugleich bewirken, dass die ausgebildeten Kräfte die Seite wechseln und ihr erworbenes Know-how unter Umständen gegen ihre früheren Ausbilder einsetzen.107) Insofern ist es unbedingte Voraussetzung die Gesamtzusammenhänge in ihren Ursachen und Interdependenzen zu analysieren, um dann erst zu beurteilen, welche Fähigkeiten eingesetzt werden.108) Folglich ist also dann ein Erfolg gegeben, wenn der erreichte Status akzeptiert wird und keinen Anlass bietet, sich dagegen zu erheben. Entweder weil man einverstanden ist, oder zumindest, weil der Preis für eine Erhebung den Einsatz nicht rechtfertigt.109)

Schlussbemerkungen

Die Verantwortung der strategischen, der militärpolitischen Ebene ist es schlussendlich, bei der Definition des Endzwecks eines Einsatzes, also bei der Zielbeschreibung des zu erreichenden Friedenszustandes, die Rahmenbedingungen und Einsatzoptionen zu definieren, die diesen Zustand wirksam und andauernd erzeugen können und Einsatzkräften die notwendigen Einsatzmittel im erforderlichen Umfang sowie für die notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen, um den Auftrag erfolgreich und damit siegreich ausführen zu können.
Militärische Wirkmittel in einer Counterinsurgency schaffen lediglich den Freiraum, dass sich zivile Strukturen, Verwaltung und Wirtschaft in einem gesicherten Umfeld entwickeln und etablieren können, um der Bevölkerung im Einsatzland eine Perspektive zu geben. Das bedeutet, dass die militärischen Operationsplanungen und die zivilen Wiederaufbau- und Entwicklungsplanungen von Beginn an auf allen Führungsebenen rechtzeitig zu takten und zu synchronisieren sind, um nicht im Anschluss an gegebenenfalls erfolgreiche militärische Operationen des „Clear“ ein Vakuum geschaffen zu haben, das nicht sofort durch „Hold“- und „Build“-Maßnahmen gefüllt wird, sondern in das die Irregulären Kräfte sofort wieder einsickern und für sich ausnutzen. Das Gefährdungsrisiko für die Einsatzkräfte ist dabei entsprechend auf das erforderliche Maß zu reduzieren und darf dabei keinesfalls im Bemühen um Schonung der Aufständischen in eine Selbstaufopferungspflicht ausarten.
Irreguläre Kriegführung ist schließlich eine Strategie der Notwendigkeit, und gegen einen starken und entschlossenen Feind impliziert das in der Tat einen überlegenen politischen Willen, denn ohne die größere Bereitschaft Zeit und Blut zu opfern, hat ein Aufstand wenig Grund zur Hoffnung auf einen Sieg gegen einen materiell stärkeren Gegner.110)
Die lokale Bevölkerung im Einsatzland muss daher davon überzeugt sein, dass die Regierung in der Lage ist, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, und auch nach Abzug unterstützender internationaler Kräfte aus dem Kampf gegen die Aufständischen als Sieger hervorgehen wird111) und dann auch das Land vor erneuten Destabilisierungen bewahren kann. Desgleichen müssen die eingesetzten internationalen Streitkräfte befähigt und willens sein, ein sicheres Umfeld zu schaffen und anhaltend durchzusetzen. Sie müssen kämpfen können und auch siegen wollen. Daran dürfen sie keinen Zweifel aufkommen lassen.
Allerdings führen konventionelle Kriegführungsmethoden, die die technologische Überlegenheit ausspielen, nicht zum Erfolg gegenüber einem Gegner, der sich in der Bevölkerung verbirgt, sich nicht stellt und somit die konventionelle Wirkung nicht zum Ansatz und zur Entfaltung kommen kann, ohne dass erhebliche Kollateralschäden und Verluste unter der Bevölkerung entstehen, was für den Einsatzerfolg wiederum kontraproduktiv ist. Damit geht es beim Einsatz militärischer Mittel nicht um Humanität oder gar „Humanitätsduselei“; es geht - abgesehen davon, dass unabhängig von den Einsatzführungsregeln der Anstand im Kriegsbrauch112) zu beachten ist - schlussendlich um Effektivität im Einsatz und somit um den Einsatzerfolg.
Die moderne Konzeption des FM 3-24 bietet hingegen einen zielführenden Ansatz - wenn er denn tatsächlich entsprechend umgesetzt wird. Strategischer Zweck, Einsatzziel sowie die Risiken sind ebenso in der eigenen Bevölkerung zu kommunizieren. Um noch einmal Clausewitz zu wiederholen „… [Der] Zweck … [ist] … der beabsichtigte Friede, weil in ihm sich dieser Konflikt ausgleicht und in einem gemeinschaftlichen Resultat endigt.“113) Mithin müssen beabsichtigte Ziele und erreichte Ergebnisse umfassend akzeptiert werden.
Es muss demzufolge Aufgabe einer verantwortungsvollen Staatsführung, der Politik, sein, der Gesellschaft zu erklären, dass sie als Lohn für die Durchsetzung ihrer Interessen auch einen Preis zu zahlen bereit sein muss: notfalls das Leben ihrer Soldaten, ihrer Staatsbürger. Tut eine Staatsführung dies nicht, macht sie sich erpressbar: Sie wird niemals tatsächlich ein „robustes Mandat“ zur Durchsetzung eines Auftrages umsetzen, da zum Wesen des Militärischen nun einmal in letzter Konsequenz der Kampf mit der Waffe gehört und jeder Akteur im Wissen um diese Erpressbarkeit diese Karte spielen wird. Folglich arrangiert man sich mit einer solchen Haltung mit diesen Akteuren, lässt sich auf Kompromisse ein und hindert damit gleichzeitig die eigenen Kräfte an der effektiven Durchführung ihres Auftrages oder man zieht sich zurück; spätestens dann, wenn die Bilder der ersten eigenen Toten in den heimischen Medien präsentiert werden.114)
Die Aufgabe der Politik muss es sein, insbesondere der eigenen Bevölkerung Sinn und Zweck des Einsatzes zu vermitteln, um die Akzeptanz des Einsatzes zu erreichen, sodass - gerade auch bei Rückschlägen und Verlusten - der Einsatz auch über einen langen Zeitraum von der eigenen Bevölkerung mitgetragen wird115) und schlussendlich auch erfolgreich sein kann.


ANMERKUNGEN:
1) Vgl. Audrey Kurth Cronin: How Terrorism Ends. Understanding the Decline and Demise of Terrorist Campaigns, Princeton, Oxford 2011, S.74.
2) Milan Vego: War Determination Planning. Wie man Kriege beendet, In: ÖMZ 2006, S.419ff.; 419.
3) Stefan Goertz: Die Streitkräfte demokratischer Staaten in den Kleinen Kriegen des 21. Jahrhunderts. Analyse der doktrinären und organisationsstrukturellen Eignung der US-Streitkräfte für die Counterinsurgency-Aufgaben Kleiner Kriege, Berlin 2012, S.24.
4) Dirk Freudenberg: Ein „geführtes Teleskop“ - Das CAAT als strategisches Instrument der Aufstandsbekämpfung. In: ZFAS 2013, Heft 1, S.35ff.; 35.
5) Charles W. Thayer: Guerillas und Partisanen. Wesen und Methodik der irregulären Kriegführung, München 1963, S.19; vgl. Stefan Goertz: Warum die Streitkräfte mancher Staaten den Kleinen Krieg verlieren - eine Kritik der westlichen Counter-insurgency-Doktrinen, in: Ulrich vom Hagen (Hrsg.), Armee in der Demokratie. Zum Verhältnis von zivilen und militärischen Prinzipien, Wiesbaden 2006, S.75ff.; 75.
6) Andrea Riemer, Erich Vad: Leadership und Strategie: In Umbrüchen zeitgemäß führen. In: ÖMZ 2013, S.14ff.;18.
7) United States Department of the Army (Hrsg.), The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24: Marine Corps Warfighting Publication No. 3-33.5, Chicago, London 2007.
8) Jeffrey Record: Beating Goliath. Why Insurgencies Win, Washington D.C., 2009, S.104.
9) Ebenda.
10) Ebenda, S.131.
11) Vgl. Colin S. Gray: Defining and Achieving Decisive Victory, o.OA, 2002.
12) Luis A. Suarez: Winning the Hearts and Minds: The Injustice of Humanizing War, o.OA, 2014, S.41.
13) United States Department of the Army (Hrsg.), The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24: Marine Corps Warfighting Publication No. 3-33.5, Chicago, London, 2007.
14) Luis A. Suarez: Winning the Hearts and Minds, a.a.O., S.21.
15) Record: Beating Goliath, a.a.O., S.109.
16) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. In: Werner Hahlweg (Hrsg.), Hinterlassenes Werk des Generals von Clausewitz, 16. Aufl., Bonn 1952, S.71ff.; 108.
17) Vgl. ebenda, S.706.
18) Herfried Münkler: Krieg. In: Gerhard Göhler, Mattias Iser, Ina Kerner (Hrsg.): Politische Theorie. 22 umkämpfte Begriffe zur Einführung, Wiesbaden 2004, S.227ff.; 279; vgl. Herfried Münkler: Die neuen Kriege. In: Siegfried Frech, Peter I. Trummer: Neue Kriege (Hrsg.), Schwalbach/Ts. 2005, S.13ff.; 16; vgl. Herfried Münkler: Was ist neu an den neuen Kriegen? In: Helmut König, Manfred Sicking (Hrsg.): Der Irak-Krieg und die Zukunft Europas, Bielefeld 2004, S.101ff.; 102f.; vgl. Herfried Münkler: Die neuen Kriege. In: Der Bürger im Staat, Heft 4, 2004, S.179ff.; 180; vgl. Herfried Münkler: Neue Kriege, Terrorismus und die Reaktionsfähigkeit postheroischer Gesellschaften. In: BKA (Hrsg.), Neue Allianzen gegen Kriminalität und Gewalt - Ganzheitlicher Ansatz zur Kriminalitätsbekämpfung - national und international - Herbsttagung des Bundeskriminalamtes vom 2.-3. September 2005, CD-Rom, S.15ff.; 15; vgl. Herfried Münkler: Was ist neu an den neuen Kriegen? - Eine Erwiderung auf die Kritiker. In: Anna Geis (Hrsg.): Den Krieg überdenken. Kriegsbegriffe und Kriegstheorien in der Kontroverse, Baden-Baden 2006, S.133ff.; 137; vgl. Udo Schäfer: Partisanen und Kleinkrieg. In: Europäische Sicherheit 1997, S.48ff.; 48; vgl. Albert A. Stahel: Widerstand der Besiegten - Guerillakrieg oder Knechtschaft, Zürich 2006, S.26f.; vgl. Michael Evans: Clausewitz’s chamäleon: military theory and practice in the early 21st century. In: Michael Evans, Russell Parkin, Alan Ryan (Hrsg.): Future Armies, Future Challenges. Land warfare in the information age, Crows Nest, 2004, S.26ff.; 27; vgl. Andreas Herberg-Rothe: Die wunderliche Dreifaltigkeit. Clausewitz’ allgemeine Theorie des gewaltsamen Konfliks. In: ÖMZ 2008, S.163 ff.; 163f.; Auch Aron hat bereits Ende der 1970er-Jahre - allerdings unter anderen Vorzeichen - den „Chamäleonscharakter des Krieges“ herausgestellt. (Raymond Aron, „La guerre est un caméléon“. In: Dermot Bradley, Ulrich Marwedel [Hrsg.]: Militärgeschichte, Militärwissenschaft, Konfliktforschung. Eine Festschrift für Werner Hahlweg, Professor für Militärgeschichte und Wehrwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zur Vollendung seines 65. Lebensjahres am 29. April 1977, Osnabrück 1977, S.25ff.).
19) Carl von Clausewitz: Vom Kriege, Reinbek bei Hamburg 1984, S.23.
20) Record: Beating Goliath, a.a.O., S.109.
21) Dirk Freudenberg, „Directed Telescope“ Das COMISAF Advisory and Assistance Team (CAAT) im Counterinsurgency-Einsatz in Afghanistan. In: Der Deutsche Fallschirmjäger 2012, Heft 4, S.16ff.; vgl. Dirk Freudenberg: Das COMISAF Advisory and Assistance Team. In: Europäische Sicherheit und Technik 2012, Heft 9, 2012, S.41ff., 41; vgl. Dirk Freudenberg: Directed Telescope. Das COMISAF Advisory and Assistance Team (CAAT) in Afghanistan. In: Behördenspiegel Oktober 2012, S.49; vgl. Dirk Freudenberg: Ein „geführtes Teleskop“ - Das CAAT als strategisches Instrument der Aufstandsbekämpfung. In: ZFAS 2013, Heft 1, S.35ff; 36; Dirk Freudenberg: Das COMISAF Advisory and Assistance Team (CAAT) als strategisches Instrument im Counterinsurgency-Einsatz in Afghanistan. In: Robin Schroeder, Stefan Hansen (Hrsg.): Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe. Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbekämpfung COIN), Baden-Baden 2015, S.369ff.; 371. Dass Aufstandsbekämpfung auch auf konzeptioneller Ebene bis in den wissenschaftlichen Bereich bevölkerungszentriert ist, hat auch bereits Friedel belegt. (Andreas Friedel, „Hearts and minds“ vs. „Carrots and sticks“? Modernisierungstheoretische und rational choice-Ansätze der Counterinsurgency-Forschung im Wettbewerb. In: Martin Sebaldt, Alexander Straßner [Hrsg.]: Aufstand und Demokratie. Counterinsurgency als normative und praktische Herausforderung, Wiesbaden 2011, S.92ff.; 93ff.).
22) Suarez: Winning the Hearts and Mind, a.a.O.
23) Kilcullen unterscheidet noch einmal zwischen Counterinsurgency im feindzentrierten Ansatz konventioneller Kriegführung, welche seiner Auffassung nach hierzu eine Variante darstellt und nach der es um eine Auseinandersetzung mit einem Gegner geht, den es zu besiegen gilt und der Counterinsurgency im bevölkerungszentrierten Ansatz, als grundsätzlich einem Kontrollproblem bzw. einer bewaffneten Variante von Regierungsadministration. (Dave Kilcullen: Two Schools of Classic Counterinsurgency. In: Small Wars Journal, http://smallwarsjournal.com/blog/two-schools-of-classical-counterinsurgency; Internet vom 23.10.2013).
24) Freudenberg: „Directed Telescope“, a.a.O.
25) Vgl. Hendrik Gast: Counterinsurgency - Herausforderung für die Demokratietheorie: Zu den normativen Implikationen des Problems. In: Martin Sebaldt, Alexander Straßner (Hrsg.): Aufstand und Demokratie. Counterinsurgency als normative und praktische Herausforderung, Wiesbaden 2011, S.114ff.; 123f.
26) Freudenberg: „Directed Telescope“, a.a.O.
27) Ebenda.
28) Uwe Hartmann: Einleitung. In: Uwe Hartmann (Hrsg.): Lernen von Afghanistan. Innovative Wege und Mittel für Auslandseinsätze, Berlin 2015, S.7ff.; S.9.
29) Ebenda, S.9f.
30) Uwe Hartmann: Krieg ohne Kampf? Zur Reintegration von Aufständischen in Afghanistan. In: Uwe Hartmann (Hrsg.): Lernen von Afghanistan. Innovative Wege und Mittel für Auslandseinsätze, Berlin 2015, S.76ff.; S.88.
31) Ebenda, S.89.
32) Ebenda, S.90.
33) L-t., Sieg. In: Bernhard von Poten (Hrsg.): Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, 8. Bd., Bielefeld, Leipzig 1880, S.293f.
34) Albert A. Stahel: Klassiker der Strategie - eine Bewertung, 3. Aufl., Zürich 2003, S.19.
35) Albert A. Stahel, Sun Tsu: Der Meister der Strategie und der Kriegführung. In: Thomas Jäger: Rasmus Beckmann (Hrsg.), Handbuch Kriegstheorien, Wiesbaden 2011, S.156ff.; 161.
36) Kai Rohrschneider: Krieg und Politik im Denken von Carl v. Clausewitz. In: Dermot Bradley, Heinz-Ludger Borgert, Wolfram Zeller (Hrsg.): MARS. Jahrbuch für Wehrpolitik und Militärwesen, Jg. 6, Osnabrück 2000, S.562ff.; 562.
37) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. In: Werner Hahlweg (Hrsg.): Hinterlassenes Werk des Generals von Clausewitz, 16. Aufl., Bonn 1952, S.706.
38) Vgl. Werner Hahlweg: Einleitung. In: Carl von Clausewitz: Verstreute kleine Schriften, Osnabrück 1974, S.IX ff.; XII.
39) Dirk Freudenberg: Verständnis des Sieges im Vernetzten Ansatz. In: Stefan Hansen, Joachim Krause (Hrsg.): Jahrbuch Terrorismus 2015/2016, Opladen, Berlin, Toronto 2017, S.363ff.; 370f.
40) Generalfeldmarschall Graf von Moltke, Ausgewählte Werke, 1. Bd., Feldherr und Kriegslehrmeister, Berlin 1925, S.247.
41) Ebenda, S.249.
42) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.71ff.; 108.
43) Ebenda, S.89f.
44) Generalfeldmarschall Graf von Moltke, Ausgewählte Werke, 1. Bd., Feldherr und Kriegslehrmeister, Berlin 1925, S.259.
45) Vgl. Hellmuth Rentsch: Partisanenkampf, Erfahrungen und Lehren, 2. Aufl., Frankfurt am Main 1962, S.45, der diese Fragestellung hier aus der Perspektive des Irregulären auf dessen Gegner gerichtet stellt.
46) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.779.
47) Vgl. Jürgen Luh: Kriegskunst in Europa 1650-1800, Köln, Weimar, Wien 2004, S.2.
48) Thomas Rid, Vom künftigen Kriege. Zur Clausewitz-Rezeption der amerikanischen Streitkräfte. In: ÖMZ 2004, S.181ff.; 181; dagegen: Matthias Kuster: Ist Clausewitz noch zeitgemäß? In: ASMZ, Heft 4, 2009, S.26.
49) Vgl. Thomas Rid, Vom künftigen Kriege, a.a.O., S.181, der hier auf die Bewertung von Keegan verweist.
50) Andreas Herberg-Rothe: Das Rätsel Clausewitz. Politische Theorie des Krieges im Widerstreit, München 2001, S.89; vgl. Andreas Herberg-Rothe: Staatenkrieg und nicht-staatliche Kriege in Clausewitz’ Vom Kriege. In: Thomas Jäger, Gerhard Kümmel, Marika Lerch, Thomas Noetzel (Hrsg.): Sicherheit und Freiheit. Außenpolitische, innenpolitische und ideengeschichtliche Perspektiven. Festschrift für Wilfried von Bredow, Baden-Baden 2004, S.31ff.; 36, der an dieser Stelle harte (auch persönliche) Kritik an den Feststellungen Keegans übt.
51) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.98.
52) Erich Vad: Carl von Clausewitz. Seine Bedeutung heute, Herford, Bonn 1984, S.103.
53) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.89.
54) Carl von Clausewitz: Vom Kriege, Reinbek bei Hamburg 1984, S.24.
55) Sebastian Haffner: Der neue Krieg. In: Mao Tse-tung, Theorie des Guerillakrieges oder Strategie der Dritten Welt, Reinbek bei Hamburg 1966, S.5ff.; 14.
56) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.89f.
57) Vgl. Hew Strachan, Über Carl von Clausewitz. Vom Kriege, München 2008, S.9.
58) W. von Janko, Clausewitz. In: Bernhard von Poten (Hrsg.): Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, 2. Bd., Bielefeld, Leipzig 1877, S.261f.; 262.
59) Vgl. Matthias Kuster: Carl von Clausewitz, „Vom Kriege“ (3. Teil), Clausewitz für Generäle. In: ASMZ, Heft 7/8, 2006, S.55.
60) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.243.
61) Ernst-Christoph Meier, Richard Roßmanith, Heinz Schäfer: Wörterbuch zur Sicherheitspolitik. Deutschland in einem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld, 5. Aufl., Hamburg, Berlin, Bonn 2003, S.337.
62) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.190.
63) Rasmus Beckmann: Clausewitz, Terrorismus und die NATO-Antiterrorstrategie: Ein Modell strategischen Handelns. In: AIPA, Heft 3, 2008, S.15.
64) Vgl. Virgil Ney: Guerillakriegführung und moderne Strategie. In: Franklin Mark Osanka (Hrsg.): Der Krieg aus dem Dunkel. 20 Jahre kommunistische Guerillakämpfe in aller Welt, Köln 1963, S.60ff., 63.
65) Carl von Clausewitz: Meine Vorlesungen über den kleinen Krieg, gehalten auf der Kriegschule 1810 und 1811. In: Werner Hahlweg: Lehrmeister des Kleinen Krieges von Clausewitz bis Mao Tse-Tung und Che Guevara, Darmstadt 1968, S.49.
66) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.854.
67) Ebenda, S.82.
68) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.108; Dagegen ignoriert Jung das bereits von Clausewitz postulierte Wesen des Krieges, wenn er - fast in der clausewitzschen Diktion - die Ansicht vertritt, dass es in den heutigen Kriegen - und damit im Gegensatz zu früheren Kriegen - nicht primär um die Vernichtung von Menschen („Gegnern“) gehe, sondern um den politischen Einfluss auf diese, also um Macht und um die Durchsetzung des eigenen politischen Willens. (Hermann Jung: Zum Nachdenken: Änderung des Kriegsbildes - Folgen für die Streitkräfte. In: http://www.bmlv.gv.at/truppendienst/ausgaben/artikel.php?id=190&print=1, Internet vom 29.11.2006, S.1).
69) General Ludendorff: Der totale Krieg, 1. Aufl., München 1935, S.3.
70) Friedrich Ruge: Politik und Strategie, Strategisches Denken und politisches Handeln, Frankfurt am Main 1967, S.16f.
71) Ernst Vollrath: „Neue Wege der Klugheit“. Zum methodischen Prinzip der Theorie des Handelns bei Clausewitz. In: ZfP Heft 1, 1984, S.53ff.; 55.
72) Egbert Jahn: Frieden und Konflikt, Wiesbaden 2012, S.33f.
73) Vgl. Rudolf Adam: Postmoderne Konfliktmuster. Welche Rolle kann, welche Rolle soll militärische Gewalt spielen? In: Clausewitz-Gesellschaft (Hrsg.), Jahrbuch 2006, Hamburg 2006, S.75ff.; 78.
74) Stig Förster: Der totale Krieg, Konzeptionelle Überlegungen für einen historischen Strukturvergleich der Epoche von 1861 bis 1945. In: Rüdiger Voigt (Hrsg.): Krieg - Instrument der Politik? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, Baden-Baden 2002, S.59ff.; 60; vgl. Herbert Wulf: Internationalisierung und Privatisierung von Krieg und Frieden, Baden-Baden 2005; S.53; vgl. Bundesministerium der Verteidigung, Generalinspekteur der Bundeswehr, Teilkonzeption Schutz von Kräften und Einrichtungen der Bundeswehr im Einsatz (TK Schutz), Bonn, 2006, S.5; Herfried Münkler: Elemente einer neuen Sicherheitsarchitektur. In: Internationale Politik, Mai 2007, S.6ff.; 12.
75) Herfried Münkler: Elemente einer neuen Sicherheitsarchitektur. In: Internationale Politik, Mai 2007, S.6ff.
76) Münkler bezeichnet mit postheroischen Gesellschaften solche, die nicht etwa unheroisch seien, sondern solche, die bereits eine heroische Phase mit mehreren verlustreichen Kriegen in ihrer Geschichte durchlaufen hätten, die noch nicht lange zurücklägen und dementsprechend im kollektiven Gedächtnis der Gemeinschaft eine bedeutende Rolle spielten, diese aber überwunden sei. (Herfried Münkler: Terrorismus als neue Ermattungsstrategie. In: Erich Reiter [Hrsg.]: Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2004, Hamburg, Berlin, Bonn 2004, S.193ff. 197). Die Bezeichnung „postheroische Kriegführung“ geht im Übrigen auf einen Aufsatz Luttwaks zurück (Edward N. Luttwak, Toward Post-Heroric Warfare“. In: Foreign Affairs, Mai/Juni 1995, S.109ff.) und setzt somit als gesellschaftliches Konzept eine militärpolitische Konzeption Luttwaks fort. (vgl. Edward N. Luttwak, A Post-Heroric Military Policy. In: Foreign Affairs, Juli/August 1996, S.33ff.).
77) Herfried Münkler: Die iranische Bombe. In: DIE WELT vom 3.2.2005, Literarische Welt, S.7; „… to kill but not to die …“ Evans fordert in diesem Zusammenhang mit Verweis auf weitere Autoren, dass diese zurückhaltende Einstellung überwunden werden muss. (vgl. Michael Evans, Introduction. In: Michael Evans, Russell Parkin, Alan Ryan [Hrsg.]: Future Armies, Future Challenges. Land warfare in the information age, Crows Nest, 2004, S.1ff.; 10). Somit tritt wieder die alte - gerade in westlichen Demokratien lange verdrängte - Erkenntnis hervor, dass der Krieg nicht nur die weitreichendste Form legitimierten Tötens von Artgenossen darstellt, sondern auch zugleich das passive Erleiden des Todes in Kauf nimmt. (vgl. Dirk Freudenberg: Militärische Führungsphilosophien und Führungskonzeptionen ausgewählter NATO- und WEU-Staaten im Vergleich, Baden-Baden 2005, S.93) Leben zu nehmen und zu geben ist entscheidendes Wesensmerkmal soldatischen Dienens.
78) Vgl. Nikolas Busse: Neue Abschreckung. Die internationale Sicherheit nach dem Irakkrieg. In: Erich Reiter (Hrsg.): Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2003, Hamburg, Berlin, Bonn 2003, S.53ff.; Darüber hinaus sehen sich westliche Armeen im Einsatz oftmals einer „ständigen Überwachung“ durch Video, Mobiltelefone und Satelliten ausgesetzt, wohingegen der Gegner keinerlei moralische, humanitäre, juristische oder internationale Rücksichten nehmen muss. Im Gegenteil: Der Gegner benutzt die Freiheitsrechte demokratischer Medien, um eigene Verbrechen zu vertuschen und die Gegenseite auf die Anklagebank zu setzen. (vgl. NN, Großbritannien verteidigt seine Armee. In: NZZ vom 22.2.2006, S.1; vgl. Gal Hirsch: On Dinosaurs and Hornets. A critical View on Operational Moulds in Asymmetric Conflicts. In: RUSI Journal 2003, S.60ff.; 61).
79) Simon Branch-Evans: Evolution of Warfare: How will the Revolution of Military Affairs Make a Difference? In: Ron Matthews, John Treddenick: Managing the Revolution in Military Affairs, Hamshire 2001, S.36ff.; 49; vgl. Stefan Hartwig: Nicht-tödliche Technologien im Einsatz. In: Loyal, Heft 7/8, 2001, S.24.
80) Inspekteur des Heeres, Handlungsempfehlungen zur Aufstandsbewältigung. Handreichung für Truppenführer, Strausberg, 18. März 2013, S.3.
81) Burkhard Theile: Transformation: Veränderte Streitkräfte und neue Rüstungstechnik. In: Heiko Borchert (Hrsg.), Vernetzte Sicherheit. Leitidee der Sicherheit im 21. Jahrhundert, Hamburg, Berlin, Bonn 2004, S.20ff.; 24.
82) Vgl. Martin Hoch: Krieg und Politik im 20. Jahrhundert. In: APuZ B 20/2001, S.17ff.; 22; Das gilt zumindest so lange, wie die Konflikte für die eigene Bevölkerung in nicht unmittelbar wahrnehmbarer Entfernung stattfinden. Die Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 und die große Zustimmung des amerikanischen Volkes zu den anschließenden militärischen Einsätzen belegen das. Allerdings müssen derartige Aktionen schnell und erfolgreich ablaufen und schleunigst zu einem Ende gebracht werden, zumindest rasch erkennbare und nachvollziehbare Erfolge vorweisen. Andernfalls nimmt die Zustimmung der Bevölkerung zu einem Einsatz wiederum schnell ab, unvermeidliche Verluste werden nicht mehr mitgetragen, und die Zustimmung schlägt schließlich in Ablehnung um. Auch diese Entwicklung ist in den westlichen Gesellschaften hinsichtlich der Einsätze im Irak und in Afghanistan deutlich spürbar.
83) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.98.
84) Ihno Krumpelt: Gedanken über die Arten der Atomkriege und ihre Führung. In: ASMZ 1968, S.124ff.; 125.
85) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.98.
86) Walter Feichtinger: Der Kriegsprozess in Kolumbien aus der Perspektive der „neuen“ Kriege. In: ÖMZ 2005, S.187ff.; 188.
87) William Nester: Hearts, Minds and Hydras. Fighting Terrorism in Afghanisan, Pakistan, America, and Beyond - Dilemmas and Lessons, Washington, D.C., 2012, S.39.
88) Martin van Creveld: Gesichter des Krieges. Der Wandel bewaffneter Konflikte von 1900 bis heute, 2. Aufl., München 2009, S.276.
89) Henry A. Kissinger: The Vietnam Negotiations. In: Foreign Affairs, January 1969, S.211ff.; 214; vgl. Henry A. Kissinger: Memoiren. 1968-1973, München 1979, S.253.
90) British Army (Hrsg.): Field Manuel Countering Insurgency, Volume 1, Part 10, October 2009, S.1-15.
91) Stephan Maninger: Der Schattenkrieg - Ergänzungen zur „Counterinsurgency“-Debatte. In: ÖMZ 2013, S.301ff.; 303.
92) Stefan Goertz: Die Streitkräfte demokratischer Staaten in den Kleinen Kriegen des 21. Jahrhunderts. Analyse der doktrinären und organisationsstrukturellen Eignung der US-Streitkräfte für die Counterinsurgency-Aufgaben Kleiner Kriege, Berlin 2012, S.48.
93) Max Boot: Small Wars and the Rise of American Power. The Savage Wars of Peace, New York 2003, S.xiv.
94) Maninger: Schattenkrieg, a.a.O., S.303.
95) Christopher Daase, Sebastian Schindler: Clausewitz, Guerillastrategie und Terrorismus. Zur Aktualität einer missverstandenen Kriegstheorie. In: Politische Vierteljahresschrift, 2009, S.701ff.; 706.
96) Herfried Münkler: Asymmetrische Gewalt. Terrorismus als politisch-militärische Strategie. In: Merkur 2002, S.1ff; 2.
97) Christopher Daase, Sebastian Schindler: Clausewitz, Guerillastrategie und Terrorismus. Zur Aktualität einer missverstandenen Kriegstheorie. In: Politische Vierteljahresschrift, 2009, S.701ff.; 706.
98) Hans-Georg Erhard, Roland Kästner: Aufstandsbekämpfung, Konzept für Deutsche Sicherheitspolitik? Lehren aus Afghanistan. In: Hamburger Informationen zur Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Ausgabe 48, 2010, S.3.
99) Henry A. Kissinger: Memoiren. 1968-1973, München 1979, S.253.
100) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.850.
101) Erich Vad: Asymmetrischer Krieg als Mittel der Politik. In: Thomas Jäger, Rasmus Beckmann (Hrsg.): Handbuch Kriegstheorien, Wiesbaden 2011, S.586ff.; 591; vgl. Stefan Goertz: Die Streitkräfte demokratischer Staaten in den Kleinen Kriegen des 21. Jahrhunderts. Analyse der doktrinären und organisationsstrukturellen Eignung der US-Streitkräfte für die Counterinsurgency-Aufgaben Kleiner Kriege, Berlin 2012, S.48; Klaus Jochen Arnold: Ius in bello und Guerillakrieg. In: Die Politische Meinung, April 2011, S.50ff.; 53.
102) Wesley K. Clark: Waging Modern War. Bosnia, Kosovo and the Future of Combat, New York 2001, S.167.
103) Dietmar Schössler: Die „Reichweite“ der Clausewitzschen Kategorien bei der Analyse des modernen bewaffneten Konflikts. In: DSS (Hrsg.): Clausewitz- und Engels-Forschung mit Blick auf eine europäische Strategie- und Militärwissenschaft für die 90er-Jahre. (Werkstattgespräche), Heft 4, 1990, S.144ff.; 147.
104) Dirk Freudenberg: Verständnis des Sieges im Vernetzten Ansatz, a.a.O., S.380.
105) Vgl. Michael Semple: We need to offer the Taliban more than just money. In: Financial Times vom 5.2.2010, S.11.
106) Zu den Defiziten hinsichtlich Loyalität zum Staat, „Rechtsstaatlichkeit“ und Disziplin bei den Afghanischen Sicherheitskräften(ANSF), also Polizei und Militär, vergleiche: Stefanie Bolzen, Afghanen haben Angst vor ihren eigenen Beschützern, in: DIE WELT vom 10.5.2011, S.6.
107) Inzwischen hat sich diese Befürchtung in Afghanistan realisiert, indem am 18.2.2011 ein von der Bundeswehr ausgebildeter Angehöriger der Afghanischen Streitkräfte (ANA) drei deutsche Soldaten erschossen und acht weitere verwundet hat. (Sabine Meyer, Angriff aus den eigenen Reihen. In: WAMS vom 20.2.2011, S.4) Dieser Attentäter war seit fast zwei Jahren Soldat und bis dahin nicht auffällig geworden. (Egon Ramms: „Wir reden nicht über die Verursacher“. Interview in: Die Bundeswehr, März 2011, S.6ff.; 6f.). Inzwischen sind weitere Anschläge in unterschiedlicher Begehungsweise erfolgt. So hat sich beispielsweise am 16.4.2011 ein Selbstmordattentäter in afghanischer Uniform in die Luft gesprengt und dabei neun Soldaten, davon fünf Angehörige der ISAF-Schutztruppe, getötet. (NN., Neun Soldaten bei Anschlägen in Afghanistan getötet. In: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/neun_soldaten_bei_anschlag_in_afghanistan_getoetet_1.10276618.html; Internet vom 16.4.2011).
108) Dirk Freudenberg: Die Interaktion von Staaten und parastaatlichen Akteuren. In: Martin H.W. Möllers, Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): Jahrbuch Öffentliche Sicherheit 2010/2011, Zweiter Halbband, Frankfurt 2011, S.329ff.; 348.
109) Dirk Freudenberg: Verständnis des Sieges im Vernetzten Ansatz, a.a.O., S.381.
110) Record: Beating Goliath, a.a.O., S.132f.
111) ISPK (Hrsg.): Studie Counterinsurgency. Erfahrungen, Strategien und Aussichten unter besonderer Berücksichtigung des ressortübergreifenden Ansatzes. Abschlussbericht, Kiel 30.1.2013, S.17.
112) Vgl. Dirk Freudenberg: Rules of Engagement. Möglichkeiten und Grenzen eines militärischen Führungsinstruments? Zu den Wechselwirkungen von Recht und Strategie im deutschen Führungsdenken. In: Martin Hofbauer, Raimond W. Wagner: Kriegsbrauch und berufliches Selbstverständnis des Soldaten, Freiburg im Breisgau, Berlin, Wien 2012, S.19ff.; vgl. Dirk Freudenberg: Das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen Auftragstaktik, Rules of Engagement (ROE) und der deutschen Strafrechtsordnung. In: ÖMZ 2006, S.2ff.; vgl. Dirk Freudenberg: Militärische Führungsphilosophien und Führungskonzeptionen ausgewählter NATO- und WEU-Staaten im Vergleich, Baden-Baden 2005, S.170ff.; vgl. Dirk Freudenberg: Das Spannungsverhältnis im operativen Einsatzrecht: Auftragstaktik, Rules of Engagement (ROE) und deutscher Strafrechtsordnung. In: NZWehrr 2007, S.89ff.; vgl. Dirk Freudenberg: Rules of Engagement und Ethik - Eine Betrachtung im Spannungsverhältnis von Politik, Recht und Philosophie. In: Uwe Hartmann, Claus von Rosen, Christian Walther (Hrsg.): Jahrbuch Innere Führung 2011, S.131ff.
113) Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hahlweg (Hrsg.), a.a.O., S.706.
114) Dirk Freudenberg: Auf Sicherheit setzen: Gedanken über die Zukunft von Streitkräften. In: Notfallvorsorge, Heft 4, 2002, S.22ff.; 25.
115) Dirk Freudenberg: Counterinsurgency. Aufstandsbekämpfung als Phase zur Überwindung schwacher Staatlichkeit und zur Etablierung des Aufbaus einer stabilen Nachkriegsordnung, Berlin 2016, S.108.