Landesverteidigungsakademie und Sprachinstitut des Bundesheeres feiern "Europäischen Tag der Sprachen"

 

Wien, 25. September 2017  - Am Montag begingen die Landesverteidigungsakademie und das Sprachinstitut des Bundesheeres den "Europäischen Tag der Sprachen 2017" gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission und dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich im Haus der Europäischen Union.

 

Das Motto des Sprachinstitutes "Mehr Sicherheit durch Mehrsprachigkeit" wurde durch dessen Leiter, Oberst Fronek, erläutert.

Tag der sprachlichen Vielfalt und Interkulturalität

An diesem Festtag werden vor allem die sprachliche Vielfalt, die Mehrsprachigkeit, das interkulturelle Verständnis und die Bedeutung des lebenslangen Sprachenerlernens gewürdigt. Passend zur österreichischen Präsidentschaft im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 2017 und der bevorstehenden österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der 2. Hälfte des Jahres 2018 stand der Festtag unter dem Titel "Europäische Sprachenpolitik und Sicherheit".

Mehr Sicherheit durch Mehrsprachigkeit

Als erster Festredner stellte Oberst Fronek, der Leiter des Sprachinstitutes, den Zusammenhang zwischen Mehrsprachigkeit und Sicherheit dar. Gemäß Fronek haben die krisenhaften Entwicklungen der letzten Jahre in und um Europa gezeigt, dass viele "Soft Skills", wie beispielsweise die Sprachkompetenz, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität, eine unabdingbare sicherheitsrelevante Komponente aufweisen und nachhaltige strategisch-gesellschaftliche sowie konflikthemmende Lösungen nur durch Berücksichtigung der spezifischen kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten möglich sind.

Sprachrelevante Kooperationspartner

Generalmajor Krenn von der Sicherheitsakademie referierte über die Sprachausbildung des Exekutivpersonals und betonte die hervorragende Kooperation mit dem Sprachinstitut. Botschafter Brix, der neue Direktor der Diplomatischen Akademie, erläuterte die Notwendigkeit, die Sicherheitsrelevanz von Sprache auch in konkrete Zielsetzungen und Maßnahmenkatalogen der EU festzuschreiben. Elisabetta Degiampietro, die Leiterin der Abteilung Kommunikation und Außenbeziehungen der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, verwies in ihrem Beitrag auf die Bedeutung des Übersetzens für die vielsprachige Europäische Union.

Generalleutnant Csitkovits, Kommandant der Landesverteidigungsakademie, schloss den Vortragsteil mit einer Rede über die aktuellen Herausforderungen in der Sprachausbildung im Österreichischen Bundesheer ab. Er wies dabei auf die derzeitigen umfangreichen Einsatz- und Ausbildungsaufgaben hin, welches für das Personal eine zunehmende "Omnipräsenz" mit sich bringt und eine ausbildungsbedingte Abwesenheit von der Dienststelle schwieriger macht. Man müsse hier vor allem mit einer Angebotserweiterung durch ein "mobiles, Distance und Blended Learning-System", welches auf den vernetzten Lerner orientiert ist, reagieren, um einen effizienteren, bedarfsorientierteren und individuelleren Zugang zur Sprachausbildung zu schaffen.

Verleihung von Sprachtrainerabzeichen

Abgeschlossen wurde die Festveranstaltung durch die feierliche Verleihung der Sprachtrainerabzeichen des Bundesheeres. Zwei Englisch- und vier Deutsch-Sprachtrainern, die der Kommandant der Landesverteidigungsakademie als ausgezeichnetes Beispiel für sprachliche Vielfalt und als "Force Multiplier" im Bundesheer bezeichnete, wurden ihre Zeugnisse und Abzeichen feierlich überreicht.