Gedenken an die „12. Isonzoschlacht“

Montagabend fand eine Vortragsveranstaltung anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an die „12. Isonzoschlacht“ an der Landesverteidigungsakademie Wien statt. Die „Sala Terrena“ war bestens besucht.

Drei Experten zu diesem Thema zeichneten dem interessierten Publikum die Geschehnisse dieser historischen Schlacht nach. Die Referenten waren Dr. Schmidl, Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie, Brigadier i.R. Walther, Präsident des Vereins der Freunde der Landesverteidigungsakademie, sowie Oberst Zecha vom Sprachinstitut des Bundesheeres.

Kriegseintritt Italiens

Italien war 1914 zunächst neutral geblieben, hatte sich aber im Mai 1915 zum Kriegseintritt auf Seite der Entente entschlossen, nachdem diese Gebietsgewinne in den teilweise italienisch besiedelten Teilen Österreichs (Trentino, Istrien, Dalmatien) und anderswo im Mittelmeerraum zugesichert hatten. Obwohl für die Verteidigung der österreichisch-italienischen Grenze nur schwache Truppen zur Verfügung standen, gelang es der italienischen Armee weder an der Gebirgsfront nach Tirol noch im Bereich des Isonzo nahe der heutigen italienisch-slowenischen Grenze, weiter vorzustoßen. Die Geländegewinne in den elf Isonzoschlachten zwischen Mitte 1915 und Spätsommer 1917 blieben gering.

Mittelmeermächte entschlossen sich zu einer Gegenoffensive

Deutsche Truppen verstärkten die k.u.k. Armee; am 24. Oktober 1917 begann der Angriff bei Flitsch (Bovec) und Tolmein (Tolino). Durch die Erfahrungen von der Westfront – dem Angriff in kleinen Sturmgruppen nach nur kurzer Artillerievorbereitung unter Einsatz von Giftgas – gelang es, die Italiener zu überraschen und an mehreren Punkten durchzustoßen. Die im Norden der Isonzofront stehende italienische 2. Armee begann, sich zurückzuziehen, und löste sich wenig später auf. Um nicht abgeschnitten zu werden, musste auch die weiter südlich stehende italienische 3. Armee zurückweichen.

„Pyrrhussieg“

Obwohl zunächst nur geplant gewesen war, die alte Reichsgrenze bzw. den Tagliamento zu erreichen, rückten die österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen im November rasch weiter vor und kamen erst am Piave zu stehen. Der „Durchbruch von Flitsch-Tolmein“ wurde in Österreich und Deutschland zum gefeierten Erfolg, während die Schlacht in Italien zum Symbol einer schweren Niederlage wurde. Italien schied nach diesem Schlag nicht aus dem Krieg aus, wie sich dies manche erhofft hatten. Der Verlust großer Teile Venetiens trug sogar dazu bei, die Kriegsstimmung in Italien zu steigern. Britische und französische Truppen verstärkten in der Folge die Italiener. In Österreich-Ungarn hingegen führte die Blockade der Eisenbahnen durch Truppentransporte dazu, dass Lebensmittel verdorben die Städte erreichten. Dies führte zum „Hungerwinter 1917/18“.

Die Veranstaltung war eine Kooperation des Vereins der Freunde der Landesverteidigungsakademie mit der Gesellschaft für Politisch-Strategische Studien und der Österreichischen Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik.

 

Der Historiker, Dr. Schmidl, referierte über die Isonzoschlacht

Oberst Dr. Zecha legte den Fokus seiner Abhandlung auf die Südfront

Brigadier i.R. Walther bei seinen Ausführugen

Das Publikum folgte interessiert den Vorträgen