300 Jahre militärtechnische Ausbildung in Österreich

Wien, 15. November 2017  - Am Mittwoch fand an der Landesverteidigungsakademie ein Festakt anlässlich "300 Jahre militärtechnische Ausbildung in Österreich" statt.

Hochrangige Festgäste

Hans Sünkel, Kommissionsobmann der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit  Dienststellen des Verteidigungsministeriums, durfte rund 200 Gäste in der "Sala Terrena" begrüßen. Als ranghöchster Vertreter aus dem Bereich des Ministeriums wandte sich der Leiter der Sektion III und zugleich Nationaler Rüstungsdirektor, Generalleutnant Norbert Gehart, mit einer Ansprache an das Publikum.

Anfänge der militärtechnischen Ausbildung

Brigadier in Ruhe Gerhard Fasching stellte den anlässlich dieses Jubiläums herausgebrachten Jubiläumsband: "Viribus Unitis - Führung - Technik - Wissenschaft - 300 Jahre Militärtechnische Ausbildung in Österreich" vor und bot dem Publikum einen historischen Abriss. Prinz Eugen von Savoyen (1663 bis 1736) spielte für die technische Ausbildung im österreichischen Militär eine zentrale Rolle. Bereits 1710 beantrage er bei Kaiser Karl VI. die Einrichtung einer Ingenieursakademie zur systematischen Ausbildung vor allem seiner Pionier- und Genieoffiziere.  Aber erst am Weihnachtstag 1717 begründete Kaiser Karl VI. mit seiner Antragsgenehmigung schließlich die erste "tertiäre" Ingenieurs-Bildungseinrichtung der Monarchie.

Als Ort für diese Bildungsstätte wurde das Areal der heutigen Landesverteidigungsakademie bestimmt. Seit damals nahm die systematische Ingenieursausbildung - zunächst von militärischen Notwendigkeiten her getrieben - einen steten Aufschwung und wirkte zunehmend stärker in die Zivilgesellschaft hinein. Heute ist die Ingenieursausbildung ohne wissenschaftliche Grundlagen aus systematischer Forschung (Technischen) Universitäten und in der Industrie nicht vorstellbar. Dem entsprechend nimmt das Bundesheer der Zweiten Republik seine militärtechnischen Bildungsaufgaben in Kooperation mit führenden nationalen und internationalen zivilen, technischen Forschungs- und Bildungseinrichtungen wahr.

Militärtechnische Entwicklungen für das 21. Jahrhundert

Thomas Czirwitzky, deutscher Direktor des Institut Franco-Allemande de Recherches de Saint-Louis (ISL), beleuchtete in seinem Vortrag die militärtechnischen Entwicklungen des 21. Jahrhunderts. In seinen Ausführungen, die er multimedial durch zahlreiche kurze Filmausschnitte zu historischen und aktuellen militärtechnischen Forschungsprojekten untermalte, zeichnete er ein überaus plastisches Bild. Czirwitzky beschränkte sich jedoch keineswegs auf die Darstellung des aktuellen Forschungsstandes, sondern warf zudem auch spannende Forschungsfragen auf, die es wert wären näher beleuchtet zu werden. Der französische Direktor des Institutes, Christian de Villemagne betonte in seinen Ausführungen die hohe Bedeutung der internationalen Kooperation bei Forschungsprojekten über die nationalen Landesgrenzen hinweg.

Die Vormittagsveranstaltung endete schließlich mit einer regen Podiumsdiskussion zum Thema "Militärtechnische Ausbildung für das 21. Jahrhundert" unter der Leitung von Hans Sünkel.

Generalleutnant Norbert Gehart bei seiner Ansprache.