Eine Tagung über „Cyber-Aktivitäten und Bedrohungen“ an der Landesverteidigungsakademie in Wien

 

Unter dem Titel „Cyber Activities: A New Space for Warfare, Rivalry and Disinformation“ fand am Dienstag, 28. November, eine hochkarätig besetzte Tagung an der Landesverteidigungsakademie in Wien statt.

 

Digitale Revolution birgt Gefahren

Die vielfältigen Möglichkeiten, die sich in den letzten Jahrzehnten im Zusammenhang mit der digitalen Revolution ergeben haben, bergen auch zahlreiche Gefahren. „Cyber“ – abgeleitet von der englischen Version der „Kybernetik“, d.h. der Wissenschaft der Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen („die Kunst des Steuerns“) – bezieht sich dabei auf die durch die Vernetzung von Computern entstehenden Systeme. Diese Vernetzung ist inzwischen selbstverständlicher Teil unserer Welt, erhöht aber auch die Verwundbarkeit gegenüber staatlichen wie kriminellen Attacken (wobei die Grenzen oft fließend und die Herkunft schwer zuordenbar sind). Staaten und internationale Organisationen, aber auch private Unternehmen bemühen sich um möglichst große Resilienz und Vorbeugung.

Internationale Referenten erörterten die Thematik

Zu diesen Themen referierten Daniel P. Bagge (Leiter der Abteilung Cyber Security Policies der tschechischen Nationalen Cyber- und Information Security Agency), Kamil Basaj (Info Ops Project Manager, Cybersecurity Foundation in Warschau), Oberst Bernhard Lauring (Landesverteidigungsakademie, Institut für Strategie und Sicherheitspolitik), Christian-Marc Lifländer (Leiter der Cyber Defence Section, Emerging Security Challenges Division, NATO Hauptquartier), Prof. Dr. Joanna Świątkowska (Leiterin des Cybersec-Programms am Kosciuszko-Institut in Krakau) sowie Brigadier Dr. Friedrich Teichmann (Kommando Führungsunterstützung und Cyber Defence, Leiter des Instituts für militärisches Geowesen). Der Bogen der erörterten Themen reichte von den Bemühungen, nationale Aktivitäten zu koordinieren, über die Möglichkeiten, Standortbestimmungen durch Satellitenkommunikation (Stichwort GPS) zu manipulieren, bis zu den vielfältigen Aspekten der „strategischen Kommunikation“.

Dabei zeigte sich – wieder einmal – dass die Phänomene selbst keineswegs neu sind, wohl aber die technischen Möglichkeiten, die dabei zum Einsatz kommen können, wodurch sich zahlreiche zusätzliche Bedrohungsszenarien in extrem kurzen Zeiträumen ergeben können.

 

Veranstaltet wurde die Tagung vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik der Landesverteidigungsakademie Wien in Kooperation mit der polnischen Botschaft. Etwa 60 Zuhörer waren gekommen und beteiligten sich im Anschluss an die Referate an der lebhaften Diskussion.

Ein Blick ins Publikum.

Die Leiterin des Cybersec-Programms am Kosciuszko-Institut in Krakau bei ihren Ausführungen.

Brigadier Friedrich Teichmann bei seinem Vortrag.