Gastvortrag an der Landesverteidigungsakademie: „70 Jahre Staatsgründung Israel“

 

Die Botschafterin des Staates Israel, Talya Lador-Fresher hielt Dienstagabend an der Landesverteidigungsakademie einen Festvortrag zu dem Thema: „70 Jahre Staatsgründung Israel“. Lador-Fresher war einer Einladung der Gesellschaft für politisch-strategische Studien (STRATEG) gefolgt. Der Präsident der STRATEG, Generalleutnant i.R. Christian Segur-Cabanac, durfte die zahlreichen interessierten Gäste in der „Sala Terrena“ begrüßen, unter ihnen den Kommandanten der Akademie, Generalleutnant Erich Csitkovits und zahlreiche Botschafter. 

Ein Land mit Geschichte

Lador-Fresher referierte in ihrem Gastvortrag mit dem Titel: „70 Jahre Staatsgründung Israel“ über die bewegte jüngere Geschichte ihrer Heimat. In ihrem Vortrag ging sie sowohl auf historische Entwicklungen als auch auf aktuelle geopolitische Zusammenhänge in der Region ein. Die Botschafterin betonte hierbei zunächst die erhebliche Diskrepanz zwischen den in internationalen Medien oftmals transportierten Klischees und Stereotypen und den tatsächlichen Gegebenheiten. So zeigte sie anhand von Wirtschaftsdaten den stetigen Anstieg des Bruttosozialproduktes pro Kopf auf und belegte damit anschaulich einen nachhaltigen positiven Trend in diesem Bereich.

Ein Blick auf das Podium.

In der Pause wurde angeregt diskutiert.

Internationale wirtschaftliche Vernetzung

Ein Aspekt des Vortrags widmete sich der wirtschaftlichen Situation Israels. Lador-Fresher zeigte dabei die sehr engen internationalen Verflechtungen in unserer heutigen globalisierten Welt auf. Die Botschafterin verwies darauf, dass eine Vielzahl an internationalen Top-Konzernen Forschungseinrichtungen und Technologiezentren im Land unterhalten. Auch in diesem Bereich zeichnen die statistischen Daten ein klar erkennbares Wachstum nach. Dieser Umstand lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass zahlreiche Hochschulen in Israel angesiedelt sind, welche in den internationalen Universitätsrankings Top-Plätze belegen.

Sicherheitspolitische, militärische und soziale Aspekte

Lador-Fresher ging in ihren Ausführungen auch auf die nicht unerheblichen sicherheitspolitischen Herausforderungen ein, mit welchen der Staat Israel seit seiner Gründung im Jahr 1948 konfrontiert ist. Ebenso erläuterte sie die große Bedeutung, welche den Streitkräften in ihrem Land beigemessen wird. Hierbei betonte sie, dass beispielsweise die Dauer des Wehrdienstes in Israel im Gegensatz zu Österreich eine bedeutend längere Zeitspanne umfasst, und auch Frauen der Wehrpflicht unterlägen. Von dieser Verpflichtung ausgenommen sind lediglich Orthodoxe, welche sich als Ersatz für den Wehrdienst religiösen Studien widmen. Die Auswirkungen dieser Regelung würden sich laut Lador-Fresher aber weniger auf die militärischen Fähigkeiten Israels auswirken, als dies in sozialer Hinsicht der Fall wäre. Denn die Orthodoxen dürften während ihrer Studien keiner geregelten bezahlten Arbeit nachgehen.

Das Publikum folgte interessiert den Ausführungen.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion statt, bei welcher Lador-Fresher noch auf zahlreiche Detailfragen aus dem Publikum einging.