Die letzte Schlacht des Kalten Krieges: Operation „Hooper“ und „Packer“ 1987/88


Stefan Goertz

 

Die Offensive der marxistischen, angolanischen MPLA-Regierung (Movimento Popular de Libertação de Angola - Partido do Trabalho) gegen die maoistische UNITA (União Nacional para a Independência Total de Angola), die im August 1987 im Südosten des Landes die militärische Entscheidung im langjährigen Bürgerkrieg bringen sollte, war bis Jahresende blutig zusammengebrochen. Die südafrikanische Intervention durch die Operation „Moduler“ hatte die eingesetzten Kräfte der Regierungsarmee (FAPLA) dezimiert und zu ihren Ausgangsstellungen bei der Ortschaft Cuito Cuanavale zurückgeschlagen. Ab Dezember 1987 herrschte dort der Belagerungszustand, und die Kriegsparteien fanden sich in einer Pattsituation wieder. Der folgende Beitrag schildert die Ereignisse des Jahres 1988, die beiden Operationen der South African Defence Force (SADF), „Hooper“ und „Packer“ bis hin zu deren Abzug, sowie die daraus resultierenden Folgen.

Die beiden Operationen erreichten nicht die gesetzten Ziele. Die SADF hatte nicht die dazu notwendigen personellen und logistischen Ressourcen bereitgestellt, weil die Planer davon ausgegangen waren, dass alle Operationen im südostangolanischen Raum bis Ende Jänner 1988 abgeschlossen sein würden. Insofern fehlte es den Südafrikanern nicht nur an der, oft unterstellten, Intention bzw. dem politischen Willen zu einer Invasion Angolas, sondern auch an den dazu notwendigen Mitteln. Dennoch erscheint die Behauptung, dass die SADF „besiegt“ worden sei, mehr als gewagt. Ein Blick auf die Gesamtverluste der Kontrahenten in dem sechsmonatigen Konflikt zeigt folgende Bilanz:

- FAPLA und Verbündete: 4.785 Tote, 94 Panzer, 192 gepanzerte Fahrzeuge und Geschütze aller Art, neun bzw. zwölf MiGs und neun Kampfhubschrauber. Die genaue Anzahl der zerstörten Fahrzeuge ist unbekannt, doch lässt sich aus den oben erwähnten Berichten und den bei den Kämpfen zwischen Lomba und Cuito Cuanavale zerstörten 389 ableiten, dass diese, allein durch den Beschuss der Straße zwischen Menongue und Cuito Cuanavale, sehr hoch waren.

- SADF: 43 Tote, drei Panzer, elf gepanzerte Fahrzeuge, zwei „Mirage“, ein „Bosbok“-Aufklärer. Viele Fahrzeuge wurden beschädigt, doch da die SADF das Schlachtfeld weitgehend beherrschte, konnten diese geborgen und instandgesetzt werden. Die Instandsetzungstrupps arbeiteten im 24-Stunden-Schichtsystem und der Ersatzteilmangel stellte eine größere Gefahr für den Erfolg der Operation dar als die Einwirkung des Gegners.

- UNITA: Keine belastbaren Daten zu den Verlusten sind verfügbar.

Was die militärische Leistung angeht, war die SADF der dominante Akteur trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit und den deutlich ungünstigeren operativen Rahmenbedingungen. Ausbildung, Moral und Organisation spiegelten jedoch die einer modernen westlichen, genau genommen, die der britischen Armee, wider. Und diese bestand ihre Prüfung in der letzten Schlacht des Kalten Krieges, der Schlacht von Cuito Cuanavale.