4. österreichisch-deutsches Symposium für Militärgeschichte & Sozialwissenschaften an der Landesverteidigungsakademie in Wien

 

Bereits zum vierten Mal fand am Donnerstag das gemeinsam von der Landesverteidigungsakademie Wien und dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft der Bundeswehr in Potsdam (ZMSBw) veranstaltete „österreichisch-deutsche Symposium zur Militärgeschichte und Sozialwissenschaften“ statt. Diese Veranstaltungsreihe behandelt unterschiedliche Fragen aus der wissenschaftlichen Forschungsarbeit der beiden Institutionen.

Österreichische Berufsoffiziere in der Wehrmacht

Nach einer Einführung durch den Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie,  Univ.-Doz. Dr. Erwin A. Schmidl, berichtete Major Dr. Ramon Rößler, von der Führungsabteilung der Landesverteidigungsakademie, über seine Dissertation zur „Exklusion und partiellen Re-Inklusion“ österreichischer Berufsoffiziere durch die deutsche Wehrmacht 1938 bis 1945. Immerhin wurde bei der Übernahme des Bundesheeres in die Wehrmacht fast ein Viertel der Berufsoffiziere (rund 500 von 2100) aus unterschiedlichen – politischen, „rassischen“, fachlichen und altersmäßigen – Gründen pensioniert, teilweise auch weiter verfolgt und drangsaliert, mitunter aber auch wieder zurückgeholt. Dr. Rößler präsentierte eindrucksvoll die Ergebnisse seiner Studien, die er auf 443 Einzelbiographien stützen konnte.

Major Dr. Rössler referierte über Berufsoffiziere in der Wehrmacht.

Oberstleutnant Dr. Kollmer vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft der Bundeswehr in Potsdam.

Dr. Leonhard bei ihren Ausführungen.

Die Nationale Volksarmee

Oberstleutnant Dr. Dieter H. Kollmer (ZMSBw) stellte die Arbeit des Zentrums und laufende Forschungsprojekte vor. Danach sprach Privatdozentin Dr. Nina Leonhard (ZMSBw) über ihre Arbeiten zur Integration der Nationalen Volksarmee (NVA) in die Bundeswehr nach 1990. Die NVA wurde dabei nicht als ganzes in die Bundeswehr überführt, sondern aufgelöst und einzelne Personen – rund 20 Prozent des Personals – übernommen. Die Darstellung der „Armee der Einheit“ ist daher nicht allgemein akzeptiert, zumal sich viele Offiziere und Unteroffiziere der NVA als „Verlierer“ empfanden.

Eine Asiatische Großmacht auf dem Weg zur Weltmacht

Zum Abschluss stellte Dr. Gunther Hauser, vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik, ein Produkt einer weiteren österreichisch-deutschen Kooperation vor, den von ihm verfassten Band über „China – eine asiatische Großmacht auf dem Weg zur Weltmacht. Das Buch „Aktuelle Entwicklungen der Außen- und Sicherheitspolitik der Volksrepublik China“, ist in der Reihe des Wissenschaftlichen Forums für Internationale Sicherheit e.V. (WIFIS) erschienen. Das WIFIS ist ein Think Tank in Hamburg unter Miteinbeziehung der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr in Hamburg, der Führungsakademie der Bundeswehr und der LVAk in Wien.

Gruppenfoto der Vortragenden.