Die Übung „Bärentatze“ im Jahre 1969:

Verlauf und Folgerungen (Teil 1)

Beiträge zur Geschichte des Bundesheeres der Zweiten Republik.1)

Andreas Steiger

 

Die militärischen Rahmenbedingungen

Um ein glaubhaftes militärisches Verteidigungskonzept Österreichs mit dem von der Bevölkerung erwarteten und im Wehrgesetz verankerten Schutz der Grenze zu verbinden, wurde das damalige atomare „Schild-Schwert-Konzept“ der NATO den österreichischen militärischen Verhältnissen angepasst, um die in Österreich vorhandenen militärischen Kräfte richtig einzusetzen.

Es gab hier zwei verschiedene „Denkschulen“ im Bundesheer. Eine Einsatzvariante sah vor, die Brigaden als Hauptträger des Abwehrkampfes („Schwert“) nach operativen Grundsätzen und nicht für Nebenaufgaben einzusetzen. Um die Mobilmachung der Brigaden zu ermöglichen, wurde ein unmittelbar an der Grenze aufgestellter „Grenzschutz“ errichtet, der den „Schild“ für das dahinter einsatzbereit zu machende „Schwert“, die Brigaden, darstellte. Die zweite (und wohl realistischere) Einsatzvariante war, die vier Jägerbrigaden und den Grenzschutz als Schild einzusetzen und die drei Panzergrenadierbrigaden als Schwert zu verwenden. Ableitend daraus war das Bundesheer zwischen dem „Feldheer“ (mit Ausbildungstruppen) und der „territorialen Organisation“ (Grenzschutz, Militärkommanden und Einrichtungen zu dessen Aufstellung) gegliedert.2)

Die Einberufung der Wehrpflichtigen zum ordentlichen Präsenzdienst erfolgte jeweils mit Jänner, April, Juli und Oktober jeden Jahres. Zudem wurde wechselweise einmal die eine Hälfte und das andere Mal die andere Hälfte der Brigaden auf vollen Stand gebracht, wodurch diese in Anlehnung an die Jahreszeiten als „Winter- und Sommerbrigaden“ bezeichnet wurden.3)

Die Ausbildung in den Brigaden teilte sich in drei Monate Grundausbildung, danach drei Monate Ausbildung in der Gruppe und im Zug und abschließend drei Monate Ausbildung im Verband (in der Kompanie bzw. im Bataillon) auf. Die Brigaden waren lediglich in den drei letzten Ausbildungsmonaten bedingt einsatzbereit. Die letzten drei Monate des Jahres stand die Brigade leer, sie brauchte jedoch gewissermaßen als „Systemerhalter“ ein Überbrückungskontingent.4)

Kritik gab es auch im Rahmen eines Volksbegehrens, welches das Ziel hatte, das Bundesheer abzuschaffen!

Das Volksbegehren zur Abschaffung des Bundesheeres - „Ein Dinosaurier“

Im Jänner 1969, also kaum ein halbes Jahr nach der CSSR-Krise - und ein Jahr vor den Nationalratswahlen 1970 - wurde ein Volksbegehren zur Abschaffung des Bundesheeres eingeleitet. Das Bundesheervolksbegehren wurde vom Tiefenpsychologen Univ. Prof. Dr. Wilfried Daim der Öffentlichkeit präsentiert. Unter der Leitung des SPÖ-Abgeordneten DDr. Günther Nenning hatte sein Kreis aus dem „Neuen Forum“ - mit Billigung seiner Partei - eine immer stärkere Agitation gegen das Bundesheer entfaltet.

Das Volksbegehren zur Abschaffung des Bundesheeres wurde von der Öffentlichkeit jedoch weitgehend ignoriert, obwohl Nenning auch von dem der ÖVP nahestehenden Pazifisten Daim unterstützt wurde.5) Dieser gab im Jahr 1969 ein Buch mit dem Titel: „Analyse einer Illusion“ heraus. In diesem Werk erregte Nenning durch Aussagen wie: „Das ungarische Heer ist seiner Basis nach impotent wie das österreichische, doch ist Österreich neutral, hat also keine Verbündeten. Österreichs militärische Impotenz ist daher eher eklatant“.6) Dies sorgte in der an sicherheitspolitischen Fragen interessierten Öffentlichkeit für Aufsehen. Auf dem Plakat für das Volksbegehren wurde ein Dinosaurier mit dem Begleittext „Zuviel Panzer - zu wenig Hirn“ abgebildet.7)

Von völkerrechtlicher Seite wurde übrigens konsequent die Notwendigkeit militärischer Anstrengungen hervorgehoben. Univ.-Prof. Dr. Karl Zemanek betonte in seinem Gutachten, dass der Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens über die Auflösung des Bundesheers mit der österreichischen Neutralität nicht vereinbar sei. So zitierte er darin das Buch von B.V. Ganjuskin „Neutralität und Blockfreiheit“. Als Mitglied der Sowjetischen Akademie vertrat dieser die Ansicht:8) „[...] Ein permanent neutraler Staat ist verpflichtet, alle von ihm abhängenden Maßnahmen zu ergreifen und alle zu seiner Verfügung stehenden Mittel zu benützen, um eine Verletzung seiner Neutralität zu verhindern.“

Während in Wien an der „schönen blauen Donau“ zwei Personen ein Volksbegehren initiiert hatten, war es „donauaufwärts“ ein ehemaliger „österreichischer“ General, der ein neues Verteidigungskonzept vorstellte!

„In Linz beginnt‘s“ - Der erste „Gedanke“ über die österreichische Raumverteidigung

Der Abschlussbericht über den Einsatz des Bundesheeres im Jahr 1968 deckte die Mängel schonungslos auf; der Minister verbot die Verbreitung des Berichts. Somit war es einem „österreichischen“ Generaloberst a.D. der deutschen Wehrmacht vorbehalten, sich in einer Zeitung Gedanken über ein neues Verteidigungskonzept zu machen. Jener, Dr. Lothar Rendulic,9) schrieb in der Tageszeitung „Oberösterreichische Nachrichten“: „[...] Unsere militärischen Maßnahmen waren der Lage richtig angepasst. [...] Von einer Grenzverteidigung konnte naturgemäß keine Rede sein. Hierfür wären für diesen Raum mindestens Kräfte in der Stärke von 600.000 Mann, ausgerüstet mit modernsten Waffen und reichlicher Munition, ferner eine starke Luftwaffe erforderlich. Deshalb ist selbst der Gedanke, von einer Großmacht als Aggressor einen hohen Eintrittspreis durch Verteidigung der Grenze fordern zu können, so unangebracht, dass sich nicht einmal eine Ablehnung lohnt. [...] Richtig ist, dass das Heer weder die Grenzen noch das Land in seiner Gesamtheit zu verteidigen vermag. Wohl aber kann es die Neutralität verteidigen. Eine Verletzung der Neutralität hat für einen Gegner nur dann Sinn, wenn er die leistungsfähigen Verkehrswege vornehmlich südlich der Donau oder durch Kärnten zu benützen beabsichtigt und es auch vermag. Dies kann jedoch durch Festhalten von Teilen des Gebirges und Sperren verhindert werden.“10)

Diese „Rendulicstudie“ stellte die Grundzüge des späteren Raumverteidigungskonzeptes11) dar und arbeitete das Schwergewicht heraus, wo die Abwehr gebildet werden sollte: in den Alpen und an den Bewegungslinien.

Die „Rendulicstudie“ war in der Führung des österreichischen Bundesheeres bekannt.12) Auch diese stellte Überlegungen für ein „derartiges Konzept“ an. In der Landesverteidigungsakademie war es der Kommandant General Emil Spannocchi, der sich mit einem modernen Kriegsbild für den neutralen Kleinstaat Österreich auf strategischer und operativer Basis zu beschäftigen begann, ebenso die Gruppe „Einsatzvorsorgen“13) des Bundesministeriums für Landesverteidigung (BMfLV). Auch die Generäle Erwin Jetzl und Otto Heller sowie Oberst Dr. Karl Schöller stellten diesbezügliche Überlegungen an.14) General Emil Spannocchi bekam für seine Ideen vom Bundesminister für Landesverteidigung Georg Prader eine Absage in der Form, als Prader meinte:15) „Solange ich Minister bin, kommen mir derartige Vorstellungen nicht in Betracht.“

Farbenfälle und ausländische Manöver

In den der NATO angehörenden Nachbarstaaten Österreichs wurden in den 1970er-Jahren große Manöver - zusammengesetzt aus verschiedenen Mitgliedstaaten - durchgeführt.

So führten u.a. das III. Korps der Deutschen Bundeswehr im September 1969 die Übung „Großer Rösselsprung“16) und die italienische Armee im Raum Udine im Juli 1969 eine Übung „Unternehmen Tiger“17) durch. Nach der CSSR-Krise galt es auch, die „Farbenfälle“18) des Bundesheeres neu zu überarbeiten. Als Folge der Ereignisse in der CSSR 1968 wurde eine Variante zum Operationsfall „Grün“ („Fall CSSR“) durch die militärische Führung ausgearbeitet, in der u.a. angenommen wurde, dass Österreich Ziel eines Überraschungsangriffs mit einer gewissen Vorlaufzeit, aber ohne Mobilmachungsmaßnahmen sein könnte, zumal sich die strategische Lage nach dem August 1968 veränderte. Anders als vor der Intervention, als keine Truppen des Warschauer Paktes in der CSSR stationiert waren, verblieben dort sechs sowjetische Divisionen. Ableitend daraus ergaben sich für einen Angriff durch jetzt insgesamt an der nördlichen und östlichen Grenze Österreichs zehn sowjetische Divisionen und an Pakttruppen solche der Tschechoslowakei sowie der Großteil der ungarischen Honved. Dem Fall „Grün“ lagen u.a. die im Jahr 1968 gemachten Erfahrungen zugrunde, dass Österreich das Ziel eines Überraschungsangriffs, zwar mit einer gewissen Überraschungszeit, aber ohne Mobilmachung, werden könnte. Ableitend davon galt es den Einsatz des Bundesheeres in der Friedensdislokation zu planen. Nach dem Fall „Grün“ sollte einige Monate später - im Februar 1969 - eine „Variante WP“ zum Operationsfall „Ungarn-CSSR“ herausgearbeitet und durch das Stichwort „Dunkelgrün“ ausgelöst werden.19) Gemäß Annahme sollte das Bundesheer die Grenze sichern und sich im Aggressionsfall hinhaltend in Richtung des Zentralraumes zurückkämpfen. Folglich wurden auch die anderen Farbenfälle des Bundesheeres mit folgender Dringlichkeit neu überarbeitet: Ungarn-CSSR; Neutralitätsfall Nord, NATO, Italien, BRD, CSSR, Ungarn, Neutralitätsfall Nord-Süd und zuletzt Jugoslawien.20)

Mythos „Bär“ - die Namensfindung

Die „Übung“ Bärentatze war zu diesem Zeitpunkt eine Großübung des Bundesheeres der Zweiten Republik. Galt es doch für General i.R. Heinz Scharff während des Einsatzes des ÖBH im Jahr 1968 den Spruch von Bundeskanzler Julius Raab anzuwenden: „Man soll dem Bären nicht auf den Schwanz treten“.21) Scharff verwies auf den Einsatz des Bundesheeres, der nicht näher als 30 km von der tschechoslowakischen Grenze entfernt erfolgen sollte, um die sowjetische Führung nicht zu provozieren. Diese - v.a. von der betroffenen Grenzbevölkerung - nicht verstandene Zurückhaltung nach erfolgten Interventionen durch den sowjetischen Botschafter bei Bundeskanzler Josef Klaus führte zu schweren wehrpolitischen Konsequenzen. Diese kamen auch noch nach Jahrzehnten in einer distanziert abwartenden Haltung der Grenzbevölkerung an der tschechoslowakischen bzw. tschechischen Grenze gegenüber dem Bundesheer zum Ausdruck.

Gemäß der Beurteilung des G3 des Gruppenkommandos I (GrpKdo I), Oberst des Generalstabs (dG) August Segur-Cabanac, wonach „eine Tatze des russischen Bären auf Österreich laste“, wurde daraus ableitend die Bezeichnung „Bärentatze“ für die Übung gewählt.22)

Zudem wurde ein Armeekommando gebildet, das durch die 8. Division (bei Neulengbach), die 9. Division (tatsächliche Übungstruppe der Partei Orange) und die 10. Division (bei Türnitz) gebildet wurde.23) Es war dies ein fiktives „oranges“ Armeekommando, wie es beim Warschauer Pakt - dem „Bären“ strukturell gebildet wurde, wobei der Hinweis, dass es sich um ein solches handle, nicht erlaubt war. Dieses Armeekommando sollte die drei Divisionen führen, die in der Übung dargestellt wurden, wobei nur eine Division in Form der verstärkten 9. Panzergrenadierbrigade (9. PzGrenBrig) „durchgespielt“ wurde. Dies hatte nichts mit dem späteren Armeekommando des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) ab dem Jahr 1975 zu tun.24) Das Ausklammern einer atomaren Komponente war nicht nur eine Vorgabe der Übungsleitung. Es schien auch der Realität zu entsprechen, da die sowjetische militärische Führung eine Neubewertung von konventioneller und atomarer Bewaffnung bzw. Kriegführung vorzunehmen schien. Beim Manöver „Dnjepr“ im Jahr 1967 hatte die russische Führung „bewusst“ auf den Schlachtfeldern des Großen Vaterländischen Krieges die Operationen erstmals seit 20 Jahren ohne Annahme eines Kernwaffenschlages und unter Ausklammerung des atomaren Faktors geübt.25)

„Zum Schutz der Grenze bestimmt!?“- Die Vorbereitungen zur Übung Bärentatze

Die militärische Führung hatte die buchstäbliche Erfüllung des Auftrages des (damals gültigen) Wehrgesetzes „… das Bundesheer dient dem Schutz der Grenzen der Republik“ als kaum durchführbar erkannt. Gerade der Einsatz des ÖBH während der „Tschechenkrise 1968“ bewies aber die Bedeutung der militärischen Präsenz an der Grenze für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Für das Bundesheer bedeutete dies, dass 1968 eine Voraussetzung seiner Existenz in Frage gestellt wurde, die Fähigkeit nämlich, auf eine Bedrohung angemessen und glaubwürdig zu reagieren. „Obwohl die Truppe gewissenhaft vorbereitet und bereit war, noch mehr zu leisten“,26) hatte das Heer in den Augen der Exekutive und der Bevölkerung einen beträchtlichen Vertrauensverlust erlitten. Dazu kam die Enttäuschung des Grenzschutzes, der nicht aufgeboten worden war. Durch die Übung „Bärentatze“ sollte daher die Leistungsfähigkeit des Bundesheeres bewiesen und verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden.

Der detaillierte Verlauf der Übung wurde von Franz Freistetter in seinem Beitrag27) „Bärentatze“ - Gefechtsübungen der Gruppe I. in der ÖMZ Heft 1/1970 sowie von Horst Pleiner:28) Großübungen des österreichischen Bundesheeres 1955-1985 in der ÖMZ Heft 1/1986 und von August Segur-Cabanac:29) Lage „Bärentatze“. Die Gefechtsübung der verstärkten I. Gruppe im Truppendienst Heft 1/1970 im Detail dargestellt. Somit gilt es nur mehr ausgewählte Phasen der Übung in diesem Artikel darzustellen.

Der Übungsraum als „operativ“ bedeutsamer Abschnitt

Die Übungen auf Ebene Brigade und Gruppe wurde gemäß Jahresausbildungskalender vom Bundesministerium ca. im Jänner/Februar 1969 angeordnet. Beauftragt zur Durchführung der Großübung wurde das GrpKdo I.30) OberstdG August Segur-Cabanac arbeitete nachstehende Zielvorgabe der Übung wie folgt heraus:31) Aufgrund „der offensichtlich eindeutig überwiegenden Hauptgefahr, der sich Österreich im Kriegsfall zwischen Ost und West gegenübersah - ein wuchtiger Angriffsstoß aus dem böhmisch-mährischen Plateau mit Schwergewicht zwischen Donau und Alpenvorland mit parallelen Zielsetzungen im Westen des Staatsgebietes und nachfolgenden Einschwenken nach Norden - Richtung Südbayern oder nach Süden in den oberitalienischen Raum“ sollte im niederösterreichischen Zentralraum zwischen der Traisen und der Enns diese Großübung durchgeführt werden!

Die Übung fand im Großraum von Amstetten - im Befehlsbereich des GrpKdo I - statt, wo die wichtigsten Bewegungslinien nördlich der Alpen verlaufen und der somit einen operativ bedeutsamen Staatsabschnitt darstellt. Das so genannte Alpenvorland ist im Norden von der Donau und im Süden vom Nordrand der Alpen begrenzt. Beide Grenzen sind für gepanzerte Großverbände nur schwer zu überschreiten.32) Von der damaligen militärischen Führung wurde beurteilt, dass die Donau und die Alpen jedoch die Übungsmöglichkeiten auf die Ost-West-Richtung einengten. Ein möglicher Verlauf der West-Ost-Richtung schied von Anfang an aus, weil die Standorte der Masse der Übungstruppe im Osten des Gruppenbereiches I lagen. Eine West-Ost-Lage hätte den Aufmarschweg der übenden Verbände ganz wesentlich verlängert und erschwert. Eine weitere Einschränkung bedeutete das von der niederösterreichischen Landesregierung gestellte Ansuchen, die Bundesstraße 20 und die Bundesstraße 121 als die wichtigsten Nord-Südverbindungen nicht in das Übungsgeschehen einzubinden.33)

Einer österreichischen Jägerbrigade (JgBrig) wurden durch eine gute Stellungswahl, abgestützt auf den flankierenden Einsatz von Panzerabwehrkanonen im panzerhemmenden Gelände, durchaus Erfolgschancen gegen einen mechanisierten Angriff eingeräumt, allerdings unter Aussparung der Luftbedrohung bzw. Luftüberlegenheit.34) Es sollte der hinhaltende Kampf bzw. die „Hinhaltefähigkeit“ einer österreichischen JgBrig im Infanterie- und Panzergelände gegen einen mechanisierten Angreifer geübt werden, der durch die 9. PzGrenBrig gestellt wurde.35) „Trotz seines Charakters als teilweises Panzerrollgelände ist das Alpenvorland in Summe für die Verteidigung oder hinhaltenden Kampf günstiger als für den Angriff“,36) so die vorausschauende Feststellung im „Truppendienst“ im Jahr 1969. Für General i.R. Erich Eder ist bzw. war der Übungsraum kein typisches „Panzer(roll)gelände“.37) Die Übung war wahrscheinlich auch deshalb ausgewählt worden, weil es eine Doktrin im Bundesheer war, dass die Erlauf ein Panzerhindernis von Scheibbs bis Wieselburg sei. Schon der (damalige) Leiter der Operationsabteilung, Brigadier Karl Freishler, vertrat diese Meinung in einem Vortrag am 4. Generalstabskurs. Möglicherweise war das der Grund, den hinhaltenden Kampf für die 1. Jägerbrigade (1. JgBrig) an der Erlauf zu wählen. Vorstellbar für General Eder ist bzw. war es, dass die 1. JgBrig vorerst verzögernd kämpfen - und dann an der Erlauf verteidigen sollte.38) Die Übung wurde im Alpenvorland auch deshalb gewählt, da es zusätzlich zur Erlauf weitere Flussläufe quer zur Angriffsrichtung gab, welche panzerhemmend wirkten.39)

Für die 1. JgBrig ergab sich im hinhaltenden Kampf während der Übung „Bärentatze“ das Problem, dass durch das massive „Andrücken“ der 9. PzGrenBrig ein geordnetes Zurückgehen von der WL A in die WL B nicht möglich war, da kein Abwehrerfolg der 1. JgBrig gegeben war. Somit war durch den „Feinddruck“ der 9. PzGrenBrig kein geordnetes Abbrechen des Gefechts möglich.40)

Das operative Konzept sah vor, dass die Brigaden gegenüber einem Angreifer „standzuhalten“ hätten (hinhaltender Kampf, Verteidigung), bis Hilfe von außen käme! Das ÖBH war somit ein für jeden Gegner „kalkulierbarer“ Faktor ohne grundsätzliche „eigenständige“ Abhaltefunktion. Somit fehlte in der Argumentation nach Innen und Außen die notwendige Überzeugungskraft. Die Großübung des Jahres 1969 hatte u.a. den Zweck, die „Standfestigkeit“ gegenüber einem überlegenen Ostgegner zu erproben.41)

Die operative Ausgangslage der Übung war, dass sich im beschriebenen Raum ein Oststaat „Partei Orange“ und ein Weststaat „Partei Blau“ gegenüberstanden. Im Raum Melk wurde ein „Neutral-Staat“ „Gelb“ für die Übungsleitung geschaffen, um dieser ein ungestörtes Agieren während der Übungsphase zu ermöglichen.42) Die Übungsanlage sah vor, dass nach einem angenommenen Spannungszustand der Weststaat („Partei Blau“) Mobilmachungsmaßnahmen eingeleitet hatte, worauf der Oststaat („Partei Orange“) seine Kräfte im Grenzraum zum Weststaat aufmarschieren hatte lassen. Absicht der „Partei Orange“ war es, dem Aufmarsch der „Partei Blau“ zuvorzukommen, und vor der endgültigen Versammlung der Kräfte des Weststaates im raschen Stoß den Raum vorwärts der Enns zu gewinnen und die Kräfte von Blau zu vernichten.43)

Daraus ergab sich für beide „Staaten“ folgende operative Ausgangslage: Für den angreifenden „Orange-Staat“ war das erste operative Ziel, die Übergänge über die Ybbs in Besitz zu nehmen. „Blau-Staat“ sollte vorerst im hinhaltenden Kampf agieren, um spätestens zwischen Erlauf und Ybbs den Feindangriff zum Stehen zu bringen und in Folge zum Gegenangriff anzutreten.44) Der Übungszweck war für die „Partei Orange“ der Angriff im vorwiegend panzergünstigen Gelände, das Überwinden von Flusshindernissen, der Kampf gegen einen panzerabwehrstarken Feind im Bereich der Voralpen und die Durchführung von taktischen Luftlandungen in der Tiefe der „Partei Blau“. Für die „Partei Blau“ war der Übungszweck der hinhaltende Kampf, der Kampf gegen einen mechanisierten Feind im Voralpengelände und der Kampf um Flüsse und Bewegungslinien, der Kampf unter feindlicher Luftherrschaft bei Tag und Nacht, der Transport von Reserven mittels Hubschrauber im Operationsgebiet, der Kleinkriegseinsatz von Teilstreitkräften und der Gegenangriff bei Dunkelheit und schlechter Sicht.45) Für beide Parteien wurden zusätzlich der Eisenbahntransport und der weiträumige motorisierte Marsch beim Aufmarsch und Rückmarsch geübt.46)

Die Vorbereitungen für die Übung

Schon in der Erkundungsphase bemerkte der (damalige) Chef des Stabes der 1. JgBrig („Partei Blau“) MajordG Siegbert Kreuter, dass große Lücken im Gefechtsstreifen der „Partei Blau“ in Kauf genommen wurden und angelegte Sperren von der Luftaufklärung der „Partei Orange“ erkannt würden und deshalb der Widerstand vor der Erlauf von relativ kurzer Dauer sein konnte. Auch sein Hinweis, dass die Verteidigung im Panzergelände - diese These vertrat auch Generalmajor Emil Spannocchi - Panzerkräfte verlange, wurde vom Kommandant der 1. JgBrig (Partei Blau), OberstdG Paul Haydvogel, mit dem Hinweis, dass „Soldaten sich ihre Aufträge nicht aussuchen können“, in der Vorbereitungsphase negiert. Somit stand der 1. JgBrig keine Reserve zur Verfügung, die im Panzergelände eine Gegenoffensive durchführen konnte.47)

Die 9. PzGrenBrig bereitete sich zwei Wochen auf die Übung Bärentatze auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig vor und floss danach mit Masse unmittelbar in den Angriffsraum ein. Erstmals wurde eine Panzeraufklärungskompanie (PzAufklKp) mit der Bezeichnung Panzeraufklärungskompanie 9 nur für diese Übung aufgestellt. Vorbereitet bzw. geübt wurden im Raum Allentsteig fernmeldemäßig der Funkverkehr und das Zusammenwirken einer Aufklärungskompanie. Es gab damals bei der Brigade nur einen motorisierten Panzeraufklärungszug, der für eine mechanisierte Brigade nicht geeignet war. Die PzAufklKp 9 setzte sich aus einem Panzerzug, ausgerüstet mit dem Kampfpanzer M-60A1, und einem Panzergrenadierzug des Panzergrenadierbataillons 34, einem Zug mit Gerät der Panzertruppenschule und dem motorisierten Aufklärungszug der Brigade zusammen.48) Militärakademiker des 2. Jahrganges (Jahrgang „Schwarzenberg“), so diese schon an der Panzertruppenschule ausgebildet wurden, waren in der Funktion eines Gruppenkommandanten beim Panzergrenadierbataillon 34 im Rahmen der Panzeraufklärungskompanie 9 eingesetzt.49)

Somit ergab sich für die 9. PzGrenBrig eine dreiwöchige Übung.50) Auch die 1. JgBrig bereitete sich auf die Übung vor. Nicht nur die 9. PzGrenBrig, auch die 1. JgBrig bereitete sich schon einigen Zeitraum vor Übungsbeginn auf die Übung „Bärentatze“ vor. Man hatte Erkundungsaufträge erteilt und sich mit den Geländeverhältnissen vertraut gemacht.51)

Die 1. JgBrig floss teilweise direkt aus den Garnisonen in den Übungsraum ein. Es ergab sich auch für die 9. PzGrenBrig die eigentümliche Situation, dass Teile der 1. JgBrig, zwar neutralisiert, aber dennoch durch den Aufstellungsraum der 9. PzGrenBrig durchflossen. Das hatte für das Kommando der 9. PzGrenBrig u.a. zur Folge, dass im Rahmen von „Tarnen und Täuschen“ den Verbänden der 9. PzGrenBrig am Vorabend des Angriffes ein anderer Bereitstellungsraum zugewiesen wurde als am ersten Tag des Angriffes.52)

Die Übung sollte möglichst viele Erfahrungswerte für die künftige Ausrichtung der Organisation, Bewaffnung, Ausrüstung und Ausbildung des Bundesheeres bringen.53) Deshalb richtete OberstdG August Segur-Cabanac als einer der Hauptverantwortlichen der Übungsleitung das Hauptaugenmerk auf den ausgewogenen Kräfteeinsatz und dessen Gliederung für die Partei des Angreifers und für jene des Verteidigers. „Hier musste eine schwere Entscheidung getroffen werden. Das richtige oder das vermutlich richtige Kräfteverhältnis zwischen Angreifer und Verteidiger zu finden, ohne durch die Bildung eines übermächtigen Angreifers einen geradezu katastrophalen Verlauf für die Kräfte des Verteidigers hervorzurufen.“54) Deshalb war eine kluge Erwägung dieser Entscheidungsfrage unerlässlich, da Erfahrungswerte und grundlegende Erkenntnisse aus dieser Übung nur dann erwartet werden konnten, wenn das Kräfteverhältnis des Geschehens zwischen „Donau und Alpenvorland zumindest weitgehend einer zukünftigen, nicht auszuschließenden tatsächlich sich ereignenden Aggression gegen Österreich entsprach.“55)

Der Gefechtsstand der Bundesgendarmerie

Erstmals wurde auch eine eigene Einsatzorganisation der Bundesgendarmerie mit einer Verkehrsleitzentrale mit Gendarmerieverbindungsoffizieren beim G2 der Übungsleitung, ein Gendarmeriefunknetz und ein Verkehrsunfallkommando errichtet.56) Die Gendarmerie der niederösterreichischen Verkehrsabteilung hatte somit einen eigenen Gefechtsstand als „Übungsleitung“. Bei dieser Übungsleitung gab es auch vier bis sechs Verkehrsregelungstrupps (Stärke: Ein VW mit 1-2 Personen). Diese führten die Verkehrsregelung vorrangig bei Bewegungen mit den Panzerverbänden durch, zumal es pro Brigade nur einen Militärstreifentrupp gab, der sich für die Verkehrsregelung bei großen Übungen als zu wenig erwies. Eine Militärpolizeikompanie in der heutigen Größe und Stärke gab es damals nicht.57)

Die eingesetzten Kräfte

Die Durchführung der Übung oblag dem Gruppenkommando I, das durch Kräfte aus den Befehlsbereichen der Gruppen II und III sowie der Theresianischen Militärakademie und der Heeressport- und Nahkampfschule verstärkt war. An dieser Gefechtsübung nahmen etwa 12.000 Mann, darunter 2.700 Angehörige der Reserve, mit 200 Kettenfahrzeugen und 1.000 Räderfahrzeugen teil.58) Die Übungsleitung wurde (erstmals bei einer derartigen Großübung) personell vom Gruppenkommando I mit dem Kommandanten Generalmajor Ignaz Reichel, dessen Stellvertreter Brigadier Anton Leeb,59) dem Chef des Stabes, OberstdG Karl Wohlgemuth, und dem G 3, OberstdG August Segur-Cabanac, gestellt. Somit hatte das Gruppenkommando I die Übungsleitung für die Partei Orange als das vorgesetzte Kommando und für die Partei Blau das Gruppenkommando zu stellen.60) Auch aus der Sicht der 9. PzGrenBrig gab es keine übungsmäßigen Einschränkungen während der Übungstage von 10. - 14. November.61)

Die „Partei Blau“

An Kräften wurden eingesetzt: Bei der „Partei Blau“ als Verteidiger die verstärkte 1. JgBrig mit Kommandant OberstdG Paul Haydvogel und dahinter als Reserve eine PzGrenBrig (verstärkte 3. PzGrenBrig: Kommandant Brigadier Ing. Paul Dernesch). Die 3. PzGrenBrig wurde als Reserve für die übergeordnete Führung verwendet. Teile der 3. PzGrenBrig, Pionier- und Fliegerabwehrverbände wurden durch Reservisten aufgefüllt. Zudem wurden noch ein Sicherungsbataillon, ein Grenzschutzbataillon und zwei Sicherungskompanien herangezogen.62)

Die „Blauen Streitkräfte“ wurden aus der verstärkten 1. JgBrig und der verstärkten 3. PzGrenBrig gebildet. Die 3. PzGrenBrig wurde erst während der Übung zugeführt.63)

In der Panzerkompanie des Panzerbataillons 7 standen im Führungsbereich der 1. JgBrig mit der Panzertype M-41 leichte Kampfpanzer zur Verfügung. Das hatte aber an der grundsätzlichen Problematik der Panzerabwehrschwäche der infanteristischen Brigade in einer Infanterie- und Panzerkampfzone mit vorwiegend Panzergelände nichts geändert.64) Diesbezüglich sollte auch die Kampfgruppe „P“(„Puchner“) hervorzuheben sein. Diese Brigadereserve bestand aus einem Schützenpanzer, einem Panzerzug M-41, einem Fliegerabwehrzug und einer Jägerkompanie.65) Die Zuführung von Teilen am 11. November ergibt sich daraus, dass dadurch ein Durchbruch der „Partei Orange“/9.PzGrenBrig bzw. ein vorzeitiges Übungsende verhindert werden sollte.66)

Die „Partei Orange“

 

Die „Partei Orange“ wurde im Rahmen der verstärkten 9. PzGrenBrig (Kommandant: ObstltdG Karl Liko) zusammengefasst und wurde auch übungsmäßig als 9. Division bezeichnet. Die artilleristische Feuerkraft wurde unter dem Kommando I. Abteilung des Artillerieregiments I - übungsmäßig als Kommando Artillerieregiment 9 - zusammengefasst.

Die Übungsgliederung war somit eingenommen, nun galt es, mit der Übung „Bärentatze“ zu beginnen. Dies wird im folgenden Teil dargestellt.

(Wird fortgesetzt)


ANMERKUNGEN:

1) Es mag vermessen scheinen, wenn einerseits ein Historiker Abläufe, Entscheidungen, Resultate und Folgerungen einer Großübung des österreichischen Bundes aus dem Jahr 1969 darstellt, der erst 1987 als Leutnant zur Fernmeldetruppe ausmusterte und nie in einer Brigade Dienst versehen hat. Andererseits stellt es Ansporn und Verpflichtung dar - unter Abstützung auf Zeitzeugen -, einen Artikel über die Bärentatze zu verfassen. Das unveröffentlichte Tagebuch von General i.R. August Segur-Cabanac und die Gedächtnisprotokolle der Zeitzeugen liegen beim Verfasser auf.

2) Vgl. Andreas Steiger: „Es brennt zwar nicht der Hut, aber es glost die Jacke!“. Der Einsatz des österreichischen Bundesheeres während der CSSR-Krise 1968. In: ÖMZ 5/2005. Wien 2005, S.615.

3) Vgl. Gustav Habermann: Die Organisation der österreichischen Streitkräfte von 1955 bis zur Gegenwart. In: Die Streitkräfte der Republik Österreich (1918-1968), (= Katalog zur Sonderausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum). Wien 1968, S.77.

4) Vgl. Albert Bach: Die Entwicklung des österreichischen Bundesheeres seit 1955. In: 30 Jahre Offiziersgesellschaft Steiermark. Graz 1990, S.16.

5) Vgl. Friedrich Wilhelm Korkisch: Die österreichische Sicherheitspolitik. Manuskript, Wien 1984, S.254.

6) Vgl. Wilfried Daim: Analyse einer Illusion. Das österreichische Bundesheer. Gladenbach 1969. S.8.

7) Vgl. Plakat: Volksbegehren gegen das Bundesheer.

8) Vgl. Karl Zemanek: Gutachten zu den von dem Volksbegehren zur Abschaffung des Bundesheeres (Bundesheervolksbegehren) aufgeworfenen neutralitätsrechtlichen und neutralitätspolitischen Fragen. Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen. Wien 1970. S.23.

9) Siehe zur Person von Lothar Rendulic: geb. 1887, wurde als Leutnant 1910 an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt ausgemustert. Nach Beendigung des Weltkrieges trat Rendulic in die Volkswehr, dann ins Österreichische Bundesheer über. 1933 zum Oberst befördert, schloss er 1920 das Studium der Rechtswissenschaften mit dem Doktorgrad ab. Nach dem „Anschluss“ Österreichs in die Wehrmacht übernommen, kommandierte er gegen Ende des Krieges in rascher Folge verschiedene Heeresgruppen, ab dem 5. April 1945 die Heeresgruppe „Süd“, die später den Namen „Ostmark“ erhielt. Bei Kriegsende 58 Jahre, wurde er 1948 im Prozess gegen Süd-Ost-Generäle zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, jedoch 1951 vorzeitig aus der Festung Landsberg entlassen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war er Autor von: Gekämpft, gesiegt geschlagen. Wels 1957.; Soldat in stürzenden Reihen. München 1965. Verwendete Quellen: Autorensammlung: Der Krieg in Österreich 1945. Katalog zur Sonderausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums/Militärhistorischer Dienst, Wien 1995, S.38ff.; Manfried Rauchensteiner: Das Kriegsende in Österreich 1945. Wien. S.396f.

10) Lothar Rendulic: Verworrene Ansichten der Landesverteidigung. In: Oberösterreichische Nachrichten vom 24. September 1968, S.1.

11) Zum Raumverteidigungskonzept siehe: Andreas Steiger: Das Raumverteidigungskonzept. Planung und Durchführung in den Jahren 1968 bis 1978. In: Wolfgang Etschmann. Hubert Speckner: Zum Schutz der Republik Österreich. (= Schriften zur Geschichte des österreichischen Bundesheeres. Sonderband) Wien 2005, S.555-582.

12) Vgl. General i.R. Erich Eder: Gedächtnisprotokoll. 1969 als Major des Generalstabdienstes Chef des Stabes bei der 9. PzGrenBrig bei der Übung „Bärentatze“. Wiener Neustadt, am 21.2.2017.

13) Anm. d. Verf.: Die Gruppe Einsatzvorsorgen war in der Sektion III angesiedelt. Leiter der Sektion III war General der Infanterie Otto Seitz.

14) Vgl. Horst Pleiner: Strategisches Denken im Alpenraum aus österreichischer Sicht. In: Dieter Krüger, Felix Schneider: Die Alpen im Kalten Krieg. Historischer Raum, Strategie und Sicherheitspolitik. München 2012, S.141.

15) Verteidigungsminister Georg Prader zitiert nach: Horst Pleiner: Alpenraum. S.142.

16) Vgl. Friedrich Wiener: „Großer Rösselsprung“ II. Die Herbstmanöver des III. Korps der Deutschen Bundeswehr im September 1969. In. Truppendienst 1/1970, S.22-27.

17) Vgl. FU/ZR: „Unternehmen Tiger“. In: Truppendienst 1/1970, S.90.

18) Jedem Operationsfall im Österreichischen Bundesheer wurde eine „Farbe“ zugeteilt.

19) Vgl. Manfried Rauchensteiner: Sandkästen und Übungsräume. Operative Annahmen und Manöver des Bundesheeres 1955-1970. In: Manfried Rauchensteiner: Zwischen den Blöcken. Wien-Köln-Weimar 2010, S.296-298.

20) Vgl. Ebenda, S.297.

21) Bundeskanzler Julius Raab zitiert nach: General i.R. Heinz Scharff: Interview. In: ORF-Dokumentation Österreich II (Folge 28).

22) Vgl. General i.R. August Segur-Cabanac: Unveröffentlichtes Tagebuch. Wien, S.76. 1969 als OberstdG in der Übungsleitung des Gruppenkommandos I. Generalleutnant i.R. Mag. Christian Segur-Cabanac sei für die Zur-Verfügung-Stellung von Teilen des Tagebuches seines Vaters für den Autor an dieser Stelle herzlich bedankt!

23) Vgl. Pleiner, a.a.O., S.29.

24) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

25) Vgl. Rauchensteiner, a.a.O. S.298.

26) Vgl. Manfried Rauchensteiner: Landesverteidigung und Außenpolitik - Feindliche Brüder? In: Manfried Rauchensteiner:, Wolfgang Etschmann: Schild ohne Schwert. Das österreichische Bundesheer 1955 - 1970. (= Forschungen zur Militärgeschichte Bd. 2) Graz/Wien/Köln 1991, S.163. Zum Einsatz des Bundesheeres während der „Tschechenkrise“ siehe: Andreas Steiger: „Es brennt zwar nicht der Hut, aber es glost die Jacke!“. Der Einsatz des österreichischen Bundesheeres während der CSSR-Krise 1968. In: ÖMZ 5/2005. Wien 2005, S.615-625.

27) Vgl. Franz Freistetter: „Bärentatze“ - Gefechtsübung der Gruppe I. In: ÖMZ Heft 1/1970. Wien 1970, S.8-17.

28) Vgl. Pleiner, a.a.O., S.29.

29) Die detaillierte Darstellung hätte den von der Redaktion ÖMZ vorgegeben Umfang bei Weitem überschritten, sodass sich der Autor beim Ablauf der Übung mit Schwergewicht an den Artikel von Horst Pleiner: Großübungen des österreichischen Bundesheeres 1955-1985 (I). In: ÖMZ 1/1986. S.29-32 orientiert hat.

30) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

31) Vgl. General August Segur-Cabanac, Tagebuch, S.76.

32) Vgl. August Segur-Cabanac: Lage „Bärentatze“. Die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. In: Truppendienst 1/1970. Wien 1970, S.5.

33) Vgl. August Segur-Cabanac, Lage „Bärentatze“,S.5.

34) Vgl. Generalleutnant i.R. Mag. Christian Segur-Cabanac: Gedächtnisprotokoll. 1969 Militärakademiker (Dienstgrad Kornett) im 2. Jahrgang (Jahrgang Schwarzenberg) als Gruppenkommandant des Panzergrenadierzuges der Panzergrenadierbataillons 34 im Rahmen der (für die Übung „Bärentatze“ aufgestellten) Panzeraufklärungskompanie eingesetzt. Wien, am 16.3.2017.

35) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

36) Vgl. Autorensammlung: Die Gefechtsübung der verstärkten I Gruppe im November 1969. In Truppendienst 5/1969; S.410.

37) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

38) Vgl. Ebenda.

39) Vgl. Christian Segur-Cabanac, Gedächtnisprotokoll.

40) Vgl. Ebenda.

41) Vgl. General i.R. Friedrich Hessel: Gedächtnisprotokoll. 1969 als Angehöriger des 6. Generalstabskurses in einer Schiedsrichterfunktion tätig. Wr. Neustadt, am 18.3.2017.

42) Vgl. Freistetter, a.a.O. S.9.

43) Vgl. Pleiner, Großübungen, S.29.

44) Vgl. Die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. Auszug aus dem Übungsbefehl. In: Pressemappe des Presse- und Informationsdienstes des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Information über die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. Bärentatze. Wien 1969, S.4.

45) Vgl. Oberst des Generalstabes August Segur-Cabanac: Herbstübung der verstärkten Gruppe I. Bärentatze. In: Pressemappe des Presse- und Informationsdienstes des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Information über die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. „Bärentatze“. Wien 1969. S.1f.

46) Vgl. General August Segur-Cabanac, Tagebuch, S.76.

47) Vgl. Siegbert Kreuter: Erlebtes Bundesheer. Teil 2. (= Schriften zur Geschichte des Österreichischen Bundesheer. Band 6/2.) Wien 2007, S.383f.

48) Zur Aufstellung der Panzeraufklärungskompanie siehe: Eder, Gedächtnisprotokoll und Christian Segur-Cabanac, Gedächtnisprotokoll.

49) Vgl. Christian Segur-Cabanac: Gedächtnisprotokoll.

50) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

51) Vgl. General i.R. Prof. Horst Pleiner: Gedächtnisprotokoll. 1969 als Angehöriger des 6. Generalstabskurses „freier“ Schiedsrichter zur Beobachtung der Panzerabwehr vorrangig im Gefechtsstreifen der 1. JgBrig tätig. Wr. Neustadt, am 26.3.2017.

52) Vgl. Eder, Gedächtnisprotokoll.

53) Vgl. August Segur-Cabanac: Information über die Gefechtsübung, S.4.

54) Vgl. August Segur-Cabanac, Tagebuch. S.75.

55) Vgl. Ebenda. S.75.

56) Vgl. August Segur-Cabanac: Lage „Bärentatze“. Die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. In: Truppendienst 1/1970. Wien 1970. S.8.

57) Vgl. Erich Eder, Gedächtnisprotokoll.

58) Die Gefechtsübung der verstärkten I. Gruppe im November 1969.In: Truppendienst 8. Jg./Heft 5 (Wien 1969), S.405.

59) Der an der Erlauf ein Wochenendhaus hatte. Freundliche Mitteilung von General i.R. Erich Eder.

60) Vgl. Franz Freistetter: „Bärentatze“ - Gefechtsübungen der Gruppe I. In: ÖMZ Heft 1/1970. Wien S.9.

61) Vgl. General i.R. Erich Eder: Gedächtnisprotokoll. 1969 als Major des Generalstabdienstes Chef des Stabes bei der 9. PzGrenBrig. Wiener Neustadt, am 21.2.2017.

62) Vgl. Autorensammlung: Die Gefechtsübung der verstärkten I. Gruppe im November 1969. In: Truppendienst 5/1969. Wien 1969, S.405.

63) Zu den Verbänden der Partei Blau siehe Franz Freistetter: „Bärentatze“ - Gefechtsübungen der Gruppe I. In: ÖMZ Heft 1/1970. Wien S.9f. August Segur-Cabanac: Lage „Bärentatze“. Die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. In: Truppendienst 1/1970. S.6.

64) Vgl. General i.R. Prof. Horst Pleiner: Gedächtnisprotokoll. 1969 als Angehöriger des 6. Generalstabskurses „freier“ Schiedsrichter zur Beobachtung der Panzerabwehr vorrangig im Gefechtsstreifen der 1. JgBrig tätig. Wr. Neustadt, am 26.3.2017.

65) Vgl. Franz Freistetter: „Bärentatze“.

66) Diesbezüglich sei auf die Passagen im Artikel hingewiesen.

67) Zu den Verbänden der Partei Blau vgl. Franz Freistetter: „Bärentatze“ - Gefechtsübungen der Gruppe I. In: ÖMZ Heft 1/1970. Wien S.9f. und August Segur-Cabanac: Lage „Bärentatze“. Die Gefechtsübung der verstärkten Gruppe I. In: Truppendienst 1/1970, Wien 1970, S.6.

68) Zu den Verbänden der Partei Orange siehe. Freistetter, a.a.O. S.9f.; Segur-Cabanac, Lage „Bärentatze“. S.6.