Internationales Symposion "Die umkämpfte Republik"

Wien, 10. Oktober 2018  - Das Jahr 2018 ist für Österreich in besonderer Weise ein historisches Gedenkjahr: Einerseits jähren sich heuer zum 100. Male das Ende des Ersten Weltkriegs, der Zerfall der Donaumonarchie und die Entstehung der Republik (Deutsch-) Österreich 1918. Andererseits markiert die Erinnerung an den "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich 1938 - vor 80 Jahren - eine weitere wichtige Zäsur unserer Geschichte.

Vernachlässigte Aspekte der österreichischen Geschichte

Genau mit dieser Themenstellung: "Die umkämpfte Republik - Österreich in der Zwischenkriegszeit, das Bundesheer und andere bewaffnete Formationen", befasste sich ein international besetztes Symposion an der Landesverteidigungsakademie. Dabei ging es vor allem um die - oft vernachlässigten - militärischen und sicherheitspolitischen Aspekte der Geschichte Österreichs in dieser Epoche. Nicht nur einzelne Aspekte wurden dargestellt, sondern auch der bestehende Forschungsstand erhoben und Forschungslücken identifiziert.

Kriegsende und Neubeginn, die politischen Lager der Ersten Republik

Bei diesem Themenkomplex  stand die Entwicklung der österreichischen Identität im 20. Jahrhundert ebenso wie die Geschichte des Staates und seiner Parteien im Fokus. So beschäftigten  sich Vortragende  beispielsweise mit der Entstehung der Republik aber auch mit der Sozialdemokratie und dem Militär sowie der Christlich-Sozialen Partei. Ebenso wurden das Nationale Lager und die verschiedenen Wehrverbände analysiert.

Die Anfänge des Bundesheeres und die ersten Einsätze

Der zweite Tag begann mit Vorträgen von der Entstehung des Bundesheers aus der k.u.k. Armee heraus und den ersten Einsätzen. So lag etwa ein Schwerpunkt auf dem Einsatz im Burgenland 1921, aber auch wie der Erste Weltkrieg in europäischen Museen thematisiert wird. Zudem wurde über Kunst und Künstler im letzten Kriegsjahr wurde berichtet.

Machtübernahme, Einmarsch und "Anschluss"

Der letzte Tag des Symposions widmete sich schließlich verschiedenen Aspekten wie außenpolitischen und europäischen Fragen, die Rolle der Kirchen in der 1. Republik sowie den "Anschluss" von 1938.  So beleuchteten Referate etwa die Rolle der Tschechoslowakei und Jugoslawiens in der Zwischenkriegszeit, aber auch die Eingliederung des Bundesheers in die Deutsche Wehrmacht.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete noch eine angeregte Diskussion mit dem Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik, Erwin Schmidl. 

Lothar Höbelt erläuterte das Nationale Lager und die Heimwehren.

Ulfried Burz referierte über das Ringen um die Südgrenze Kärntens (1918-1920/24).