Europäisches Sicherheits- und Verteidigungskolleg: Kurs an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 09. November 2018  - Im Rahmen des "European Security and Defence College" (ESDC) fand von 5. bis 9. November das zweite von insgesamt vier Modulen des "CSDP High Level Course" an der Landesverteidigungsakademie statt. Der Kurs stellt innerhalb des ESDC-Programms die höchste sicherheitspolitische Ausbildungsstufe des Kollegs dar. Die Veranstaltung zeichnet sich jedes Jahr durch hochrangige Redner, interessante Vorträge und spannende Debatten aus. Insgesamt 75 Teilnehmer aus 27 Mitgliedsstaaten aus unterschiedlichen militärischen und zivilen Institutionen nahmen an dem Kurs an der Landesverteidigungsakademie teil.

Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in der EU-Nachbarschaft

Im September 2018 fand in Brüssel das Modul 1 statt. Dieses befasste sich im Detail mit Strategie und Struktur innerhalb der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU. Im zweiten Modul lag der Fokus auf dem europäischen Krisenmanagement. In diesem Zusammenhang wurde auf den Prozess der Fähigkeitenentwicklung - sowohl im militärischen wie auch zivilen Bereich - eingegangen. Dabei wurde besonders die hier zu erfüllende Rolle von EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten beleuchtet.

Zusätzlich fanden Podiumsdiskussionen zur Zusammenarbeit von Nachrichtendiensten innerhalb der EU sowie zum Truppengestellungsprozess statt. Zwei Vorträge widmeten sich dem Krisenmanagement in ausgewählten Regionen wobei im Detail die Sicherheitslage im Südkaukasus und Westbalkan beleuchtet wurden.

OSZE-Exkursion

Am Mittwochvormittag stand ein Besuch im Sekretariat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in der Wiener Hofburg auf dem Programm. Die Kursteilnehmer erhielten in zwei Vorträgen Einblicke in die Aufgaben, Missionen und Entscheidungsprozesse der OSZE. Zuvor hatte am Vormittag eine detaillierte Einführung zur Zusammenarbeit zwischen OSZE und EU stattgefunden.

Übungsteil und Ausblick

Neben theoretischen Vorträgen beinhaltete der Kurs auch einen praktischen Übungsteil. Ziel war es, Fragestellungen anhand der neuerworbenen Kenntnisse zu möglichen Konzepten, Prozessen und Mitteln des Krisenmanagements zu behandeln sowie den bestmöglichen Nutzen aus der Zusammenarbeit von militärischen und zivilen Einrichtungen zu ziehen. Am letzten Tag wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen dem Auditorium vorgestellt.

Anfang April 2019 wird der dritte Teil des Kurses in Bukarest stattfinden; hierbei soll das Hauptaugenmerk auf die Planung und Durchführung von GSVP-Missionen und -Operationen gelegt werden.

Kurstitel "Simone Veil"

Jeder der High-Level-Kurse trägt den Namen einer Europapolitikerin oder eines Europapolitikers. Der 14. "CSDP High Level Course" führt den Namen Simone Veil. Die ehemalige französische Gesundheitsministerin und erste Präsidentin des Europäischen Parlaments Simone Veil war eine bedeutende europäische Politikerin des vergangenen Jahrhunderts.

Das Auditorium folgt den interessanten Vorträgen.


In Podiumsdiskussionen wird über verschiedene Themen debattiert.


Die Kursteilnehmer behandeln in Arbeitsgruppen unterschiedliche Fragestellungen.