Ausgabe 05/2015


Christoph Ebner

Visum est spectaculum 

Die Gladiatorenspiele im Wechselspiel mit Militär und öffentlicher Sicherheit (Teil 2)

 Zusammenfassung

Im ersten Teil des Beitrages wurde der Einfluss der Gladiatorenspiele und ihrer Protagonisten auf die Heeresreform an der Wende ins 1. Jahrhundert v.Chr. wie auch die römische Armee der Republik und frühen Kaiserzeit nachgezeichnet. Im Folgenden sollen nun weitere Zusammenhänge und Wechselwirkungen der Unterhaltungsindustrie mit Staat und Militär ins Zentrum der Untersuchung rücken. Die Unterhaltungsindustrie in Form der Gladiatorenspiele übte über Jahrhunderte hinweg entscheidenden Einfluss auf die Legionen wie auch die römische Sicherheitspolitik aus. Erst durch diese Verbindung, dem Ablegen von Berührungsängsten bzw. der Innovationsbereitschaft von einzelnen Befehlshabern, erhielt die römische Kriegsmaschinerie ihren letzten Schliff. Das Zusammenspiel dieser beiden Bereiche überrascht jedoch keineswegs, bestand doch seit der Republik ein enger Zusammenhang zwischen der Kriegführung und der Geisteshaltung, die sich auch in den Gladiatorenspielen manifestierte. Selbst in der Kaiserzeit, als die überwiegende Mehrzahl der Bürger nicht mehr in Kriegszüge an den Grenzen oder gar im Zentrum des Reiches involviert waren, wurde durch die Veranstaltung von munera in Rom und in den Provinzen die Ideologie des alten Rom aufrecht erhalten. Die Bevölkerung sollte nicht vergessen, dass es das Schwert war, das Roms Macht begründet hatte und nun immer noch sicherte. Die Fechtspiele leisteten damit einen bedeutenden Beitrag zur militärischen Erziehung der Bevölkerung. Waren es die Sklavenaufstände - dabei besonders derjenige von Spartacus -, welche die Gefahren der überbordenden Industrie erst sichtbar werden ließen, so sollten die Arena und die mit ihnen in Verbindung stehende Infrastruktur in den späteren Jahrhunderten gerade den gegenteiligen Effekt erzielen und sogar mithelfen, ähnliche Unruhen hintanzuhalten. Stellt man sich abschließend die Frage nach Parallelen zur heutigen Zeit, so ist es gerade die politische und militärische Repräsentation, die das 20. Jahrhundert wie wohl noch keines davor geprägt hat. Die direkte Verbindung der Machtelite mit dem Militär - für die Antike an den Wechselwirkungen zwischen den Legionen und den Spielen festzumachen - war mit ein Merkmal der totalitären Herrschaften des vergangenen Jahrhunderts. Vergleichbar mit dem Rom der Kaiserzeit sind auch im Österreich des 21. Jahrhundert immer weniger Menschen mit militärischen Aufgaben betraut und emotional verbunden. Allzu oft werden die entsprechenden Institutionen daher als sinnlos und überkommen aufgefasst. Die militärische Repräsentation müsste zu diesem Zweck wie in Rom zum „Anfassen“ sein und die besonderen Leistungen der entsprechenden Institutionen hervorstreichen, nicht zuletzt auch auf den Gebieten der Wissenschaft. Die Geschichte der Gladiatur soll im Leser schließlich das Bewusstsein erzeugen, dass viele Phänomene, die man für das 20. und 21. Jahrhundert in Anspruch nimmt, durchwegs bereits in vergangenen Zeiten existierten. So kommt die den Fechtkämpfern besonders in der Republik aber auch noch in der Kaiserzeit oftmals zugerechnete Funktion als privatwirtschaftlich organisierte Gewaltakteure heute etwa in vergleichbarer Form ebenfalls privaten Sicherheitsfirmen zu, die die „besten Kämpfer“ verpflichten und quasi halbstaatliche Funktionen erfüllen. Nicht zuletzt haben aber auch die Fragen nach der Motivation des Soldaten, der persönlichen Bindung zum jeweiligen Befehlshaber und auch zum Staat bis in die heutige Zeit nicht an Aktualität eingebüßt. Gerade in einer Zeit der Umwälzungen muss sie immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Während die Bedeutung der Disziplin in abgewandelter Form schließlich bis heute gegeben ist, wird das Vertrauen in die Vorgesetzten, entscheidende Innovationen zu setzen, in der modernen Zeit nicht mehr in dem gleichen Maß vorausgesetzt. Vielleicht wird dabei der Wert einer persönlichen Verbindung zwischen Befehlshabern und Soldaten von staatlicher Seite aber auch nur geringgeschätzt.

 Summary

In the first part of the essay, the influence of the gladiator games and their protagonists on the army reform at the turn to the 1st century BC, as well as on the Roman army of the republic and the early Imperial Era, was described. In the following, the further connections and interactions of entertainment industry with the state and the military will be the focus of this analysis. For centuries, the entertainment industry in the form of gladiator games crucially influenced the legions as well as the Roman security policy. It was only by this connection, the discarding of reserves, and the readiness for innovations, of the individual commanders, that the Roman machinery of war was given the finishing touches. The interplay of these two fields does not surprise at all, as since the Republic a close connection had existed between warfare and mentality, which also manifested itself in the gladiator games. Even in the Imperial Era, when the greater majority of the citizens were not involved in the raids at the borders or even in the very centre of the empire any longer, the ideology of the old Rome was maintained by organizing munera both in Rome and in the provinces. The population was thus supposed not to forget that it had been the sword which had founded Rome’s power and was still securing it. In this way, the fencing plays made an important contribution to the military education of the population. Although the slave rebellions – especially the one led by Spartacus – made the dangers of the exuberant industry visible, the arenas together with their infrastructure were to cause a converse effect in the later centuries, and even to help to reduce similar riots. If one finally looks for parallels with the present time, one will find out that especially the political and military representation has influenced the 20th century more than any other century before. The straight connection of the rulers with the military – in the case of the ancient times discoverable by the interplay of the legions and the games – was another characteristic of the totalitarian reigns of the last century. As comparable with Rome in the Imperial era, in Austria of the 21st century less and less people are entrusted and emotionally aligned with military tasks. For this reason, the correspondent institutions are far too often considered futile and traditional. For such a purpose, like in Rome, the military representation should be “touchable” and emphasize the special achievements of the correspondent institutions, also in scientific areas. Eventually, with the reader the history of gladiators is supposed to cause the awareness that many phenomena occurring in the 20th and 21st centuries already had existed in past times. Thus, the gladiators of the Republic and of the Imperial Era as well, as commercially organised violent actors, can be compared with the likewise private security companies of today, which engage the “best fighters” and virtually fulfil semi-governmental functions. If nothing else, questions concerning the motivation of the soldier, the individual bond with the respective commander, and with the state as well, have not lost any relevance up to the present time. Especially at a time of upheavals they have to be revived time and again. Whereas discipline in its modified form is still relevant today, the confidence in the superiors to make decisive innovations is not required to the same extent any longer in modern times. One reason for this may be that the importance of an individual bond between commander and soldier is disesteemed by the state.

 Sommaire

Dans la première partie de cet article, on a retracé l’influence des jeux de gladiateurs et de leurs protagonistes sur la réforme militaire à l’aube du 1er siècle av. J.C. ainsi que sur l’armée romaine de la république et sur la période des premiers empereurs. Dans le texte suivant, on veut maintenant mettre au centre des recherches les corrélations et interactions de l’industrie de divertissement avec l’état et le militaire. L’industrie de divertissement, sous forme de jeux de gladiateurs, a exercé pendant des siècles une influence décisive sur les légions et la politique de sécurité romaine. Seulement par cette relation, par l’abandon de la phobie du contact et par la volonté d’innovation de certains commandants, la machinerie de guerre romaine obtint sa touche finale. L’interaction de ces deux domaines ne fut pas du tout une surprise parce que depuis l’établissement de la république il y avait une relation étroite entre les méthodes de guerre et la mentalité, facteurs qui se manifestaient aussi dans les jeux de gladiateurs. Même pendant l’époque impériale, quand la plupart des citoyens n’était plus impliquée dans les campagnes menées le long des frontières ou même dans le centre de l’empire, on a maintenu l’idéologie de la Rome ancienne par des munera organisées à Rome et dans les provinces parce que le peuple ne devait pas oublier que c’était l’épée qui avait fondé le pouvoir de Rome, et qui l’assurait encore toujours. Les jeux d’escrime fournissaient aussi une contribution considérable à l’éducation militaire de la population. Tandis que les révoltes des esclaves - et parmi celles-ci surtout la révolte de Spartacus - mettaient à la lumière les dangers de cette industrie débordante, les arènes et leur infrastructure devraient justement provoquer un effet inverse et même soutenir la suppression de telles révoltes pendant les derniers siècles. Si, à la fin, on se pose la question de trouver des parallèles de nos jours, c’est surtout la représentation politique et militaire qui a marqué le 20e siècle comme aucun siècle auparavant. La relation directe entre l’élite politique au pouvoir et le militaire - qui s’exprimait dans l’Antiquité par l’interaction des légions et les jeux d’arène - fut une caractéristique des pouvoirs totalitaires du siècle dernier. Comme dans la Rome de l’empire romain, de moins en moins de gens se voient confier des tâches militaires dans l’Autriche du 21e siècle et sont touchés au niveau émotionnel. C’est pourquoi, trop souvent, les institutions correspondantes sont considérées comme des institutions inutiles et démodées. La représentation militaire devrait être « palpable », comme celle de la Rome antique, et souligner les performances spéciales des institutions correspondantes, surtout aussi dans les domaines scientifiques. L’histoire des gladiateurs est finalement destinée à éveiller la conscience du lecteur que beaucoup de phénomènes qu’on attribue aux 20e et 21e siècles, existaient aussi déjà dans les temps passés. Ainsi, les escrimeurs, surtout pendant la république mais aussi pendant la période impériale, étaient souvent vus comme des acteurs violents organisés dans des structures privées, donc comparables à des entreprises de sécurité privées de nos jours, entreprises qui engagent les « meilleurs combattants » pour des fonctions quasiment semi-étatiques. Enfin, aussi les questions de la motivation des soldats, de leur relation personnelle avec le commandant et aussi avec l’état n’ont rien perdu de leur actualité jusqu’à nos jours. Surtout pendant une période de bouleversements, on doit toujours en reprendre conscience. Tandis que l’importance de la discipline, sous forme modifiée, est en vigueur jusqu’à nos jours, la confiance dans les supérieurs et leur capacité d’initier des innovations décisives n’est plus présupposée dans la même mesure dans les temps modernes. Il se peut aussi que la valeur d’une relation personnelle entre les commandants et leurs soldats est seulement sous-estimée du côté de l’état.

Wulf-W. Lapins

Wir steigen nicht wieder in denselben Fluss

Eine neue europäische Ostpolitik muss realistische Russlandpolitik sein (Teil 1)

 Zusammenfassung

Die Welt befindet sich derzeit im Umbruch. Ihre politische Verfasstheit ist besorgniserregend. Syrien, Irak, Iran, Libyen, islamischer Terrorismus, Hybrid Warfare sind die Stichworte Der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier hätte bei seiner Aufzählung solcher Premium-Bedrohungen auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz des Weiteren auf den potenziellen nuklearen Rüstungswettlauf zwischen USA, Russland, VR China, Indien sowie auf den die Territorialkonflikte im Süd- bzw. Ostchinesischen Meer überwölbenden geopolitischen Tribalismus als nicht mindere Gefahrenquelle hinweisen können. Damit nicht genug. Auch auf dem europäischen Kontinent ist die Frage von Krieg und Frieden wieder zurückgekehrt. Diese Beurteilung stammt indes nicht bereits schon aus dem Jahr 2008, als vom 7. bis 12. August der georgisch-russische zwischenstaatliche Krieg stattfand. Im Fokus der heutigen hohen europäischen Besorgnis steht die irrlichtende Ukraine. Der Krieg im Osten des Landes, ist nach Einschätzung der deutschen Diplomatie der „gefährlichste Konflikt, den wir in Europa seit Jahrzehnten hatten.“ Dauer, involvierte Akteure sowie potenzielle Eskalationsdynamik katapultieren ihn in noch lautstärkere Echokammern und Schärfe rhetorische Denkfiguren als im 5 Tage-Krieg in Georgien. Wie im platonischen Höhlengleichnis werden die Schatten als Realitäten interpretiert und Einschätzungen daraus abgeleitet. So perzipieren die sicherheitskonservativen und politischen Eliten in Moskau die Ukraine auf ihrer kognitiven Landkarte als geopolitischen Konkurrenzkonflikt. Die westliche Sicht ist differenzierter. Bei der Konfliktgenese konstituiert hier der innenpolitische Kontext einen wesentlichen Bedingungsfaktor. Dazu zählen die Demokratieschwäche, geringe Staatskapazität, Konkurrenz machtpolitisch-ökonomischer Klientelstrukturen, fragmentarische Nation- und Nationalstaatswerdung und weitere infrastrukturelle Defizite. Nach einer weiteren Interpretation handelt es sich um einen Konflikt russischer versus westlicher Wertmaßstäbe. Würden diese nämlich erfolgreich in der Ukraine implementiert werden, so die Deutung, wären sie eine Leuchtturm-artige Herausforderung für die gelenkte Demokratie unter Präsident Wladimir Putin in Russland. Offensichtlich wendet sich Moskau vom bestehenden ordnungspolitisch-normativen Regelwerk unter Präsident Putin ab, verbunden mit einem scheinbaren Paradigmenwechsel für auch einen wertkulturellen-zivilisatorischen russischen Sonderweg. Das zwingt zur Frage, welchen möglichen Kurs die russische Außen- und Sicherheitspolitik einschlägt, und welche Schritte westlicherseits zu unternehmen wären, um eine neue dauerhafte Spaltung Europas zu verhindern. Im Text wird auf das Konflikt- und Kriegsgeschehen in und um die Ukraine und über damit zusammenhängende Fragestellungen für die Europäische Sicherheit näher eingegangen. Im Format des vorliegenden Aufsatzes kann dies jedoch nicht erschöpfend geleistet werden. Der nachstehende Artikel reflektiert kein empirisch-analytisches Forschungsresultat. Nach Profil und der Struktur stellt er eine als policy paper angelegte sekundäranalytische Untersuchung dar, in die empirische und theoretische Erkenntnisse einfließen. Zum besseren Verstehen sollen die strategischen politischen Entwicklungslinien der langjährigen gutnachbarschaftlichen Kooperationen bis zu den gegenwärtigen wechselseitigen Bedrohungsperzeptionen nachgezeichnet werden. Die wichtigsten Etappen werden mit Blick auf Kohärenzen, Defizite wie auch etwaigen Widersprüchen logisch folgernd problematisiert. Wie bei der Heisenbergschen Unschärferelation, bei der die Bausteine der Natur nur unzulänglich erkennbar sind, nicht als Folge unzureichender Messungen, sondern aus prinzipieller Natur, so sind auch Putins Absichten nicht scharf zu erkennen. Nur, dass dies von ihm auch so beabsichtigt ist. (Fortsetzung folgt)

 Summary

At the moment, the world is in upheaval. Its political condition is alarming. Syria, Iraq, Iran, Libya, Islamic terrorism, and hybrid warfare are the catchwords. In the course of his enumeration of such prime methods at this year’s security conference in Munich, the German foreign minister Frank Walter Steinmeier could also have referred to the potential nuclear escalation armament race between the USA, Russia, China and India, as well as to geopolitical tribalism overshadowing the territorial conflicts in the South and East China Sea, as equally imminent risks. But that is not enough. The question of war and peace has returned to Europe as well. This assessment, however, does not originate in 2008, when the Georgian-Russian cross-national war took place from 7th to 12th August. Ukraine is in the focus of the present concern in Europe. According to assessments by German diplomacy, the war in the east of this country “is the most dangerous conflict in Europe since decades”. Both permanence and involved actors, but also its potential escalation dynamism, catapult it into even louder echo chambers and sharper rhetorical figures of thought, than the five-day war in Georgia. Like in the platonic cave parable, the shadows are interpreted as realities, and evaluations are deduced from them. Thus, the security-conservative and political elites in Moscow perceive Ukraine as geopolitical competitive conflict on their cognitive map. The western point of view is more sophisticated. As far as the genesis of the conflict is concerned, the domestic context constitutes important conditional factors, such as democracy weakness, low national capacity, the competition of power-political and economic clientele structures, fragmental development of nation and national state, and other infrastructural deficits. This raises the question which possible line the Russian foreign and home policy will take, and which measures are to be taken by the west in order to prevent a new and lasting disunion of Europe. In this essay, the issue of conflict and war events in and around Ukraine is addressed, as well as questions concerning European security resulting from them. Because of the spatial limitations of the essay at hand, this cannot be done in detail. The article does not reflect an empirical-analytical research result. According to its profile and structure, it represents a secondary analytical evaluation laid out as a policy paper, in which empirical and theoretical perceptions enter. For a better understanding, the strategic political lines of development of the long-time good neighbourly co-operations as well as the present mutual threat perceptions are gone over. The most important stages are logically analysed with view on coherences, deficits and possible inconsistencies. As with Heisenberg’s fuzziness relation, where one can detect the particles of nature only deficiently, not as a consequence of insufficient measurements, but because of principle, Putin’s intentions are not clearly identifiable. But this is his very intention (to be continued).

 Sommaire

Actuellement, le monde est en bouleversement. Son état politique est préoccupant. Syrie, Iraq, Iran, Lybie, terrorisme islamique et guerre hybride sont les mots clés. Le ministre allemand des affaires étrangères, Frank Walter Steinmeier, aurait, lors de son énumération de telles menaces primaires à l’occasion de la conférence de sécurité de Munich, en outre pu mentionner comme sources de danger pas moindres la course potentielle aux armements nucléaires entre les USA, la Chine et l’Inde ainsi que le tribalisme géopolitique qui couvre les conflits territoriaux dans la Mer de Chine méridionale et orientale. Mais ce n’est pas tout. Aussi sur le continent européen, la question de guerre et de paix est revenue. Cette analyse ne date pas de l’an 2008, quand une guerre interétatique a eu lieu du 07 au 12 août. Aujourd’hui, c’est l’Ukraine vagabonde qui se trouve au centre des préoccupations européennes. La guerre dans l’Est du pays est, d’après les estimations de la diplomatie allemande, le conflit le plus dangereux que nous avons eu en Europe depuis des décennies. La durée, les acteurs impliqués et le dynamisme d’escalade potentiel ont catapulté cette guerre dans des chambres d’écho plus fortes et des formes d’interprétation rhétoriques plus tranchantes que pendant la guerre de 5 jours en Géorgie. Comme dans l’allégorie de la caverne platonique, les ombres sont interprétées comme des réalités, dont on déduit des estimations. Ainsi, les élites de sécurité conservatrices et les élites politiques de Moscou perçoivent l’Ukraine comme un conflit de concurrence géopolitique sur leur carte topographique cognitive. La vue occidentale est plus différenciée. Lors de la genèse du conflit, le contexte de politique intérieure constitue ici une condition cadre importante. A cela s’ajoute une faiblesse de démocratie, une capacité étatique peu importante, la concurrence des structures de clientèle politiques et économiques, un développement de nation et d’état-nation fragmentaire et d’autres déficits infrastructurels. D’après une autre interprétation, il s’agit d’un conflit entre des échelles de valeurs russes et occidentales. Si on parvenait à intégrer ces échelles de valeurs en Ukraine, ainsi l’interprétation, elles constitueraient un phare de défi pour la démocratie dirigée par Vladimir Poutine en Russie. Apparemment, Moscou se détourne du système réglementaire politique et normatif du président Poutine avec un changement apparent des paradigmes aussi pour un chemin spécifique russe dans les domaines de la culture et de la civilisation. Ici surgit la question : quelles voies de politique extérieure et de sécurité pourrait emprunter la Russie et quelles seraient les mesures à prendre par l’occident pour éviter une division permanente de l’Europe ? Dans ce texte, on va regarder de plus près les conflits et les guerres dans et autour de l’Ukraine, et ainsi les questions de la sécurité européenne qui les accompagnent. Néanmoins, le format de la composition présente ne permet pas de faire une analyse exhaustive de ce sujet. L’article suivant ne reflète donc pas le résultat d’une recherche empirique et analytique. D’après son profil et sa structure, il représente une recherche menée sous forme d’une analyse secondaire enrichie par des connaissances empiriques et théoriques. Afin d’assurer une meilleure compréhension, on va retracer les lignes de développement stratégiques et politiques des coopérations de bon voisinage de longue durée - jusqu’aux perceptions de menace réciproques actuelles. Les étapes les plus importantes vont être problématisées sous forme de déductions logiques et avec une vue sur les cohérences, déficits et aussi contradictions possibles. Comme dans le principe d’incertitude de Heisenberg qui énonce que les éléments de construction de la nature ne sont pas suffisamment bien reconnaissables, pas à cause des mesures insuffisantes mais par principe, on ne peut également pas clairement reconnaitre les intentions de Poutine - avec la différence que, chez Poutine, c’est intentionnel. A suivre …

Andreas Berns

Innere Führung - längst „überholte“ Dienstvorschrift oder gelebter Anspruch?

 Zusammenfassung

1. Einsatzfrage: Die Innere Führung ist einsatzkompatibel. Dies gilt es bei einer Neufassung der entsprechenden Dienstvorschrift zu berücksichtigen und in diesem Zusammenhang, gewahr der hier aufgezeigten Kritik, bei der Verwendung zentraler ethischer Begriffe, die die Wirklichkeit wiedergeben, eindeutig zu formulieren, d.h. ein klares Postulat: die Dinge so benennen, wie sie sind, die die zuweilen das ganze Menschsein herausfordernde Lebenswirklichkeit des Soldatenlebens und seines Umfelds realitätsnah widerspiegeln und nicht in ein „verquastes weltfremdes“ und dadurch für die Betroffenen‘ schräg wirkendendes Amtsdeutsch‘ zwängen. Die ehemalige ZDv 10/1 hat aber mancherorts wohl nicht nur in der Ausdruckform den „Pfad der Lebenswirklichkeit“ verlassen, sondern vermutlich auch in der Frage der Wiedergabe des Ursprungsethos bei der Wortwahl verschlungene Seitenpfade eingeschlagen, die teilweise historisch rückwärtsgewandt sind oder eventuell in die „normative Leere“, ins „ethisch Nichtssagende“ führen könnten. Unabhängig der Frage, ob diese Abkehr - zum Beispiel zugunsten von seinerzeit bestehenden Modernisierungsreflexen - bewusst oder unbewusst vorgenommen wurde, sollte diese ursprüngliche Grundausrichtung gemäß der Urfassung jedoch zeitnah wiederhergestellt und nicht (weiter) „aufgeweicht“, teilweise oder gar ganz aufgegeben werden, auch nicht für eine Ethoskompatibilität gesamteuropäischer Streitkräfte, denn dieser von Baudissin geprägte Ethos ist bereits Teil der historisch gewachsenen Identität Deutschlands und somit auch Teil europäischer Realität.

2. Legitimationsfrage: Das im worteigenen Sinne „selbst-bewusste“ Handeln der Verantwortlichen der Streitkräfte ist ebenfalls Teil der gelebten Inneren Führung. Die Innere Führung bezieht sich nicht primär auf den Einsatz, denn die vom Grundgesetz vorgegebene friedensethische Ausrichtung und entsprechende Legitimation sind eindeutig. Die in dieser Analyse bereits dargelegten Antagonismen zwischen Politik, Recht und Ethos bzw. eine entsprechende Vermittlung und Wahrnehmung dieser Widersprüche in der Legitimationsfrage können Motivation und Sinngebung des Auftrags schmälern oder gar infrage stellen, gleichwohl das Grundgesetz einen solchen Widerspruch im eigentlichen Sinne nicht zulässt.

3. Identitätsfrage: Die Innere Führung soll für die gesamten Streitkräfte identitätsstiftend sein, nicht nur für die militärischen Führungskräfte. Das aktuelle Selbstverständnis „Wir. Dienen. Deutschland“ meint - im wahrsten Sinne dieser Worte - „selbst-verständlich“ - nicht nur die militärischen Verantwortungsträger, sondern jede Soldatin und jeden Soldaten mit ihrer bzw. seiner Funktion, vor dem Hintergrund ihres bzw. seines ihr bzw. ihm zugewiesenen Auftrags. Die Wahrung der Innere Führung sollte „selbst-verständlich“ Teil des militärischen Führungsverständnisses und somit der Führungsphilosophie der Soldatinnen und Soldaten sein. Das bedeutet aber nicht, den Weg zu gehen, Innere Führung als in erster Linie reine Führungsphilosophie zu verstehen.

4. Frage des Selbstverständnisses: Baudissin wählte eine bewusste Abkehr von einer Armee, in deren Mittelpunkt allein die soldatischen Tugenden stehen. Innere Führung bewährt sich, wenn sie in der Grundzielrichtung und mit der angemessenen, d.h. einer authentischen Verwendung der zutreffenden Begriffe, nicht als unauflöslicher Widerspruch zwischen Gehorsam und Gewissen verstanden wird, sondern wenn die Innere Führung als bewusster und gewollter Spannungsbogen, dessen vornehmliche Aufgabe gerade das ständige Ausbalancieren dieser Polkräfte ist, erkannt und angewandt wird. Eine Neufassung einer solchen Vorschrift sollte daher den Kern und die ethischen Grundaussagen nicht infrage stellen dürfen. Die Idee einer „Armee in der Demokratie für die Demokratie“,- auch in der Wahl der Mittel und Methodik - gesinnungsethisch einzustehen und diesem friedensgeleiteten Ethos zu dienen, ist die Basis einer effizienten Inneren Führung.

 Summary

1. Issue of operation: Internal leadership is operation-compatible. This has to be borne in mind when the respective service manual is re-formulated. According to this critique, it also has to be formulated clearly when using central ethical terms which express the reality. Thus, it is postulated that things ought to be called what they are, because they reflect the soldier’s reality of life and environment, which – on his part – challenge humanity as a whole, instead of worming them in a “quasied and unworldly”, for the persons concerned “stilted” officalese. The former ZDv 10/1, however, here and there had left the “trail of reality” not only with its used form of expression, but presumably had also taken winding courses when choosing the words expressing the ethos of origin. These courses are partly directed historically backwards and might lead into “normative blankness” or even into “ethical meaninglessness”. Without reference to the question, whether this turning away – for instance in favour of modernization reflexes existing at that time – happened knowingly or unknowingly, this original basic alignment ought to be re-established swiftly according to its original version, and not to be “softened” (further) or partly or totally given up, not even for the ethos compatibility of joint European armed forces; this ethos, which was coined by Baudissin, is already a part of the historically grown identity of Germany, and thus also a part of European reality.

2. Issue of legitimation: The – in the very sense of the word - „self-assured” acting of the persons in charge of the armed forces is also a part of lived internal leadership. Internal leadership does not primarily relate with operation, because both the peace-ethical alignment demanded by the Basic Law and the respective legitimation are obvious. The antagonisms between politics, law and ethos exposed in this analysis, as well as a respective procuration and perception of these inconsistencies concerning the question of legitimacy, can diminish or even query the motivation and sense of the mission, although the Basic Law does not tolerate such an inconsistency in its intrinsic sense.

3. Issue of identity: Internal leadership is supposed to endow identity for all the armed forces, not only for the military leaders. The current self-conception “We. Serve. Germany.“ means – in the truest sense of these words – „self-conceptional“ – not only for the military persons in charge, but also every female and male soldier with her and his position, against the background of the task assigned to her or to him. Safeguarding internal leadership ought to be a „self-conceptional“ part of military leadership perception, and thus also of the leadership philosophy of all female and male soldiers. This, however, does not mean going so far as to understand internal leadership first and foremost as mere leadership philosophy.

4. Issue of self-conception: Baudissin has chosen a deliberate turning away from an army in whose centre are soldierly virtues alone. Internal leadership will prove if it is understood in its basic destination direction and with an appropriate, i.e. authentic use of accurate terms, and not as an intractable disaccord between obedience and conscience. On the contrary, internal leadership is to be perceived and applied as a deliberate and intended suspense, and its especial mission is permanent equilibrating these powers. A re-formulation of such a manual should not be allowed to query the substance and the ethical basic statements. The basis for efficient internal leadership is ethically advocating the idea of an “army in democracy for democracy” – with the appropriate means and methods included – and serving this peace-centred ethos.

 Sommaire

1. Question relative aux opérations militaires : la conduite interne, est-elle compatible avec les opérations ? Lors de la rédaction d’un manuel militaire, on doit prendre cette question en considération, mais on doit aussi, dans ce contexte et en ayant conscience de la critique mise en évidence dans cet article, formuler de façon précise, c’est-à-dire suivre un postulat clair lors de l’utilisation de termes éthiques centraux qui reflètent la réalité : nommer les choses telles-quelles, choses qui parfois reflètent d’une façon très réelle la vie miliaire et son entourage, vie qui constitue un défi pour toute l’humanité, et ne pas enfermer les choses dans un allemand confus et irréaliste qui ainsi devient un langage administratif et étrange. Néanmoins, l’ancien manuel militaire nommé « ZDv 10/1 » n’a pas seulement parfois quitté le « chemin de la réalité de la vie » en ce qui concerne l’expression, il a aussi emprunté des chemins latéraux tortueux, chemins qui sont parfois historiquement orientés vers le passé ou qui pourraient mener dans le « vide normatif », dans la « banalité éthique ». Indépendamment de la question de savoir si ce détour - par exemple au profit de reflets de modernisation qui existaient à l’époque - fut fait de façon consciente ou inconsciente, on devrait rapidement rétablir cette orientation de base originale, et ne plus « l’adoucir » ou l’abandonner en partie ou complètement. On ne devrait pas non plus l’abandonner en faveur d’une compatibilité d’éthos de Forces armées européennes communes, parce que cet éthos, marqué par Baudissin, fait déjà partie de l’identité allemande historiquement développée, et ainsi aussi partie de la réalité européenne.

2. Question relative à la légitimation : les actions au sens propre du mot « autonomes et conscientes » des responsables dans les Forces armées, font-elles aussi partie de la conduite interne vécue? La conduite interne ne se réfère pas en premier lieu aux opérations, parce que l’orientation vers une éthique de la paix, orientation déterminée par la loi fondamentale et la légitimation qui s’ensuit sont claires. Les antagonismes entre la politique, la loi et l’éthos présentés dans cette analyse ainsi qu’une communication adéquate et une perception de ces contradictions concernant la question de la légitimation peuvent réduire ou même remettre en question la motivation et la raison d’être d’une tâche bien que la loi fondamentale ne permette pas une telle contradiction au sens propre.

3. Question relative à l’identité : la conduite interne, doit-elle servir de fondateur d’identité pour toutes les Forces armées, et non seulement pour les cadres militaires ? L’identité actuelle « Nous. Servir. Allemagne. » englobe, bien-sûr - au sens propre de ces termes - non seulement les responsables militaires, mais aussi chaque soldat et sa fonction, devant sa mission à remplir. Le maintien de la conduite interne devrait, bien sûr, faire partie de la conception du commandement militaire et, ainsi, de la philosophie de commandement des soldats. Cela ne veut pas dire qu’il faut voir la conduite interne premièrement comme une philosophie de commandement.

4. Question relative à la perception de soi-même : Baudissin a consciemment choisi un détour d’une Armée au centre de laquelle se trouvent seulement les vertus militaires. La conduite interne fait ses preuves si elle n’est pas vue dans son orientation principale et par l’utilisation appropriée, c’est-à-dire authentique, des termes exacts comme une contradiction insoluble entre l’obéissance et la conscience, mais si elle est reconnue et utilisée comme une tension consciente et voulue dont la tâche principale est de constamment maintenir l’équilibre entre ces forces polaires. Donc, une nouvelle version d’un tel manuel militaire ne devrait pas mettre en question son contenu de base ni les principes fondamentaux éthiques. Accepter l’idée d’une « armée dans la démocratie pour la démocratie » (y compris le choix des moyens et méthodes), aussi pour des raisons d’une éthique de conviction, et servir cet éthos pacifique, c’est la base d’une conduite interne efficace.

Thomas Rehor

Die österreichische Militär­pharmazie einst und jetzt: Vom Ersten Weltkrieg zur Gegenwart

 Zusammenfassung

Die Militärpharmazie nimmt bis heute eine Sonderstellung innerhalb der Pharmazie ein und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Ihre Geburtsstunde ist jenes Reskript vom 15. Jänner 1794, mit dem Kaiser Franz II. die Arzneimittelbelieferung der Habsburgerarmee von zivilen Apotheken auf eine militäreigene Institution übertrug. Das Zentrum der sanitären Versorgung der Armee blieb bis 1918 die so genannte Militärmedikamentendirektion, seit 1867 k. u. k. Institution, mit Sitz in Wien am Rennweg 12. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden das militärische Sanitätswesen und damit verbunden auch der pharmazeutische Bereich mehrmals reorganisiert. Das betraf auch die Aus- und Fortbildung, die u.a. in den chemischen Laboratorien des k. u. k. Militär-Sanitäts-Komitees im Wiener Josephinum abgehalten wurde. Diese Laboratorien waren für medizinisch-chemische, forensisch-toxikologische, hygienisch-bakteriologische Analysen und Lebensmitteluntersuchungen reichhaltig ausgestattet. Hier absolvierten die Militärapotheker gemeinsam mit den Militärärzten einen Teil ihrer Ausbildung. Dieses Wissen mussten sie bald innerhalb der Salubritätskommissionen und in den Feldlaboratorien im Ersten Weltkrieg umsetzen. Übrigens: Im Josephinum befanden sich bis zum Umzug sämtlicher pharmazeutischer Universitätsinstitute (1994) in das neue Universitätszentrum II das Institut für Pharmakognosie und das Institut für Pharmazeutische Technologie, in dem Generationen von Pharmazeuten einen Teil ihrer universitären Ausbildung absolvierten. Im Vergleich zu 1914 ist die Militärpharmazie der Gegenwart nicht nur ziviler, sondern auch internationaler geworden. In der strategisch-operativen Ausrichtung der Militärpharmazie wird im Rahmen der Sanitätsgüterlogistik der Umfang der Bevorratung der Sanitätsausstattung nicht nur für das Inland sondern auch für das Ausland festgelegt. Das bedeutet, dass sich aufgrund der internationalen Ausrichtung der Militärpharmazie die Sanitätsausstattung im Österreichischen Bundesheer zunehmend internationalen Normen, z.B. den Standardization Agreements (STANAG) der NATO anpassen muss. Die k. u. k. Militärmedikamentendirektion war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges direkt der 14. Abteilung des Kriegsministeriums unterstellt und wurde vom Direktor, der wiederum vom Kaiser ernannt wurde, angeführt. Im ehemaligen Kriegsministerium waren Pharmazeuten nur in untergeordneter Stellung vertreten. Auch dieses Bild hat sich geändert. Heute sind die Militärapotheker in die fachlichen Entscheidungsprozesse im BMLVS wesentlich stärker eingebunden. Ihr Stellenwert ist nicht zuletzt daran ersichtlich, dass der direkt beim BMLVS eingeteilte Militärapotheker mit dem Dienstgrad Brigadier nun auch in die Generalsränge vorgestoßen ist, während der Direktor der ehemaligen k. u. k. Militärmedikamentendirektion als Oberstabsapotheker 1. Klasse höchstens in die VI. Rangklasse zum Oberst aufsteigen konnte. Und, last but not least, steht nun auch Pharmazeutinnen der Weg in die Militärpharmazie, wie die Militärapothekerin im Wiener Heeresspital zeigt, offen.

 Summary

Up to now, military pharmacy has taken an exceptional position within pharmacy, and it can look back to a long tradition. Its natal hour is the Rescript of 15th January 1794, with which Emperor Franz II. transferred the supplying of the Habsburg army with medications from civilian pharmacies to a military institution. Up to 1918, the centre of the army’s sanitary supply was the so-called Military Medication Directorate, which became a k. u. k. institution in 1867, with its principal office at Rennweg No. 12 in Vienna. In the course of the 19th century, the military medical service was reorganised several times, and with it the pharmaceutical area as well. This also concerned training and further education, which were performed in the chemical laboratories of the k. u. k. Military Sanitary Committees in the Viennese Josephinum. These laboratories were amply equipped for medical-chemical, forensic-toxicological, hygienic-bacteriological analyses and food assays. Here, the military apothecaries, together with the military physicians, received one part of their training. Soon afterwards, they had to apply this knowledge in the salubrity commissions and field laboratories during the First World War. Until the relocation of all pharmaceutical university institutes (1994) into the new University Centre II, the Institute for Pharmacognosy and the Institute for Pharmaceutical Technology had been located in the Josephinum, where generations of pharmacists received one part of their training. In comparison with 1914, military pharmacy of today has not only become more civilian, but also more international. In the strategic-operational alignment of military pharmacy, within the framework of sanitary goods logistics, the scale of the provisioning of sanitary equipment for home and abroad is determined. This means that because of the international alignment of military pharmacy, the sanitary equipment in the Austrian Armed Forces increasingly has to adapt to international standards, such as Standardization Agreements (STANAGs) of NATO. Until the end of the First World War, the k. u. k. Military Medication Directorate had been directly subordinated to the 14th Division of the Ministry of War, and was led by the director, who was appointed by the emperor himself. In the former Ministry of War, pharmacists were represented in inferior positions only. This situation, however, has changed as well. Today, military pharmacists are much more intensely integrated into the decision making processes of the Federal Ministry of Defence. Their relative importance is evident, among other things, from the fact that the military pharmacist serving in the Federal Ministry of Defence, with the military rank brigadier, now has achieved the rank of a general, whereas the director of the former k. u. k. Military Medication Directorate as a pharmacist major 1st class could rise to become colonel in the VI. rank class only. Additionally, last but not least, nowadays female pharmacists can become military pharmacists as well, as has been demonstrated with the female military pharmacist in the Military Hospital of Vienna.

 Sommaire

La pharmacie militaire a une longue tradition et a eu, jusqu’à maintenant, une position particulière dans le domaine de la pharmacie. Son heure de naissance fut le manuscrit du 15 janvier 1794 par lequel l’empereur François II. a transféré l’approvisionnement en médicaments pour l’Armée habsbourgeoise des pharmacies civiles à une institution militaire. Jusqu’en 1918, la soi-disant « Direction des médicaments militaires », établie à Rennweg 12 à Vienne, une institution royale depuis 1867, était le centre de l’approvisionnement médical de l’Armée. Au cours du 19e siècle, le soutien médical militaire, et ainsi aussi le secteur pharmaceutique, furent réorganisés plusieurs fois. Cette réorganisation portait aussi sur la formation de base et la formation continue qui avaient lieu dans les laboratoires chimiques du Comité Médical Militaire du « Josephinum » de Vienne. Ces laboratoires étaient bien équipés pour faire des analyses médico-chimiques, forensico-toxicologiques, hygièno-bactérielles ainsi que des analyses de contrôle alimentaire. Dans cet institut, les pharmaciens et les médecins militaires suivaient une partie de leur formation. Ils devaient peu après mettre en œuvre les connaissances acquises dans les Commissions de salubrité et dans les laboratoires de campagne de la 1ère G.M. A propos : dans le Josephinum, il y avait aussi, jusqu’au transfert de tous les instituts universitaires pharmaceutiques (1994) au nouveau centre universitaire II, l’institut de pharmacognosie et l’institut de technologie pharmaceutique dans lesquels des générations de médecins ont suivi une partie de leur formation universitaire. Comparée avec 1914, la pharmacie militaire d’aujourd’hui est devenue non seulement plus civile mais aussi plus internationale. Dans l’orientation stratégique et opérative de la pharmacie militaire, on ne détermine pas seulement, dans le cadre de la logistique médicale, la dotation en matériel médical pour des opérations nationales, mais aussi pour les opérations à l’étranger. Cela veut dire que, suite à l’orientation internationale de la pharmacie militaire, la dotation médicale des Forces armées autrichiennes devra au fur et à mesure être adaptée aux normes internationales, comme par exemple aux Standardization Agreements (STANAG) de l’OTAN. La Direction royale de médicaments militaires était, jusqu’à la fin de la 1ère G.M., directement subordonnée à la Section 14 du Ministère de guerre et fut gérée par un directeur nommé directement par l’empereur. Dans l’ancien Ministère de guerre, les pharmaciens ne jouaient qu’un rôle peu important, une situation qui a considérablement changé. De nos jours, les pharmaciens militaires sont plus intégrés dans les processus de prise de décisions spécialisées qu’à l’époque. Leur importance se voit aussi par le fait que le pharmacien militaire directement assigné au ministère de la Défense porte le grade d’un général de brigade tandis que l’ancien directeur de la Direction des médicaments militaires pouvait seulement devenir colonel. Last, but not least, les femmes peuvent maintenant aussi devenir des pharmaciennes militaires, comme la pharmacienne militaire de l’hôpital militaire de Vienne nous le montre.