Der Einsatz der Streitkräfte im bevölkerungszentrierten „Comprehensive Approach"Der Einsatz der Streitkräfte im bevölkerungszentrierten „Comprehensive Approach"

Dirk Freudenberg

 

Carl von Clausewitz‘ klassische Definition des Krieges steht heute ganz sinnwidrig für Militarismus.1) In der letzten Dekade wird allerdings immer deutlicher, dass die Streitkräfte ein aktives Instrument auch deutscher Sicherheitspolitik werden. Wenn Streitkräfte Werkzeuge der Politik sind, so stellen Spezial- und spezialisierte Kräfte Instrumente dar, die besonders sensible Operationen durchzuführen haben und in der Lage sind, aktiv den Kampf gegen irreguläre Kräfte2) zu führen. Damit entsprechen sie einem chirurgischen Skalpell in der Hand militärischer Führer, die im Auftrag politisch verantwortlicher Regierungen zum Teil riskante Operationen exekutieren müssen. Der Kampf gegen den transnationalen Terrorismus muss dabei national und multinational als gesamtstaatliches, ressortübergreifendes Konzept verstanden werden, zu dem Streitkräfte ihren spezifischen Beitrag leisten.3) Denn den Herausforderungen unserer Sicherheit durch asymmetrische Bedrohungen wird man nur mit einer Gesamtstrategie entgegentreten können, die militärische, paramilitärische, polizeiliche, politisch-diplomatische, wirtschafts- und finanzpolitische, psychologische und zivile Maßnahmen miteinander effizient verbindet und auf ein gemeinsames Ziel hin ausrichtet.4) Diese Erkenntnis ist allerdings dem Grunde nach nicht wirklich neu. Bereits Carl von Clausewitz hat die „Allumfassendheit des Krieges“ gesehen: „Bei der absoluten Gestalt des Krieges, wo alles aus notwendigen Gründen geschieht, alles rasch ineinander greift, kein, wenn ich so sagen darf, wesenloser neutraler Zwischenraum entsteht, gibt es wegen der vielfältigen Wechselwirkungen, die der Krieg in sich schließt, wegen des Zusammenhanges, in welchem, strenge genommen, die ganze Reihe der aufeinander folgenden Gefechte steht, wegen des Kulminationspunktes, den jeder Sieg hat, über welchen hinaus das Gebiet der Verluste und Niederlagen angeht, wegen aller dieser natürlichen Verhältnisse des Krieges, sage ich, gibt es nur einen Erfolg, nämlich den Enderfolg. Bis dahin ist nichts entschieden, nichts gewonnen, nichts verloren. Hier ist es, wo man unaufhörlich sagen muss: Das Ende krönt das Werk. In dieser Vorstellung ist also der Krieg ein unteilbares Ganze[s], dessen Glieder (die einzelnen Erfolge) nur Wert haben in Beziehung auf dies Ganze.“ 5) Clausewitz ist in seinen Schriften - insbesondere in jener „Vom Kriege“ - bestrebt, das Wesen der kriegerischen Erscheinungen zu erforschen, ihre Verbindung mit der Natur der Dinge, aus denen sie zusammengesetzt sind, zu zeigen.“ 6) Daher dürfen diese Gedanken Clausewitz’ auch nicht isoliert von seinem Postulat gesehen werden, dass der Krieg ein Mittel der Politik ist, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln“.7) Demzufolge bedarf es einer Gesamtstrategie, in der die Rolle von Streitkräften im Allgemeinen sowie jene von Spezial- und spezialisierten Kräften im Besonderen definiert werden muss.

 

Counterinsurgency - Wesen und Begriff

Der Begriff „Counterinsurgency, COIN“ bzw. seine wörtliche deutsche Übersetzung „Aufstandsbekämpfung“ ist nicht unumstritten.8) Der englische und als solcher im gesamten angloamerikanischen Sprachraum gebräuchliche Begriff „Counterinsurgency“ hat ebenso eine Rezeption in die Fachliteratur und in die militärfachlichen Handbücher sowie entsprechende Vorschriften anderer Nationen gefunden. Über die NATO und die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan ist auch Deutschland strategisch und operativ in die Umsetzung der Doktrin zivil-militärischer Aufstandsbekämpfung eingebunden.9)

Der Terminus „Counterinsurgency“ setzt sich aus den Begriffen „Counter“ und „Insurgency“ zusammen. „Counter“ bedeutet im Englischen in diesem Zusammenhang „jemandem entgegenzutreten“ oder auch „einer Sache zuwiderhandeln, etwas durchkreuzen“.10) Also ist gemeint, „gegen“ etwas zu wirken. Insofern wird der Begriff auch im weiteren Sachzusammenhang mit Gegenspionage, „counter espionage“, und Spionageabwehr, „counterintelligence“, sowie auch „counterterror“ im Sinne von „Anti-Terror“11) eingesetzt und ordnet sich somit in einem ausgedehnten fachlichen Umfeld ein. „Insurgency“ heißt „Aufstand, Rebellion, Revolte“;12) der entsprechende Akteur ist der Insurgent bzw. der Aufständische. Dieser Begriff wie auch das entsprechende Verb „insurgieren, aufständisch sein“ werden abgeleitet vom lateinischen Verb „insurgere“, „sich erheben“,13) und sind ebenso wie das Substantiv „Insurrektion“, „Aufstand“, in der deutschen Sprache geläufig.14) „Insurgent“ gilt im deutschen Sprachgebrauch als der veraltete Begriff für den „Aufständischen“ bzw. den „Aufrührer“,15) findet allerdings in seiner englischen Aussprache wieder aktuell Eingang in den deutschen militärischen Sprachschatz.16) Mithin entspricht „Counterinsurgency“ zunächst dem klassischen deutschen Wort „Aufstandsbekämpfung“. Damit bezeichnet der Terminus in seinem Kern einen Zustand - den Aufstand -, ohne ihn zugleich politisch zu belegen oder gar zu werten. Entsprechendes gilt für den Akteur, den Aufständischen, den Insurgenten. Folglich ist mit dieser Bezeichnung offen gelassen, ob Zweck, Ziele und Mittel einer solchen Erhebung befürwortet oder abgelehnt werden. Eine entsprechende Diskriminierung der Akteure wird ebenso unterlassen, zumal eingeräumt wird, dass Insurgenten durchaus auch politische Zwecke verfolgen können und nicht zwangsläufig durch kriminelle Absichten geleitet sein müssen. Dementsprechend wird „Insurgency“ verstanden als Bezeichnung für den Prozess einer auf politischen, wirtschaftlichen und/oder sozialen Missständen beruhenden Destabilisierung eines Landes oder einer Region, die sowohl die staatliche Leistungsfähigkeit als auch die staatliche Legitimation beeinträchtigt; der Prozess wird zusätzlich durch irreguläre Aktivitäten von Insurgents verstärkt.“ 17) So grenzt Kilcullen auch Insurgenten von Terroristen ab. Die entscheidenden Kriterien sind für ihn zum einen, dass Insurgenten im Gegensatz zu Terroristen tief in der Gesellschaft verwurzelt sind und diese somit repräsentieren, und zum anderen, dass Insurgenten Gewalt nicht als zentrales Merkmal auszeichnet, sondern sie Gewalt als Instrument einer integrierten politisch-militärischen Strategie einsetzen.18) Mit diesen Definitionsansätzen wird grundsätzlich eingeräumt, dass Aufstände durchaus legitimiert sein können. Mithin handelt es sich bei der Bezeichnung „Insurgenten“ um eine sachliche Beschreibung und somit schlussendlich um einen politisch neutralen Begriff. Das Wesen und die bestimmende Idee der Counterinsurgency ist dabei, dass sie grundsätzlich bevölkerungszentriert und nicht gegnerzentriert wirken soll, um Herz und Verstand, „hearts and minds“, der Bevölkerung zu gewinnen und den Aufständischen somit den Rückhalt und die Unterstützung der Bevölkerung zu entziehen. Damit geht einher, dass dieser Ansatz nicht nur kostenintensiv, sondern v.a. zeitlich aufwändig ist sowie verschiedene Ebenen beinhaltet.

 

Abgrenzung der „Counterinsurgency“ von anderen Begriffen und Konzepten

Der Begriff „Counterinsurgency“ ist von den Begriffen „Counterguerilla“ bzw. „Counterterrorism (CT)“ abzugrenzen. Für Andrew Rathmell stellen CT-Strategien und -institutionen lebenswichtige Werkzeuge für die US-alliierten Staaten dar.19) Während „Counterguerilla“ und „Counterterrorism“ als Stoßrichtung der Aktion konkret die jeweiligen irregulären Akteure haben, ist die Wirkrichtung und v.a. das Wirkungsumfeld der Counterinsurgency umfassender und umfangreicher.20) Counterguerilla zielt demnach gegen das aktive militärische Element der Aufstandsbewegung,21) und dementsprechend sind die Sicherheitskräfte hierauf fixiert. Daher hält Kilcullen diese isolierten strategischen Ansätze für inadäquat und stellt demgegenüber heraus, dass nicht nur klar sein muss, gegen wen gekämpft wird, sondern auch wofür.22) Counterinsurgency ist umfassender und weitergehend. Gleichwohl können Counterinsurgency-Operationen selbstverständlich mit konkreten gewaltsamen Aktionen gegen irreguläre Kräfte einhergehen bzw. diese einbinden.23) Mithin können „Counterguerilla-“ wie auch „Counterterrorism“-Aktionen auch Teil einer Counterinsurgency sein. So wird Counterterrorism ebenso als „feindzentrierte Dimension“24) des grundsätzlich bevölkerungszentrierten COIN-Ansatzes bezeichnet.

 

Der bevölkerungszentrierte Comprehensive Approach im Rahmen von Counterinsurgency

Der gegenüber klassischen Strategien innovative Gedanke des Comprehensive Approach ist der, dass nicht der Gegner im Zentrum der militärischen Betrachtung steht, sondern dass es sich um einen bevölkerungszentrierten Ansatz handelt. Das Verhalten der Bevölkerung soll im eigenen Sinne positiv beeinflusst werden bzw. soll der Bevölkerung vermittelt werden, dass getroffene Maßnahmen ihrem Wohle dienen und zu ihrem Nutzen sind, um den Rückhalt der Bevölkerung zu erhalten bzw. zu gewinnen. Das bedeutet, dass bei jeder Maßnahme und Handlung die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu beurteilen und gegebenenfalls feindschädigende Unternehmungen zu unterlassen sind, auch wenn dadurch ein militärischer Vorteil nicht ausgenutzt wird, wenn unter Umständen die Auswirkungen auf die Lage der Bevölkerung und das zivile Meinungsbild negativ sein könnten. Diese Einschränkungen gehen insofern weiter als die völkerrechtlichen Regelungen zum Schutze der Zivilbevölkerung. Sie haben gleichzeitig eine andere Wirkdimension als das weiterhin uneingeschränkt geltende Feindschädigungsrecht. Der hier zum Tragen kommende Grundgedanke entspricht dennoch überkommenen militärischen Grundsätzen: Das Ausnutzen eines möglichen taktischen Erfolges ist dann zu unterlassen, wenn dadurch absehbar, unmittelbar oder auch nur mittelbar eine schädigende Wirkung von strategischer Bedeutung eintritt. Weitere grundlegende Überlegung dieses Ansatzes ist es zudem, dass Aufstandsbekämpfung zwar Teil der Kriegführung ist, dass aber zur Aufstandsbekämpfung prinzipiell zivile Maßnahmen der humanitären Nothilfe, des zivilen Wiederaufbaus, der Entwicklungshilfe und der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Staats- und Regierungsbildung wie auch des administrativen und des polizeilichen Bereichs grundsätzlich unerlässlich sind und den militärischen Maßnahmen in ihrer Wertigkeit und Bedeutung für den Erfolg voranstehen. Somit entspricht dieser Ansatz dem Prinzip der vernetzten Sicherheit als Ausfluss des umfassenden Sicherheitsbegriffs, wie er auch in verschiedenen sicherheitspolitischen Grundlagendokumenten der Bundesrepublik Deutschland25) manifestiert ist und im internationalen Umfeld englischsprachig als „Comprehensive Approach“ bezeichnet wird. Militärische Maßnahmen treten dabei grundsätzlich gegenüber zivilen - nicht zwingend in der chronologischen Abfolge - als subsidiär zurück.

 

Militärische Wirkmittel als Ultima Ratio einer Gesamtstrategie

Die Fähigkeit, gegnerische Ziele auszuschalten bzw. zu vernichten, bedeutet nicht, dass dies die erste Handlungsoption ist und das zwangsläufig so geschehen muss.26) Die Ansatzpunkte und Strategien konstruktiver Konfliktbearbeitung in der Staaten- und Gesellschaftswelt können in Anlehnung an die Trias „Prävention - Eindämmung - Nachsorge“ in drei Handlungsfelder eingeteilt werden: Gewaltprävention, Krisen- und Konfliktmanagement und Friedenskonsolidierung.27) Die Problemlösungsansätze sind entsprechend den Herausforderungen komplexer geworden. Militäreinsätze gelten, soweit die Anwendung direkter Gewalt bzw. die Ausübung unmittelbaren Zwangs betroffen ist, als „Ultima Ratio“, was aber nicht heißen kann, dass militärische Komponenten einer Mission immer und unbedingt als zeitlich letztes Mittel eingesetzt werden.28) Der Einsatz militärischer Mittel erfolgt in der Regel nicht mehr zeitlich als „Ultima Ratio“, sondern komplementär zu einem Policy-Mix aus Außen-, Innen-, Entwicklungs-, Finanz-, Rechts- und Justizpolitik.29) Der ressortübergreifende Ansatz Vernetzter Sicherheit geht von einem gesamtstaatlichen Verständnis von Sicherheit aus, in dem die sicherheitsrelevanten staatlichen und nichtstaatlichen Akteure gleichermaßen beteiligt sind und bereits das Entstehen von Risiken und Bedrohungen durch präventive Maßnahmen verhindert werden soll.30) Network Enabled Capabilities, also Fähigkeiten, die auf der Vernetzung von Strukturen beruhen, stehen nicht allein im Raum und sind kein Selbstzweck.31) Die Fähigkeitsorientierung ist nicht allein auf das Einsatzspektrum militärischer Streitkräfte beschränkt und soll alle sicherheitspolitischen Aufgaben und Akteure umfassen.32) Dabei sind auch hier Netzwerke flexibler und anpassungsfähiger als Hierarchien, die ihrerseits oftmals zu sehr in der Horizontalen anstatt in der Vertikalen denken und die häufig ihren organisationsspezifischen Interessen verhaftet sind, die bisweilen wiederum in eklatantem Widerspruch zu übergeordneten Interessen stehen können.33) Ausdruck für eine solche Vernetzung ist der „Comprehensive Approach“ als ressort- und institutionenübergreifender Ansatz zur Einbindung aller relevanten Akteure und Abstimmung einer gemeinsamen Zielsetzung bereits in der Planungsphase eines etwaigen Einsatzes und eine frühzeitige Festlegung der Federführung für die vorhersehbaren Phasen des Krisenmanagements sowie der „Interagency-Prozess“, das heißt, die Vernetzung aller staatlichen Akteure und die mögliche Einbindung nichtstaatlicher Institutionen. Diese können wissenschaftliche Institute, Think-Tanks, Wirtschaftsunternehmen, Finanzdienstleister, aber auch Hilfsorganisationen sein. Sie können eingeschaltet werden, um bestimmte, spezielle Wirkungen zu erzielen. Ihre Wirksamkeit beruht auf ihren speziellen Fähigkeiten, die sie nun zugunsten des Netzwerks einsetzen, um bestimmte Effekte zu erreichen. Netzwerke sollen also Netzwerke bekämpfen34) bzw. gegen diese zur Wirkung gebracht werden. An diesem Netzwerk sind alle Organisationen und Institutionen zu beteiligen, die zur Terrorismusbekämpfung beitragen.35) Damit werden die klassischen Instrumente Diplomatie, ökonomische Maßnahmen und der Gebrauch militärischer Macht erweitert. In den Überlegungen aller sicherheitspolitischen Akteure, Methoden, Strategien und Strukturen zu entwickeln, um Krisenbewältigung durchzuführen und ein hohes Maß an Stabilität zu erhalten bzw. wiederherzustellen, stellen die Streitkräfte insofern neben anderen nur eine Komponente dar.36) Krisenvorsorge und Krisenmanagement müssen auf einen breiten, ressortübergreifenden Ansatz gestellt werden.37) Die Einbindung nichtmilitärischer Akteure aus verschiedenen Disziplinen könnte das Bestreben zur Zielerreichung gewinnbringend katalysieren und oftmals sogar eine bessere Alternative zur Anwendung militärischer Gewalt darstellen. Militärische Stärke kann sich gegen asymmetrische Bedrohungen nur mehr im Verbund mit anderen staatlichen und internationalen Akteuren und Institutionen wirksam entfalten,38) und umfassende militärische Fähigkeiten sind Teil eines mehrdimensionalen Ansatzes aus politischen, wirtschaftlichen, entwicklungspolitischen und sicherheitspolitischen Instrumenten, um im multilateralen Zusammenwirken mit Verbündeten und Partnern die regionale und/oder globale Sicherheit zu stärken.39) Operationspläne (Concepts of Operation, ConOps) werden sich mehr auf eine Vielzahl von Effekten konzentrieren, weniger auf den Einsatz von Streitkräften.40) Gleichzeitig sind auch innerstaatliche Szenarien denkbar, die eine enge Zusammenarbeit von Nachrichtendiensten, diplomatischen Diensten und die Koordination von Einsatzkräften der Polizeien, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und der Streitkräfte erfordern. Auf der organisatorischen Ebene geht es darum, die hierarchischen und netzwerkartigen Formen der Kooperation zwischen Behörden und anderen Akteuren zu optimieren, wobei die verschiedenen Hierarchien innerhalb dieses Netzwerkes in der Lage sein müssen, miteinander zu kooperieren und durch Koordination Informationen aus verschiedenen Teilen des Netzwerks zu einem gemeinsamen Bild zusammenzufügen und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen.41) Im Zentrum der Überlegung steht also richtigerweise ebenso der ressort- und institutionenübergreifende Ansatz. Mithin ist der „Comprehensive Approach“ im Ergebnis eine Weiterentwicklung des „Interagency-Interaction-Ansatzes“. Fraglich könnte allerdings hier sein, ob es wirklich gelingen kann, die volle Komplexität und umfassende Form der Interoperabilität zwischen allen Sicherheitskräften sowie zwischen diesen und den zivilen Akteuren zu erreichen. Die bejahende Ansicht sieht zwar, dass es bereits beim Zusammenwirken staatlicher Kräfte wie Polizei und Militär anspruchsvolle Schnittstellenprobleme gibt. Diese werden durch das Problem der Multinationalität und die hierdurch bedingten vielschichtigen und mehrdimensionalen Interoperabilitätsprobleme noch verstärkt. Die sicherheitspolitische Antwort auf diese Herausforderungen wird denn auch im Erkennen der gegenseitigen Abhängigkeiten der Gesellschaften und der globalen Wirtschaft sowie der Notwendigkeit der gemeinsamen Vernetzung gesehen. Dementsprechend soll - nach diesem neuen, wirkungsorientierten Ansatz des Comprehensive Approach - der Schwerpunkt nicht auf einem engen militärischen Fokus liegen, sondern es ist vielmehr ein systemischer Ansatz gefordert, der Ziele, Instrumente, Fähigkeiten und Ressourcen in umfassender Weise aufeinander abstimmt und damit die unterschiedlichen staatlichen Wirkmittel aus den Bereichen Diplomatie, Information, Militär und Wirtschaft (DIME-Spektrum) aufeinander abstimmt.42) Dabei wird im deutschen Ansatz der Faktor „Militär“ im DIME-Spektrum durch „bewaffnete Organisationen“ ersetzt, was der Einsatzrealität wesentlich näher kommt. Bewaffnete Organisationen in diesem Sinne sind alle nationalen, multinationalen und internationalen Akteure, die mit der Befugnis ausgestattet sind, Recht und Ordnung nötigenfalls unter Anwendung von Gewalt durchzusetzen. Mit der Anwendung dieses weiten DIME-Spektrums im Interagency-Ansatz sollen Kollateralschäden und andere unerwünschte Nebeneffekte, Begleiterscheinungen und mittelbare Auswirkungen vermieden werden. Damit ist die physische Gewalt - wie bereits oben dargestellt - möglicherweise nicht mehr der Kern der kriegerischen Auseinandersetzung. Gleichzeitig ändert sich unter Umständen die Wirkrichtung des Eingriffs: An Stelle des Gravitationspunktes als der verwundbarsten Stelle des Gegenübers kann die Wirkung auch an der Peripherie der Systeme ansetzen, um den Gegner von Handlungsoptionen abzuschneiden.

Hierbei wird der Einsatz militärischer Mittel in den Gesamtkontext der diplomatischen, ökonomischen und militärischen Maßnahmen eingeordnet sowie mit den Wechselmechanismen im Informationsspektrum in Beziehung gesetzt.43) Das übergeordnete Handlungsprinzip transformierter Streitkräfte als vernetzte teilstreitkräftegemeinsame Truppen, die in der Lage sind, schnelle, entscheidende Operationen (Rapid Decisive Operations, RDO) an jedem Ort der Erde durchzuführen, ist das der wirkungsorientierten Operationen oder Effects-Based Operations (EBO), die zum Erreichen der strategischen Ziele das ganze Spektrum gegnerischer Verwundbarkeiten und Schwächen ausnutzen und nach Möglichkeit auf ein direktes militärisches Kräftemessen oder gar einen Zermürbungskrieg verzichten.44) Wirkung geht vor Zerstörung.45) Der Fokus liegt somit weniger auf militärischen Zielen und deren Vernichtung als auf Aktionen und deren Auswirkungen auf Verhalten, Beeinflussung und Reaktion. Es kommt also nicht allein darauf an, mittels massiven militärischen Auftretens und kinetischer Operationen die möglicherweise dann doch nur zeitlich befristete Präsenz und somit die entsprechend begrenzte Überlegenheit im Raum herzustellen. Allerdings darf kein Zweifel darüber bestehen, dass kinetische Operationen, also militärische Kampfhandlungen zur Befriedung bzw. Sicherung eines Raumes durchaus Voraussetzung für alles andere sein können, und der Einsatz von Spezial- und spezialisierten Kräften ebenso das „scharfe Ende“ einer Operation darstellen kann. Der grundlegende Unterschied zur klassischen konventionellen Kriegführung liegt in der besonderen Kontextbeziehung dieses in seiner Zusammenfassung innovativen und modernen Gesamtansatzes. Dabei wird der potenzielle Gegner ebenfalls als komplexes System mit den Untersuchungsthemen Politik, Militär, Wirtschaft, Soziales, Infrastruktur und Information (Political, Military, Economic, Social, Infrastructure, Information, PMESII) analysiert und als Systemverbund definiert, um die wesentlichen Beziehungen, Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten zu verstehen.46) Folglich geht es in diesem Prozess um die rasche Generierung und Aufbereitung und damit um das schnelle Verfügbarmachen von Informationen. Information ist somit eine unerlässliche Größe. Informationsgewinnung und das rasche, zeitnahe Umsetzen von Informationen in Aktionen war in allen Epochen und zu allen Zeiten für effektives und erfolgreiches militärisches Handeln von entscheidender Bedeutung. Im Zeitalter des Wandels vom Industriezeitalter hin zum Informationszeitalter und zur Wissensgesellschaft unter den Bedingungen der zunehmenden Globalisierung ist die Bedeutung von Informationen bei der Entscheidungsfindung von noch größerer Bedeutung, als dies in der Vergangenheit bereits der Fall gewesen war. Informationsüberlegenheit und die Umsetzung in Entscheidungsüberlegenheit ist Voraussetzung, um zur Handlungsüberlegenheit über den Gegner gelangen zu können. Um eine langfristig richtige und zielführende Lagebeurteilung anzustellen, bedarf es eines umfangreichen und v.a. auch gegenüber den gegnerischen Akteuren überlegenen Wissens und eines entsprechenden Wissensmanagements. Allerdings soll direktes militärisches Wirken im Ziel, im Sinne von kinetischer Energie zum Bekämpfen, Ausschalten oder Vernichten eines potenziellen Gegners, ein subsidiäres Mittel zur Zielerreichung darstellen.

 

Der Ansatz Vernetzter Sicherheit

Beruhend auf der Unterstützung mit hochmoderner Informationstechnologie zur Beschleunigung der Beeinflussung des Gegners führen neue Konzeptionen zur Anpassung in den Bereichen Militärdoktrin, Organisation, Ausbildung, Infrastruktur, ressortübergreifende Interaktion, Führung, Personal sowie Anlagen und Einrichtungen.47) Der Ansatz Vernetzter Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland entspricht dem Comprehensive Approach und beschreibt einen umfassenden gesamtstaatlichen Prozess, der nahezu alle Bereiche staatlichen Handelns umfasst und in dem es um multinationale, kooperative Sicherheitsvorsorge, Krisenmanagement, Krisenprävention, aber - wenn erforderlich - auch um die Fähigkeit zur Eindämmung und Beendigung drohender oder bereits ausgebrochener Konflikte geht - unter Nutzung modernster Technologie und Integration militärischer Fähigkeiten in das Gesamtpaket „staatlicher Maßnahmen“.48) Der Comprehensive Approach wie auch das Konzept von Interagency Operations sehen sich der Herausforderung ausgesetzt, dass die Akteure - staatliche und nichtstaatliche - auf Zusammenarbeit und Zusammenwirken angewiesen sind. Voraussetzung für das Funktionieren dieser Ansätze ist die Abstimmung der Akteure auf verschiedenen Ebenen. So müssen die Interagency-Mechanismen auf organisatorischer Ebene angeglichen, die konzeptionellen Prozesse und technologischen Systeme aufgebaut und angepasst sowie auf gesellschaftlicher Ebene neue Ansätze zur Personalauswahl, Ausbildung und zum Handeln in Netzwerkbegriffen übernommen werden.49) Dazu bedarf es aber v.a. einer ressort- und institutionenübergreifenden Abstimmung der Maßnahmen und Wirkmittel, die v.a. auf eine gemeinsame Ziel- und Zweckerreichung ausgerichtet sind. Auch wenn die Akteure weitgehend unabhängig agieren wollen und keine hierarchische Zuordnung zulassen, bedarf es mit Blick auf gemeinsame Stabilitätsziele klarer Regeln und Verfahren, um die Zusammenarbeit so wirksam wie möglich zu gestalten.50) Die gemeinsame Festlegung eines Endzustandes („end state“) auf der politisch-strategischen Ebene vor Beginn eines Einsatzes, welche die Bedingungen für die Durchführung und v.a. den Zustand der Einsatzbeendigung beschreibt und festlegt, ist Conditio sine qua non für den strategischen Erfolg. Diese Tatsache wirkt sich auf den Ablauf von Operationen aus. Der letztendliche Zwang zum Konsens macht den Entscheidungsfindungsprozess kompliziert und verlangsamt somit den Führungsvorgang und die Umsetzung von Entscheidungen. Damit ist dieser Ansatz gegenüber schnell ablaufenden Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen dort im Nachteil, wo es auf schnelles, zeitnahes Handeln in dynamischen Lagen ankommt. Mithin ergeben sich wechselnde Handlungsoptionen, die allerdings abgestimmt und im Gesamtkontext abgewogen sein müssen.

 

Indirekte Strategie und indirektes Vorgehen

Die „Indirekte Strategie“ bzw. das „Indirekte Vorgehen“ beinhalten v.a. den Einsatz nichtmilitärischer Mittel; hingegen beruht die „Direkte Strategie“ v.a. auf dem Einsatz von Streitkräften.51) Dementsprechend hat das „Indirekte Vorgehen“ eine über den militärischen Bereich hinausgreifende, weit umfassendere praktische Bedeutung. Hier werden v.a. Mittel wie Subversion, Korruption, Manipulation durch Falschinformationen, Sabotage und Spionage eingesetzt.52) Im militärischen Sinne hat Liddell Hart empfohlen, eine Richtung einzuschlagen, die der Gegner am wenigsten erwartet, und dort zuzuschlagen, wo dieser am wenigsten Widerstand entgegensetzen kann.53) Es geht also darum, den Gegner abzulenken, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, um ihn seiner Handlungsfreiheit zu berauben.54) Folglich ist das Indirekte Vorgehen nicht auf die stärkste Konzentration feindlicher Kräfte in einem Schlüsselgelände gerichtet, sondern gegen Verstärkungs- und Folgekräfte in der Tiefe. Im weiter gefassten Sinne ist dieser Gedanke entsprechend umzusetzen; allerdings werden hier militärische mit nichtmilitärischen Mitteln kombiniert oder die militärischen sogar ganz ersetzt, sodass sie gar nicht in Erscheinung treten. In diesem Fall liegt der Schwerpunkt beim Indirekten Vorgehen auf dem Einsatz nichtmilitärischer Ressourcen. Die Indirekte Strategie bzw. das Indirekte Vorgehen findet seine Entsprechung allerdings auch auf der Seite der irregulären Kräfte. Die Vorgehensweise irregulärer Kräfte wird durch das Anschlagsziel bestimmt, wobei hier zwischen direkter und indirekter Vorgehensweise unterschieden wird.55) Bei der direkten Vorgehensweise werden die Anschlagsziele gemäß der strategischen Zielsetzung gewählt; hingegen werden bei der indirekten Vorgehensweise Anschläge gewählt, um eine Botschaft zu transportieren, oder es werden Anschläge auf Einrichtungen ausgeführt, die Stoffe beherbergen, deren Verbreitung zu Schäden außerhalb der Einrichtung führen.56)

 

Resymmetrierung

Es bedeutet ein „strategisches Paradox“,57) dass sich hochzivilisierte und hochgerüstete, technisch überlegene Staaten unsäglich schwer tun mit irregulären Kräften, die hinsichtlich ihrer Kampfkraft und ihres Gefechtswertes vielfach unterlegen sind, wirksam fertig zu werden. Stupka schlägt als Grundsatz für zu erarbeitende Theorien vor, dass asymmetrischer Kriegführung nur asymmetrisch beizukommen ist.58) In diesem Sinne stellt die Art und Weise des Kampfes gegen irreguläre Kräfte den Versuch der Wiederherstellung der Symmetrie auf der Ebene des Gegners mit einer überlegenen Kombination aller zur Verfügung stehenden Mittel dar. Es ist schon früh erkannt worden, dass die beste Abwehr von Irregulären nur durch Truppen erfolgen kann, die diese Art der Kleinkriegführung selbst beherrschen.59) In dieser Resymmetrierung, in der man sich der bis dato asymmetrischen Methoden des Gegners bedient und einer Strategie der Terrorisierung der Terroristen folgt, sehen einige Autoren die Gefahr, dass sich die regulären Streitkräfte in asymmetrischen Konflikten an die entsprechenden Kampfweisen ihrer Gegner anpassen und die Soldaten im Kampf gegen Partisanen und Terroristen selbst zu solchen werden.60) Zudem wird in der Literatur angeführt, dass Staaten, die sich auf einen asymmetrischen Krieg mit nichtstaatlichen Akteuren einlassen, dazu neigen, Strategien anzuwenden, die kontraproduktiv sind und zu nicht intendierten Konsequenzen für die beteiligten Akteure und die institutionellen Rahmenbedingungen der internationalen Politik führen.61) Die heutige Situation erfordert ein intelligentes Vorgehen gegen irreguläre Kräfte, das es ermöglicht, nachhaltig Wirkung zu erzielen. Die Strategie von Staaten gegen irreguläre Kräfte zielt zumeist auf eine möglichst kurze und entscheidende Auseinandersetzung ab, um „den Terror auszurotten“ oder „die Aufständischen zu vernichten“, und die substaatlichen Akteure setzen dieser Strategie zumeist eine psychische „Abnützungsstrategie“ entgegen, die jede „Entscheidungsschlacht“ zu vermeiden sucht und vielmehr auf räumlich und zeitlich ausgedehnte oder auch spektakuläre Aktionen setzt.62) Die Kriege der jüngeren Vergangenheit zeigen allerdings, dass sich das strategische Denken und die Strategieschöpfung - insbesondere für den kombinierten Einsatz von Einheiten der Special Operation Forces (SOF), unbemannten Drohnen63) und schwerer Bomber - weiterentwickeln64) und die Entwicklung auf zwei Schienen verläuft: der Hochtechnologie- und der asymmetrischen Schiene.65) Gleichzeitig entsteht eine neue Art der Kriegführung, die sämtliche Mittel nutzt, die das Informationszeitalter bietet, und die in hohem Maß auf Präzisionswaffen, Spezialeinheiten und psychologische Kriegführung vertraut.

Alte und neue Mittel und Kräfte werden so in neuer Weise kombiniert und effektiv zum Einsatz gebracht. Gerade im Kampf gegen Gruppierungen des transnationalen Terrorismus sind asymmetrische Mittel zum Einsatz zu bringen. Die Irregulären sind mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, indem man ihre Taktiken annimmt, sie täuscht und überrascht, mobil und gerissen ist, über unkonventionelle Ideen, exzellente Geländekenntnisse sowie einen guten Draht zur Bevölkerung verfügt66) und die Fähigkeit zur ständigen Improvisation beherrscht. Von der Heydte hat aber bereits früh darauf hingewiesen, dass es von strategischer Bedeutung ist, die Methoden des Irregulären weder zu ignorieren noch zu imitieren; dass es vielmehr notwendig ist, neue Formen der Kampfführung zu entwickeln.67) Mithin kommt es darauf an, durch Resymmetrierung die Symmetrie wieder herzustellen. Gleichzeitig ist es wichtig, einer „Reasymmetrisierung“ entgegenzutreten, um diese zu verhindern. Gerade auf besondere Einsatzverfahren wie den Jagdkampf wird in der Literatur über die Bekämpfung Irregulärer immer wieder hingewiesen. Ein weiterer konzeptioneller Ansatz, die irregulären Bedrohungen operativ in den Griff zu bekommen, geht von einer Dislozierung und Dezentralisierung von Spezial- und spezialisierten Kräften aus. Dieser Ansatz beinhaltet solche Erscheinungen wie verteilte Operationen (dispersed operations), Zusammenwirken zwischen diesen (networking) und größere Autonomie für kleinere Einheiten als bisher üblich. Ein wichtiger Teil dieses Ansatzes bezieht sich auf die Durchführbarkeit und den Nutzen der „swarm tactics“, bei dem kleine, selbstständig handelnde Einheiten eingesetzt werden und bei dem bewegliches Feuer schnell und für den Gegner unerwartet auf einzelne Ziele wirken kann.68) „Swarming“ kann beispielsweise dazu eingesetzt werden, einen Gegner an mehreren Stellen punktuell anzugreifen oder um eine „antikörperähnliche Verteidigung“ in einem Gebiet gegen Eindringlinge zu bilden.

 

Zusammenfassung und Schluss

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Spezial- und spezialisierte Kräfte einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung irregulärer Kräfte in einer Counterinsurgency im umfassend verstandenen Sinne leisten können. Diese Kräfte können ein strategisches Mittel darstellen. Schlussendlich stellen diese Kräfte allerdings nur ein Mittel in einer breiten Palette staatlicher Instrumente dar und können nur zu bestimmten - eben speziellen - Zwecken wirksam eingesetzt werden. Oftmals können erst und auch nur militärische Mittel die Voraussetzungen zum Wirksamwerden anderer Instrumente schaffen. Allerdings darf kein Zweifel darüber bestehen, dass kinetische Operationen, also militärische Kampfhandlungen, zur Befriedung bzw. Sicherung eines Raumes durchaus Voraussetzung für alles andere sein können und gerade der Einsatz von Spezial- und spezialisierten Kräften ebenso das „scharfe Ende“ einer Operation darstellen kann. Der grundlegende Unterschied zur klassischen konventionellen Kriegführung liegt in der besonderen Kontextbeziehung dieses in seiner Zusammenfassung innovativen und modernen Gesamtansatzes. Folglich ist der ressort- und institutionenübergreifende Ansatz des „Comprehensive Approach“ als Weiterentwicklung des „Interagency-Interaction-Ansatzes“ ein Konzept, das, im Sinne einer Gesamtstrategie abgestimmt, staatliche und nichtstaatliche Mittel - auch multinational - zielführend zum Einsatz bringen kann. Ein isoliertes Vorgehen ist - wie die aktuell verlaufenden Konflikte zeigen - häufig unzureichend und oftmals in den Auswirkungen und Reaktionen hinsichtlich des zu erreichenden politisch-strategischen Endzustandes auch kontraproduktiv.

 


ANMERKUNGEN:

1) Paul-Ludwig Weinacht: Krieg denken. Eine typologische Orientierung aus der jüngeren politischen Ideengeschichte. In: Revista Chilena de Historia del Derecho, Estudios en Honor de Bernardino Bravo Lira, Premio Nacional de Historia 2010, Numero 22, Tomos I y II, o.OA., S.687ff; S.697.

2) Vgl. hierzu ausführlich: Dirk Freudenberg: Theorie des Irregulären. Partisanen, Guerillas, Terroristen im modernen Kleinkrieg, Wiesbaden 2008.

3) Vgl. Gert Gawellek: Aktuelle Konzeption und geplante Weiterentwicklung der Spezial- und Spezialisierten Kräfte innerhalb der DSO. In: Der Deutsche Fallschirmjäger, Heft 2, 2006, S.13ff; 13.

4) Erich Vad: Asymmetrischer Krieg als Mittel der Politik. In: Thomas Jäger, Rasmus Beckmann (Hrsg.), Handbuch Kriegstheorien, Wiesbaden 2011, S.586 ff; 586.

5) Carl von Clausewitz, Vom Kriege. Hinterlassenes Werk des Generals von Clausewitz, 16. Aufl., Bonn 1952, S.854.

6) Ebenda, S.82.

7) Ebenda, S.108.

8) Vgl. NN., Vorwort. In: Heeresamt, Vorläufiger Beitrag von Landstreitkräften zur Herstellung von Sicherheit und Ordnung in Krisengebieten, Köln Juni 2010, vor S.1.

9) Peter Rudolf: Zivil-militärische Aufstandsbekämpfung. Analyse und Kritik der Counterinsurgency-Doktrin, SWP-Studie, S.2, Berlin, Januar 2011, S.5.

10) Clara-Erika Dietl, Egon Lorenz: Wörterbuch für Recht, Wirtschaft und Politik, Teil I, Englisch - Deutsch, München 2000, S.184.

11) Vgl. Christian Rojahn: Militärische Antiterroreinheiten als Antwort auf die Bedrohung des internationalen Terrorismus und Instrument nationaler Sicherheitspolitik - das Beispiel Amerika, München 2000, S.71.

12) Dietl, Lorenz: Wörterbuch, a.a.O., S.184.

13) Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 10, 19. Aufl. Mannheim 1989, S.547.

14) Wissen Verlag, Fremdwörterlexikon, Herrsching 1991, S.121; vgl. Duden, Fremdwörterbuch, 4. Aufl., Mannheim, Wien, Zürich 1982, S.349.

15) Brockhaus, Bd. 10, a.a.O., S.547.

16) Vergleiche u.a.: Heeresamt, Vorläufiger Beitrag von Landstreitkräften zur Herstellung von Sicherheit und Ordnung in Krisengebieten, Köln Juni 2010.

17) Ebenda, S.1.

18) David Kilcullen: Counterinsurgency, New York 2010, S.188.

19) Andrew Rathmell: Building Counterterrorism Strategies and Institutions. In: David Aaron (Hrsg.), Three Years after. Next Steps in The War on Terror, Santa Monica 2005, S.47ff; 47.

20) Vgl. Department of the Army, U.S. Army Counterguerrilla Operations Handbook, Guilford, Connecticut 2004, S.1-5.

21) Ebenda.

22) Vgl. David Kilcullen: The Accidental Guerrilla. Fighting Small Wars in the Mist of a Big One, New York 2009, S.274.

23) Vgl. Sarah Sewall: Introduction to the University of Chicago Press Edition. In: United States Department of the Army (Hrsg.), The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24: Marine Corps Warfighting Publication No. 3-33.5, Chicago 2007, S.xxiff; xxiii.

24) Peter Rudolf: Kriegsmüdigkeit und Strategiewandel in der amerikanischen Außenpolitik. In: SWP-Aktuell 43, September 2011, S.3.

25) Vgl. Die Bundesregierung, Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“, Mai 2004; vgl. Bundesministerium der Verteidigung, Weißbuch zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, Berlin 2006.

26) David S. Alberts: Information Age Transformation. Getting to a 21st Century Military, 2. Aufl., o. OA. 2003, S.40.

27) Tobias Debiel: Konfliktbearbeitung in Zeiten des Staatszerfalls. In: Ursula Blanke (Hrsg.), Krisen und Konflikte. Von der Prävention zur Friedenskonsolidierung, Berlin 2004, S.21ff; 24.

28) Rudolf Georg Adam: Fortentwicklung der deutschen Sicherheitsarchitektur - Ein nationaler Sicherheitsrat als strukturelle Lösung? Vortrag vor der Auftaktkonferenz der Veranstaltungsreihe „Gesamtstaatliche Sicherheit“, Berliner Forum Zukunft (BFZ) der DGAP und Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Berlin 13. Januar 2006, in: http://www.bits.de/public/articles/Rede_Adam_060113.pdf, Internet vom 15. März 2006, S.2.

29) Manfred Engelhardt: Militärische Instrumente der Konfliktbearbeitung. In: Ursula Blanke (Hrsg.): Krisen und Konflikte. Von der Prävention zur Friedenskonsolidierung, Berlin 2004, S.91ff; 91.

30) Ralph Thiele: Jenseits der Trennung - Sicherheit vernetzt und integriert, in: Thomas Jäger, Rasmus Beckmann (Hrsg.), Handbuch Kriegstheorien, Wiesbaden 2011, S.594ff; 595.

31) Wolfgang Schneiderhan: Vortrag des Generalinspekteurs der Bundeswehr vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) am 18. November 2003 in Berlin, in: http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzK, Internet vom 13.06.2006, S.1.

32) Heiko Borchert, Reinhardt Rummel: Von segmentierter zu vernetzter Sicherheit in der EU der 25. In: ÖMZ 2004, Heft 3, S.259ff; 264.

33) Axel Kuhlmann: Terroristische Netzwerke. Bekämpfung mit Netzwerken. In: Guido Korte (Hrsg.): Aspekte der nachrichtendienstlichen Sicherheitsarchitektur, Bühl/Rheinland 2005, S.109ff; S.144.

34) John Arquilla, David Ronfeldt: The Advent of Netwar (Revisted). In: John Arquilla, David Ronfeldt (Hrsg.): Network and Netwars, Santa Monica 2001, S.1ff; 15.

35) Kuhlmann, a.a.O., S.144.

36) Peter Vorhofer: Civil-Military Cooperation. Zur Evolution einer neuen Aufgabe in der Krisenbewältigung. In: ÖMZ 2003, Heft 6, S.753, 753.

37) Rudolf Georg Adam: Fortentwicklung der deutschen Sicherheitsarchitektur - Ein nationaler Sicherheitsrat als strukturelle Lösung? Vortrag vor der Auftaktkonferenz der Veranstaltungsreihe „Gesamtstaatliche Sicherheit“, Berliner Forum Zukunft (BFZ) der DGAP und Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Berlin 13. Januar 2006, in: http://www.bits.de/public/articles/Rede_Adam_060113.pdf, Internet vom 15. März 2006, S.2.

38) Bernhard Lauring: Network Centric Warfare. Die Supermacht Amerika hebt endgültig ab, in: ÖMZ 2003, Heft 6, S.760ff; 761.

39) Manfred Engelhardt: Militärische Instrumente der Konfliktbearbeitung. In: Ursula Blanke (Hrsg.), Krisen und Konflikte. Von der Prävention zur Friedenskonsolidierung, Berlin 2004, S.91ff; 92.

40) David S. Alberts: Information Age Transformation. Getting to a 21st Century Military, 2. Aufl., o. OA. 2003, S.40.

41) Axel Kuhlmann: Terroristische Netzwerke. Bekämpfung mit Netzwerken. In: Guido Korte (Hrsg.): Aspekte der nachrichtendienstlichen Sicherheitsarchitektur, Bühl/Rheinland 2005, S.109ff; 144.

42) Franz-Josef Schulz, Raoul Gruninger: Wirkungsorientierte Operationsführung. Neue Anforderungen an die sicherheitspolitische Wissensgrundlage. In: Heiko Borchert (Hrsg.): Verstehen, dass die Welt sich verändert hat. Neue Risiken, neue Anforderungen und die Transformation der Nachrichtendienste, Baden-Baden 2005, S.34ff; 34.

43) Ralph Thiele: Innovation an der Spitze des Fortschritts. Die deutsche Beteiligung an US Multinational Joint Transformation. In: Europäische Sicherheit 2003, Heft 11, S.25ff; 27.

44) Burkhard Theile: Transformation: Veränderte Streitkräfte und neue Rüstungstechnik. In: Heiko Borchert (Hrsg.): Vernetzte Sicherheit. Leitidee der Sicherheit im 21. Jahrhundert, Hamburg, Berlin, Bonn, S.20ff; 25.

45) Michael Traut, Klaus Engel: Vernetzte Operationsführung - mit besonderer Bedeutung für Luftstreitkräfte. In: Europäische Sicherheit 2004, Heft 3, S.48ff; 51.

46) Theile, a.a.O., S.26.

47) Hans Reimer: Netzwerkgestütztes Management von humanitärer und Katastrophenhilfe im Informationszeitalter. In: ÖMZ 2006, S.596ff; 596.

48) Thiele, a.a.O., S.25.

49) John Arquilla, David Ronfeldt: The Advent of Netwar, Santa Monica 1996, S.85.

50) Ralph Thiele: Vernetzte Sicherheit. Über die Konzeptionen gesamtstaatlichen Zusammenwirkens. In: ÖMZ 2008, S.299; 302f.

51) Albert A. Stahel: Klassiker der Strategie - eine Bewertung, 3. Aufl., Zürich 2003, S.19; 219.

52) Albert A. Stahel: Strategisch denken. Ziel - Mittel - Einsatz in Politik, Wirtschaft und Armee, Zürich 1997, S.59.

53) Jürg Studer: Luftoperationen in lästigen kleinen Konflikten. In: Military Power Revue der Schweizer Armee, Nr. 1, Mai 2006, S.28ff; 36.

54) Friedrich Ruge: Politik und Strategie, Strategisches Denken und politisches Handeln, Frankfurt am Main 1967, S.49.

55) Manfred Eberhard: Bedrohung durch Kampf gegen irreguläre Kräfte bei Einsätzen im Rahmen der Konfliktverhütung/Krisenbewältigung, 2. Zwischenbericht zur IABG-Studie, Ottobrunn 2004, S.32.

56) Ebenda.

57) Robert M. Cassidy: Counterinsurgency and the Global War on Terror. Military Culture and Irregular War, Westport, London 2006, S.23.

58) vgl. Andreas Stupka: Kriegsgeschichte und klassische kriegstheoretische Betrachtungen zur asymmetrischen Kriegführung. In: Josef Schröfl, Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - ein neues Phänomen der Internationalen Politik?, Baden-Baden 2004, S. 41 ff.; 56

59) Paul Wimmer: Kleinkrieg - wesentliche Grundlagen. In: ÖMZ 1965, S.440ff; 442.

60) Gerhard Kümmel: Chamäleon Krieg: Die Differenzierung des Kriegsbildes und ihre Folgen für die Streitkräfte. In: Gerhard Kümmel, Sabine Collmer (Hrsg.): Asymmetrische Konflikte und Terrorismusbekämpfung. Prototypen zukünftiger Kriege?, Baden-Baden 2003, S.29ff; 40f.

61) Christopher Daase: Terrorismus und asymmetrische Kriegführung. In: IFDT 2004, Heft 4, S.18ff; 19.

62) Walter Feichtinger: Differenzierung von Asymmetrie im Kontext bewaffneter Konflikte. In: Josef Schröfl, Thomas Pankratz (Hrsg.): Asymmetrische Kriegführung - ein neues Phänomen der Internationalen Politik?, Baden-Baden 2004, S.117ff; 118.

63) John Arquilla, David F. Ronfeldt, Netwar Revisited: The Fight for the Future Continues. In: Robert J. Bunker (Hrsg.): Networks, Terrorism and Global Insurgency, London, New York 2005, S.8ff; 9.

64) Albert A. Stahel: Klassiker der Strategie - eine Bewertung, 3. Aufl., Zürich 2003, S.11.

65) Holger H. Mey: Moderne Kriegführung. Lehren aus dem Irakkrieg. In: Erich Reiter (Hrsg.): Jahrbuch für internationale Sicherheitspolitik 2003, Hamburg, Berlin, Bonn 2003, S.71ff; 79.

66) Studer, a.a.O., S.37.

67) Friedrich A. Frhr. von der Heydte: Die Rolle des Kleinkrieges in der Strategischen Theorie des Westens und des Ostens, Vortrag bei der Clausewitzgesellschaft an der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg 11. Oktober 1972, S.9.

68) Sean J.A. Edwards: Swarming on the Battlefield. Past, Present, and Future, Santa Monica, Washington D.C. 2000, S.xi.