Romedio Thun-Hohenstein

 

Das Jahr 1943 begann für Hitlers Deutschland mit der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad, der im Mai die Kapitulation der italienischen und deutschen Streitkräfte in Tunesien folgte. Ca. 270.000 Soldaten gingen dort in die Kriegsgefangenschaft. Die personellen und materiellen Ressourcen des „Deutschen Reiches“ reichten nicht längst mehr aus, die Anforderungen der Ostfront, des Luftkrieges und der Rüstungsindustrie gleichermaßen zu erfüllen. Für die Alliierten sah die Lage nach dem Tiefpunkt im Sommer 1942 günstiger aus. Allerdings herrschte keine Übereinstimmung über das weitere Vorgehen. Während die Amerikaner so schnell wie möglich direkt nach Deutschland hineinstoßen wollten und deshalb für eine Landung in Nordwestfrankreich noch 1943 plädierten, vertraten die Briten eine mehr indirekte Strategie, wofür sich eine alliierte Landung in Sizilien anbot. Damit verfolgten sie mehrere Ziele: Die Zersplitterung und Abnutzung der deutschen Kräfte, die Lösung Italiens aus dem Achsenbündnis und die Sicherung des Mittelmeerraumes. Der Operation „Husky“, der alliierten Landung am 10. Juli 1943, ging ein missglücktes Luftlandeunternehmen der britischen 1st Airborne Division und der 82. U.S.-Airborne Division bei Syrakus und Gela in der Nacht voran, während die Anlandung von See erfolgreich ablief. Die britische 8. Armee unter General Sir Bernard Montgomery landete im Raum Syrakus-Pachino, während die 7. US-Armee unter dem Befehl von Lieutenant General George S. Patton zwischen Licata und Vittoria an Land ging. Am 13. Juli standen bereits 80.000 britische und amerikanische Soldaten auf Sizilien, die sich erbitterte Gefechte mit den deutschen Verteidigern lieferten, während die Mehrzahl der italienischen Truppen als kampffähige Verbände rasch ausschieden. Den zähen Widerstand der sukzessiv zurückgedrängten deutsch-italienischen Verteidiger Italiens konnten die Alliierten zum Teil nur sehr mühsam überwinden. Das von Misstrauen gekennzeichnete Verhältnis der Achsenpartner verschlechterte sich zudem, sodass es mehrfach zu bewaffneten Zwischenfällen kam. Dennoch ist es nicht so, dass alle italienischen Einheiten immer gleich kapitulierten, wie die Deutschen behaupteten. Ende April 1945 hörte die deutsche Heeresgruppe C praktisch auf zu bestehen, Munition und Betriebsstoff waren nahezu aufgebraucht. Am 29. April unterzeichnete Oberstleutnant i.G. v. Schweinitz für Generaloberst v. Vietinghoff als OB Südwest und HGr C die bedingungslose Kapitulation im alliierten Hauptquartier in Caserta, die am 2. Mai um 14:00 Uhr in Kraft trat. Die Verluste auf beiden Seiten waren hoch: Für die deutsche Seite schwanken die Angaben zwischen 415.615 und 536.000 Gefallenen, Verwundeten und Vermissten, für die 5. US-Armee betrug die Zahl 188.746 und für die britische 8. Armee 123.254. Für die italienische Seite betrugen die Verluste nach Angaben der italienischen Regierung vom 8. September 1943 bis zum 8. Mai 1945 87.030 gefallene, vermisste oder gestorben Soldaten, während bis zum 8. September 1943 bereits 204.436 Soldaten gefallen, vermisst oder gestorben waren. Dazu kamen während des ganzen Krieges 153.147 getötete Zivilisten von denen 123.119 nach dem 8. September 1943 umkamen, davon allein 42.613 durch Luftangriffe. In diesen Zahlen sind 8.562 ermordete Juden enthalten.